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Die Stimme · 1933-11-09 · Heft 308 (9.11.1933) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 308 (9.11.1933)
Date
1933-11-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite i DIE STIMME Nr. 308 — 9. November 1933 Ueberragende Rolle Palästinas Im Hilfswerk Die überragende Rolle, die Palästina im gesamten Hilfswerk für die deutschen Juden zu spielen berufen ist, wurde von der Konferenz besonders betont. Die Palästina-Resolution Die bezügliche Resolution lautet: «Diese aus Vertretern jüdischer Gemeinschaften in allen Teilen der Wett bestehende Konferenz gibt ihrer Ansicht Ausdruck, daß Palästina unter den Ländern, die von jüdischen Auswanderern aus Deutschland für die Möglichkeit dauernder Niederlassung und Absorption in Betracht gezogen werden können, einen hervorragenden Platz einnimmt Die Konferenz bedauert die betrüb* liehen Ereignisse, die jüngst den Frieden Palästinas gestört haben, sowie die Vertuste an Menschenleben und die Fälle von Verletzungen, die sie im Gefolge hatten. Die Konferenz nimmt die Erklärung des Kolonlenmlnlsters zur Kenntnis und gibt ihrer Meinung damit Ausdruck, daß die Fortsetzung der sich gegenwärtig in Palästina vollziehenden bemerkenswerten Entwicklung im Interesse von Juden und Arabern liegen wird. Die Konferenz hofft, daß die Mandatarmacht alles mögliche tun wird, um einer größtmöglichen Zahl von Juden aus Deutschland die Niederlassung In Palästina zu ermöglichen.» Ueber den Gesamtbetrag, der In dem an die jüdische Welt zu erlassenden Aufruf gefordert werden soll, und über den Anteil, der vom gesamten Hilfsfonds für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina bestimmt werden sott, wurden endgültige Beschlüsse noch nicht gefaßt. In der tu diesem Gegenstand gefaßten Resolution heißt es: «Die Geldmittel in Palästina sollen für folgende Zwecke verwandt werden: Erleichterung der Ansiedlung deutscher Juden auf dem Lande; Förderung der Industrie; Kredite für Handwerker; Kredite für Kleingewerbetreibende; Errichtung von Häusern und Zuteilung von kleinen Grundstücken für Chaluzim in den Kolonien; Wohnungsbeschaffung ln den Städten durch Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen und durch andere Mittel; Wasserversorgung und Bodenbewässerung; Unter- Stützung wissenschaftlicher und akademischer Institution i nen; landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbfldnug | von Männern und Frauen; Ueberführung von Kindern ' nach Palästina und ihre Ausbildung; soziale Wohlfahrtsarbeit und andere noch als wünschenswert erscheinende Aufgaben. Diese Arbeiten sollen in Zusammenarbeit mH den ähnliche Ziele verfolgenden Organisationen durchgeführt werden, damit Doppelarbeit und Ueberschneidüng der Tätigkeiten vermieden werden.» Die Emigrantenkommission empfahl der Konferenz, eine kleine, ständige Kommission für Wanderuugsfrage^ einzusetzen. Der Sitz der Kommission, an deren Spitze ein Engländer stehen und in der die vereinigte Organisation für Wandererfürsorge Hias-lca-Emigdirect (HICEM) vertreten sein soll, soll London sein. Diese Kommission soll sich mit der Auswanderung jüdischer Emigranten aus Deutschland nach denjenigen Ländern, die nicht an Deutschland grenzen, befassen und alle diesbezüglichen Pläne prüfen. Sie soll eine Untersuchung über Einwanderungsmöglichkeiten in alle ln Betracht kommenden Länder durchführen. Alle für Auswanderung bestimmten Gelder, die durch die Bemühungen der Konferenz aufgebracht werden, sollen dieser Kommission zur Verfügung gestellt werden, die über Sure Verwendung entscheiden wird. Die Emigrationskomnilsslon bezeichnet es als notwendig, daß außerdem in London eine technische Abteilung errichtet werde, die sich speziell mit der Frage der Einwanderung in die englischen Dominions und Kolonien und in die Vereinigten Staaten von Nordamerika zu befassen hätte. Verschiedene Aufbauzlele für die einzelnen Altersklassen Die Kommission für Hilfsarbeit außerhalb Deutschlands stellte fest, daß zwar bei der Verteilung von Unterstützungen, Verköstigung, Bequartierung und Kleiderversorgung durchaus einheitlich vorgegangen werden müsse, daß jedoch die Frage des Neuaufbaues von Existenzen und der Ermöglichung dauernder Niederlassung nach Alters-, Berufs- und Vermögensklassen verschieden zu behandeln sei Da für alte Leute, die das erwerbsfähige Alter überschritten haben, Maßnahmen konstruktiver Hilfe nicht in Betracht kommen, müsse von der Auswanderung solcher Personen, sofern sie nicht mit ausreichenden Geldmitteln versehen sind, dringend abgeraten werden. Für Angehörige der mittleren Altersklassen, Rasiere Dich gut und billig oesterreiehisciifls Fabrikat lleberall erhältlich die einen festen Beruf haben, würde eine Berufsänderung mit großen Schwierigkeiten verbunden sein. Es Ist anzunehmen, daß die Mehrzahl der zu dieser Kategorie gehörenden Personen dem Kaufmanns* und industriellen Stand angehört Es Ist begreiflich, daß diese Leute ihre bisherigen Beschäftigungen weiter auszuüben wünschen; sie wollen hiezu soweit als mögUch ermutigt werden. Deshalb fordert die Kommission die Errichtung von Kreditgenossenschaften ln denjenigen Ländern, in denen sich die Auswanderer konzentriert haben, und womöglich eine Zusammenfassung dieser Genossenschaften in einer zu diesem Zweck zu schaffenden zentralen Institution. Vor Bestrebungen, Angehörige der mittleren Altersklassen Im Kleinhandel unterzubringen, sie den Beruf von Straßcnhändlern, Hausierern usw. ergreifen zu lassen, wird nachdrückllchst gewarnt Konstruktive Hilfsarbeit Im Mittelpunkt der konstruktiven Hilfsarbeit soll nach Ansicht der Kommission Berufsumschichtung und Berufsausbildung der jugendlichen Auswanderer, ihre Ueberführung in produktive Berufe stehen. Diese Arbeit ist sowohl im Hinblick darauf, daß die Mehrzahl der Auswanderer junge Leute sind, als auch unter Berücksichtigung der Interessen der jüdischen Gemeinschaft von besonderer Bedeutung. Mit der wichtigen Frage der versorgungsbedürftigen jüdischen Kinder hat sich die Kommission besonders eingehend beschäftigt Es wurde festgestellt, daß eine starke Strömung besteht, Kinder im schulpflichtigen Alter aus materiellen und seelischen Gründen außerhalb Deutschlands erziehen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist den Möglichkeiten der Ueberführung von Kindern nach Palästina In Zusammenarbeit mit der Palästinakommission besonderes Augenmerk zuzuwenden. Die Kommission für Hilfsarbeit in Deutschland konnte ein ausführliches Programm Im Hinblick auf die noch ungeklärten Verhältnisse nicht anfsteüen. Sie beschloß, vorläufig die Unterstützung von Schulen und anderen Kultur- Institutionen in Deutschland zu empfehlen. Kaufes: Sie ihre Klassenlose beim Glucksbauer Zentrale: IV., Favoritenatraile 4 Filiale: EL, Leopoldsgasse 28 Telephon A-46-6-81 Ziehung schon am 21. und 23. November Verbindung mit dem Emigranten-Hochkomnussar — An- . Spruch auf acht jüdische Vertreter im Verwaltungsrat des | Flüchtlingsamtes Das Verbindungsamt, dessen Schaffung die Welthilfs-! konfereoz beschlossen hat und in dem Dr. Chaim Weizm a n n eine führende Rolle spielen soll, wird auch die Aufgabe haben, den Kontakt mit dem vom Völkerbund eingesetzten Emigranten-Hochkommissar und seinem Beirat aufrechtzuerhalten. Der Vorschlag, nur drei Vertrej ter der jüdischen Organisationen in diesen Beirat zu entsenden, wurde von der Konferenz nicht angenommen. Viele Delegierte waren der Meinung, daß das jüdische Volk, von dem verlangt werde, die Mittel für das Emigrantenhilfswerk aufzubringen, Anspruch auf eine stärkere Vertretung habe. Es wurde beschlossen, an das Völkerbundssekretariat mit Israelite Universelle, der J. C. A. und des Comitä des Ddlägierte zum Eintritt in den Verwaltungsrat des Emigrantenhilfswerks einzuladen. Die jüdische Vertretung soll aus Je einem Repräsentanten des American Jewish Congress, des American Jewish Committee, der Judenheit Polens, der Jewish Agency, des Joint Foreign Committee, der Alliance Israelite Universelle, der J. C. A. und des Comitä des D616gations Juives bestehen. Prof. Norman Bentwich und Doktor Nahum Goldmann haben sich nach Genf begeben, um diese Frage mit dem Völkerbundssekretariat zu besprechen. Die Ansprachen in der Schlußsitzung Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden Neville L a s k i hielt zuerst d’A v i g d o r G o 1 d s m i d, der Präsident des englischen Verteilungskomitees, eine Ansprache. Der Sinn und Wert der Konferenz wurde dann von Doktor ' W e i z m a n n in eindrucksvoller Weise zusammengefaßt (Dr. Weizmanns Ansprache bringen wir an anderer Stelle unseres Blattes. Red.) Nach mehreren weiteren Reden wies als Vertreter des Waad Leumi, des jüdischen Nationalrats Palästinas, Berl K a t z e n e 1 s o n auf die Leistungen Palästinas für die deutschen Emigranten hin. Die palästinensische Judenheit habe nicht nur 12.000 Pfund für das Hilfswerk aufgebracht, sondern sei auch in der Lage, den Auswanderern Erwerbsmöglichkeiten und ein ruhiges Heim zu bieten. Dinge, zu denen keine andere jüdische Gemeinschaft imstande sei. Es sprachen noch im Namen des Verbandes der jüdischen Gemeinden der Schweiz Präsident Dreyfus-Brodsky, der französische Delegierte Corcos, Dr. Gottlieb namens der polnischen Judenheit, das Mitglied des Präsidiums der Weltorganisation Agudas Jisroel Rabbi Lewin, der Präsident der Bnei Brith Alfred M, Cohen, Frau Magda Sch mol ka (Tschechoslowakei) und Professor D. C o h e n (Holland). Die Konferenz schloß mit einem vom Oberrabbiner des britischen Reiches Dr. J. H. Hertz gesprochenen Oebet. ★ Ueber die Ergebnisse der Londoner jüdischen Welthilfskonferenz spricht der Delegierte der österreichischen Judenschaft auf der Londoner Konferenz, der Präsident der Wiener Kuitusgemeinde, Dr. Dcsider Friedmann, Dienstag, den 14. d., 8 Uhr abends, im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4. hMPOKhup bra cpNai’-'B Am 21. November beginnt die Ziehung erster Klasse der 30. österreichischen Kieesenfoiterie Bestellen Sie Ihre Lose noch heute bei Ludwig Friedmann WIEN I., SALZGRIES 12 Lospreise pro Klasse: Vs S 6*—, V* S 12*—, V* * 24*-, */i S 48*— Bel jeder Ziehung s eht man, Es spielt sich gut bei Friedmann UPr Kost auf den Dampfern der Cunard- und White-Star-Linien E Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß aut den bekannten Dampfern der Cunard- und White Star- Linien (Bureau: Wien, I., Kärntnerring 4) auf Wunsch auch Kost verabreicht wird. Baukonstrukteur und Mechaniker für sämtliche Maschinen sucht Kompagnon mit Kapital für Palästina. Zuschriften an Adm. d. «Stimme». Chiffre «Kompagnon». wmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Wichtig für Polenreisende! Auf allgemeines Verlangen wurde die billige Polen-Reise vom 26. November bis 3. Dezember verlängert. Näheres «Francopob, III., Rennweg 1. Telephon U 16-4-90. Hebräische Kinderhuise für Kinder von 5 bis 12 Jab cn erteilt Frl. Teichmann im Rahmen des Beschäftigungsprogrammes bei Tan e Dtlfa IX., Aiserbachstraße 39/8, Tel. A 19-B-34. Be kan. iv erstklassige Verpflegung, Wiener Küche, billigt* Preise. Telephon 18. Mitglied des Vereins zur Förderung ritueller Speise häuser, Hamburg. Seefeld, Tirol 0200 meier) Pension Geschwister Scheerr hervorragendster Wintersportplatz u. Höhenluftkurort, das Sonnenporadies für Kinder, jede Art Wintersport. Juden WShrings! Decket Euren Bedarf an I.ehrMam'f». 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