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Die Stimme · 1933-11-03 · Heft 307 (3.11.1933) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 307 (3.11.1933)
Date
1933-11-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr.SCff — S.November 103$ scheinungsform ein ganzes oder auch mehrere Zeitalter hin« durch die allein Sichtbare war. Durch den Vergleich der Genotypen verschiedener Völker miteinander kann man so, wenn man bei der Untersuchung einwandfrei vorgegangen ist, einwandfrei auch eine brauchbare Skala der Wertungen der verschiedenen Völker erreichen. Und so geht auch die moderne politische Rassentheorie und Rassenpolitik vor, wenn sie den nationalen Idealtypus herausarbeitet. Nur die Einwandsreiheit der Methode läßt eu wünschen Übrig. Audh bei der jetzt beliebten Gegensatzkonstruktion «Germancn-Juden» kehrt mit Regelmäßigkeit wieder, daß man auf der einen Seite alles phänotypisch Höchste, auf der anderen Seite alles phänotypisch Niedrigste zusammenfaßt und beides dann als für diese Rasse Genotypische ausgibt. Ins Gemeinverständliche übertragen heißt das: der Typus jedes Germanen ist der Dichter, das Genie, der Held, der reine Tor; sind Kühnheit, Treue, Aufopferungsfähigkeit und Idealismus — der Typus jedes Juden hingegen ist: Ideallosigkeit, Skrupellosigkeit, Fähigkeit zur geschäftlichen Ausbeutung, Genußsucht und Unfähigkeit, auch nur zu einem Verständnis von Genialität und wirklichem Idealismus vorzudringen. (Fortsetzung in der nächsten Nummer.) Ein Gespräch mit Irene Harand Ich sitze einer jungen Frau gegenüber, einer Christin und Arierin, die seit längerer Zeit schon einen Kampf gegen den Antisemitismus unter dem Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit; führt. Wir stellen Fragen, bekommen Antworten und sind förmlich verwirrt. Nicht von dem was wir hören, sondern .von. der Tatsache, daß es in unserer bis ins Wahnwitzigste materialisierten Zeit dennoch einen Menschen gibt, der es sich zum Lebenszweck gemacht hatte, aus reinsten idealistischen Motiven für andere zu kämpfen. Irene Harand erzählt in schlichten Worten von der reichen. Oesohichte ihres Kampfes, ln Versammlungen, die von Wiener Christen massenhaft besucht waren, hat sie schon öfters zu Tausenden gesprochen, die ihr zugejubelt haben, als sie in schärfsten Worten den Hitlerismus brandmarkte und die Nächstenliebe predigte; Vor Monaten gab sie eine Broschüre heraus unter dem Titel eSo oder so?» — «Hakenkreuz oder Gerechtigkeit?», die sie in 50.000 Exemplaren unter der arischen Bevölkerung Wiens unentgeltlich verteilte! Seit einiger Zeit gibt sie die Wochenschrift «Gerechtigkeit» heraus, in der sie einen mutigen Kampf gegen den unsinnigsten .und. ungerechtesten aller Haßinstinlcte, den Rassenhaß führt. ,. fAls Tochter eines christlichen Gewerbetreibenden, der ht. gpjngjp ’jßjcffjehfJ. hundert, Arbeiter. beschäftigt“, hatte ich die i Gelegenheit, die schwere Lage der arbeitenden Menschen». ohne, Rücksicht auf ihre Konfession, zu beobachten. M^inO; Mutter, eine Siebenbürger-Sächsin, impfte mir schon io meiner Jugend die Nächstenliebe ein und schimpfte mich immer aus, als ich, wie viele christliche Kinder aus Dumm- Mfax Mama&kabi Das Präsidium des Makkabi-Weltverbandes hat mit dem Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds ein Abkommen getroffen, demzufolge der Makkabi es auf sich nimmt, im Laufe von zwei Jahren 5000 Pfund für den Nationalfonds aufzubringen, der sich seinerseits verpflichtet, den für dieses Geld erworbenen Boden für eine Makkabi-Siedlung bereitzustellen. Durch die Reihen des Makkabi geht immer vernehmbarer der Ruf nach Al'jah. Die Not der Zeit, die Verfolgungen und Kränkungen, denen die jüdische Jugend unserer Tage ausgesetzt wird, die Hoffnungslosigkeit, sich in den Produktionsprozeß der Wirtsvölker cinZugliedern, wie auch die Liebe zum jüdischen Heimatland drängen immer größere Teileder jüdischen Jugend nach Erez Israel. Palästina ist ln den.Mittelpunkt des leidenschaftlichen Wollen« der Makkabi-Jugcnd gerückt. Auf der Landeskonferenz des polnischen und rumänischen Makkabi waren die Probleme, dr mit der Aljah Zusammenhängen, die aktuellsten und-es kam Jedem Teilnehmer deutlich zum Bewußtsein, daß auch in den Reihen des Makkabi ein starkes Verlangen nach Zertifikaten und Hachscharäh besteht. Tausende von Sportlern haben anläßlich der ersten Makknbiah das Land in seiner Blüteperiode gesehen. Als begeisterte Freunde des Palästinaaufbaues kehrten sie zurück und warben mit der Kraft ihrer Ueberzcugung neue Anhänger. Der erste großzügige Versuch, Unseren Chawerim Arbeitrmöglkhkeitcn zu schaffen, soll die Schaffung der Makkabi Siedlung auf KKL-Bodcn sein. Die ersten von uns erlösten 1000 Dunam Boden weiden uns e'm gut Stück der Lösung des Alijahprpblems unserer Chawerim näherbringen. Um diese erste Makkabi Siedlung wird im Laufe der Zeit noch weiterer Boden von pr,vater Makkabi Seite erlöst werden. So wird sich um die 1000 Dunam eine grüß.-re Siedlung entwickeln, rin Makkabi-Dorf, ein Makkabi-Zentrum. * Meine Besuche in den Ländern während der letzten Monate haben mir deutlich zum Bewußtsein gebracht, ilher welch wunderbares Mcnschcnmntcrial wir insbesondere in den kleineren Städten verfügen. Physische Kraft, widerstandsfähige und sportgestählte Muskeln und Nerven. Treue Ond Disz’plin, die unsere Menschen auszeichnen, sind wertvolle Eigenschaften beim Aufbau des Land««. Hiezu kommt, Ptg STIMME .. .. .. Vdtt l\ heit, kleine antisemitische Anwandlungen zeigte. Noch heute sehe Ich das Bild vor Augen — es war Im Jahre 1914 — als ich als Kind bei einem Geschäfte vorbeiging, wo sich unter anderen auch ein Jude in Kaftan und Pajes um Brot angestellt hatte, der von einem kleinen Buben mit häßlichen antisemitischen Bemerkungen verhöhnt wurde. Ich nahm für den armen, heimatlosen Menschen Partei, obwohl die Leute mich auslachten. War es doch für mich eine Genugtuung, zu wissen, daß ich einen Unschuldigen in Schutz genommen hatte. Seit damals war es für mich klar, daß die Verhetzung der Menschheit zum größten Unglück führen kann und daß nur gemeinsames Streben nach Einigkeit die Menschennot lindert Das furchtbare Schicksal der Juden, das ich in vielen, zahlreich von Christen besuchten Versammlungen der Menge vor Augen führe, liegt mir besonders am Herzen. Gerade der Jude, der schon so oft heimatlos und rechtlos gemacht wurde und der mehr als jeder andere leidet, Ist darauf angewiesen, von den anderen Völkern verstanden zu werden. Und wenn Ich meine bescheidenen Kräfte ln den Dienst der Sache — in den Kampf gegen Antisemitismus und Rassenhaß — stelle, schmerzt es mich nur, daß ich noch nicht alle Oesterreicher davon überzeugen konnte, wie wichtig und zugleich schön dieser Kampf für die Versöhnung der Menschheit ist. Meine Aufgabe ist jetzt, der österreichischen Bevölkerung vor Augen zu führen, daß man auch ohne Antisemitismus gut | auskommen kann, ja, daß die Konsolidierung der I Wirtschaft und die Linderung der Not, unter welcher die ganze österreichische Bevölkerung leidet, nur auf der Basis gemeinsamer Verständigung durchgeführt werden kann. Die größte Freude bereitet es mir, wenn nach den Versammlungen, die von allen Schichten der Einwohner Wiens besucht 6ind, zahlreiche Dank- und Anerkennungsschreiben von Christen bei mir einlaufen. Allerdings fehlt es nicht aüch an gemeinen, niedrigen Schmäh- und Drohbriefen, die mich indes kalt lassen und über welche ich bei der Fülle der Arbeit leicht zur Tagesordnung hinweggehe. Ich möchte noch betonen, daß es meiner Meinung nach nur zum Wohle eines Landes ist, wenn in dieses Juden aufgenommen werden. Wie es unter Christen viele minderwertige Individuen gibt, so fehlt es natürlich unter den Juden nicht aii solchen, Es Ist geradezu Irrsinnig, wenn man bei den Juden und nurbel den Juden immer generalisiert.» Zionist« Bezirkssektion Leopoltistadt :Klub „etei Israel“ Donnerstag, 9. November, 8 Uhr ^abends VORTRAG Rabbiner Dr. B. Murmelstein: „Dar Talmud ala Modisches Kampiohier Die junge Prau, die diese Ausführungen in schlichtet. Weise ausspricht, ist allzu viel beschäftigt. Ich sehe es, denn’ es warten schon viele, die sie sprechen möchten. Es kommen täglich Menschen zu ihr, die ihr ihre Anerkennung für des; von ihr geführten mutigen Kampf aussprechen und sich ist; den Dienst ihrer Sache steifen. Es kommen Juden und Christen, Männer und Frauen, die von ihrer Begeisterung, hingerissen wurden und die Kerntruppe der Armee der Ver«. söhnung und Verständigung unter den Juden und Ariern bilden. Für uns jedoch war das Gespräch mit Irene Harand ein' Erlebnis. Und es ist nur zu hoffen, daß die von ihr entfachte Bewegung den Umfang erhalte, den die mutige Pionierin vor Augen hat Ein großes und anerkennungswürdiges Werk hat Frau Harand begonnen. Alle Gutgesinnten der ganzen Welt werden ihr folgen. Dunek Schmid. Landeskonferenz des Keren Hajessod in Holland Am 15. Oktober fand zu Utrecht eine Landeskonferenz des holländischen Keren Hajessod statt, welche von Delegierten und Vertrauensmännern aus allen Teilen des Landes beschickt war. Den Vorsitz führte das Mitglied des hohen niederländischen Rates Dr. L. E. V iss er (Den Haag). Das Mitglied des Kuratoriums Dr. B. A. Kahn (Amsterdam) erstattete ein Referat über die Bedeutung des nationalen Kapitals beim Palästinaaufbau; der Delegierte des Keren Hajessod Dr. Otto A b e 1 e s, welcher das Werk des Keren Hajessod in Holland (eitet, berichtete über den Prager Zionistenkongreß und die Tagung des Councils und die Leiterin des Keren Hajessod-Bureaus für-Holland Cathrien Asser sprach über die Propagandaarbeit des Keren Hajessod in Holland. Als Gast wohnte der Tagung Justizrat Dr. Max Bodenhelmer bei, der vom Vorsitzenden als zionistischer Vorkämpfer warm begrüßt wurde. Dr. Bodenheimer hielt eine Ansprache, in der er für den Keren Hajessod eintrat Den Teilnehmern der Konferenz lag ein Rechenschaftsbericht vor, aus dem hervorgeht, daß die Zahl der holländischen Juden, welche für den Keren Hajessod beitragen, während des letzten Jahres in erheblichem Maße gestiegen ist So ist z. B. in Amsterdam eine Erhöhung der Kontribuantenzahl um 120 Prozent zu verzeichnen. In der Diskussion über die gehaltenen Referate kam einhellig der Willen zum Ausdruck, daß der Keren Hajessod mit aller Tatkraft gefördert werden muß. Es ist zu erwarten, daßnach dieser ernstlichen Beratung, bei welcher so zahlreiche jüdische Gemeinden des Landes vertreten waren, ..der Keren Hajessod ln Holland einen neuerlichen Aufschwung nimmt *1 Mitteilung des Palästina-Amtes Wien Dienstag, den 7. November, fährt ein Chaluztransport aus Wien Uber Triest nach Erez Ismel. Abfahrt ab Südbahnhof um 21.30 Uhr. daß der größte Teil der Makkabim sich den parteipolitischen Kämpfen ferngehalten hat und ohne Haß zu Andersgesinnten ins Land geht, um mit ihren fleißigen^ stärken Händen den unbebauten Boden Erez Israels zur blühenden Erweckung zu bringen. Es wäre ein großer Verlust, wenn man diesen Menschen nicht die Möglichkeit geben würde, ihre Kräfte dem Aufbau von Erez Israel zu widmen. Der im Makkabi-Weltverband zusammengesöhlossene nationale jüdische Sport bedarf ebenso dringend wie jeder Verein oder Klub eines Zentrums. Im Kfar Hamakabi soll ein Sammellager für all die neuen Ankömmlinge entstellen, hier sollen sie die ersten Anweisungen für die Seßhaftmachung und Verwurzlung im Lande erhalten. Hier soll die Zentralausbildungsstätte für Sport- und Turnlehrer errichtet werden, um den dringendsten Bedürfnissen des jüdischen Sportes abzuhelfen. Nur solchen Instruktoren, die die Luft Erez Israels geatmet und den Geist der Heimat in sich autgenommen haben, können wir die Erziehung unserer Sportjugend anvertrauen. Denn wir brauchen nicht nur Instruktoren, sondern auch Pädagogen, da im Makkabi die physische und erzieherische Renaissance Hand in Hand gehen sollen. Erez Israel wird es beschieden sein, die Fahne des jüdischen Sports auf der internationalen Arena zu vertreten. Hier soll daher das jüdisch-olympische Dorf entstehen, in dem die jüdischen Wettkämpfer auf ihre Mission gründlich vorbereitet werden sollen. Kfar Hamakkabl soll die Zentralherberge für den Makkabi des Auslandes und Erez Israels sein, wo sie ihre Gedanken über die Aufgaben des Makkabi austauschen. Kfar Hamakkabl soll so das Zentrum des Jüdischen Sportes der ganzen Welt werdenI * Die Aufbringung der nötigen Mittel hat mit großer Begeisterung in den meisten Ländern eingesetzt. Es war ein erhebendes Gefühl, zu beobachten, mit welch feinem Verständnis die Makkabim die Kunde von dem Bau eines Makkabi-Dorfes und von der Mitarbeit des Makkabi am Aufbau des Landes aufgenommen haben. Die Front der Sammler für den JUd'schen Nationalfonds wurde um eine große Zahl von frischen, unverbrauchten Anhängern bereichert. Die Kfar Hamakkabl Aktionen in den einzelnen Ländern bildeten den Rubikon des Makkabi. Durch diese Tat entschied sich der. Makkabi für eine tätige Mitarbeit am Anbau d.s Landes, er ging eine Vermählung ein mit Zion und übernimmt von nun an auch die täglichen Pflichten ihm gegenüber.- Die Begeisterung des Makkabi fand so in Taten Niederschlag. Hiedurch werden für den Makkabi neue Freunde gewonnen und das Prestige des Makkabi als. zionistischer Faktor wesentlich gehoben. Die Makkabim der ganzen Welt fühlten sich zwar seit jeher dem Gedanken der KKL-Arbeit eng verbunden. Die Makkabi-Bewegung stellt Tausende von namenlosen Arbeitern und Werbern dem Jüdischen Nationalfonds zur Verfügung, die mit heiligem Eifer ihren Dienst verrichteten und in die jüdischen Heime und Herzen die Kunde vom großen Werk der Erlösung des Bodens trugen. Durch den neuen Vertrag mit dem Keren Kajemeth Leisrael ist dieser Bund gekräftigt und verinnerlicht worden und hat eine neue Weihe bekommen. Auch die Lauen, die nur sportlich eingestellt waren, müssen von nun an zum Dienst am Volke herangezogen werden und ihre tätige Hilfe den Erlösern des jüdischen Bodens, dem jüdischen Nationalfonds, angedeihen lassen. Die Zehntausende von Chaweroth und Chawerim müssen vom Bewußtsein durchdrungen sein, daß es ohne Boden keine Alijah, keine Kolonisation und also auch keine Heimstätte gibt, ln der schweren Zeit der Not, die wir jetzt durchleben, müssen wir alle Reserven herausholen, um den . großen Hunger des jüdischen Volkes nach Boden und. Arbeit zu stillen. * Bei der Arbeit für den Nationalfonds, der populärsten jüdischen Volksinstitution, haben wir uns ein konkretes Ziel gesetzt. Zunächst wollen wir bis zum 1. Oktober 1934 5000 Pfund aufbringen und in die Lage versetzt werden, die Leistungen unserer Verbände, Vereine, ja der einzelnen Mitglieder für die Erlösung des Bodens zu erfassen und zu steigern. Daß das Hauptbureau des Keren Kajemeth für die Konkretisierung der Arbeit elntrltt, Ist sehr zu begrüßen. Sie gibt einen mächtigen Ansporn der Sammelarbeit und ermöglicht es, die Kontrolle der Leistung jeder Gruppe vorzunehmen. Der zionistische Wert jeder Gruppe 'muß sich nach diesen konkreten Ergebnissen richten, nicht aber nach der Stärke der Phrasen. Wir haben unsere Landesverbände kontingentiert, diese ihrerseits die einzelnen Klubs, so daß wir ihre nationale Leistungsfähigkeit werden prüfen können. Wir wollen, daß sich auch jeder einzelne eine Selbstkontingentierung auferlegt, um auch mit teilzuhaben am großen Werke der Makkabi-Siedlung, denn jeden einzelnen geht es an. Niemand kann wissen, ob nicht auch er Chawer

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