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Die Stimme · 1933-12-21 · Heft 314 (21.12.1933) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 314 (21.12.1933)
Date
1933-12-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nf. 314 21. Dezember 1933 DTR STIMME Seife? Große Puriitzvera&fifcaltung des ^ionistMen Landmeftotdes Das Zionistische Landeskömitee. wird, am kommenden Ptfriirr ein große« Fest veranstalten, da* am. &M.fir z> 1034 int 0 r 0 ß a n K o n z e r t h a u * s a Isiattfinden wird* Werbemoeat des Zlonüstlselieit Laa&clesl&®nsltee& Infolge des erlassenen VersamntfttftgsvertxHßs seitens der Regierung 'würde ünäer geplantem Werb6rrtöflät fjiir, die Zelt vom 15. Jänner bis 15» Februar, 1034 verlegt. Nähere Auskunft« Dr. F. Pickholz, Zionistisches Landöakomitäe» I., Kämtnersfraße 28, täglich in der Zeit von 12 Ms 1 Uhn mit* tags zu sprechen. Festabend zu Etaen M. Hettlscii's Sana tag, den 3. Dezember, fand fm Roten Saal .des Höfel de France ein Abend statt, den die Ver^nigong nidi,-; sclter AusfandSbetlefiterstatter fn Wien m Bh|£n iitres örflfK der«, des, bekannten jüdisch-hebräischen Publizisten, Mehr Henfseit, veranstaltete. Das Doppelfubdto«. das Met Hönisch jetzt feiert — er ist 50 Jahre, alt gewordenuittf botätigt sich dreißig Jahre aut den Felde der fh'bfiz'stiik und Journalistik (Heike ist er der Wiener Berichterstatter <fcg pa£äsffnem:s<tftert Tageszeitung «Dawar*) *— diente, seine« zahlreichen Freunden zum Anlässe, Ihm Ihm Anecikennttflg für da: Getetüfel»? zu bekunden. Nach den ßirtleitungswöi'teft des jetzigen Präsidenten der VetiSnigUflg Jüdischer Auslandsberlörtefsfatter. Dt; Sem Wölf, sprachen: Dr. Tartakdwar, der m einet längerer» Ansprache die. Tätigkeit des Jubilars auf all.n »önfetiseten Gebiete«, iiwbesöndefe auf dealt Oefriefe des Keren Kafemefh, würdigte; :M. Ungar* leid (hebräisch), der ausführlich Henischs hebrawefte journafoflschf Tätigkeit beleucht.fej Frau Df. Kantor Im Name» der WKO; Df. Schmer4!er Iffl Namen der Zionistische« tarkssefcticm II; A. M. Fuchs und der Nestor der jüdischen Schriffstener h» Wie«, Sil b erb usch. ln einer formvollendeten, iirhaltsrckben Ansprache wies der Präsident der /i$;t*elhfech«cr teusgemeätde. Dr; Desider Fff & d m & n n, aut das hohe Niveau der jö^rnahstischäfl Tätiget Heniscba bin, worauf der Jubihtr selbst io einer längeren A«sprach« di>?. Probleme der jüdischen Journalistik erörterte und insbesöftdere darauf fthrwa.daß der jüdische Jdtfmriisflms wenige eine Berufe- ■ als vielmehr elfte Hefafüngtatigöfogcwhelt ist Er erzählte* davon, wie er seMt foumaist geworden ist md .wie sich bei ihm immer da» Schreiben mit seiner sonstigen Tätigkeit im Dienste d§e Zionismus verquickte. Auf eine Ancegüng des Dr. Wölf hin wurde b.schiossen, M. Benisoh in das Goldene Buch de« Karen Kaj&metfc ebwuivage*» — eint® große Summe ward« noch am selben Abend von den Anwesenden gezeichnet;. *w — ■ iQ»« II bf^4. mm . Heute: Große Scholem Atechem Feslakademie Heii teDonn erst a,g, um hall? 8 Uhr abends, findet im FeSita*1 den Hotel, Stefanie,!K, Taborstraße Nr. 12, eine große Sc h.Olttn - AlöCh em -Akademie Statt. Aus dem Programm: Elegie auf den Tod Scholem Atechons von Le via, gespielt von einem Streichquartett unter Leitung von Dirigent Israel Btandmann, Scholem Ahtchem» visionärer Humor, Referat von M. Groß, Humoresken, Satiren, GfOteekszenen, Monologe vcm Scholem Mechern* rezitiert von Herz Großbart, dem bedeutendsten Ihterpretntione^ünstler. Karten an der Abendkasse. Jüdische Kuns'steife II. Amrnbrückeiisir.2. Tel. R4S-2-S.1. Bureau; 0-r-f84OUhf, Den Mitgliedern stehdn. bedeutend ermäßigte Karten für die folgenden Theater Sur Verf«|gu{»g: Staat3theater, l<ammer»pMc, l<aa>öd^, Scata, Stadttheater, „Der liebe Augustin, Theater der Komiker, Jüdisches Theater, Jüdische Kteinkumfc «ChadrGadjo». Konzerte; 26. Dezember* Dein Ltp:n$kaya, ,Qr. M4 28. Dezember,' Lotte LebmamvÖr. JMU& 12. Jäimer, Arthur Schnabel, Gr. K;rS. Silvcsterveransiaütung im Großen KoivzcrthaussaaL trag zu bringen. Der jüdische Gesangsverdn hat unter der Leitung seines bis in die Fingerspitzen musikalischen Leiters Israel Bfändtnantt eine gute Probe seines Könnens abgelegt. Dann zelebrierte Herr Qberfcantd* Weiß würdig und . künstlerisch, das Entzünden der Menorah. Nun, betrat Or, Grilnba’utn das Podium und hielt eine tiefdurchdachte,, formvollendete und zu Herzen gehende Ansprache. Der nicht endenwöllende Beifall, welcher dieser Rede folgte, bewies,, wie sehr die den großen Könzerthaussaal bis auf das letzte Plätzchen füllenden Festgäste aufnabmsfähig waren für die mit hohem sittlichem Ernst vorgetragenen, klar formulierten Ausführungen Dr. Grünbaums. Nach einer kurzen Pause betrat der jüdische Sänger Eliahu Krybus, begleitet von der Pianistin Haar, das Podium. Sein kultivierter Gesang verbindet technisches Können mit sublimer Vortragskunst, der sich das große Auditorium schön nach den ersten Tönen von seltenem Wohl-» klang gelangen gab. Rauschender Beifall lohnte den junge» Sänger, dem. eine schöne Karriere vorausgesagt werden kaum .Damit war der erste sehr schöne Teil des Abends abgeschlossen. Als der zweite Teil begann, stand man unter dem unangenehmen Eindruck, aus einer bia dahin würdevollen Makka<- bäerfeier ln eine Purimveranstaltung geraten zu sein. Eine Ausnahme machte Herr Igo Qu 11mann, der mit seinem klangprächtigen, edlen Tenor zwei — leider nicht jüdische Lieder r~ virtuos, zum Vortrag brachte. Es kann nicht oft und Blüht .deutlich genug gesagt Werden, daß repriBa.native jüdische Veranstaltungen ihr Programm mit Sorgfalt uni mit Kunstempfindeii zusammenatellen müssen. Der gute' Wille allein genügt in solchen Dingen nicht. Es wäre dem Bund zu empfehlen, einen artistischen Beirat jüdischer Künstler, z. 0, des Vereines zur Pfleg« jüdischer Musik, za bestellen und dadurch. Dissonanzen wie diesmal zu verhindern, die dem sonst sehr gelungenen F«ste Abbruch getan haben.. l h. Sei rtaj»ltd)iner3en, etjeumafifdten uttS 0it$tif^cn iöcjdjmcibeit UJirlcit . rafc^- unb ft^cr. Betttt Srmfcnbc bon ^ersten biefee SlLttcl berorbnen, löniten auc^ 61 c *3 .bcrtraueii^botl fnufett.: Ön aUcn ^tpot^efen bc§ unb SfuSlanbcß 10Tci§ 0. 2.40. ChanukUahfelevn In Wien Die Makkabäerfeier des zioni« stischen Landeskomiiees E^n golimg^drjüiilsch^FeatabaQd r 0fo vom «Zionisflsehen Latideakomltee» am S am stafif* dein 16. Dezembör d. }., im featsaa l de*; Senwarzenbergkaaino* veranstaltete große M$kkabäerfeier nahm in jeder Beziehung einen würdigen und schönen Verlauf. Der Abend wurde durch den Akt des Chanukka!*« Ltehteizündens eingeleitet, den Oberkantor Gerson Margolics ln gewohnt künstlerischer Weise zelebrierte. Er wurde vom jüdischen Gesangverein, der unter der bewährten Leitung Israel Brand mann $ da* «Mao,* Zur» zum Vortrag brachte, witerstBtzb Die Festrede hielt der Präsident der Wienei Kultusgemeinde, Herr Dr. Desider Fried mann. Von historischem Sinn jtti die Wundertaten der eiftr sttgen Makkabäer erfüllt, die der Festredner nicht als Sagengestalten, sondern als Wirkllcfikeitsmenschen in einem Bild historischer Wirklichkeit zeichnete, übte die Festrede, insbesondere durch ihren historischen Blickpunkt für unsere Gegenwartsnöte auf die Zuhörer stärke« Eindruck aus« Sie war rethorteoh und inhaltlich schlechthin vollendet. Die künstlerischen Darbietungen des Abends ttaife den durchwegs auf achtbarem Niveau. Sie wurden durch de« Halleluja-Vertrag des. jüdische« Gesangvereine* eiugeleitet. Der deutsch-jüdische Emigra«ten-Rezitator, Dt Karl Ritter brachte — von Kapellmeister Bereu* begleitet — zwei seiner jüdischen Porträts «DI e j Ü d 1sahe Schauspielerin, im Exil* und «Der Kunstschlosser Weiß* zum Vortrag. Einen künstlerisch erlesenen Genuß bot der Gesang des bekannten Berliner Kammersängers Igo G u 11 m a n n, ln dem wir einen Sänger von höchst kultivierter Stimme kennen lernten. In der Arie aus der Oper «D i ej fi d i it», begleitet von Dr» Ernst Müller, kam sein prachtvoller Tenor so recht zur Geltung. Kammersänger Guttmann verfügt über jene in der Wett der Tcnöre heute recht seiten gewordene Tenorstimme voller Schmelz und Innigkeit, die auch einer Wiener Staatsoper zur Ehre gereichen würde. Den künstlerischen Höhepunkt des Abends bildete wohl das Auftreten Jakob Feldhammers. Feldhammer erschütterte durch seinen Vortrag, durch die Ueberzeugungswucht, mit der er die Makkabäergedichte vor das. Dämmeriicht der -Rampe zauberte, Nicht allein die große^ hehr* dieses Schauspieler- Rezitators, für den es als Juden in. der Kunststadt Wien besctiämenderweise leider . keinen. entsprechenden Wirkungskreis zu geben scheint, soll hier gerühmt werden, es Ist die Bewußtheit, es Ist das Slchhlneinfühlen und Hineinleben in diese von echtestem .u,n<f stolzestem jüdischen Gefühl und Ethos erfüllten Dichtungen eines ZuCkermann und Rosenfeld, die besonders hervofgehöben zu werden verdienen, Ehrlich j ü h n s «Denn wirstnd Juden», Otto Äbe 1 es* «t<eth mit deinen Mf.kkabäerarm», Werfels «E I t e f n 1 i e b e», . Marek S c h e r i a k s *L i c b t- I ein*, Morris fco s e ö f eld s «C h an u k k a h- II c h ttel n* und Hugo Zu.c.ke r mann s von Wucht und unheimlich zeitgemäßer trag«k erfülltes Gedicht «M a k k a b ä e r* gestaltete Feidhammer ,zu einem starken und tie(en Erlebnis,; In Frau Sarah Tom a sc h o f f lernten wir eine begabte Sängerin mH schöner Altstimme kennen, die b&önder*. lör Piano schön* Effekte zu. erzielen vermag» Sie sang, hebräisch. Mit dem Liedchen «E U j a h u» er-, zielte Frau Tomaschoff einen besonderen Erfolg; Den Schluß büdete da* Absingen der «Hatikwah* durch den jüdischen Gesangverein* — t h a K Chanuhkahfeäer des Bandes Jlldlseher Frontsoldaten Der 0 u n d j üdi sc he r F roots ö 1 d a t* n ö*t eirre ich s vefartsteutöte am 17, d*. im Großen Kan^erthaus- Saal seine diesjährige Ghamikkahfeier; Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. den Bumtastührer riaru» n e r a 1 Sommer mit allen Mitgliedern des Ausschusses, den Präsidenten der Kultusgemeinde, Herrn Dr. Friedm a b n, Herrn Oberrabbiner Dr. F e u e h t w a n g, Herrn Rabbiner Df. Rösenmann. Die Feier wurde würdig eingeleitet durch das Bundeaorchester, welches nach kurzem Bestand durch sein erstmaliges öffentliches Auftreten bewies, was guter Wille, verbunden mit zielstrebiger Arbeit zu leisten vermag. Seinem tüchtigen Dirigenten Herrn Emil Offner wäre nur nahezulegen, bei derartigen Veranstaltungen Werke moderner jüdischer Komponisten zum VorilüdisslüQ «lugesad §«iestf €l&a»iuk&ah Vor wenigen Jahrzehnten noch feierte man Chanukkah bloß im Hause. Nach altgewohnter traditioneller Art .sprach der Vater die Segensprüche, sang «Moaus Zur» und gab' den Kindern «Chänulckahgeld»* Der Zionismus erst lehrte' uns, dieses Fest herausheben aus der Reihe der im stillen trauten Heim zu feiernden Feste. Er bewies, uns, daß die iädisoke Jugend nicht allein auf die Erziehung im Elternhause angewiesen' sein darf, sondern daß nach andere Faktoten mitbestihifhend sind iüf die Entwicklung des jungen Menschen; Schule und Jugendbund. Was eine Jüdische Schule und ein zionistischer .Jugendbund in Wien für die Erziehung ihrer Schutzbefohlenen leisten kann, konnten wir am letzten Sonntag bei zwei Chanukkahfeiern sehen. Nachmittags fand im Hotel «Bayrischer Hof» die Chanukkahfeier der hebräischen Schule des 11. Bezirkes statt. Vifie mußte da . jeder Besucher treudigst überrascht sehn* J jüdische Kinder, kleine Und gfü.ja und Mädels, feierten Chanukkah in ihrer Art, kindlich, einfach. Mehr als drei Stunden hindurch läuSchte das Publikum — meist seihst Kinder — den Darbietungen der jungen Kunst-, ler auf der Bühne. Alles, was geputen vvtiru,', <*•“:»«. e in unserer Sprache geboten, ln der hebräischen Sprache. Man hatte , da* Gefühl, die Kinder sprechen da oben so hebräisch, wie irgendeiner von uns deutsch spricht. Welche Arbeit, weiche' Energie, welcher ldea.is»..us s.eeut':a u c .er Schale und ln ihrem Lehrer, unserem alten, guten, bewährten Freund Isak Herzberg. Er bringt es seit Jahren zustande» .mehr als 200 Kindern die hebräische $praci»e beizubringen, mit ihnen alle jüdischen. Feste?u feiern, und mit welcher Freude die Kleinen da spielen! Das muß man gesehen haben! Die Begeisterung der Kinder, ihre leuchtenden Augen, die Freude der Väter und Mütter waren der Dank für. $eine Arbeit. Und am Abend I Da sahen wir ältere jüdische Jugendliche am Werk! Der «Gdud Zeirim» hielt seine Chanukkahfeier in den Kunstspielen «P a n» ab. Reife, erwachsene Jugend zeigte rhr Könne«. Nach kernigen, begeisternden Worten eines jungen Führers über die Beueiuung des Festes, stellte sich ein wohl einstudierter hebräischer. Chör dem Publikum vor. Zwei ausgezeichnet gespielte Szenen schilderten uns dis Gefühle eines lÖJährigen Jungen, der von seiner geliebten Heimat, von seinen Le'ircrn und Seinen Mitschülern Abschied nimmt, um «ach Erez Israel zu ziehen. Der wuchtige Sprechchör «Die Kundschafter» versetzte uns alle in die älteste Zeit der jüdischen Geschichte, die so selten geschildert, so selten dargestellt wird. Daß es der «Gdud Zeirim» war, der eine solche Szene auf die Bretter brachte, dafür muß man ihm Dank sagen. Die Darstellung der Szenen folge des «Beju Hadti.tr.» von ft Ar-l.'.:hni Abi "Schaut, von einem Führer des Buhdes ins Deutsche Überträgen, brachte uns wieder die Zeit der ersten Chaiuzim, ihre Leiden, ihre Hoffnungen, ihre Gefühle und ihre Auffassungen über Land und Volk, über jüdische Arbeit und ihre Rolle im Aufbauwerke näher. Man konnte das Gefühl nicht los werden, daß hier junge jüdische Menschen sich selbst spielen. Und das ist richtiges Sichein- K ,UB «EREZ ldR:\EL»vl!-. PR\fRR3TR * SS'i 13 <! IJWnWXe), TELEPHON R 44-3-45 Sonntag, $1, Dezember 1933, 8 Uhr abends, Festsaal des «Hotel Continentalv 11., Taborstraße 4 Großer jüdischerAbend mit Tanz Programm! Nora Dftobcr (Qmng), Hüde DuMzkaja (jüdische Volkslieder), Ad* Reisen <Chapaa«s), ßa.rah Stuckärt (Klavier), N. Nicholson (humoristische Vorträge), Samuel Schwager (Rezitationen), Julius Schwarz VfoilnS), David Tendier* Polen (Rundfunkbaritoti), Bobby Weiser (Confea.Kc) >BEIM ADVOKAT», Einakter ttach Scheyern Alejchem, bearbeitet und Inszeniert von. Jizehnk Herzberg. Aufgeführt von der theatergruppe des Klubs er

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