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Die Stimme · 1934-02-16 · Heft 328 (16.2.1934) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 328 (16.2.1934)
Date
1934-02-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 328 -- IC. Februar 1934 DIE STIMME Seite 3 Einführung einer Einkommenssteuer in Palästina. Johann Kremenetzky 2u seinem 85. Geburtstag von Adolf Böhm Jeder von uns muß immer bereit Sein, dem Gesamtwohl zuliebe ein Opfer bringen“,sagteJohannKrementzky »n seinem Nationalfondsreferat am VI. Kongreß, Basel 1903. Diese einfache und schlichte Parole wird von der großen Menge immer nur dann befolgt, wenn ihr ein Beispiel gegeben wird. Ein solches an hervorragendster Stelle hat Krementzky selbst, vom Beginn der politisch-zionistischen Bewegung an, gegeben. Er ist als einer der Paladine Herzis in ihre Führerschaft getreten und seine lautere Treue galt vor allem der Person Herzis, dem Keren- Kajemeth — dessen Mitschöpfer und leitender Direktor er durch läge Jahre war — und der praktischen Aufbauarbeit in Erez Israel. Die Treue zu Herzl — dessen Gestalt leider viel zu sehr in den Hintergrund getreten ist — bewahrte Johann Krementzky durch die Jahrzehnte bis auf den heutigen Tag, er ist ein Hüter des Nachlasses Herzis, des Archivs, ein tätiger Freund der Familie und der eifrigste Mithelfer des Testamentvollstreckers Herzis, Direktor Reichenfeld’s. Der Keren Kajemeth ist ohne den Namen Krementzky’s nicht zu denken. Es ist heute schwer, glaubhaft zu machen, daß die Idee des Jüdischen Nationalfonds nur schwer verwirklicht worden wäre ohne die zähe, unermüdliche Arbeit Krementzkys in den ersten Jahren seines Bestandes. Aber es ist tatsächlich so. Das Verdienst, von den ersten bescheidenen Anfängen an, die wahre Bedeutung des KKL erkannt und die notwendige mühsame Kleinarbeit des schrittweisen Aufbaues auf sich genommen zu haben, kann unserem Krementzky nicht hoch genug angerechnet werden. Zur Zeit, als er schon ein Großindustrieller ersten Ranges war, hat er es nicht gescheut, in dem kleinen Zimmerchen in der Türkenstraße 9 mit dem nun schon längst verstorbenen Oberst Eis und Dr. Hugo Benedikt diese mühsame aber grundlegende Kleinarbeit zu leisten. Seine Verbundenheit mit dem Aufbauwerk war von allem Anfang an nicht eine platonische geblieben. Er war wiederholt, das letztere Mal als Achtzigjähriger im Lande, hat dort schon in Vorkriegszeiten Investitionen durchgeführt und nach dem Krieg als einer der ersten mit schweren Opfern geholfen, Industrien zu gründen. Doch auch in der inneren Arbeit unserer Organisation sehen wir unseren Nestor Krementzky unermüdlich tätig. Er ist einer der Begründer des Herzlklubs gewesen, von ihm stammt die Idee der Hozaothspenden für den KKL, in seinem Hause finden immer wieder die Zusammenkünfte der führenden Zionisten die nch Wien kommen, statt, eines Sokolows, Ussischkin u. a. m. und sein warmes Interesse, nicht nur für die Sache, sondern auch für die Menschen, wirkt auf alle belebend und befeuernd. In diesem Manne besitzt das jüdische Volk eine seiner urtümlichsten Gestalten Möge ihm das Schicksal es noch lange vergönnen, an dem Werke, dem seine reiche Lebensarbeit galt iriitzuhelfen zu seiner eigenen Befriedigung, zum Nutzen der Sache und zur Freude aller seiner unzähligen Freunde. Palästina*Amt in der Schweif. Zürich. Das Zentralkomitee des Schwerer Zionistenverbandes verhandelt mit der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation wegen der Schaffung eines P a l^ä s t i n u-A in t e s in der Sch w e i z, dies im Hinblick auf die Entwicklung der Verhältnisse in Deutschland und das wachsende Interesse für Paliistäna-Auswandemng und Palästina-Touristik auch ln der Schweiz. Jerusalem. .Eine amtliche Ankündigung der Palästina-Regierung bestätigt die Meldung über die Einsetzung einer Kommission zur Vorbereitung einer Einkammenssteuer. J. F. Huntington vom British Board of Inland Revenue ist der Kommission als Berater beigegeben. Schon im Jahre 1932 hatte die Palästina-Regierung die ersten Schritte zur Vorbereitung einer Einkommenssteuer in Palästina getan. Die Jewish Agency und die arabische Exekutive Palästinas waren damals von der Palästina-Regierung eingeladen worden, ihre Vertreter in der ' zu bildenden Einkommmsstcuerkommission zu nominieren. Die Absichten der Regierung stießen schon damals bei, der palästinensischen Juden,heit auf heftigen Widerstand. Gegen die Einführung der Einkommensteuer wurde geltend gemacht, daß diese den wei teren Zustrom jüdischen. Kapitals hemmen würde. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß die Steuerlast vor allem auf den Schultern der jüdischen Bevölkerung ruhen würde. Der Waad Leumi, die offizielle Vertretung der Judenheit Palästinas, sprach sich im Dezember 1932 in einer Entschließung entschieden gegen die Einführung der neuen Steuer aus. Der Zusammenhang des Problems einer Einkommensteuer mit den Gesamtinteressen des jüdischen. Aufbauwerkes wurde von dem Mitglied der Agency- Exekutive Professor Selig Brodetzky auf der Jahreskonferenz der English Jerusalem, im Februar. Die Levante-Messe 1934. Die Vorbereitungen für die im April stattfindende Levante-Messe in Tel-Aviv machen, gute Fortschritte. Es wird ein allgemeiner, 3C09 qm umfassender Auslands-Pavillon errichtet werden, für den schon zahlreiche Anmeldungen um Ueberlassuing von Raum vorliegen,. Eine Reihe vom Ländern wird natürlich wieder eigene Pavillons auf steilem; insgesamt sind 12.000 qm für ausländisch© Aussteller bisher voramgemeldet. Im Mittelpunkt der Ausstellung wird der Tezereth-Haarez-Pavillon für die heimischen Erzeugnisse stellen, in dem die landwirtschaftliche und sonstige Landesproduktion ein umfassendes Bild von den Fortschritten in Erez Israel geben wird. Di© nationalen Institutionen werden in einem besonderen Ausstellungsraum vertreten sein. Auoh eine Abteilung für Pädagogie wird eingerichtet werden. In einer Bauausstellumig werden . Musterhäuser neue und ökonomische Baumethoden illustrieren und die Verwendung guter und billiger Baustoffe zeigen. Die Bauausstellung wird ein Terrain, von 8. Duinam einnehmen, und die Häuser werden noch mach Abschluß der Messe stehen bleiben, um ihre Dauerhaftigkeitunter den klimatischen Bedingungen der verschiedenen Jahreszeiten zu erweisen. Es handelt sich vor allem um Wohnhäuser für Leute mit kleinem Einkommen, und die den palästinensischen Bedingungen am besten angepaßten Gebäude sollen präsentiert werden. Die verschiedenen Baufirmen — darunter auch das Umternelunerbüro der Arbeiterpartei — beteiligen sich an diesem Wettbewerb. Die Architekten- und Ingenieur - Vereinigung wird bei Gelegenheit dieser Ausstellung eine Konferenz der Techniker iin Mittleren Orient leinberufen, um eine Aussprache über fachliche Fragen zu ermöglichen. Aus dieser Messe wird auch zum ersten Male eine Ausstellung der palästinensischen Photographen veranstaltet Zionist Federation betont. Prof. Brodetzky erklärte: Wir hoffen, daß die Regierung die Frage einer Einkommensteuer in Palästina nicht unter dom Gesichtswinkel theoretischer Wirtschaftsprinzipien betrachten wird, sondern unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es sich um ein Land handelt, dessen Erschließung nur durch das Interesse der Juden an ihm ermöglicht wird, eiin Interesse, das sich in dem Zustrom von Kapital aus allen Teilen der Welt und hauptsächlich aus Gebieten außerhalb des Britischen Reiches kundgibt. Die Regierung hat selbst zugegeben, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas pro Kopf das Dreifache dessen zu den öffentlichen Einkünften beiträgt, was die nicht jüdische Bevölkerung leistet. Die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency Dr. Artur R u p p i n und Mosche S h e r t o k hatten eine Zusammenkunft mit dem von, der englischen Regierung im Zusammenhang mit der geplanten Einführung der Einkommensteuer in Palästina als Sachberater nach Jerusalem entsandten Beamten des britischen Schatzamtes Huntington. . Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist die Haltung der Jewish Agency gegenüber dem Einkommensteuerplan, nach wie vor negativ und bewegt sich auf der Linie des im vergangenen Jahre von Dr. Chaim Arlosoroff der Regierung und der Oeffentlichkeit dargelegten Standpunktes. werden. Sie soll die Oeffentlichkedt nicht nicht nur mit der Arbeit der Lange hier ansässigen, sondern auch der neu ins Land gekommenen Fachleute bekannt machen. Man wird die zehn besten Photographen auswählen umd zur Ausstellung ihrer Bilder auffordern. Interessant s'.nd auch die Zahlen, die für den Verbrauch an elektrischem Strom durch die Messe angenommen werden. Auf dem Messegelände wurden Transformatoren installiert mit einer Kapazität von 500.000 KW-Stunden, um während des Messemonats dien nötigen Kraft- und Liiohtstrom zu liefern. Der Verbrauch wird auf das 15 fache berechnet gegen einen Momatsverbrauch von ganz Tel-Aviv im Jahre 1929, als die dortigen Kraftwerke in Betrieb gesetzt wurden, und auf das dreifache des durchschnittlichen Monatsverbrauches von Tel-Aviv im Jahre 1928. Auch im Auslande, insbesondere in England, erweckt die Levante-Messe Injaffa. In der im Jaffaer Untersuchungsverfahren fortgeführten Verhandlung bekundete Abdul Medschid auf Befragen durch den Verteidiger Horace Samuel, der öffentliche Ankläger, Kommissar Silitreet, habe ihn vor den Gefahren gewarnt, die ihm drohten, falls er sein Geständnis, er habe Dr. Arlosoroff ermordet, aufrechterhalte. Kommissar Shitreet habe ihm bedeutet, er könnte zum Tode durch den Strang verurteilt werden. Abdul Medschid bekundete, er sei sofort nach Zurückziehung seines Geständnisses bei der Polizei zum Untersuchungsrichter gebracht worden, wo er beeidete, daß sein Geständnis falsch gewesen sei. Rechtsanwalt Samuel bemerkte, die Polizei habe den Widerruf des Geständnisses in unvorschriftsmäßiger Weise erleichtert, obwohl sie seine teresse. Die Abteilung für Ueberseehandel des Board of Trade unterstützt den britischen Industrieverband bei der Beschlickung einerspeziellcn englischen Abteilung, und das Organ des Board of Trade bringt in gewissen Zeitabständen Hinweise auf die Ausstellung. In anderen Ländern, die einen geeigneten Markt haben, wird elxjnfalls darauf hingearbe'tet, die Oeffentlichkeit um präsumptive Aussteller auf die Messe aufmerksam zu machen. Eine große Zahl von Ländern gibt Besuchern und Ausstellern Fahrpreis- und Frachtermäßigungen auf ihren Bahnen, und fast alle in Frage kommenden Schiffahrlslinlen gewähren sowohl für den Personenwie für den Güterverkehr erhebliche Rabatte. Eine neue Wasserquelle im Emek entdeckt! Pumpversuche bei einer neuen Wasserquelle, die man bei Beth Alpha in östlichen Emek Jesreel entdeckt hat, ergaben eine Kapazität von 220 cbm pro Stunde. Man glaubt, bei Verwendung einer stärkeren Pumpe diese Menge noch erhöhen zu können. Die neue Quelle liegt nahe den Gilboa-Bergeri und eröffnet den verschiedenen Siedlungen in dieser Gegend große Aussichten, neben Beth Alpha vor allem Tel Joseph und Ain Charod. Da der Boden hier, falls man ihn bewässern kann, als ausgezeichnet für Crapefruit befunden wo den ist, könnte man eine größere Fläche mit gutem Gewinn abwerfenden Pflanzungen, unter Kultur nehmen; es fehlten dafür bisher nur reichlichere Wassermengen. Aus diesem Grunde hat man die Bohrungen augestellt, die nun zu einem so erfreulichen Ergebnis geführt haben. Der Wert dieser neuen Quelle läßt 'sich ermessen, wenn man bedenkt, daß diejenige von Ain Charod — eine der wenigen das ganze Jahr hin — durch fließenden Quell len des Landes — 160 cbm stündlich ergibt und damit außer Ain Chared auch Klar Jescheskel, Geva und Tel Joseph versorgt wurden. Die neue Wasserversorgung, die aus der jetzt entdeckten Quelle gespeist werden soll, wird im Sommer fertiggestellt werden. Rutenberg und die Regierung. Der Beschluß der Regierung, für die Wasserversorgung Jerusalems nicht die Kraftwerke am Jordan auszunutzen., hat die Palestine Electric Corporation dazu geführt, größere Aufträge für ihre Werke, die sie früher in England placierte, nach anderen Ländern zu vergeben. Der Entschluß der Regierung — so erklärte .Rutenberg in einem Interview — diene den Interessen dies Landes und seiner Entwicklung nicht. Seine Gesellschaft habe, alle technischen, kommerziellen, und. sonstigen Forderungen der Regierung voll erfüllt, ähre Sätze bei dem ungeheuer gestiegenen Stromverbrauch ständig her- Echtheit nicht bestritten hätte. Als Abdul Medschid im Laufe der Vernehmung, aufgefordert wurde, den Wortlaut des Gespräches, wiederzugeben, das Rosenblatt und Stavsky angeblich im Gefängnis mit ihm geführt haben, begann er unsicher zu stottern, obwohl er sonst fließend, hebräisch spricht. Horace Samuel, unterzog den jtte gendlichen Araber Abdul Medschid, der sich bekanntlich selbst der Teilnahme am Mord an Arlosoroff bezichtigte und dann dieses Geständnis widerrief, einem scharfen Kreuzverhör. Abdul Medsehid blieb dabei, daß er mit dem Mord an Arlosoroff nichts zu tun gehabt hat und daß seine Selbstbezichtigung ohne jede Grundlage war. Horace Samuel deckte eine Reihe Widersprüche zwischen dem Mordgeständnis und dem Widerruf auf. Sri Jedes jüdische Haus „Die Stimme" Palästina-Brief. Von unserem Sonderberichterstatter. Die Arlosoroff-Morduntersuchung.

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