Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 313 (14.12.1933)
- Date
- 1933-12-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sefte 8 DIE STIMM® Nr. 319 — 14. Dezember 1333 Bäcker, Fleischer, Spezialnäher, Sehreiner öder eaeh Kunstgewerbler erlangt man immerhin ziemlich rasch den Anschluß an seinen Berufs- und Wirkungskreis. Relativ günstig ist die Situation auch für die weiblichen Arbeitsuchenden, soweit sie gewillt sind, Stellungen in französischen Haushaltungen anzunehmen. Wenn sie über Sprachkenntnisse verfügen, kommen Äie oft auch als Korrespondentinnen und Bureauangestellte zu Arbeit und Verdienst. Bei näherer Betrachtung der Berufsstruktur fällt sofort die unverhältnismäßig große Anzahl von kaufmännischen Berufen auf. Bei vielen ist die Bezeichnung «Kaufmann* aber lediglich ein Deckmantel. Es sind diejenigen, die von wirklicher*kaufmännischer Tätigkeit nur eine ganz nebelhafte Vorstellung haben und im Grunde von ihren Gelegenheitsgeschäften lebten. Die Bezeichnung «Kaufmann* wurde schließlich gewählt, weil die bürgerliche Gesellschaft erstens an ein Berufsetikett beim Manne gewöhnt ist, und weil xweitens irgend etwa? im Paß stehen muß, was über die beru.liehen Qualitäten des Betreffenden eine gewisse Auskunft gibt. So entstanden die «Kaufleute*, die man nicht als solche werten kann und mit denen man nichts Rechtes anzufangen wP'ß. Doch auch für wirklich gelernte kaufmännische Angestellte ist eine Basis für ihre berufliche Entfaltung kaum vorhanden. Soweit sie einigermaßen französisch radebrechen können, versuchen sie es als Vertreter. Sie verkaufen Lebensrnittel und Bohnerwachs, Reinigungspräparate, Hosenträger,-Schnürsenkel, Bestecke und Rasierklingen. Sie versuchen es als Straßenverkäufer mit Krawatten und Herrensocken, sie geben sich Mühe und arbeiten gßnug, um auskommen zu können und dabei schrauben sie ihre Ansprüche auf das Mindestmaß herab. Oft genug erlebt man Dispute zwischen Wirten und Vertretern in den Restaurants, und sie enden nicht selten damit, daß der Wirt dem Vertreter ein paar Franken als Almosen anbietet, um ihn endlich loszuwerden. Mauschel Berlin, II. Dezember. Der Verband nationaldeutscber Juden, der unter der Leitung Dr. Max Naumanns steht, har a.i de o t-mst-he Regierung die Forderung gestellt, daß die Juden in Deutschland in Deutschjuden und Fremdjuden geteilt werden sollen. Die Dtutschjuden dürfen nicht so behandelt werden wie die Fremdjuden. Die Fremdjuden gehören unter das Freradenrecht in die Stellung der Staatenlosen. Sie müssen zu einem bestimmten Termin das Staatsgebiet Deutschlands verlassen. Dagegen müssen die Deutschjuden, die mit den Ideen Hitlers einverstanden sind, genau so behandelt werden wie die bodenständige deutsche Bevölkerung. Der Verband nationaldeutscher Juden erklärt wörtlich: «SA-Geist muß in uns hinein, die flammenden Takte des „Hohen- Friedberger-Marsches” müssen unserer Jugend Herzen entzünden, nicht näselnde Musiklaute. Keine Schwäche darf es mehr geben.* * Das ist wohl der Gipfel der Niedertracht und Verworfenheit. — Es scheint in Oesterreich politische Kreise zu geben, denen so ein Naumann als Vorspann für ihre Versuche, die Juden zu entrechten, in den Kram passen würde. Die Herren Pater Schmidt und andere mehr werden sich aber täuschen. Solche Lumpen wie Naumann haben wir in Oesterreich nicht. Alle Versuche, uns dazu zu bewegen, in eine Minderung unserer staatsbürgerlichen Rechte einzuwilligen, sind aussichtslos. Nach Kraltau, Lemtetg, Czernowitz und den Zwischenstationen führt unsere nächste Gesellschaftsreise zu einem Aufenthalt von 10 Tagen. Jede unserer Gesellschaftsreisen ist, dank der fürsorglichen Reiselcitung, eine Vergnügungsreise im wahren Sinne des Wortes. Nun laden wir Sie ein, Ihre Weihnachtsferien in den erwähnten Ländern zu verbringen. Sic reisen mit uns nicht nur billig, sondern auch bequem und ersparen sich die Scherereien mit der Paß- und Visabesorgung. — Reisedienst «Czernowitzer Allgemeine Zeitung*, L, Schulerstraße 1, Tel. R 21-6-78, und Foln. Verkehrsbüro «Francopol», III., Rennweg I, Tel. U 16-4-90. Anmeldungen nur noch wenige Tage, täglich von 9 big 18 Uhr. Die Jüdisch-ntcademische Verbindung «Ivria* zu Wien br.ngt hiermit zur Kenntnis, daß ihr li her Bb. 6. H. Hans Eu]eo Aller (IM am 9. d. M. plötzlich verschieden ist. Wir haben unseren teuren Toten am 10, d. M.?u Grabe getragen. n:mn F. d. Aktivitas: cand. med. Gustav Seitmann. F. d. Alt Herren-Verband: Dr. Karl Steiner. ChaJes-GedenkVeier der Wiener Kultusgemeinde Am 7. Dezember fand im Gemeindetempel eineTrauerandneht anläßlich der sechsten Wiederkehr des Todes unseres unvergeßlichen Oberra^biners Zwi Perez C h a j e s Statt, zu der die zionistischen Kultusvorsteher mit dem Präsidenten Dr. F r i e d m a n n an der Spitze erschienen waren. Die kantoralen Funktionen versahen die Oberkantoren Mattias und Fischer. Die Gedenkrede hie't der Herr Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, der eingangs seiner Rede hervorhob, wie sehr uns gerade in unserer jetzigen schweren feit der verewigte Oberrabbiner Dr. Chajes fehlt. Dann entrollte Dr. Feuchtwang in formvollendeter Rede das Charakterbild seines Vorgängers, den er als prachtvollen Menschen und Führer und als Vorbild des Kämpfers für die Regeneration des jüdischen Volkes pries. Er gedachte insbesondere der tiefen Religiosität des Verewigten, seiner schöpferischen Arbeit für Erez Israel und seiner Vorsorge für die jüdische Jugend. Schließlich erinnerte der Redner daran, daß die Wiener Juden die sittliche Pflicht haben, die größte Schöpfung seines Vorgängers, das hebräische Chajes-Realgymnasium, zu erhalten, dessen Wichtigkeit, seinerzeit nur von wenigen Juden erkannt, heute Gemeingut weiter jüdischer Kreise sei. Die Rede des Herrn Oberrabbiners machte auf die Zuhörer, die den Tempel bis auf den letzten Platz füllten, tiefen Eindruck. Nach der Rede sprach der Herr Oberrabbiner, der zu Beginn des Gottesdienstes das Jahrzeitlioht entzündet hatte, das Kaddischgebet. / Eine Tempelpredigt In hebräischer Sprache Anläßlich des Einweihungsfestes (Hanukah) hält Herr Rabbiner Professor Dr. B. Murmelstein im Klucky- Tempel, XX., KluCkygasse 13, am Freitag, den 15. Dezember 1933, %5 Uhr abends die Festpredigt in hebräischer Sprache. Wir begrüßen mit großer Genugtuung diesen in der Geschichte des jüdischen Gottesdienstes in Wien zum erstenmal sich ereignenden FalL % Die Histadruth Iwrith ersucht alle ihre Mitglieder und insbesondere die hebräisch sprechende Jugend, bei dieser Predigt zahlreich zu erscheinen. Die Arbeit des Keren Kaie* meth Ela neues Sammelmittel: Sefer Hajeled — das Kinderbuch Das Hauptbureau des Keren Kajemeth hat neben dem Goldbuch ein neues Buch eingeführt: das Kinderbuch. In dasselbe können ajle auf das Leben von Kindern ber zügliöhen Vorkommnisse, von der Geburt bis zur Bar Mizwah, eingetragen werden. Für jede Eintragung erhält der Eingetragene ein herrliches, in leuchtenden Farben hergestelltes Diplom direkt aus Jerusalem. Die Kosten der Eintragung betragen 2 Pfund; Nach den guten Erfahrungen, die man mit diesem Buch in einigen Ländern bereits gemacht hat, hat sich das Hauptbureau des Keren Kajemeth entschlossen, dieses Buch für die ganze Welt einzuführen. Ein Muster dieses Diploms erliegt im Keren-Kajemetb-Bureau, I., Kämtnerstraße 28. Dezember-Büchaenleertmg des Keren Kajemeth Die Dezember-Bücbsenlefcrung findet in der Zeit vom 17. bis 31. Dezember 1933 statt Die Gruppen holen sich das Leerungsmaterial am Sonntag, den 17. d. M., im Bureau des Keren Kajemeth ab. Die Büchseninhaber werden gebeten, die Vorweisung der Legitimation zu verlangen; die Mitarbeiter werden aufgefordert, diese von selbst vorzuweisen. Das Leeren an Sabbathen, jüdischen Feiertagen sowie an den späten Nachmittagen der Vortage ist absolut unstatthaft Silbernes Buch des Keren Kajemeth Fritz F i « c b 1 — durch Makkabi Hatair — Brith Zifenu (Nr. 194); Juda Glücklich, anläßlich seiner Alija durch Makkabi Haaaif -** Brith Zirenu (Nr. 195); Frau Frieda Appenzeller durch «Wizo» Vl./VII. (Nr. 196). Goldbucb det Frauengruppe Vl./VII, Die Frauengruppe Vl./VII. hat beschlossen, eine Goldhucheintragung auf eigenen Namen durchritführCn. Der erste Betrag ist bereits beim Keren Kajemeth erlegt worden. Chajes-GymnosJum-Gartcn Für diesen Garten ist weiters der Betrag von 5 <53-—*, insgesamt sind bisher S 359.07 eingegangen. BüchscnaufsteilungsakUon des Jugendbundes Makkabi Hazair—Brith Zirenu Der «Makkabi Hazair—Brith Zirenu» hat ifn Zuge einer speziell von ihm durchgeführteh BüchSenauf$te|lungsaktion bisher neue 1Q8 Büchsen aufgestellt Die Aktien wird noch fortgesetzt Keren-Kajemeth-Verachlußmarkep Wir machen darauf aufmerksam, daß im Keren Kajer meth verschiedenartige Verschlußmarken für Briefe zu erhalten sind: Landschaftsmarken- Herzl-, Arlpsoroff», BiaMk- Marken usw. Preis pro Marke 5 Groschen- VOLKSBILDUNGSVEREIN «JÜDISCHES V0LK&I21M» —g'-1' " ■ 1 » ■■) ■■jü ■!■.! ■!■■'■ ‘“■■I——www—1"_ Mittwoch, den 20. Dezember, 20 Uhr# iffl Theater«*! des Hotel Post, I. Fleischmarkt: Chorkonzert Janigun* Programm : Heitere jüdische Volkslieder, Solodarbietungen von Mitgliedern des «Hanigun*. Karten: Jüd. VoL’cähe'm. I!., Bhimauergasse l: ßudhhandlung Moses Ra-lh, II. Taborstraße 20: Keren Kajemeth, I., Kämtnerstraße 2S; Buchhandlung t&nyi, I. Kärntncrstr. 4. Gebrauchte Marken Wir bitten alle Gesinnungsgenossen, uns gebrauchte Marken zur Verfügung zu stellen, da wir für dieselben entsprechende Verwendung haben. Histadruth Iwrith: Hebräische Predigt fm «Tempel Afft Freitag, den 15. Dezember, pünktlich 4.45 Uhr nachmittags, hält Herr Rabbiner Prof. Dr. B. MurmelsMn int Klucky* Tempel (XX., Kluckygasse 13) die Chanukkah-Fest^'cdiig't in hebräischer Sprache. Alle Hebräer werden aufgefordert, pünktlich zu erscheinen. «Chag.'gath-Chanukkah» der Histadruth Iwrith. Samstag, den 16. Dezember, pünktlich 8.15 Uhr abends, im Saate der «Stamslauer», II. Praterstraße 1L I. Stock: «Chaglgath-Chanukkah. Hanoem: Rabb. Dr. M. Zucker; Swnrab: Hilda Duützkaja. Seminare der Histadruth. 18.3Ö Uhr (II., Praters tf. II): Seminar für neuhebrälsche Literatur (Auerbach): 1930Uhr: Seminar für Mischnafa und Agadah (Rabb. Dr. Zicker). Hebräischlernende, Eltern, Schul, und Kursleiter wen* den sich immer bei jedem Bedarf (schriftl'ch) nur an den Hebräischlehrerverband der Histadruth Iwrith, I., Bräuner- Straße 7/10. Oneg Sabbath der Histadruth für die Jugend. Samstag, den 16. d. M., 4 Uhr nachmittags, im Saale der Mirjam, I., Jordangasse ’t: Oncg Sabbath für d:e bcbräischlerhsnde Jugend. Vortragende: Dr. Tartakower, Merlen u. a. Gesang. «Hachnusa3 Kaltt», Brautmissirrtunfrsvercdn für indische Waisenmädöhen, veranstaltete am 2. Dezember im Festsaal des Hotel Continental eine WoMtütigkeltsakademis mit Tana, die einen glänzenden Verlauf nahm. Mlfal-Arlosoroff-Hietzlng! De Arlosoroff-Akticn wird am 14. d. M. in Hietzing offiziell abgeschlossen. Die“ verehrten Sammlerinnen und Sammler werden höfl. ersucht, unbedingt am Donnerstag, den 14 d. M., in den Klubräunten d:ts Cafö H'etzingerhof zu erscheinen und Herrn Roth die , Sammelbögen zu übergeben und die gesammelten Beträge ziu verrechnen. Kinder- Chanukkah-Fest der «Wlzo-Hletzlng». ßönntag, den 17. d. M., hadb 3 Uhr nachmittags, veranstaltet df$ «Wizo-Hietzing» ein Kinder-Chamikkah-Fest. Für reichhaltiges Programm und Geschenke für alle Kinder ist vorgesorgt.. Der Nachmittag wird den Kindern und Eltern in angenehmer Erinnerung bleiben. Biet zu? er E't‘»rn, kommt mit euren Kindern zum Kmder-Chanukkaih-Feat! ■ Der Verband der Sabbathfreunde «Schomre Schabbös», Wien, II., Leopoldsgas.se 16, bittet in Vormerkung zu nehmen, daßi seine, neue Telephonnummer A 46-0-15 lautet. Die Organisation Hecha'uz veranstaltet ln der ersten : Jännerhälfte 1934 rnen 14täglgfen, praktischen Ausbildung*- kurs für Geflilgdzücktor, geleitet von einem langjährigen Fachmann. Vormerkungen schriftlich an die Organisation, . Hechaluz, Wien, XX., Kluckygasse 7. Jüdischer AngCstelltenverband «Emunäh», Wien, I. Satzgries 14. Samstag, den 16. d. M., 8 Uhr abends. Vortrag des Kollegen Otto Wiesner: Betätigungsmöglichkeiten im Exportgeschäfte nach Südosr- Asien sowie Süd- und Ost-Afrika. — Sopnt a g, den 17. d. M., 8 Uhr abends, in T o n e 11 o s Feäts&en, * II., Liüenbrunngasse 2: Groß;* Chnnukkah-Fe i e r unter freundlicher Mitwirkung von Oberkantor Müller, Anny und Piroska G o i t e i n (Viol'ue), Josef Feuer (Gesang)* Tanzgruppe NeHy Spiel mann, Erich Löwv (Heiter.®) und anschließend Tanz (Jazz The City Boys). Karten zu $1,20 sind noch im Verbandsheim, I., Salzgries 14, abends zwischen 7 und 9 Uhr, erhältlich. Wir machen unsere gesch. Leser auf das Inserat der Elektro-Radio-Material-Firma J. Hahn, IX., Wasagasse 12, aufmerksam. Die Firma Hahn hat sich bereit erklärt 5 Prozent vom jeweiligen Kaufbetrag an jüdische Institutionen, je nach Wahl des Käufers, abzuführen. Bei Tonello gastieren am Silvesterabend emigriert« deutsche Künstler. Direktor J. Henenfeld (Franktujt) mfi Ensemble. Entree S 6.— inklusive Abendbrot. An dpr Abendkasse S 7.—. 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