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Die Stimme · 1933-11-16 · Heft 309 (16.11.1933) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 309 (16.11.1933)
Date
1933-11-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Mt STIMME tff. 308 — 9. November 1933 Seife f RAX (2009 m) 0TI0HA115 Pächter: Preisen. Pttchtfcr: Camillo Kronlch 100 Betten, ZentralhcizunK. stämliit Skikursc, Skiverlelhung, Pension ab S 8.—. Ocffentliche Fernsprcchstcllc Reichenau Ottohaui, Postamt Hlrichwam, N.-Oe. Camillo Kronlch. — Skikurse, Skivcrleihunc. — Qut« Wiener Küche bei m&Oiceil Berg-Restaurant der Raxbahn Kroniths Alpenhotel und Pension „Knappenhof“ vorlcihnr.it, ütfo'-.tl.ch^ Fernsprechzelle Postamt Cdlach. Pension ab S 10.—. Daiwia«« ii Aftl lff>Anirl«lll%4w am FnBe der Rax. 850 m, Hochplateau, Zentralheizung:. Fließwasser, Liegehalle, Gärige, Alltobusr cmiUn lf, flCIluUfuill •I\rwl1linnui verkehr. Skigel.iiKie, Rodelbahnen, Ski-, Rodel- und noli-Verlelhung, öffentliche Fernsprechstelle Reichenau Kmichhof Postamt P llach'. N.-Oe. — Pension i>Ii S 10.—. em Fuße der Rax 90n m. Zentralheizung. Fließwasser. Liegehalle, Garagen, Autobusverkehr, Skigelände, Rodelbahnen, Ski- und RodCl- Chesed-Kassa aufgenommen. Noch ist kein Jahr vergangen und wir haben unser Wort eingelöst. Gerade heute beginnt die Gemilath-Cliesed- Kassa ihre Arbeit. Kleine Gewerbeleute und Kaufleute werden die Möglichkeit haben, kleine Darlehen bis zum Betrage von 200 S vollkommen zinsen- und spesenfrei zu erhalten. Das ist nicht viel und es stehen uns keine großen Mittel zur Verfügung. Aber dennoch darf das erzielte Resultat nicht unterschätzt werden. Es bedurfte vieler Mühe, um die Eröffnung der Kasse zu ermöglichen. Wir werden .tiif diesem Gebiete Weiterarbeiten und so das Wort einlösen, das wir der Wählerschaft gegeben haben. Wir sind uns darüber klar, daß wir die Führung der Gemeinde in einer sehr kritischen Zeit übernommen haben und daß das Gleichgewicht im Budget unter allen Umstünden aufrecht erhalten werden muß. Wir haben einen schweren Kampf zu führen. Es ist bezeichnend, daß der Führer der Opposition gelegentlich der Budgetdebatte seiner Genugtuung darüber Ausdruck verliehen hat, daß die Wirtschaftskrise es den Zionisten unmöglich machen werde, ihr Programm durchzuführen, und er hat Gott dafür gedankt, daß uns die schlechten Zeiten einen Strich durch unser Programm machen werden. Wir belehren die Opposition eines besseren. Gewiß, die Not ist groß und die Zeit ist schwer. Aber wir werden die Gemeinde nicht verdorren lassen. Im Gegenteil,, wir erfüllen gie mit neuem Leben. So ist z. B. der Gemeindebund im Werden, die Bibelschulen breiten sich aus, der Arbeitsnachweis wird bald seine Tätigkeit beginnen und die «frommen» Wünsche der Opposition werden nicht in Erfüllung gehen. Wir werden erhobenen Hauptes unseren Wählern Rechenschaft ablegen können. H-aJtwJucJU. JxaueK tun (Mot&kin Trauersitzung in London Nach dem Eintreffen der Nachricht vom Tode des Präsidenten des Zionistischen Aktionskomitees und des Kongresses Leo M o t z k i n traten die in London anwesenden Mitglieder der zionistischen Exekutive und die Beamten des Hauptbureaus der Weltorganisation zu einer Trauersitzung zusammen. Der frühere Vorsitzende der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann hielt die Gedenkrede. Gedenkrede Dr. Weismanns Mein Leben, sagte Dr. Weizmann, war mit Motzkins Leben von den ersten Anfängen unserer Arbeit in der zionistischen Bewegung an verbunden. Ich traf Ihn zuerst in Berlin. Er war der vielseitigste unter uns. In der zionistischen Bewegung Rußlands hatte er sich viel stärker beteiligt als wir, die wir außerhalb Rußlands lebten. Sein Weg ln der zionistischen Bewegung war einzigartig; alle jüdischen Probleme beschäftigten ihn und er widmete sich ihnen aus vollem Herzen. Seine erste große Leistung war der Vortrag, den er auf dem zweiten Zionistenkongreß über Palästina hielt. Er war im Aufträge des Kongresses nach Palästina gegangen und mit einem Bericht zurückgekommen, der In jeder Beziehung glänzend und nicht nur von großer Liebe, sondern auch von großem Mut erfüflt war. Zum zweiten Mal kam ich mit ihm in Kontakt anläßlich der Bildung der demokratischen Fraktion innerhalb des Zionismus. Diese trat damals in Opposition zur herrschenden politischen Richtung in der Bewegung. Aber sie war eine sehr gesunde Opposition und unterschied sich in dieser Hinsicht von derjenigen, die wir heute haben. Zum dritten Mal kam Ich mit ihm im Zusammenhang mit dem Uganda-Projekt in Berührung und auch hier gingen unsere Meinungen auseinander. Später verband mich mit Ihm die wertvolle Arbeit, die er im Dienste der Erneuerung des Palästina-Gedankens leistete, und schließlich die zionistische Arbeit der Nachkriegszeit, eine Arbeit, an der Motzkin in jeder Hinsicht hervorragend beteiligt war. Bedeutungsvoll war seine Arbeit im Komitee der jüdischen Delegationen. ln seinen zahlreichen großen Leistungen hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. Motzkin war ein Mann von vielseitiger Arbeit. Sein Tod hat eine empfindliche Lücke im jüdischen Leben zurückgelassen. Für uns ist sein Hingang Signal zum Aufbruch. Wir müssen die Arbeit fortführen. Die zionistische Bewegung macht eine schwere Zelt durch, eine Zelt des Hinauf und Hinunter; wir haben solche Zeiten oft genug erlebt Ich hoffe, daß das «Hinunter» diesmal ein kurzes sein wird. Wir werden Motzkin schwer vermissen; um der Ehre seines Namens und seines Andenkens willen müssen wir weiter arbeiten. ★ Beileidskundgebungen aus aller Welt London. Während der Zeit des Begräbnisses Motzkins in Paris waren die Bureaus der Jewish Agency in London zum Zeichen der Trauer geschlossen, Aus allen Ländern treffen Trauerkundgebungen jüdischer Persönlichkeiten und Institutionen bei der Familie Streiter um seine Rechte und die zionistische Bewegung eines großen Führers beraubt worden. ★ Motzkins letzter Weg Paris, 10. November. Am 9. November wurde Leo Motzkin in Paris unter ungeheurer Teilnahme der Judenheit der französischen Metropole zu Grabe getragen. Die Bestattung war eine vorläufige, denn das Motzkin-Trauerkomitee trifft bereits Vorbereitungen zur Ueberführung der sterblichen Reste Motzkins nach Palästina. Die Ueberführung soll im Jänner 1934 geschehen. Vor dem Trauerhaus in Paris waren viele hunderte Trauernde versammelt, auf dem Friedhof war die Trauermenge auf einige tausend Menschen angewachsen. Vertreter der Zionistischen Exekutive, zionistische Führer aus Paris und dem Ausland schritten hinter dem Sarge, der in die zionistische blau-weiße Fahne gehüllt war. Auch im Trauerzug wurden viele blau-weiße Fahnen getragen, die sich dann vor dem offenen Grabe senkten. Die religiöse Trauerzeremonie testete der einstige Petersburger Oberrabbiner und jetzige Rabbiner der russischjüdischen Gemeinde in Paris, Elsenstadt. Trauerreden am offenen Grabe hielten das Mitglied der Zionistischen Exekutive Jizchak Grünbaum, der auf,das beispiellose Pflichtgefühl Motzkins hinwies und an da# jüdische Volk appellierte durch Erfüllung seiner Pflicht gegen Palästina Motzkins An- Paia*Hna-Abfal!un<s JOSEF POPPER Internationale Transporte, Wien, II., Taborstr. 22. Telephon R 48-5-10, R 49-5-70 Serie. In Palästina: The Levaht Bonded Warenhouses Co. Ltd., o"W mnp ’jona1? nwiton mann Haifa, Telephon 346 Jaffa, Telephon 36 Spezial-Warentransporte, Uebersiedlungen, Verpackungen für Palästina, Transportnnd Rcisegepäckversicherungen. Auskünfte jeder Art Uber Palästina. denken zu ehren; Isaac Naiditsch im-Namen des Zionistischen Aktionskomitees; Dr. Nahum Goidmann im Namen der Exekutive des jüdischen Weltkongresses und des Comitd des Dglögatlons Juives, der ausrief, mit Motzkln ging einer der jüdischen Marschalle dahin; Berl Kaznelson im Namen des Waad Leumi, Advokat Läonce Bernheim im Namen der französischen, Chefredakteur Dr. Margoshes Im Namen der amerikanischen und Dr. Schmorak im Namen der polnischen Zionisten. Das Kaddisch-Gebet sprach der Sohn Motzkins, der aus der chahuischen Hachscharah hcrbeigeeilt war. Während die Schollen auf den Sarg (jeden, stimmte die Trauerversammlung die Hymnen «Hatlkwah» und «Techesaknah» an. Motzkins ein. Board of Deputles, Joint Foreign Committee und andere englisch-jüdische Organisationen haben durch die J. T. A. Trauerkundgebungen für Motzkin verbreitet. Bel der Zionistischen Exekutive laufen von zionistischen und jüdischen Institutionen und Persönlichkeiten in der ganzen Welt Beileidskundgebungen ein. ★ New York. Morris Rothenberg, der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, gab der Trauer der amerikanischen Juden um Motzkin in einer Kundgebung Ausdruck, in der gesagt wird, durch Motzkins Hingang sei das Jüdische Volk eines der mutigsten und ergebensten | ★ Motzkins letzte Tage Paris. Unter der Judenheit in Paris herrscht tiefe Trauer über den Tod des Führers Leo Motzkin, der hier gelebt und gewirkt hat. Man erfährt jetzt, daß Motzkin seit einigen Jahren an einem Herzleiden laborierte und oft Anfälle hatte; er versuchte, dieses Leiden mit Energie zu überwinden und ließ in seiner Arbeit keine Pause elntreten. Während der Londoner jüdischen Weithilfskonferenz, der er beiwohnte, erkrankte er ernstlich und fuhr nach Paris zurück. Hier arbeitete er weiter, erledigte die umfangreiche tägliche Korrespondenz und hielt Beratungen mit jüdischen Führern ab. Seine letzte Arbeit war die Abfassung eines Dankschreibens an Frankreichs Repräsentanten in Genf, Senator B e r a n g e r, der sich so mutig für die Sache der verfolgten Juden cinsetzte. Am Abend vor seinem Ableben erhielt Motzkin ein sehr warmes Antwortschreiben von Beranger. Am Montag, 10 Uhr abends, hatte Motzkin wieder einen Anfall, einige Aerzte wurden gerufen, sie konnten »hn aber nicht meb retten. Um 12 Uhr nachts halte Motzkin ausgekämpit. ★ Gedenkrede Nahum Sokolows in Warschau Auf einer vom polnischen Keren HaJessod-Direktorium veranstalteten Trauerkundgebung für Leo Motzkin hielt der . gegenwärtig ln Polen weilende Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency Nahum Sokolow die Gedenkrede, in der er sagte: Motzkin ist nicht mehr! Dieser Ruf dringt überallhin in die Welt, wo Juden leben. Leo Motzkin war das lebende Symbol der zionistischen Bewegung. Er war rhehr als ein Mensch, mehr als eine Persönlichkeit, er war eine ganze Institution: die «zionistische Institution». Seit Ich ihm auf dem ersten Zionistenkongreß in Basel begegnete, bis zum letzten Tage seines Lebens war er das «Ner-.tanid» (ewiges Licht) in unserem zionistischen Tempel. Dieses Licht ist nun erloschen. Motzkin lebte sein Leben nicht zu Ende, sondern er opferte sich vor der Zeit Wir warnten Ihn, baten ihn, auf seine Gesundheit zu achten, er aber opferte sich mit Bewußtsein für das zionistische Ideal. Er ist der «Karbanoiah» (Total-Opfer) auf dem Altar des Zionismus. Er. leistete aber nicht allein zionistische Arbeit, er gab sein Leben hin für K1 a 1 J i s r a e 1, für den Kampf um jüdische Rechte in der Diaspora. Vor etwa neun Monaten war ich zusamnian mit Motzkin in Palästina. Motzkin träumte davon, seine Arbeit in der Gaiuth zu unterbrechen und sich in Palästina seßhaft zu machen. Er hat es nicht mehr erleben dürfen. Mit ihm ging einer der letzten der «Knesseth-hagdolah», die sich mit Herzl zum ersten Zionistenkongreß versammelt hatte, dahin. Jetzt, vor seiner Totenbahre, schließen wir ein Kapitel kn Zionismus ab, das mit dem Namen Motzkin überschrieben ist. Aber wir dürfen uns nicht allein der Trauer hingeben, wir müssen uns durchdringen lassen von dem Geist des Verstorbenen, von seinem eisernen Willen, seiner Freiheits¬ und Erlösungsselmsucht, von dem, was der Inhalt des Lebens unseres lieben Führers and Freundes Leo Atotzkin war. Die Rede Sokolows, der zum Teil mit tränenerstickter Stimme sprach, wurde von der erschütterten Versammlung stehend angehört. { Nach einer Trauerrede von Oberrabbiher Professor M. 8chorr appellierte Sökolow an die Versammlung, im Geiste Motzkins für einen Frieden zwischen allen zionistischen Gruppe'n und Richtungen zu wirken. Es wurde auch gleich beschlossen, zu diesem Zwecke eine intime Beratung der Führer aller zionistischen Richtung einzuberufen. ★ Motzkins Nachfolger im Comit£ des Del€gatioos Juives Paris. Durch den unvermuteten Tod Leo Motzkins ist die Neuwahl des Präsidenten des Coniltö des D61ögatkms Juives notv/endig geworden. Es wird vargeschlagen, Doktor Nahum Goidmann oder J. J e I r o y k 1 n mit der Leitung des Komitees zu betrauen. Bei Erkältungskrankheiten, rheumatischen und Kleinlichen Beschwerden sind Togal-Tabletten unlibertroffen. Tocul scheidet die Harnsäure au» und geht daher direkt zur Wurzel dos Uebels. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken d. Inu. Auslandes. Preis S 2-40. Miffal Arlosoroff muß ein zweites Imek werden!

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