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Die Stimme · 1933-12-14 · Heft 313 (14.12.1933) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 313 (14.12.1933)
Date
1933-12-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nt. 313 — 14. Dezember 1933 DTE STIMME Se’ff 9 England als Kolonialmacht Wir bringen heute unseren Lesern zwei Artikel, deren Autoren zu vollkommen divergierenden Schlüssen gelangen. f\en beiden Aufsätzen kommt mit Rücksicht auf die Vorgänge in Palästina erhöhte Aktualität zu. (Die Red.) Ein Sin«®« engllsfflc Koionlal-fiesdildilc Un Beitrag zur Knliung Englands in der ilnwandefangsirage von Or. DtD'fih Bekanntlich geht jetzt England gegen die sogenannt« illegaic Entwände, ung von Touristen in Palästina sehr energisch vor, obwohl gerade England als Mandatsmacht vertragsmäßig alle Anstrengungen machen müßte, um d.e Errichtung des jüdischen Ixatiooalheimes zu fördern. Es wird daher nicht uninteressant sein, an Hand von englischen und neutralen Ueschichtswerlcen festzustellen, wie England bei der Schaffung seiner eigenen Kolon.almacht vorgegangen ist und ob es zur Erreichung des heutigen Machtstandes ausschließlich legaie Mittel in Anwendung gebracht hat. Beginnen wir mit Kapland Kapland (Südafrika) war eine Kolonie der Holländischen und Ostindischen Handelskompagn.e und war von Holländern geschallen worden, um der überschüssigen holländischen Bevölkerung (Buren) ExistenzmÖgiichkeit.en zu geben. Die blühende Entwicklung dieser Kolonie reizte die vollständig unbeteiligten Engländer, so daß sie in den Jahren von l'i82 b.s I7üö von englischen Kolonisten und Trup- Cen ohne jeden legalen Titel in Besitz genommen wurde, aut Friedensvertrag von Amiens im Jahre 1803 sollten die Engländer sich zurückziehen und den Holländern das von ihnen erworbene Land zurückgeben; sie taten dies auch, aber 1800 kamen sie wieder in noch verstärkter Anzahl und behielten es laut Pariser Frieden (1814) bis auf den heutigen Tag. Europa war damals in die Napoleonischen Kriege verwickelt, und England ließ diese Gelegenheit, wie man sieht, nicht unbenutzt. Im Jahre I82Ü allein kamen 4000 englische Einwanderer. Die Holländer (Buren) erhoben sich S diese Eindringlinge, und als immer neue Massen von ndern einwanderten, erhoben sich die Holländer unter Prätorius im Jahre 1848, wurden aber bei Boum Fiats geschlagen. Die Holländer zogen hierauf nach Norden und grünueten dort die Freien Staaten Transvaal und Oranjestaat. Indessen regierten die Engländer vollständig willkürlich in der von den Holländern geräumten Kap-Kolonie. Sie sandten Sträflinge als Kolonisten hinunter, von denen Schiff auf Schilf nach Kapstadt und Natal kam, bis endlich auf den Protest der anständigen Bevölkerung Lord Rüssel die Eimunr dieser Strüu.nge veroot. Einige Jahre später erhoben sich die Hottentotten in einer derartigen Menge, daß die Engländer allein ihrer nicht Herr werden konnten. Sie wandten sich daher an die holländischen Buren um Hilfe. In ihrer Not anerkannten sie den Oränje- und Transvaalstaat als selbständige Staaten, worauf die Buren ihnen ihre Hilfe versprachen und tatsächlich den Hpttenlottenäufstand niederwarfen. Weiter Unten wird dargelegt werden, wie die Engländer die Souveränität dieser zwei Staaten respektiert haben. Gibraltar Im Erbfofgekrleg zwischen Oesterreich und Frankreich landete 1704 der englische Admiral Rotte ein Korps von 1800 Mann und nahm die Festung Gibraltar, die bisher den Spaniern gehörte, durch einen Handstreich ein. Zahlreiche Wiedereroberungsversuche der Spanier in den Jahren 1779 bis 1789 gingen fehl, und Gibraltar blieb englischer Besitz. Malta Nachdem Napoeleon der Große Malta besetzt hatte, blockierten die Engländer Malta mit ihrer Flotte, bis es sich ergab. England hatte damals im Aufträge der alliierten Mächte gehandelt. Infolgedessen verlangten die Mächte im Frieden von Amiens (1803), daß England Malta räume ümj es än den Malteser Orden zurückgehe. England verpflichtete sich auch hiezu, verweigerte aber sofort nach Friedensschluß die Rückgabe und behielt Malta widerrechtlich bis zum Jahre 1Ö14, bis es ihm im Pariser Vertrag 1814 gelang, daß ihm Malta zugesprochen wurde. Transvaal und Oranjestaat Im Jahre 1848 wurden die beiden Staaten durch, holländische Auswanderer, weiche mit der englischen Herrschaft in der Kap-Kolonie nicht zu.rieden waren, gegründet und oach der Hilfeleistung der Buren im Hottenlottenkriege von England anerkannt. Bereits im Jahre 1877 annektierte England diese beiden Staaten, indem es ohne jede Ursache diese beiden Länder besetzte. Es wurde aber im Jahre 1881 bei Laingsneck empfindlich geschlagen und im Frieden von Präturia anerkannte England nochmals die beiden Freistaaten. Aber bereits am 30. Dezember 1895 fiel ein Agent der Engländer namens Jameson mit 1200 Mann und Geschützen im Westen von Transvaal ein, wurde aber bei Krugersdorf gefangengenommen. Wieder ruhte England nicht. Es sandte unablässig englische Kolonisten in die Burenstaaten, sogenannte Uitlander, und verlangte, daß diese Uitlander sofort dieselben Rechte haben sollten wie die eingeborenen Buren. Präs:dent Krüger wollte dies erst nach einer Zeit des längeren Aufenthaltes gewähren und bezeichnete die Uitlander als illegale Einwanderer. Da Verhandlungen zu keinem Resultat führten, erklärte England den Burenstaaten den Krieg und unterjochte diese Staaten nach heldenmüt ger Gegenwehr. Speziell dieser Fall ist für England typisch, denn wegen der Rechte der illegalen E'nwanderer hat England diesen Krieg erklärt, In Palästina selbst aber will es die sogenannte illegale Einwanderung nicht dulden. Aegypten Aegypten war ein blühendes, selbständiges Reich, und es soll hier Im kurzen festgestellt werden, wie sich England systematisch in den Besitz dieses Landes setzte. 1. Zunächst benützte es die Geldschwierigkeiten des Herrschers Ismael Pasehn im Jahre 1875 und kaufte ihm di« Suezkanal-Aktien um 4 Millionen Pfund ab. 2. Als unter dessen Nachfolger Tewfik Pascha am II. Juni 1882 aus einem internen Grund» ein blutiger Exzeß f;egen d:e Fremden in Alexandrien aushrach, kam die engische Flotte und bombardierte Alexandrien. Die Folge war ein blutiges Hinmorden a'ler Europäer und die Verbrennung der europäischen Häuser. Am 14, Juli 1882 zog Wolseley im Auftrag« der Großmacht« mit einem Heer nach Alexandrien, erobert.- es, und seitdem sind die englischen 't ruppen trotz v.eler Versuche aus Aegypten nicht herausgegangen, trotzdem England wiederholt von den Mächten und von den Aegyptern hiezu aufgefordert wurde. 3. Ihre Position verstärkten sie, als Tewfik Pascha starb und sein ISjähriger Sohn Abbas Hilmi zur Herrschaft kam. Zunächst verschoben sie ihren Abzug unter Hinweis darauf, daß der junge Regent einen Schutz brauche. Ais zahlreiche Deputationen aus Aegypten die Auflassung der englischen Oberherrschaft verlangten, kam als Antwort eine 'l ruppenverstärkung von 2000 Mann und die Einsetzung eines englandfreundlichen Ministers, Riad Pascha, dessen Freundschaft wohl nicht ganz uneigennützig war. Außerdem bekam Abbas Hilmi einen englischen Beirat und 1895 wurde ein englischer Gerichtshof'errichtet. In diesem Jahre erklärte Lord Cromer dem türkischen Sultan, daß England nichts heiliger sei als die Unabhängigkeit Aegyptens. 4. 1896 geht jetzt England daran, den Sudan zu erobern. Kitchener erscheint mit einer großen Armee und zieht nach Süden. Bei Omdurman werden 35.000 Derwische geschlagen, von denen 15.000 fallen; Es ist bekannt, daß damals Kitchener an jede Kanone vor jedem Schuß aufrührerische. Derwische binden ließ. Kitchener drang bis Faschocja vor, wo er auf französische Kolonnen stieß. Diese mußten sich zürückziehen. Jetzt, also ein Jahr später, erklärt Lord Cromer, daß Aegypten voii Kitchener als Vertreter der englischen Königin regiert werde und daß der Khedive nur formell da sei. 5. Nochmals lehnten sich die Aegypter unter dem Mahdi Abdula auf. Er wurde aber 1899 bei Om Debrikat besiegt, wobei fast alle Besiegten getötet wurden. So legal hat England Aegypten besetzt Kanada Seit 1664 stand Kanada unter der Verwaltung französischer Kolonisten. Von 1629 bis -1711 haben die Engländer versucht nach Kanada e.nzüdringen; sie haben zahlreiche Kolonien gegründet, und als die Franzosen zu ihrem Schutz Forts und Blockhäuser errichteten, haben sie den Franzosen und den Indiern den Krieg erklärt und bei Quebec im Jahre 1759 die Franzosen besiegt. Im Frieden von Paris setzten• es die Engländer tiiLcn, daß Linen wana..a s.ugesprochen wurde. Der Gegensatz zwischen ihnen und . den französischen ersten Kolon.sten, aber auch der Gegensatz zwischen der katholischen und der anglikanischen Religion brachte viele Reibungen. Außerdem wurde die französische •Bevölkerung in jeder; Hinsicht'hihtangesetzt. Die Verzweiflung gegen das Gebaren der Engländer ergab, daß int Jahre 1037 unter Pap neau ein Aufstand erfolgte, gleichzeitig mit einem Steuerstreik. Was die Einwanderungsverhältnisse betrif.’t, so hat England in dieses Land seit dem Jahre 1847 zirka 100.000 Einwanderer jährlich hinübergeschickt. Da die eingeborene Bevölkerung kaum eine Million betrug, so hat also England in dieses annektierte Land die sechsfache Anzahl der ursprünglichen Bewohnerschaft einwandern lassen. Die Aufzählung dieser Annexionen könnte noch beliebig fortgesetzt werden; Hongkong, Uganda, Neu-Guinea, Britisch-Guinea und noch eine ganze Reihe von englischen Kolonien. Es genügt aber diese Auslese, um zwei Dinge darzutun: 1. daß England alle seine Kolonien durch Gewalt und illegal erworben hat und daß es ohne Rücksicht auf die Einwohner seine Kolonisationspläne durchsetzte. Dabei handelte es sich durchaus nicht immer um Länder, welche von wilden Völkern bqwolint waren, sondern, wie Kanada, Südafrika und Aegypten zeigt, von zivilisierten Völkern, teil-, weise sogar von Europäern, bereits besetzt waren; 2. geht daraus hervor, daß England sich schon einigemal in der Vve.tgesciiichte .von den Großmächten ein j..undat erteilen hat lassen, welches es nicht im Interesse ti:r'zu Schützenden, sondern zu höchsteigenem Vorteil ausgeiibt hat (siehe Malta, Aegypten," Gibraltar). Aber eines muß man den Engländern zugutehalten: sie gehen nach ihrem berühmten Grundsatz: «Wrong or right — my country» (Recht oder unrecht, es ist mein Land) vor. Dieser Patriotismus, der sogar stärker ist ais das Rechtsgefühl, ist aber auch die einzige Rechtfertigung für das kolonisatorische Verhalten Englands. Dabei haben die Engländer diese Kolonien durchaus nicht gegründet, weil ihr Volk in Not war, weil ihr Volk vertrieben wurde, weil ihr Volk überall gehaßt wurde, sondern sie haben, es getan, um das englische Geschäft zu vergrößern und ihre englische Bevölkerung zu bereichern. Wir Juden aber haben nicht ein Stückchen Land, das uns gehört, wir brauchen ein Land für unsere vertriebenen, verstoßenen, verfolgten, verarmten Brüder. Wir, wollen nichts als das nackte Leben und ein bißchen Freiheit. Die Engländer haben ihren kolonialen Besitz, wie oben gezeigt, unter Strömen von Blut erobert und Tausende von Existenzen und Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Wir Juden wollen eine friedliche Einwanderung, nicht mit Waffengewalt. Wir begnügen uns mit den Landstücken, die bisher kein Araber bebaut hat, mit Wüste, Fels, versumpften Gegenden. Und wenn vv.r gutes Land haben v/o.ien, so müssen wir dafür horrende Preise zahlen. An unserer Besitzergreifung hängt kein Blut und nicht ein bißchen Unrecht Das einzige Unrecht, das wir uns bisher zuschulden kommen ließen, war, daß Touristen eingewandert und nicht rückgewandert sind, nachdem sie in Palästina eine Existenzgefunden haben. Das ist unser ganzes Unrecht. Und wenn wir dieses Unrecht tun, so wird England es verstehen, denn; . auch, wir -sagen: «W r q n g„o,r, r i ,gh t m y c o u.n t. r y»! Rücksicht auf Machtverhälthlsse m Der Titel «Volk des Buches», den uns die alten Araber gaben, ist nicht nur in der Vergangenheit verdient. Auch heute, da das Recht des Stärkeren unter dünnem Kulturfirnis fast unbeschränkt. gehandhabt wird, gebärden wir unsj als ob göttliches Recht auf Erden herrschte, und berufen uns aut Recht und Moral, Als ob eilte machtvolle Autorität auf Erden da wäre, der wir die Verletzung des Rechtes nur zu beweisen hätten. Bekennen wir uns doch, daß die jüdische Gasse und der Durchschnittstypus des Juden bitterwenig real zu denken vefmag. Diesem Nachteil haben wir es zuzuschreiben, daß Juden über die Machtverhältnisse auf der Erdkugel so wenig Bescheid wissen und demzufolge b.t weltfremd urteilen und fordern. Begreiflich, daß im Jahre 1917 die Juden in kriegführenden und unter Kriegszensur. lebenden Ländern die Balfour-Deklaration als idealste Verwirklichung ihres historischen Rechtes auf Palästina begrüßten. England wurde um den Vorzug, den es sich durch die Balfour-Deklaration erworben hatte, bewundert und beneidet. Waren auch kri* tische Köple dä, di« me.nten, England hät.e «a u c h» ein Interesse daran, im strategisch wichtigen Palästina Juden zu haben, so überwog docli das anerkannte Verdienst ums Recht bedeutend. Durch dieses «Träwmen», Nichtverstehen und Mißverstehen der MachtverbäJtnisse wurden auf unserer Seite nicht wenige Böcke geschossen. Man sagt über den Engländer, er sage Bibel und denke Kattun. Kenner der englischen Mentalität versichern aber, dieses Urteil sei nicht ganz richtig. Er denke auch an die Bibel. Materielle Interessen mit moralischen Grundsätzen in Einklang zu bringen, ist eine Lebenskunst des Engländers, die durch kontinentale Völker bisher noch nicht begriffen wurde. Ebensowenig wie andere Staaten wird England auf die Vorteile, die ihm aus seiner Machtstellung erreichbar scheinen, verzichten, wird für sie immer eine moralische Basis finden, mehr noch, wird von der Gottgewolltheit und üottgefälligkeit der gegebenen Machtverhältnisse überzeugt sein. Statt in Rechtsgelehrtheit glänzen zu wollen, lerne die jüdische Öffentlichkeit zunächst mit de( Tatsache rechnen, daß von Gibraltar südlich und östlich das britische Weltreich seine Macht handhabt und daß auf dem größten Teil Hebräische Schule der Zion. Bezirkssektion Leopoldstadt II., Pratenstraße 13, Mezzanin Sonntag, 17. Dezember. 6 Uhr abends, im großen Saale der Sektion II, rraterstraße 13, Mezzanin; Kinder (hanukkah-Feier Reichhaltiges Programm Jeder Gesinnungsgenosse komme und bringe seine Kinder mit des afrikanischen und asiatischen Kontinents nicht viel , geschehen könnte, was gegen Englands Willen wäre. . Als Bringer öffentlicher und persönlicher Sicherheit und des Fortschrittes, wie man erkennen muß, als alter und tapferer Streiter für die Freiheit und Sicherheit der Meere verdient das englische Volk, das einen rechtschaffenen Willen hat, die Sympathie jedes billig denkenden Menschen. Auch der Wert der reichen Erfahrungen Englands, der Palästina zugute kommt, darf nicht unterschätzt werden. Verkeil rsstraßen und den Haifa-Hafen hätte auch eine andere Mandatarmacht nötig gefunden, aber den reichen Erfahrungen Englands ist das schnelle Zustandekommen dieser immensen Vorteile zu verdanken. Nachsicht mit menschlicher Unzulänglichkeit wäre bei uns, dem Bibelvolke, anr ehesten am Platze. Menschen werden immer mit menschlichen Schwächen behaftet sein, also auch die M-nschen, die das britische Weltreich regieren. Solche Einsicht wäre «her ein Grund, um unsere Bestrebungen auf gegebene Verhältnisse einzuötellen. Nur blinde Rechtsfanatiker könnten glauben, England würde die Balfour-Deklaration einzig im Sinne des historisch-jüdischen Rechtes handhaben, ohne Rücksicht auf eigene Vor- und Nachteile. Palästina ist nicht mehr die verwahrloste Verlassenschaft der satanischen Türkei. Der Kanonendonner des europäischen Krieges weckte Asien. Dieses Erwachen werde nicht verwechselt mit dem «Erwachen» eines europäischen Kulturvolkes in Bierhallen unter Hetzreden professioneller Demagogen. Die europäischen Völker, deren Horizont weiter reicht als der mittelalterliche Hader der Gilden, kennen bereits den großen Ernst des Erwachens Asiens. Während England beweist, diesen Ernst zu kennen, stecken unsere kleinen Wortführer manchmal noch in beschränkten kontinentalen Begriffen, sowohl betreffs Englands als Asiens, und verraten ihr Unverständnis für die gegebenen Größen- und Machtverhältnisse. Kurz: Unsere Stellung in Erez Israel erfordert ein stetes Berücksichtigen der gegebenen Mächtfaktoren. Nur sorgfältiges Steuern zwischen diesen Machtfaktoren wird Katastrophen verhüten, und jeder Fehler, auch durch nichtverantwortliche Personen begangen, kann Nachteile nach sich ziehen. Ungeachtet dieser Ansicht müssen wir selbstverständlich für die Durchsetzung unserer Rechte mit aller Energie eintreten. Auch der arabische Machtfaktor darf auf keinen Fall geringer eingeschätzt werden als der englische, und vor dem bequemen Ausweg des «Entwed«r — oder» oberflächlicher Kontinentalpolitiker kann nicht dringend genug gewarnt werden, Ueber gegebene Machtverhältnisse kann man sich in Genf ebensowenig beklagen wie über Luftströmungen. Das jüdische Befreiungswerk erfordert eine Harmonie zwischen englischen, arabischen und jüdischen Interessen. Die Kunst der jüdischen Führung wird auf Herstellung und Erhaltung dieser Harmonie gerichtet sein müssen. Jeder Fehler, nicht nur der Führer, könnte unseren ohnehin dornenvollen Weg. um Generationen verlängern. H. F#

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