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Die Stimme · 1933-10-26 · Heft 306 (26.10.1933) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 306 (26.10.1933)
Date
1933-10-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Bette» , P» STIMME W-&ide*uU& ih&frJjfukei 27. OHoÜef 1 (tgk tiHtnmm* If^Mfrpnv Konferenz der Allgemeinen Zionisten Palästinas Tel-Awiw. In Tel-Awiw fand eine Konferenz der AOgemeinen Zionisten Palästinas statt, auf der die Kongreßdelegierten der Partei, J. Snprasky, Rechtsanwalt S. Ussischkin (ein Sohn M. M. Ussischkins), Dr. Benzion Mossinson und Dr. H. Bogratschow Bericht über den Prager Zionistenkongreß erstatteten. An der darauf* folgenden allgemeinen Aussprache nahmen 22 Führer der palästinensischen Gruppen und die als Gäste anwesenden amerikanischen Zionisten Ab. Goldberg und Dr. S. Bernstein teil. Von den Beschlüssen sind hervorzuheben: 1. Der Parteirat der Allgemeinen Zionisten Palästinas vertraut nicht darauf, daß die vom 18. Zionisten* kongreß eingesetzte Exekutive die Bedürfnisse der jüdischen Massen in bezug auf Organisation, Einwanderung, Kolonisa* tion usw. befriedigen wird. 2. Die Allgemeinen Zionisten werden Ihre Arbeit für Keren Kajemeth und Keren Hajesipd hingebungsvoll fort* führen. 3. Die Landespartei schließt sich dem Weltverband der Allgemeinen Zionisten an. 4. Eine Kolonie, die den Namen Menachem Ussischkln tragen soll, wird anläßlich des 70. Geburtstages Ussischkins errichtet Die Allgemeinen Zionisten übernehmen den Bau dieser Kolonie und werden die hiefür notwendigen Mittel aufbringen. 5. Die Jerusalemer Exekutive wird aufgefordert «den unausgesetzten Angriffen gegen den Revisionismus im Organ der Arbeiterpartei ihr Augenmerk zuzuwenden». Die übrigen Resolutionen bezogen sich auf Wirtschaft* liehe und finanzielle Angelegenheiten. jüdischer Einwanderer in Palästina Ungeachtet der seitens der englischen Regierung im Unterhause gegebenen Zusicherungen, daß den aus Deutschland geflüchteten Juden in Palästina jede nur mögliche Erleichterung gewährt werden wird, müssen sich diese Einwanderer Drangsalierungen verschiedener Art gefallen lassen. Die Polizei ist fortwährend auf der Suche nach Touristen, die über die ihnen gewährte Frist hinaus im Lande bleiben wollen; unter solchen Touristen sind viele deutsche Juden, die Gesuche um Gewährung dauernder Niederlassung eingereicht haben. Die Polizei veranstaltete eine Razzia im Bureau der Hitachduth Olej Germania (Organisation deutscher Einwanderer), revidierte die Personaldokumente und verhaftete acht Personen, die sich noch immer in Polizeigewahrsam befinden und wahrscheinlich nach Deutschland ausgewiesen werden würden. Der aus Deutschland eingewanderte Augenarzt Dr. S u I m a n, der sich hier eine Praxis geschaffen hat, wurde von der Polizei aufgefordert, das Land zu verlassen, wenn er es nicht auf eine formale Ausweisung ankommen lassen will Die letzte Ausgabe des Pubiikationsorgans der Palästinaregierang enthält, wie die beiden vorangegangenen Nummern eine lange Liste von. auf Befehl des Generalinspektors der Polizei ausgewiesenen Personen. Allein die letzte Liste enthält 35 Namen von ausgewiesenen Juden. An der Sitze der Polizeitruppe, die nach im Lande verbliebenen «Touristen» sucht, steht ein christlicher Araber, dessen Stab erweit rt wurde, damit er der «Drohung» deutsch-jüdischer Invasion gewachsen sei. Wirtschaftsstalle des Palästina* Amtes Die bereits angekündigte Ausgestaltung des Palästina- Amtes soll nunmehr in der Weise durchgeführt werden, daß sämtliche wirtschaftliche Agenden einer eigenen Abteilung, der Wirtschaftsstelle des Palästina-Amtes, überragen werden. Diese Wirtschaftsstelle wird insbesondere Palüsiinainteressenten ln sämtlichen Fragen, betreffend die Wirtschaft Palästinas, beraten und diesbezügliche Anfragen beantworten, wobei nicht nur Auskünfte allgemeiner Art, wie über Stand des Handels, Gewerbes und der Industrie, Lebenshaltung, Export und Import usw. erteilt werden sollen, sondern auch über wirtschaftliche Spezialgebiete. Die neugeschaffene Stelle wird dauernden Kontakt mit den einschlägigen wirtschaftlichen In* stltutionen Palästinas (Handels* und Industriekammern usw.) unterhalten. Schriftliche Anfragen sind zu richten an die Wirtschaftsstelle des Palästina-Amtes, Wien, L, Kärntnerstraße 28. Sprechstunden werden vorläufig jeden Dienstag und Donnerstag von 18.30 bis 19.30 Uhr (Kämt* nerstraße 28) abgehalten. Wir erhalten vom Palästina-Amte Wien folgende Mitteilung: Die gesteigerte Mittelstands-Einwanderung nach Palästina hat das Problem der Information über industrielle und landwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina in den Vordergrund gerückt. Dje verantwortlichen Organisationen und Institutionen des Jishuw haben die Notwendigkeit erkannt, diese wirtschaftlichen Informationen an einer Stelle zu zen tralisieren, um den neuen Einwanderern objektive und authentische Nachrichten über die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Palästina zu geben. Die Mehrung der Informationsstellen und die Erteilung von Informationen durch un befugte private Personen und private Bureaus soll durch eine zentrale und öffentliche Informationsstelle aller verantwortlichen Organisationen des Jishuw ersetzt werden. Nachdem bereits d:e landwirtschaftliche Information durch das «Zentrale Informationsbureau für Boden- und Landwirtschaft» zentralisiert wurde, haben jetzt die wirtschaftlichen Organisationen, und zwar Stadtverwaltung Tel- Awiw, Vereinigtes Komitee zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina, Industriellen-Verband in Palästina, Allgemeine Jüdische Arbeiterorganisation in Palästina, Kolonisten-Ver einigung in Palästina, Handelskammer Tel-Awiw und Jaffa, The American Economic Committee for Palestine Tel-Aviv, die Zentralisierung der industriellen Information in derselben Wirtschaftsstelle, und zwar in industriellen Angelegenheiten Juden Währings! Decket Euren Bedarf an Lebensrnitteln, Delikatessen, Waschartikeln «*->wie Weine und Liköre bei Gesinnungsgenossen Isidor THUnger, XVIII, Oersthoferstraße 103 (B 46-8-64), welcher schon hei Kauf von S 5 - aufwärts franko Haus liefert» bei «Zentrales Informationsbureau für Industrie» unter der Adresse American Economic Committee for Palestine Tel- Aviv, P. 0. B. 52, vorgenommen. Durch diese Zentralisation wird die Koordination aller auf den Aufbau der Industrie gerichteten Bemühungen erhofft. Es empfiehlt sich, Anfragen aus Oesterreich zur Vermeidung überflüssiger Korrespondenzen und zwecks Vereinheitlichung und Vereinfachung des palästinensischen Wirtschaftsdienstes, an die Wirtschaftsstelle des Palästina- Amtes, Wien, 1., Kärntnerstraße 28, zu richten. (Sprechstunden der Wirtschaftsstelle des Palästina-Amtes vorläufig jeden Dienstag und ErfMIiaunäsoiizeloe P. T. Gestatte mir höfl. mitzutellen, daß ich das CAE» KREINDLER «nera. aut» UL, HollandstraO« Nr. 14 Autobushaltestelle der Linie 4 übernommen habe. Nach vollkommener Renovierung' ist den geehrten Gästen Gelegenheit gegeben in einem gut ventilierten Kaffeehaus mit mäßigen Preisen und äußerst aufmerksamer Bedienung einen angenehmen Aufenthalt zu finden. Um zahlreichen Zuspruch ersucht W. KREINDLER _Wien, IT.. Hollandstr. 14, Tel. A 43-2-2B Donnerstag von 18 Uhr 30 bis 19 Uhr 30. Daselbst sind auch Anfrageformulare erhältlich.) * Das Palästina-Amt Wien teilt mit: Dienstag, den 7. November 1933, fährt ein Transport von Chaluzim aus Wien nach Palästina. Die genaue Abfahrtszeit wird in der nächsten Nummer der «Stimme» bekanntgegeben werden. Gefängnis für Schofarblasen an der Klagemauer Jerusalem. Ein Jerusalemer Gericht, bestehend aus einem jüdischen und einem arabischen Richter, verurteilte Aaron Zuckermann aus Tel-Awiw zu zwei Wochen Gefängnis, weil er das nach den Unruhen im Herbst 1929 ausgesprochene Verbot des Schofarblasens an der Klagemauer übertreten und am vergangenen Jom Kippur nach dem Neulah-Gebet an der Klagemauer Schofar geblasen hat (Bekanntlich erfolgte auch im vergangenen Jahre eine Verurteilung wegen des gleichen Delikts). — Mordechai Nissen bäum, der die Polizei daran gehindert hat, Zuckermann zu verhaften, wurde zu 5 Pfund Geldbuße oder einem Monat Gefängnis verurteilt. Nissenbaum erklärte, er werde die Geldbuße nicht zahlen und die Gefängnisstrafe auf sich nehmen. Ein Vetter Theodor Herzls muß Palästina verlassen Tel-Awiw. Der 35jährige Bauarbeiter Benedict Herzl, ein Vetter Theodor Herzls, der als Tourist nach Palästina gekommen war, sollte wegen Ueberscbreitung der Aufenthaltsfrist ausgewiesen werden. Auf Intervention des Rechtsanwalts Max S e l i g m a n n erhielt Herzl die Erlaubnis, das Land freiwillig zu verlassen. Er wird in Triest Die wirtschaftlich« Bedeutung der „Levante-Hesse** Ein österreichischer Pavillon Das neuerworbene Riesengelände der VI. Tel-Awiwer «Levante-Messe» ist für die Geschichte dieser Mene gleichbedeutend mit dem Beginn einer neuen Epoche. Aus der einst lokalen Bedeutung und den Schwierigkeiten, die sich anfangs ergeben haben, ist schon die letzte, die im Jahre 1932 stattgefundene 5. Levante-Messe, ein ganz großer Erfolg geworden. Ueber 800 ausländische Aussteller hatten sich bereits beteiligt und nach dem bisherigen Interesse und den vorliegenden Anfragen ist der kommenden Messe, die vom 26. April bis 26. Mai 193 stattfinden wird, ein Rekord vorauszusagen. Es wird nicht nur die Zahl der Aussteller bedeutend größer sein, sondern es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die Anzahl der nationalen Pavillons steigen wirdJ Auch in Oesterreich, dessen überaus günstige und lehrreiche Exportsteigerung wir letztens behandelt haben und worüber die Tageszeitungen sowohl wie die Fachzeitschriften zu melden wissen, ist man in allen wirtschaftlichen Kreisen an der Schaffung eines eigenen Pavillons lebhaft interessiert. Es liegen auch aus österreichischen Industrie- und Exportkreisen zahlreiche Anfragen und Anmeldungen vor. Das Interesse der österreichischen Wirtschaftskreise an der kommenden «Levante-Messe» ist auch daraus erklärlich,, da der Export Oesterreichs nach den Ländern des vorderen Orients — Türkei, Persien, Aegypten, Syrien, Irak, Palästina — im Gesamtexport einen ganz großen Raum einnimmt. Oesterreich ist seit vielen Jahrzehnten auf diesen Märkten eingeführt, kennt den Geschmack und die Bedürfnisse dieser Länder. Dazu kommt ein dauerndes Ansteigen der Bedürfnisse gerade dieser Länder. So importierten die Länder des vorderen Orient im Jahre 1932 Waren für 76 Millionen Pfund, während China gleichzeitig nur Waren im Werte von 90 Millionen Pfund eingeführt hat. Palästinas Import ist im Werte der eingeführten Waren — trotz Sinkens der Grundpreise — im Laufe der letzten Jahre um 8.4 Prozent gestiegen und führt 11 Prozent des Gesamtimportes der Länder des mittleren Ostens ein. Auf den Kopf der Bevölkerung importiert Palästina Waren für 73 Pfund. Da auch der Export aus Palästina im Steigen begriffen ist, da die Einwanderungskonjunktur anhält und viel Kapital dem Lande zuströmt, ist mit einer weiteren Steigerung der Importe nach Palästina zu rechnen. Oesterreich hat jetzt eine große Chance, die auszunützen gerade die kommende Messe Gelegenheit bietet. * Die offizielle österreichische Vertretung der «Levante- Messe» wurde den Herren Bruno Rabinowitz und Richter (I., Rotenturmstraße 25) übertragen, die bereitwilligst Auskünfte erteilen. die Zuteilung eines Arbeitereinwanderungszertifikats abwarten. Wäre eine Ausweisung erfolgt, so hätte er nie mehr die Möglichkeit gehabt, nach Palästina zurückzukehren. Kein Jude während der Araber-Unruhen verletst Jerusalem. Am vergangenen Freitag, dem Streik- und Demonstrationstag der Araber gegen jüdische Einwanderung, der im allgemeinen glimpflich verlief, wurden kn ganzen 22 Personen verletzt, unter ihnen 5 Mitglieder der Arabischen Exekutive, 12 andere Araber und 5 Polizisten. Die Verletzungen sind alle ganz leichter Art Kein Jude kam zu Schaden. Einwanderer-Zeltlager Im Zentrum von Tel-Awiw Tel-Awiw. Der große Mangel an Wohnungen in Tel-Awiw im Zusammenhang mit dem Einströmen neuer Einwanderer, insbesondere aus Deutschland, hat die Stadtverwaltung bewogen, im Zentrum von TeI-Aw 1 w, an der Kreuzung der Nachmani- und der Achad- Haam-Straße. ein Zeltlager zur Unterbringung neuer Ankömmlinge zu errichten. Die Lage der Zeltbewohner ist infolge der zu früh eingetretenen Regenpeniode nicht beneidenswert und es wird allgemein dringend die Errichtung tester Wohnhäuser für die Einwanderer gefordert. Die Jüdisch-akad. Verbindung «Zephira», Wien, gratuliert herzlichst ihrem A. H. Dunek Schmid (Schwips xxx, x, xxFx, xxx) zu seiner Verlobung mit Fräulein Salka Bessler (Stanislau), Für den A. H.-Verband: Für die Aktlvltas: Dr. Ernst HiUinger, M. U. C. Marcell Tippelt, dzt. Präses dzt. X.

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