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Die Stimme · 1933-12-14 · Heft 313 (14.12.1933) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 313 (14.12.1933)
Date
1933-12-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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»r im Wr. ms - u n, STIMME % \ hr**i T 2nm Purim-Karneval naih Tcl-Aviv? mit der „CONTC DI 8AVOIA“, 21. Februar 1934, durch das Offizielle Prooag?ndabiiro der Stedtaemeinde Tet-Aviv Für Organisatisnen und Vereine Sonderbedingungen! Nächste Palästina-Reise am 19. Dezember 1933 Reisebüro Compass Tours. Wie--. IX.. Soitalgasse 3. Tel. 8-42*5*38 Völkerbundkrise und Zionismus 1 Der Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund zeitigt Folgen, an denen wir Zionisten nicht achtlos vorübergehen dürfen. Schon verlangt Italien eine Reform des Völkerbundpaktes und Revisionen, die von der einen Seite verlangt werden, ziehen erfahrungsgemäß Revisionswünsche von der anderen Seite nach sich. Wir müssen uns darüber klar sein, daß der Völkerbund, die größte Schöpfung Wilsons, den Ideen seines Schöpfers nicht gerecht wird. Wilson ist in Paris unterlegen und es zeigt sich immer mehr, daß die verschiedenen Großmächte im Völkerbund nur ein Instrument zur Durchsetzung ihrer imperialistischen Ziele sehen. Die kleinen Staaten kämpfen schwer gegen die erdrückende Position der Großmächte und in der Frage der Minoritäten hat der Völkerbund bisher nur magere Resultate gezeitigt. Außerdem hat der Völkerbund durch sein Versagen im chinesisch-japanischen Konflikt einen schweren Echec erlitten. Aber alle diese bedauerlichen Ergebnisse sprechen nicht gegen den Völkerbund, sondern für ihn. Ist es ihm doch schon gelungen, internationale Konfiagrationcn zu verhindern. Auch auf anderen Gebieten hat der Völkerbund ersprießlich gearbeitet. Wir erwähnen z. B. nur den Vertrag von Locarno, die Schaffung des internationalen Arbeitsamtes und des internationalen Wechselrechtes, die Petition Bernheim und die Schaffung des Kommissariats für die deutschen Flüchtlinge. Leider ist das jüdische Volk noch nicht Mitglied des Völkerbundes, wie dies Prof. Weizmann kürzlich verlangte. Auch in der Mandatskommission, der wir Zionisten, viel zu verdanken haben, sind wir noch kein Faktor, der England in seiner Eigenschaft als Mandatar- . macht gleichberechtigt ist. . ■ v - Es ist heute noch nicht zu übersehen, wohin die Entwicklung führen wird, und ob es überhaupt zu einer Revision des Völkerbundpaktes kommen wird. Sicher ist eines: Die Sprengung des Völkerbundes oder seine faktische Ausschaltung durch Allianzen verschiedener Großmächte würde über kurz oder lang die Gefahr eines neuen Weltkrieges mit unübersehbaren Folgen heraufbeschwören. Aber auch die Frage einer Revision des Völkerbundpaktes birgt für uns Gefahrenmomente. Beruht doch das Palästina-Mandat auf dem Völkerbundpakt. Die Revision dieses Paktes sowie schon eine Revision gewisser Friedensverträge könnte das Fundament des Palästina-Mandats tangieren. Es ist gewiß kein Zufall, daß England gerade in dem Zeitpunkte, in dem die Autorität des Völkerbundes erschüttert ist, durch die Beschränkungen der Einwanderung und durch die beabsichtigte Einführung des Gesetzgebenden Rates seinen, dem Völkerbund und dem jüdischen Volke gegenüber übernommenen Verpflichtungen Hohn spricht. Alle Radioapparate modernste l ypen, stets lagernd bei ). HAHN. Wien, IX. Wasagasse 12, Tel. A lß-5-20 Serie Günstige Teilzahlungslconditionen. Kostenlose Vorführung in Ihrem Heim. Günstige Uelegenheitskäufe. 5 Prozent des Kautwertes gebe ich zugunsten jüdischer Institutionen nach Wahl des Käufers ab. Provinz- und Auslandversand. Schon diese nur flüchtig skizzierten Erwägungen beleuchten die Völkerbundkrise in ihren möglichen Auswirkungen für das jüdische Volk. Aber nichts wäre schädlicher als Nervosität oder Uebertreibungen zu einer Zeit, in der die voraussichtliche Entwicklung noch nicht erkennbar ist. Wenn wir den bisherigen Verlauf der Dinge betrachten, werden wir finden, daß die Uneinigkeit der Großmächte für uns auch eine gute Seite hat. Keine Großmacht wird es zulassen, daß England Palästina als 7. Dominion annektiert. Denn Palästina ist die Schlüsselstellung für den nahen und-mittleren Orient, Außerdem gibt es eine Macht, die Garantin unserer Rechte auf Palästina ist. Drfs sind die Vereinigten Staaten von Amerika, die dem Völkerbünde nicht angehören und nie angehört haben. Auch die Erkenntnis, daß die Lösung der Judenfrage in Palästina im Interesse aller Völker liegt und unsere immerhin schon starke Position in Palästina, sind Machtfaktoren, die bei der kommenden internationalen Diskussion als jüdische Aktiven zu werten sind. Dazu kommt noch — last but not least — unser unerschütterlicher Wille, Palästina unter allen Bedingungen aufzubauen, es unter keinen Umständen preiszugeben und es auch nicht zu einem Schacherobjekt rivalisierender Staaten degradieren zu lassen. Caveant consules! PALÄSTINA mit den vorzüglichen, großen Salonschiffen der direkten Eillinie Triest-J affe des Lloyd'Trieslino Abfahrten jeden Mittwoch um 13 Uhr ferner Luxuseillinien nach Athen, Istanbul, Alexandrien, Bombay, Ceylon, Singapore, Shanghai Schnellste Schiffe — Höchster Komfort ABSüttntte: uavü Triesiino. Wien. I., Hirninerring 6 Tel, U 47-5-60 Pressekonferenz der Exekutive in London Bei einer Pressekonferenz der Exekutive führte Professor Brodetsky u. a. aus: Was die Frage einer Relation zwischen der In einzelnen Ländern sich verschärfenden Judennot und der Palästina* Einwanderung betreffe, so habe der Außenminister vor einiger Zeit im Unterhaus die Erleichterung jfidl* scher Einwanderung kl diesem Zusammenhang afl* gekündigt, woraus hervorgehe, daß die Regierung eine gewisse Verknüpfung der, beiden Fragen anerkannte. Der RESf/MIRANI TONEILO Kl. An mttpr rahpiriniftlorikedtae . NOKM -aLKOST MENÜ löi) u. 2*- Im ABONNEMENT , . 1*35 u. 180 Alle Ar.en Diät kost — Vegeta ische und Rohkost HBoemiinei simsiag.it. november High Commissioner dagegen habe eine Erklärung in völlig entgegengesetztem Sinne absegeben. Die Exekutive sei der Auffassung, daß ein wichtiger Zusammenhang zwischen den beiden Fragen besteht. Sie habe in dieser Hin* sicht sowohl in Gen {"als auch in London und J e r u s a* 1 e m Schritte unternommen und habe in Genf allgemein* Zustimmung für ihren Standpunkt gefunden. «Wir bleiben,» erklärte Professor Brodetsky, «auf dem Boden des Grundsatzes der Auf* nahmefähigkeit, und wir sind der Meinung, daß dieser Grundsatz gerade in einer Zeit eingehalten werden muß,, in der die Lage der Juden in der Welt so ernst ist wie heute. Tatsache ist, daß die Grenze der Aufnahme* fähigkeit auch annähernd noch nicht erreicht wurde und daß der Arbeitermangel immer stärker fühlbar wird. Wir halten es auch für die Pflicht der Regierung,, die ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur Erhöhung der Aufnahmefähigkeit des Landes zu verwenden. Zu diesem Zwecke sollte, da sich dies als notwendig rechtfertigen läßt, eine Anleihe aufgenommen werden.» 99 DIE „STIMME MELDET: Ansiedlung von 300.000 Juden in der Türkei — ein Märchen Paris. Seitens der Jewish Colonisation Association wird der J. T. A. mJtgetei.t, daß die Zeitungsmeldungen über Verhandlungen der J. C. A. mit der türkischen Regierung wegen Anslediung von 300.000 Juden ln der Türkei jeder Grundlage entbehren. „Raschl*Tor“ ist Worms soll den Namen eines Jitdenhetzers tragen Worms, ln der Wormser «Volkszeitung» fordert der nationalsozialistische Presse wart von Worms-West, daß das vor vielen Jahrzehnten nach dem großen Bibel- und Taltnud- Kommentator R a s c h i benannte St a d 11 o r künftighin den Namen von Klaus Selzner tragen soll, da dieser sich schon «vor Jahren gegen den Judengeist in Worms gewandt hatte». Polizei und Liberale verhindern die Einreichung Jüdischer Wahllisten Bukarest. Der Generalsekretär der Jüdischen Reichspartei Dr. Michael Landau übermittelte dem Ministerpräsident«! Duca einen Protest gegen die Behinderung der Einreichung der Kandidatenliste der Jüdischen Reichspartei durch die Polizei und durch Mitglieder der liberalen Regierungspartei ln mehreren Bezirken, ln der gleichen Sache sprach Landau beim Unterstaatssekretär jamandi vor. Im Gerichtsgebäude von Botoschani überfielen . Mit* glieder der liberalen Regierungspartei die Mitglieder des Wahlkomitees der Jüdischen Reichspartei, die erschienen waren, um die Liste der Jüdischen Reichspartei anzumelden. Mit schwerer Mühe gelang es dem Advokaten RohrÜch, die Liste dem Gerichtspräsidenten zu überreichen. Als die Mitglieder des jüdischen Wahlkomitces das Gerichtsgebäude verließen, wurden sie von den Liberalen seuwer verprügelt. Auslösung der „Eisernen Garde“ auf Befehl des Königs Bukarest. Die Auflösung der vom Radauantisemiten Zelea Codreanu geschaffenen «Eisernen Garde» ist nunmehr erfolgt Wie amtlich mitgeteilt wird, wurden sämtliche Lokalitäten der «Eisernen Garde» ln Bukarest und der Provinz gesperrt, die Archive beschlagnahmt, die Verwendung der Ab* Zeichen, Uniformen und Fahnen verboten. Sämtliche Versammlungen und Umzüge, deren Ziel eine Wiederherstellung der verbotenen Organisation bt, sind strengstens untersagt Die vom Reisebureau «Marienbrücke» veranstaltete Polen-Reise ist programmäßig am 10. Dezember d J, abgefertigt worden, wobei die exakte, reibungslose Durchführung allgemein auffiel. Anmeldungen zu dem am Samstag, den 23. d. M., 10 Uhr abends, abgehenden Polen-Zug nur noch wenige Tage im Reisebureau «Marienbrücke», I., Rotenturmstraße 26, Tel. R 24-2-86 und R 24-2-87. Melden Sie sich also raschest! Die diesiährige Makkabäerfeier des Zionistischen Landeskomitees findet Samstag, den 16.’ Dezember, im Militärkasino (Schwarzenbergplatz) statt Festredner: Dr« Desider Friedmann, Präsident der Wiener Kultussemeinde

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