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Die Stimme · 1933-11-23 · Heft 310 (23.11.1933) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 310 (23.11.1933)
Date
1933-11-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIB STIMME Nr. 310 — 23. November 1933 grationsnot der breiten jüdischen Massen, vor allem die Katastrophe des deutschen Judentums, in Betracht und sie erstreben die Schaffung eines Jüdischen Nationafhdms in Palästina als ein Werk von großem Umfang, in dem sich die Schöpferkraft des jüdischen Geistes dokumentiert Die erste Methode ist — mit kleinen zeitweiligen Abweichungen — die der Mandatarmacht, die zweite die der Jewish Agency. Diese zwei Anschauungen liegen in ständigem Kampf miteinander, dies unbeschadet der prinzipiellen Kooperation von Jewish Agency und Palästinaregierung. Ueberflüssig, zu bemerken, daß die Jewish Agency mit unbeirrbarer Entschlossenheit und Energie an ihrer Methode festhält und diese in zahlreichen Memoranden und Berichten an die Mandatsregierung und an den Völkerbund verteidigt. Wir erstrebten die Uebernahme des Einwanderungsressorts auf unsere eigene Verantwortung und haben wieder- \ CSk Österreichs älteste Kinderwagenfabrlk m pram.” m. C 1A* d r P r s» - R o d b I k e r Fabrik, VII. NrnhiocaiM II. holt diesbezügliche Vorschläge gemacht. Unser Partner aui der Regierungsseite ging bis jetzt darauf nicht ein. Dennoch glauben wir, daß unsere Konzeption siegen wird, wir werden die jetzige Krisis ebenso überwinden, wie wir über die bisherigen Schwierigkeiten hinweggekommen sind: durch energische und gleichzeitig vernünftige Verteidigung unserer liberalen Methode gegenüber Mandatarmacht und Völkerbund. Wir sind, fuhr Präsident Sokolow fort, jederzeit zu einer vernünftigen Verständigung mit den Arabern bereit, aber unser Rochef de Bronce ist und Kelbt das Mandat, dessen logischer Schluß das Jüdische Natfonäfftelm ist Wir wollen Frieden, Ehre und Sicherheit; Schutz unserer materiellen und geistigen Interessen. Wir sind überzeugt, daß ungeachtet der Proteste gewisser arabischer Kreise gegen jüdische Einwanderung die Mehrheit der arabischen Bevölkerung die Bedeutung jüdischer Arbeit und jüdischen Kapitals für die Entwicklung des Landes zu würdigen weiß; diese Bevöikerungsmehrheit wird sich noch mit uns zu harmonischer Zusammenarbeit verbinden. Zur Frage einer Zusammenarbeit mit den oppositionellen Gruppen innerhalb der Zionistischen Organisation erklärte Präsident Sokolow; Ich zweifle nicht, daß unbeschadet der momentanen Mißverständnisse die oppositionellen Gruppen mit der Exekutive positiv Zusammenarbeiten werden. Bei der heutigen Lage unseres Volkes wird keine zionistische Partei, die ernst genommen werden will, längere Zeit der zionistischen Arbeit fernstehen und dio DiszipJin der Bewegung brechen wollen. Die Führer der Opposition werden einsehen, daß der e i n z i g e W e g, der für sie offen steht, der der Zusammenarbeit und der Disziplin ist. Je eher sie zu dieser Einsicht kommen, um so besser für die ganze Bewegung wie für die oppositionellen Qruppen selbst. blert hat als die Regierung für möglich gehalten hat und daß die Einwanderung die Grenze der Aufnahmefähigkeit des Lahdes noch nicht erreicht hat Es wird Aufgabe der Exekutive sein, diesen Grundsatz der Aufnahmefähigkeit nachdrücklich festzulegen. Er allein darf für die Regelung der jüdischen Einwanderung nach Palästina in Betracht kommen. Die jüdische Einwanderung muß auf den Möglichkeiten basieren, die die Juden selbst im Lande schaffen. Wir müssen den Grundsatz aufrechterhalten, daß diese Möglichkeiten von Juden für andere Juden geschaffen werden, die noch nicht ln Palästina sind, und sonst für niemanden. Die Paläs Umfrage berührt unsere Gesamtsteüung als Volk. Das ist der Grund, warum ich so viel Wert auf die Prärogative der Jewish Agency lege. Die Anerkennung der Tatsache, daß Palästina nicht eine bloß die palästinensische Judenheit, sondern die Gesamtjudenheit betreffende Angelegenheit ist, bildet einen der wertvollsten Punkte des Mandates. Wenn auch Boden und Einwanderung natürlicherweise wichtig sind, so ist das Jüdische Natlonalheim für mich doch mehr noch als Boden und Einwanderung. Es bedeutet den kollektiven jüdischen Anspruch auf ein eigenes Nationailieim. Unter diesem Gesichtspunkt tritt die Exekutive an alle Palästina betreffenden Probleme heran. Wir müssen unsere Probleme im Lichte des Status des Jüdischen Volkes, das auf Palästina Anspruch hat, und des Status der palästinensischen Judenheit, die auf eine bestimmte nationalpolitisohe Stellung Anspruch hat, sehen. Ennanderungsneschranhung im uiüerteruci zu Manlai und immm-m J e r u s a 1 e m. Ein soeben herausgegebenes Regierung*- kommuniqug gibt ein Gespräch zwischen dem High Commissloner Sir Arthur Wauchope und sechs Ihn besuchenden arabischen Bürgermeistern, die gegen «unerlaubte jüdische Einwanderung» Beschwerde führten, wider. Danach behauptete der Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey N a s h ashlbi, daß zahlreiche Juden als «Kapitalisten» ins Land kommen, ohne die vorgeschriebene Summe von 1000 Pfund wirklich zu besitzen; diese Einwanderer geben das Geld einer dem anderen weiter und erschleichen sich auf diese betrügerische Welse die Zertifikate. Es sei auch nicht wahr, daß es keine jüdische Arbeitslosigkeit gibt; es herrschen im Gegenteil unter den Juden Arbeitslosigkeit und Not Nasha- Shibi forderte eine das Volk repräsentierende Regierung, die die Einwanderung stoppen wird, ln dem gleichen Sinne sprachen die Bürgermeister von Nablus, Haifa und Ramleh. Sir Arthur Wauchope erwiderte, die Regierung erstrebe die allmähliche Eliminierung unerlaubter Einwanderung und habe neun Maßnahmen' In dieser Hinsicht ergfiffeit, nämlich: Ausweisung, Geldstrafen, Gefängnis, Einziehung der hinterlegten Kauticmvön 6fr- Pfund, Pflicht zum Vorzeigen von RückreisebÜlctten, Beschränkung ln der Zulassung von London. In einem im Anglo Paiestine Club gehaltenen Vortrag erklärte das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Dr. Selig Brodetsky, daß die von der Jewish Agency durchgeführten Untersuchungen über die jeweilige Aufnahmefähigkeit Palästinas sich als zuverlässiger ^-wiesen haben als die Berechnungen der Regierung. Es ist eine unbezweifelbare Tatsache, führte Professor Brodetsky aus, daß die jüdische Einwanderung die Ursache des hohen Aufschwunges ist, der Palästina von seinen Nachbarländern unterscheidet Trotzdem wurde zu gesetzlichen Gegenmaßnahmen, insbesondere auf dem Gebiete des Bodenkaufs, gegriffen. Jahrelang wurde das Märchen verbreitet, die jüdische Arbeit in Palästina Untergrabe die Stellung der Araber. Dies ungeachtet der Tatsache, daß die arabische Bevölkerung seit 1922 in einem die Gesamtzahl der heutigen Jüdischen Bevölkerung Palästinas übersteigenden Maß sich vermehrt hat, ja, trotz auch der weiteren Tatsache, daß die Zunahme der landwirtschaftlich tätigen arabischen Bevölkerung zahlenmäßig größer ist qls die gesamte landwirtschaftlich tätige jüdische Bevölkerung., Diese starke Zunahme der arab:schen Bevölkerung ist vor allem auf unsere Arbeit in Palästina zurückzuführen. Wir haben Palästina einerseits gesünder gemacht, anderseits hat die wirtschaftliche Prosperität, die wir in Palästina geschaffen hahen. dieses Land zu einem magnetischen Anziehungspunkt für die Araber des gesamten Nahen Ostens gemacht. Die Seefeld, Tirol (1200 im) hervorragendster Wintersportplatz u. Höhenluitkurort, das Sonucnparadies für Kinder, jede Art Wintersport. «Schneesicher». 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Wenn Sir Arthur Wauchope seine Vorsicht bei der Festsetzung der Einwandererzahlen damit erklärt, daß ein Rückschlag tausende aus ihrer Arbeit werfen könne, so hat demgegenüber die Erfahrung der letzten drei Jahre gezeigt, daß die Berechnungen der Jewish Agency keineswegs radikal,-sondern konservativ!. wärert; . indem bisher, tmrtin Menschen absorbiert werden konnten als die von der Jewish Agency beanspruchte Zahl Zertifikate. Arabereinwanderung nach Palästina war in den letzten Jahren besonders stark. Naoh den palästinensischen Gesetzen können Araber aus Transjordanien ohne Paß und ohne vorherige Erlangung einer Erlaubnis hach Palästina kommen. In den nächsten zwei Jahren wird die Frage der Bodenpolitik die Exekutive in erster Reihe beschäftigen. Aber das schwierigste Problem ist das der Einwanderung. Eine Quote von 5500 Zertifikaten für das nächste Halbjahr wird von jedermann als unzureichend und unbefriedigend erachtet werden, besonders, wenn mau sie mit der Zahl der von uns nach sorgfältigster Untersuchung der Aufnahmefähigkeit des Landes angeforderten Zertifikate vergleicht Diese , Kürzung hat eine sehr ernste Situation geschaffen, die durch die Anschneidung der Frage der Illegalen Einwanderung noch weiter kompliziert wurde. Diese Maßnahmen betreffen nicht so sehr Jene Juden, die auf iliägaiem Wege nach Palä- ■ stina kommen — ihre Zahl ist ganz unbedeutend — als diei jenigen, die legal, als Touristen, ins Land kommen und sich dann dort niederlassen: ein durchaus rechtmäßiger Vorgang. > Die Exekutive kann mit Recht sagen, daß Palästina mit Erfolg eine größere Zahl von Juden absor- Zum Schluß wandte sich Dr. Brodetsky gegen die Versuche, die Arbeit der Exekutive zu stören. Die Jewish Agency sei eine international anerkannte jüdische Vertretung. Diese Anerkennung der nationaijüdischen Einheit müsse als die bedeutendste jüdische Errungenschaft seit Jahrhunderten behütet werden. Die Stellung der Agency untergraben, bedeute daher, eine der wichtigsten jüdischen Stellungen untergraben. Trotzdem werde der Versuch ..gemacht, die wichtigsten Prärogativen der Agency zu verletzen, ihr in den Rücken zu fallen und die Einigkeit der Judenheit Palästinas zu zerstören. Sitzungen der Zionistischen Exekutive London, 17. November 1033. In den Tagen vom 7. bis 14. November hielt die Londoner Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency in Anwesenheit der Herren Prof. S. Brodetsk y, L Grün bäum, Dr. V. Jacobson und B. Locker mehrere Sitzungen ab, die sich mit den aktuellen inneren und äußeren Fragen der Bewegung befaßten. Es wurde eine Reihe von Beschlüssen zur politischen« Lage sowie Über bevorstehende Maßnahmen auf organisatorischem Gebiete, die sich aus der Ausführung der Beschlüsse des XVlll. Kongresses ergeben, gefußt. Diese Maßnahmen beziehen sich insbesondere auf die baldige Einleitung einer Sohekelaktion, die Stärkung des Kontaktes mit den zionistischen Verbänden, die Einrichtung einer hebräischen Abteilung und eines Presseamtes und die Sicherung der Einheit und Aktionsfähigkeit der Zionistischen Organisation gegenüber Versuchen destruktiven Wirkens. Mit der Paiästinaexekutive sowie mit dem Präsidenten der Organisation, Herrn Sokolow, welcher durch seine Reise* Verpflichtungen an der rechtzeitigen Rückkehr nach London verhindert war, ist auf brieflichem und telegraphischem Wegs ein Meinungsaustausch gepflogen worden. Die Sitzungen mußten am 8. und 9. November unterbrochen werden, um den Herren Grünbaum und Locker die Teilnahme am Begräbnis des Vorsitzenden des Aktionskomitees, Leo Motzk 1 n, in Paris zu ermöglichen. Revisionisten demonstrieren vor dem englischen Konsulat ln Warschau Warschau. Mehrere hundert Mitglieder der Jabotinsky- Fronten Brith Hechajal und Brith Trumpeldor demonstrierten vordem englischen Konsulat in Warschau gegen die Einwanderungspolitik der Palästinaregier u n g. Polizei zerstreute die Demonstranten und verhaftete einige von ihnen. ' in ParlaaenL — KMuntM1 sieht biiuer nun cnmissiooer London. Auf eine frage von Colonel Wedgvyood, betreffend die SIcherhedt in Palästina, erklärte der Kolonienminister Sir Philip Cunllffe-Lister im Unte.haus: Ich bin überzeugt, daß der High Commlssioner affe erforderlichen Schritte ergreifen wird, um eine Wiederholung der Unruhen, wie sie vor kurzem in Palästina stattfanden, zu verhüten. Wedgwood fragte weiter, ob der Kolonienminister wisse, daß die arabischen Gewaltakte von gewissen Personen inspiriert waren, die sich hierzu der Gelder des Wakf bedienten. (Wakf bedeutet: Verwaltung des Moslem-Reilglonsfonds, die von dem vom Großmufti geleiteten Obersten Rat der Moslems gehandhabt wird.) Sir Philipp erwiderte, er habe kehle Grundlage für eine solche Annahme. Wedgwood wollte nun wissen, ob der Kolonienminister Beweise dafür habe, daß die Agitation von den Effendis inspiriert wurde. Der Kolonienminister erwiderte: Colonel Wedgwood deutete an, daß die Unruhen vom Wakf angestiftet wurden. Bevor ich antwortete, habe ich mich mit dem High Commlssioner in Verbindung gesetzt; und ich habe geantwortet. Die Schätzungen der Jewish Agency zuverlässiger, als die der Regierung II Nifal Ar.osoi off tieißi Neukolonisation! II D9C

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