Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 307 (3.11.1933)
- Date
- 1933-11-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette & DTE STIMME Nr. 307 — 3. November 1933 5>r*rge für die (.icstindhi'U <u tut I .und*«? tind Ivnüt.n Shemen Olivenöl zum Kochen, Braten, Backen und Otikuren, se>!vr ausgiebig, leicht verdaulich, bevorzugt in aller Welt. Shemen Toiletteseifen llbertrcften die best; O’.i.-iFtät Europas, Shemen Haushaltungsseifen, sehr billig und ausgiebig, erhalten Sie in Ihrer Parfümerie, Delikatessengeschäften. Verlangen Sie diese Produkte, Generalrepräsentnrv* für Oesterreich: S. RABINOWITSCH Wien, II., Zirkusgasse 10. Tel. R 48-7-38. Strophe zu betrachten und sich gegen ihn entschieden zu wahren.» Auch uns bedrückt die Not des Augenblicks und wir gehen schweren Zeiten entgegen. Aber wir stehen aufrecht da. Als gute Bürger dieses Staates und aufrechte Juden, beseelt von Herzls Ideen, werden wir auch diesen Kampf aufnehmen und in Ehren bestehen. Dr. Oskar Grünbaum. Weitere Verschlechterung der Position der deutschen Juden Infolge des Austrittes Deutschlands aus dem Völkerbund? London. In maßgebenden jüdischen Kreisen befurch* tet man, daß der Austritt Deutschlands aus dem Völkerband die Position der Juden In Deutschland neuerdings verschlechtern wird, weil nunmehr der Völkerbund nicht ln der Lage Ist, einen moralischen Druck auf die deutsche Regierung zugunsten der entrechteten und verfolgten Juden auszttfiben. Eine Erleichterung sieht man darin, daß Deutschland auch nach seiner Austrittsanmeldung noch zwei Jahre lang Mitglied des Völkerbundes bleibt, so daß die Völkerbondlnstanzen während dieser Periode die Kompetenz haben, die deutsche Judentrage zu behandeln und nötigenfalls In Aktion zu treten. Doch ist man sich darüber klar, daß der von den Juden in außerdeutschen Landern zur Wiederherstellung der Rechte der deutschen Juden geführte Kampf von jetzt ab nach völlig neuen Richtlinien sich vollziehen müsse. Mit einiger Besorgnis sieht man dem Schicksal der deutschen Juden Im Zusammenhang mit den kommenden Wahlen und der Volksabstimmung entgegen. Doch sind die englischen Blätter der Meinung, daß sich die Propaganda anläßlich der Wahlen einzig und allein auf die Abrüstungsfrage konzentrieren und die innerpolitischen Aspekte, die Judenfrage eingeschlossen, außer Betracht lassen wird. Maßgebende jüdische Persönlichkeiten teilen diesen Optimismus nicht. Die Not der Jüdischest Rinder in Berlin Berlin. Im Hinblick auf die wachsende Not der jüdischen Bevölkerung Berlins und das infolgedessen zunehmende Kinderelend hat sich die Jüdische Gemeinde entschlossen, in Ihren Schulen unentgeltliche Kinderspeisungen vorderhand für 600 Kinder einzurichten. Die Zahl der hungernden Kinder in den jüdischen Gemeindeschulen schätzt die Gemeinde auf etwa 1000. Die meisten dieser Kinder gehören der Intelligenzschicht an; ihre Väter haben infolge der neudeutschen Gesefzgebung ihre Existenz in den freien Berufen oder als Angestellte verloren. Versorgung indischer Franen und Mädchen aus Deutschland Auf Grund einer Subvention und einer Anleihe, die der Wizo vom Allocation Committee des Central British Fund for German Jewry bewilligt wurden, ist der Wizo die Möglichkeit gegeben worden, hunderte jüdische Frauen und Mädchen aus Deutschland in Landwirtschaft, Hauswirtschaft und verschiedenen anderen Berufen auszubilden und s'e auf diese Weise insfand zu setzen, innerhalb der ökonomischen Struktur Palästinas absorbiert zu werden’ Die Wizo ist ln der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen, da sie in Palästina - bereits eine Anzahl von Institutionen besitzt, in denen diese Ausbildung stattfinden kann. Der bewilligte Gesamtbetrag ist 12,322.00 Pfund. Von dieser Summe werden 533 Mädchen in städtischen Berufen und 112 Mädchen in Wizo-Institutionen ä 20 Pfund pro Kopf ausgebildet werden. Die unter diesen Plan fallenden Institutionen der Wizo lind: Die landwirtschaftliche Mädchenschule in Nahalal. die Lehrfarmen Ncss Zionah, Afuleh, Petach Tikwah, Nachlath Konkurs Im Prater Beihausverein «Teiuatii Jeschurun» gelangt die Stelle eines Oberkantors zugleich Baal-Koreh ehestens zur Besetzung. Bewerber, nur österreichischer Staatsbürger mit klangvoller Stimme (Bariton bevorzugt), sowie Kenntnis der hebräischen Liturgie wollen ihre schriftlichen Offerte mit den Ausweisen über ihre bisherige Verwendung nebst Angabe ihres Alters, Famil'enstandes und (Jehaltsansprüchc an den genannten Vereinsvorstand, II., Sebasthn-Kneipp-üasse 14, bis längstens 15. November richten. Ichutia und Schechunat Borochow sowie die Hauswirtschaft, schule in Tel-Awiw. Die Liste der Fächer, in denen die Mädchen ntisgebüdet werden sollen, umschließt Hauswirtschaft, Waschen, Arbeit in Gemeinschaftsküchen, Weben um! Strikken. Plätten und Chemisches Reinigen, Fußbodenlegen, Tischlerei und Anstreicherei, Schusterei und Schuhreparaturen Ziegelei, Packerei. Es besteht jede Hoffnung, daß nach Beendigung dieser Ausbildungszeit die Mädchen in kurzer Zeit auf eigenen Füßen werden stehen können. Hobiii Meir Sctiapiro, Oberiiaopt der Labliner Jtsdiiwa, gestorben In verhältnismäßig jungen Jahren verstarb in Lublin einer der maßgebenden Führer der jüdischen Orthodoxie unserer Zeit Rabbi Me’ir Schapiro, Raw in Lublin, Mitbegründer und Leiter der berühmten «Jeschiwath C h a c h m e L u b I i n», die vor einigen Jahren mit einem Kostenaufwand von mehr als 100.000 Dollar erbaut worden war. Rabbi Me’ir Schapiro wurde 1887 in Buszawa geboren, wurde in sehr jungen Jm'iren Rabbiner in Sanok, dann in Glimiani und Pjotrkow, 1929 wurde er zum Rabbiner von Lublin gewählt. In den Jahren 1923 bis 1927 war er Abgeordneter des polnischen Sejm, wohin er mit den Stimmen der Agudas Jisroel entsandt worden war. Rabbi Schapiro war eine Autorität auf dem Gebiete des talmudischen Wissens, die von ihm herausgegebene Responsensammlung «O r hamaor» wurde in rabbin-ischcn Kreisen viel beachtet. Viele Jahre war er Vorsitzender der polnischen Landesorganisation der Agudas jisroel und Mitglied ihres Rabbinischen Rates. Die «Jeschiwath Chachrne Lublin» leitete er streng nach der orthodoxen Tradition, aber nach modernen pädagogischen Prinzipien und entwickelte dabei eine große organisatorische Begabung. „Hajttt“-Redalcteur Abraham Goldberg gestorben Warschau. Hier verstarb hn 53. Lebensjahre der hebräische und jiddische Publizist Abraham G o I d b e r g, einer der leitenden Redakteure der großen jiddischen Tageszeitung «Hajnt». Goldberg begann seine journalistische Karriere als Mitarbeiter der hebräischen Tageszeitungen «H a z e p h I r a» und «H a m e 1 i z», arbeitete später an den Zeitschriften «H a z o p h e» und «H a b o k e r», wandte sich dann der jiddischen Publizistik zu und gehörte seit der Gründung des «Hajnt» im Jahre 1908 dem Mitarbeiterstab dieser Zeitung an. Gleichzeitig war er Warschauer Korrespondent des New Yorker «T o g» und der Londoner «C a j t». Polnische Regierung fordert Hach* schara und Alijah Warschau. Jizchak Grünbaum, Mitglied der Exekutive und Leiter des Einwanderungsamtes der Jewish Agency, besuchte den polnischen Arbeitsminister Hub ick i. Der Minister erklärte, die polnische Regierung werde die Ausbildung der Jugend für Palästina (Hachschara) und die Wanderung polnischer Juden nach Palästina (Alijah) unterstützen. 1800 Palästinareisende betrogen Warschau. Von den Untersuchungsbehörden wird der Direktor des Warschauer Reisebureaus «Orbis» Mojzesz Szydlower steckbrieflich verfolgt. Szydlower soll mit Geldsummen, die für Reisen pach Palästina eingezahlt worden sind, nach Danzig geflüchtet sein. Die Zahl der Geschädigten wird mit 2800 angegeben. Für Verstaatlichung des hebräischen Schulwesens in dar Tschechoslowakei Prag. Nach vorausgegargener Unterredung mit dem Schulminister D6rer wurde ein Gesuch um Verstaatlichung der hebräischen Volksschule in Mukacevo der zuständigen )UNQ-W1Z0 - MIRJAM Samstag, 4. November, 8 Ulwr abends, Kunstspiele, 1., Riemergasse 11. Abend jüdischer Kost Szene aus Emst Hardts «Salomo». Mi{wirkend: Erich Mann (Reinhardtbühne), Egon Curth (Berlin), Irene Springer (Frankfurt), Dr. Karl Ritter (Bresbit). — Cellist Joachim Stutschevßky. — Die Tänzerin Gertrud Kraus. — «Lieder aus dem Ghetto», Szenische Darstelkmg durch Mitglieder der Jung-Wizo—Mirjam. Regie: Arthur Hoff. — Arrangement: Jlid. Kunstatelle. Regierungsstelle überreicht. Es gibt in der Tschechoslowakei deutsche, rumänische, polnische, ungarisch? und tschechische, aber keine jüdischen Minderheitenschulen. Die Jüdische Partei ist bemüht, im Wege der Verstaatlichung der Schule in Mukacevo ein Präjudiz zu schaffen für die Verstaatlichung aller hebräischen Schulen in der Tschechoslowakei, deren es jetzt acht, und zwar sieben Volksschulen und ein Gymnasium, gibt. Der Minister versprach, für eine günstige Erledigung zu sorgen. Der Führer der Konservativen in Rumänien über die Juden Czemowitz. Der beikannte Parlamentarier und Führer der konservativen Partei Rumäniens, General Z. Cantac u z i n o - G r a n i c e r u I, der in diesen Tagen in C?ernowitz geweilt hat, erklärte einem Vertreter der Presse: Die Juden sind gute und brauchbare Bürger unseres Landes, Ich persönlich schätze die Juden sehr und meine Partei betrachtet sie als gleichberechtigte gute Rumänen, ln einem modernen Staate müssen alle Volksschichten und alle Minderheitsnationen die volle Gleichberpchti-, gung genießen. Die Ereignisse in Deutschland sind be. trübend. Ein Grabmal für Jüdische Soldaten In Szegedin Budapest Anläßlich der Enthüllung des Denkmals der' gefallenen jüdischen Soldaten auf dem Szegediner jüdischen Friedhof hielt der FeldmarschaMeutnant Koloman Shvoy eine Rede Über den konfessionellen Frieden. Der Feldunarschanleutnant sagte unter anderem: «Wir Soldaten machen keinen Unterschied zwischen den Menschen. Wir kennen bloß gute' ’ und schlechte Menschen. Ich bitte alle, in diesem Gefühl zusammenzustehen. Wenn sich einer finden sollte, der die Feier stören möchte, so werden wir ihn nicht zur Oeltung kommen lassen. Wir dürfen nicht vergessen, wie vierte jüdische Soldaten und christliche Soldaten im Kriege dem Tod ins Antlitz gesehen haben, wie viele Hand in Händ," in letzter Umarmung gefallen sind, wie viele von ihnen in dieser Umarmung im Grabe ruhen. Dieses Denkmal Wird dazu berufen sein, diese Lehre ins Leben hinäuszutragen. Wenn wir das beherzigen, dann werden wir Soldaten und die Szegediner Israelitische Kultusgemeinde der gesamten Bürgerschaft von Szegedin einen großen Dienst erwiesen haben. 200,000 Dollar für ein medizinisches Zentrum in Jerusalem Chicago. Die in Chicago abgehalterte Konvention der amerikanisch-jüdischen Frauenorganisation «Hadassa», an der 1500 Delegierte teünahmen, beschloß, eine Aktion zur Aufbringung von 200.000 Dollar zur Errichtung eines Hospitals und eines medizinischen Zentrums in Verbindung mit der Hebräischen Universität in Jerusalem einzuleiten. An dem Hospital sollen jüdische Gelehrte aus Deutschland wirken. 30.000 Dollar wurden für diesen Zweck innerhalb zehn Minuten von der Konvention aufgebracht. Jüdischer Wehrsport- und Schfltzenvereln «Haganah». Anmeldungen und Aufnahmen täglich von Montag bis Don* nerstäg in der Zeit von 19 bis 21 Uhr in der Zentrale, II.,. Obereuonaustraße 89. Konferenz zur Organisierung des antideutschen Boykotts in England London. Seitens des jewish Representatlve Council, der für den 5. November nach London die Konferenz zur Proklamierung des Boykotts deutscher Waren und deutscher Arbeit einberufen hat, wird mltgeteilt, daß mehr als 400 Delegierte, Vertreter von Synagogen, Bruderschaften, zionistischen Verbänden, jüdischen Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden, aus allen Teilen Großbritannien« und Irlands ihr Erscheinen auf der Konferenz angekündigt haben. Sir Robert Mond wird die Konferenz eröffnen, worauf hin Chacham Dr. Moses Gast er die Resolution über die Prokiamierung des Boykotts einbringen und begründen wird. Nach einer Ansprache von Philip Guedalla wird Rev. M. L. Perizweig die Resolution, betreffend Wahl eines Jewish Representatlve Council zur Organisierung des Boykotts ln England einbringen, die von A, L. Easterman begründet werden wird. Jüdische Vertreter aus allen Zweigen von Handel und Gewerbe werden dann praktische Vorschläge unterbreiten, wie man deutsche Waren ausschalten könne. Unter der Leitung des Jewish Representatlve Council sind bereits Boykottkomitees in Manchester, Liverpool und Leeds gegründet worden. Sin zu gründender Küulerlnnenverband wird die Aufgabe haben, den Detailhandel mit deutschen Waren in allen Warenhäusern Englands zu unterbinden, solange die Entrechtung und Verfolgung der Juden In Deutschland anhält. Das Zentralkomitee dieser Frauenliga setzt steh aus den folgenden Frauen zusammen: Mrs. Philip Qusdslls, Mrs. Theodore Bumey, Airs, Dennis Cohen, Mrs. Adrian Franklin, Mrs. Cyrii Henriques, Mrs. A. H. Jessel, The Hon. Mrs. Ewen Montagu, Mrs. J. Cofman-Nlcoresti, Mrs. R. 8, Solomon. P. T. Oeatatte mir httfl. rnitzutellen, daß loh das CAFfi KREINDLER ttn. m II.« KsUsnSitrsB« Nn 14 ... _ Autobushaltestelle der Linie 4 übernommen habe. Na/?h, vollkommener Renovierung Ist den ««ehrten Sn *jrefctben .ln 6,nem «rut ventilierten Kaffeehaus mit mäßigen Preisen und äußerst aufmerk* sainer Bedienung einen angenehmen Aufenthalt au nnaen. Um aahlrelchen Kuspruch ersucht W. KRIINDLIR Wien. TT.. Hrillnndatr. K Tel. A 48 M*