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Die Stimme · 1934-01-19 · Heft 321 (19.1.1934) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
7 (1934)
Issue
Heft 321 (19.1.1934)
Date
1934-01-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Säfe 4 tHE STIMME Nr. 32t — 10. ISimef 1934 Produkt des «Zabre», *) mitbeeinflußt durch die Umwelt der alteingesessenen «Araber», die ja zum Großteil nichts anderes als die arabisch getünchten jüdischen Ureinwohner sind. Und hier wird das Gesicht mit durch das siegreich vordringende Iwrith gemodelt und der ganze Mensch durch die Macht des palästinensischen Klimas, die eigentümliche Ernährung und die sonstige, wahrhaft bodenständige Lebensweise. Freilich pflegen noch viele Juden, die sich bisweilen gar Eugenetiker nennen, aus Assimilationssucht oder auch gutgläubig das Sprüchlein zu predigen, daß die Inzucht, nicht zuletzt zwischen Juden, höchst schädlich sei und jede Art körperlichen und geistigen Verfalles züchte. Sicher sind diese Gefahren stark übertrieben; doch angenommen schon, sie träfen voll zu, mit welchem Jubel müßten jene Schwarzseher es nun begrüßen, daß Palästina den Juden, welche aus allen Richtungen der Windrose kommen und deren Vorfahren einander schon eine Ewigkeit nicht mehr begegnet waren, ermöglicht, durch eine großzügige Blutauffrischung unseres Volkes dessen Ertüchtigung herbeizuführen. Das Schreckwort von der Inzucht mag auf die Bewohner eines von der übrigen Welt durch hohe Berge abgesperrten Alpendorfes passen, nicht aber auf das 17-Millionen-Volk der Juden, das nun in Palästina sein Zentrum fand. Schon heute glauben aufmerksame Beobachter wahrzunehmen, siehe z. B. Hugo Herrmans vortreffliches *) So wird io Erez nach der stachlichten, doch Innen süßen Kaktusfeige der einheimische Jude genannt. Buch «Palästina/wie es wirklich ist», daß die dortigen Juden nicht nur größer und stärker, sondern zugleich schöner geworden sind. Diese Gestaltung der Dinge jedoch ist bei der durch Zuwanderung und natürliche Vermehrung rasch wachsenden Zahl der Juden von Erez Israel für unser Gesamtvolk von relativ wachsender Bedeutung. Ist aber der jüdische Typus in 'unserem nationalen Zentrum einmal festbegründet und lebt sein eigenartiges Gepräge, welches während der Zertreuung allmählich schwand, dort scharf Umrissen wieder auf, dann läßt sich getrost erwarten, daß auch in dieser Hinsicht Erez Israel seine Schöpferkraft in die Nacht der Galuth ausstrahlen wird. So wie man von dort immer mehr Früchte und Bücher und sonstige Lebensbedürfnisse bezieht, so wie die palästinensischen Schulen, bis zu Universität und Technikum hinauf, Zöglinge aus vielen Ländern ausbilden und als Jünger des neuen Geistes in die Galuth rückentlassen werden, so mögen und werden jüdische Brautpaare aus aller Welt an der Riviera von Scharon und Galil ihren Honigmond verbringen und sich dort mit dem altjüdischen Schönheitsideal des Hohen Liedes erfüllen. Dann wird sich rings in der Galuth in ihren Kindern das Vorbild des rüstigen Chaluz vom Bauplatz und den Ackerflur und der gebräunten Arbeitspionierin aus Garten und Weinberg widerspiegeln. Deshalb dürfen wir heute schon Erez Israel einen frischen Lorbeer winden, da es sich — den Neidern von außen zu Trotz und den Kriechern von innen zu Spott — als Jüngquell jüdischer Rasse und jüdischen Volkstums bewährt PALASTINAMELDET: Kommunale Selbstverwaltung in Palästina Jerusalem. Die Regierung Palästinas hat soeben die Verordnung, betreffend Schaffung von kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften verkündigt und damit in Kraft treten lassen. Wie der High Commissioner Wauchope als Vertreter Großbritanniens in der Mandatskommission im Jahre 1932 erklärt hatte, hat das Inkrafttreten der Gemeinde- Selbstverwaltungsverordnung die Bedeutung einer ersten Aktion in der Richtung der Schaffung eines Selbstverwaltungsregimes in Palästina und ist als Vorstufe zu einem Legislative Council (Gesetzgebende Körperschaft) zu betrachten. Wie bekannt, wider setzen sich der gesamte Jischuw und sämtliche zionistischen Parteien der Einrichtung eines Legislative Council, so lange die gegenwärtigen bevölkerungspolitischen Verhältnisse bestehen und die arabischen Faktoren das Mandat und die Balfour-Deklaration nicht anerkennen. In der Selbstverwaltungsverordnung wird die Prozedur bei der Errichtung der kommunalen Körperschaften und bei der Ausschreibung der Wahlen zu diesen Körperschaften, ebenso deren Funktionen im Detail festgesetzt Gegenwärtig kommen folgende 23 Orte für die Schaffung von kommunalen Selbstverwaltungen in Betracht: Akko, Beisan, Beerscheba, Beit Jala, Bethlehem, Gaza, Haifa, Hebron, Jaffa, Jenin, Jerusalem, Khan Yunis, Lydda, Majdal, Nablus, Nazareth, Ramallah, Ramleh, Safed, Shefa Amr, Tel-Awiw, Tiberias und Tulkarem. Gemäß der Verordnung muß der High Commissioner jeden Wunsch der Mehrheit der Einwohner irgendeiner Ortschaft nach Einführung einer Selbstverwaltung in derselben einer Prüfung unterziehen und dazu eine Kommission einsetzen, der mindestens ein Nichtbeamter anzugehören hat Die endgültige Entscheidung unterliegt dem Ermessen des High Commissioner. Er hat die Befugnis, die Zahl der Räte in jeder Gemeinde festzusetzen, zu erhöhen oder herabzusetzen. Er darf nach eigenem Ermessen einen bis zwei Räte für Jerusalem und Haifa zu den Gewählten hinzu nominieren. Die Wahlen zu den Stadträten finden alle fünf Jahre statt Den Bürgermeister und die Vizebürgermeister ernennt der High Commissioner aus der Mitte der Stadträte; er kann sie jederzeit ihres Amtes entheben und andere Räte an ihre Stelle setzen. Glaubt er, daß eine Stadtrepräsentanz ihren Aufgaben nicht gerecht wird, so kann er sie auflösen und eine neue Wahl ansetzen, Inzwischen eine Regierungskommission zur Führung der Verwaltung ernennen. Ein Kommunalstatut tritt erst dann in Wirksamkeit, wenn der High Commissioner es bestätigt hat Vor den Wahlen hat überall eine Liste der Wahlberechtigten aufzuiiegen, aus deren Mitte der High Commissioner das Wahlkomitee ernennt. Mit Ausnahme von Tel-Awiw hat in jedem Orte mit kommunaler Selbstverwaltung jeder männliche palästinensische Bürger von 25 Jahren aufwärts Stimmrecht und von 30 Jahren aufwärts auch passives Wahlrecht, letzteres aber nur, wenn er in der Gemeinde für unbewegliches Eigentum mindestens 1 Pfund Steuern jährlich oder mindestens 2 Pfund an Munizipalgebühren jährlich leistet. Tel-Awiw macht insofeme eine Ausnahme, als dort auch Frauen, ebenso wie Männer, von 25 Jahren aufwärts aktives und passives Wahlrecht haben. ★ So sieht also die sogenannte «lokale Selbstverwaltung» aus. Da kann man sich erst denken, wie der «gesetzgebende Rat» aussehen wird. Nicht nur der gesamte Jischuw, auch die Zionisten der ganzen Welt werden sich gegen diese Angriffe Englands gegen unser Nationalheim zur Wehre setzen. England kommt uns mit einer Pseudodemokratie und so erleben wir, daß es nur in Tel-Awiw jüdische Selbstverwaltung geben wird. In Jerusalem, das heute schon einen jüdischen Bürgermeister haben könnte, werden die Wahlen verhindert, in Tel-Awiw hat die Polizei ihre Selbständigkeit verloren und in der Polizei Palästinas verringert sich die Zahl der jüdischen Polizisten von Tag zu Tag. Wir müssen alle Anstrengungen machen, um England dazu zu bringen, seine Pflichten als Mandatar des Völkerbundes zu erfüllen. Donnerstag, den 25. Jänner, 8 Uhr abends, findet im Chajes-Saaf der Zionist. Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13 (Lloydhof), ein VORTRAG des Herrn. Oberrabbiners Dr. David Feuchtwang über: «Die sozialen Probleme bei den Propheten» statt. Militärische Verstärkungen in Palästina Jerusalem. Wie aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, steht die neuerliche Verstärkung der militärischen Streitkräfte in Palästina in keinem Zusammenhang mit den gegenwärtigen Sicherheitsverhaltnissen im Lande; die Verstärkungen haben nur den Zweck, das Detachement der First Seaford Highlanders zu ergänzen, das bisher nicht dem ihm von Anfang an zugemessenen Umfang gehabt hat Dieses Arrangement wurde vom Kriegsministerium in normaler Durchführung militärischer Pläne getroffen. Streik-Unruhen in Haifa Jerusalem. Zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilern in Haifa besteht seit einigen Tagen ein Konflikt Er hat seine Ursache darin, daß eine rev sioirstische Baubrtna sich weigerte, ein von 32 jüdischen Unternehmern in Haifa unterzeichnetes Arbeitsabkommen mit zu unterfertigen. Dem von der Histadruth proklamierten Streik in dem Unternehmen dieser Firma schlossen sich die Revisionisten nicht an, sondern erklärten, sie hätten ausschließlichen Anspruch auf diese Arbeit und hätten nur fünf Histadruth-Leuten erlaubt, offene Arbeitsstellen zu besetzen. Die Revisionisten demonstrierten in der Hauptstraße von Hadar Hakarmel. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Arbeiterparteilern, wobei Adv. Meyer owitsch verwundet wurde. Es folgten mehrere weitere Zusammenstöße, namentlich mit Streikposten der Histadruth, wobei 58 Verhaftungen vorgenommen aei<ehflra „iirinbrlcM", wen, l. Tel. R 24-2-88/87 KRAKAU Bi und zurück UV 'S ■ Rotenturmsiraßfl 28 LBMBERO und Murilelt CA‘ OE* s 52 ~ WARSCHAU und zurück S Oü — 1». PIBRIIAR Abfabit Pässe u.V i sa gratis! 90*- 4.NXRI Rückkunft Plätze numeriert wurden. Sämtliche Unternehmer in Haifa Unterzeichneten eine Protesterklärung gegen die revisionistische Firma. Der Waad Leumi vermittelt. 30.000 Juden legal nach Palästina eingewandert Jerusalem, 16. Jänner. Auf Grund der bis Ende November 1933 vorliegenden offiziellen Ziffern und der Schätzung für Dezember 1933 gibt die Exekutive der Jewish Agency die Zahl der legalen jüdischen Einwanderer in Palästina für das Jahr 1933 mit 30.000 an. Diese Ziffer schließt nicht diejenigen Einwanderer ein, die als Touristen ins Land kamen und sich dort ohne Aufenthaltserlaubnis seßhaft gemacht haben. wmmßmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmrnmmmmmmmmmmmmm Die 12. Konferenz des „Hecfe&luz“ in Galizien Wir bringen unseren Lesern den folgenden Bericht über Aenderüngen der Organisation des „Hechaluz" ln Galizien. Es bleibt noch abzuwarten, ob die Reform dazu bettragen wird, den Hechaluz und die Histadruth Haowdim tatsächlich zu überparteilichen Organisationen zu machen. Die Red. Vom 24. bis 28. Dezember tagte in Lemberg die 12. Landeskonferenz der Organisation „Hechaluz“, welche bekanntlich einen Bestandteil der Weltorganisation „Hechaluz“ bildet. Diese Konferenz, welche tausende Chaluzim und Chaluzoth aus allen Teilen des Landes heran - zög, gestaltete sich zu einer gewaltigen Demonstration der Kraft der Chaluzorganisation Galiziens, welche heute an 20.000 Chaluzim aus verschiedenen Verbänden umfaßt. Besonders bemerkenswert war das offensichtliche enorme Wachstum des Einflusses der allgemein-zionistischen Chaluzim. Während diese auf der letzten Konferenz vier Vertreter hatten, war die stamzlonistische chaluzische Jugend auf dieser Konferenz mit 30 Delegierten vertreten. Schon die Eröffnungssitzung, welche über 2000 Delegierte und Gäste versammelt hatte, trug den Stempel der weitgehenden inneren Umwandlung, die sich in letzter Zeit innerhalb des „Hechaluz“ bemerkbar macht. Der Verlauf der Tagung zeigte aber vollends, daß der Einfluß der Allgemeinen Zionisten, der sich in den gefaßten Beschlüssen zeigt, beträchtlich über das Maß hinausgeht, das ihrer zahlenmäßigen Stärke entsprechen würde. Zwei Grundgedanken waren es, welche die Konferenz beherrschten: Ich-ud— Vereinigung aller ohaluzißchen Organisationen im Rahmen des „Hechaluz“, und, Li kud — innere Festigung und Zusammenarbeit' ätif Gr und einer gemeinsamen Plattform, welche von allen im „Hechaluz“ organisierten Gruppen anerkannt werden kann. Diese Basis besteht aus den drei allgemein anerkannten Punkten: Hebräische Sprache,. Selbstarbeit und Bekenntnis zur Histadruth Haowdim, der Allgemeinen Arbeiterorganisation. Die Konferenz hat festgelegt und beschlossen, daß künftig all das, was zu inneren Reibungen, sei es hinsichtlich der ideologischen Anschauungen, sei es bezüglich\ organisatorischer Fragen von Hachscharah und Ali jäh führen kann, aus dem „Hechaluz“ ausgeschaltet wird. So wurde die Teilnahme an politischen Aktionen, wie Kongreßwahlen usw., PAF, l.-Mai-Feiern, vollkommen aus dem Rahmen der Arbeit des „Hechaluz“ entfernt Mit dieser Konferenz hat eine neue Periode der Konsolidieruhgsarbeit eingesetzt, die auf gegenseitigem Verständnis und Vertrauen beruht Ganz ohne. Zweifel war es die Arbeit der Schlicbim, der Sendboten der Histadruth Haowdim, unter denen sich auch ein Allgemeiner Zionist (Mitglied des Kibuz „Akiba“ in Petach-Tikwah) befand, welche die Voraussetzungen für diese Konsolidierung geschaffen hat Von den Beschlüssen der Konferenz ist auch die Schaffung einer Abteilung des Merkas in Krakau hervorzuheben, welche als Arbeitsgebiet WestgaJlzien und Schlesien umfaßt und die sich aus je einem Vertreter der Organisationen „Akiba", Haschomer Hazair und „Ichud Hakwuzotli“ zusammensetzt. Einer dieser drei Mitglieder, der Vertreter der „Akiba", wird gleichzeitig den „Hechaluz" im Palästinaamt vertreten. RJna Mahler. El «■'«'«nacKftmelclern* «elstes* langjährig am Wiener Platze bestehend, sucht zur Gründung eines Schneidersalons in Palästina Teilhaber mit entsprechendem Kapital. Anträge unter „Frühjahrssaison in Erez“ befördert die Annoncenexpedition „Inges“, Wien, VI. Mariahilf erstraße 75, Ford ist kein Judengegner New York. Henry Ford erklärte einem Vertreter des «New York Evening Journal»: «Ich bin kein Judenfeind, ich habe nie Hitler gesehen und weder direkt noch indirekt je einen Cent für antisemitische Propaganda gegeben. Ich weiß, daß die Juden ihren Platz In der sozialen Weltstruktur würdig vertreten. Ich habe viele jüdische Geschäftsfreunde. Ich glaube nicht, daß die Juden Anlaß haben, in mir einen Gegner zu sehen.» — Henry Ford hat unter seinem Namen den «Internationalen Juden», eine der schändlichsten antijüdischen Schriften, herausgegeben und die Verbreitung der «Weisen von Zion» durch große Geldbeträge unterstützt. Er hat auch Führer der «Erwachenden Ungarn» subventioniert. Seine Ableugnung hat nicht den geringsten Wert. ri i * —.. - —^ Usslschkin sagt: Die innere Kraft eines Staates ist — das Dorf! Iffjav HcciCfll&PBHV Wir sagen: Stärken wir unsere staatliche Kraft durch Schaffung des midi MJwpÖWIMII ■

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