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Die Stimme · 1933-10-26 · Heft 306 (26.10.1933) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 306 (26.10.1933)
Date
1933-10-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 306 — 27. Oktober 1933 DIB STIMME Mtl Sir Herbert Samuel: Palästina, die Hoffnung der deutschen luden mmmmmmmmmmmBsamammmammmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm Deutschland, am 11. November im großen Konzerthaussa<al. Karten am Schalter der Kunststelle. Heute. Donnerstag, Uhr abends, Vortnag des akademischen Bildhauers mix Weiß über «Aussichten der bildenden Kunst in Palästina» im Mirjamheim, I., Jondar gasse 7. New York. Der gegenwärtig in den Vereinigten Staaten weilende frühere britische Innenminister und erste High Commissioner für Palästina Sir Herbert Samuel, der Führer der englischen Liberalen Partei, hielt anläßlich der Aufführung der jüdischen Revue «Romanze eines Volkes» Ini Kingsbridge-Zeughaus zu New York vor mehr als 20.000 Menschen eine Ansprache, in der er ausführte: Palästina ist jetzt die Hoffnung der deutschen Juden. Das Gute in Palästina wird das Böse in Deutschland heilem Vor wenigen Tagen sprach Sir Herbert Samuel in einer jüdischen Massenversammlung In Toronto, Kanada. Cr erklärte, es sei seine Absicht, eine Reise durch die gesamten Vereinigten Staaten und durch Kanada zu machen, um Geld zur Ansiedlung deutscher Juden ln Palästina aufzubringen. Die einzige Lösung für die deutschen Juden, sagte Sir Herbert, ist Palästina. Die hebräische Universität ip Jerusalem müsse durch besondere Zuwendungen in die Lage gebracht werden, Jüdischen Professoren und Gelehrten, die gezwungen sind, Deutschland zu verlassen, die Möglichkeit zur Fortsetzung ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu verschaffen. Oer Vortrag des Rabbi Melr Berlin Vor einem ausschließlich orthodoxen Auditorium, in dem zahlreiche Jugendliche und auch führende Chassidim und Rabbiner zu sehen waren, sprach letzten Montag im Hotel Gontinental unter dem Vorsitz des Obmarines des österreichischen Misrachi Rabbi Salomon Friedmann, der Präsident der Weltorganisation Misrachi, Rabbi Mei-r Berlin. Der Vortragende besprach die Situation, die der Ausgang des Kongresses für den Misraohi schuf. Nicht nur sei es der schwächste Kongreß gewesen, erst die zu erwartenden Folgen seien verhängnisvoll zu nennen. Herzl wollte vergebens einen Kongreß aller Juden. Es gelang lediglich, einen minimalen Teil des Volkes als Zionisten um die Kongresse zu gruppieren. Nun ergab sich zum ersten Male die Gelegenheit, sozusagen statt einen Kongreß der Zionisten für die Juden, einen Kongreß der Juden für die Zionisten, für den Zionismus, abzuhalten. Ein Kongreß, der die Oeffnung der Tore Erez Israels für die Massen laut in die Welt ninausschreien sollte, wurde In ein Forum der linksstehenden Sieger verwandelt. Nach Meinung des Redners war die Einsetzung der Untersuöhungskoiiimiasion schon vor Eröffnung des Kongresses danach angetan, den Kongreß selber vom Konfliktstoff zu 'befreien. An die Spitze des Allah-Departement ist einer gestellt worden, dem der Mittelstand ein Dorn Im Auge sei. Wenn schon eine Partei, wie die des Jizohak Grünbaum, ln der Exekutive vertreten sein mußte, um wieviel mehr wäre auf den Misrachi Rücksicht zu nehmen gewesen. Die Mitarbeit des Misrachi in der Zionistischen Organisation, erklärt Redner, war für diese von großem Segen. Indes, konnten wir uns noch bisher mit Protesten gegen die Ignorierung altjüdischer Gesetze begnügen, heute, wo eine Masoenaliah vor sich geht, wachse die Gefahr für die Erhaltung der Tradition derart, daß wir ultimative Forde- EM« 0. Gesellschaftsreise des Reisebureaus «Compass folge, die das weltbekannte Luxus-Motorschiff «V u I c a n 1 a» fojge, die da weitbekannte Luxus-Motorschiff «Vulcania» bei seinen zwei Sonderfahrten nach Palästina zu Ostern und zu Schewuoth erzielt hat, veranlassen die Cosulich Line, nunmehr wieder eine Sonderfahrt mit diesem, sonst auf der Strecke Triest—New York verkehrenden Schiff zu veranstalten. Dem Reisebureau «Compass Tours» ist es gelungen, wie bei den früheren Sonderfahrten auf diesem modernen, mit allen Bequemlichkeiten ausgestatteten Schiff eine Anzahl Von Kabinen in der 2. und 3. Klasse zu reservieren. Bel dieser Reise wird wieder die Gelegenheit geboten, die Wiegestätte unserer Zivilisation: Rom, Athen, Jerusalem und Kairo, zu besuchen. Da dem Reisebureau «Compaß Tours» eine beschränkte Anzahl von Kabinen in der 2. und 3. Klasse zur Verfügung stehen wird, wird eheste Anmeldung empfohlen. rungcu an den Kongreß stellen mußten. Unzutreffend sei eine Behauptung, wir hätten persönliche Wünsche diesen Forderungen vorangestellt. Im Verlaufe seiner scharf gehaltenen Auseinandersetzung versuchte dann R. Berlin zu erklären, was der Misrachi in seiner nunmehrigen oppositionellen Stellung zu tun gedenke. Für den Keren Hajessod könnten ja Misracfoisten auch weiter beisteuern; ihn fördern durch Propaganda sei jedoch untunlidh. Was den Keren Kajemeth anbetrifft, ist der Misrachi im Direktorium vertreten und so könnte man noch da die religiösen Forderungen aufstellen. Am wichtigsten sei aber nun eine Stärkung der Organisation des Misrachi selbst und seiner Fonds. Geplant sei ferner die Einberufung einer gemeinsamen Konferenz des Misrachi und der Agudafdamitdasreligiösejudentum eine organisierte Arbeit für Erez Israel entfalte. IIMEMIEIP / KliNSI Ein Abend jüdischer Kunst Die Bezirkssektion Innere Stadt veranstaltet am Dienstag, den 31. Oktober, im Festsaal des Niederösterreichiscben Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, edne Akademie mit Tanz unter Mitwirkung erstklassiger jüdischer Künstler. Arrangement: Jüdische Kunststelle. Beginn Punkt 9 Uhr abends. Karten bei sämtlichen Komiteemitgliedern und im Cafe Altes Rathaus. Slegmimd Schorr-Abend Samstag, den 21. Oktober, fand im Festsaale des «Hotel Continental» die von der «W i z o» veranstaltete Vorlesung von Siegmund Schorraus eigenen Humoresken und Satiren statt. Der hier schon von seinen früheren Wiener Abenden bestens bekannte Autor brachte auch heuer das zahlreich erschienene Publikum in glänzendste Laune, dies um so mehr, als er auch ein brillanter, wirkungserprobter Rezitator eigener Sachen ist, der jede Pointe unwiderstehlich zu bringen versteht. Wenn auch seine Satiren scharf und treffsicher sind und oft auch der politischen Spitze nicht entbehren (wie zunr Beispiel in der Skizze «Der Führer und das Volk»), so taucht alles der sonnige Humor, den er jedem Thema abgewinnt, in ein versöhnliches Licht und zwingt auch den Widerstrebenden zu einem befreienden Lachen. Die Zuhörer dankten ihm auch für jeden Programmpunkt mit stürmischem Beifall und erzwangen mehrere Zugaben. Einleitende Worte über Humor im allgemeinen, den jüdischen Humor insbesondere und über die Eigenart des Schaffens von Siegmund Schorr, sprach vor der Vorlesung Doktor Viktor Pordes. Danksagung E. Die Zion. Bezirkssektion XX, Wien, XX., Jägerstr. 30, bringt hiermit Herrn Josef Rate», Rabbiner und Prediger, Wien, XX., Universumetraße 40, den innigsten Dank zum Ausdruck, daß dieser an den Hohen Feiertagen in uneigennütziger Welse durch sein vorzügliches Mussaw-Beten und Predigen das Bet-Publikum dieses Vereines begeistert hatte und wünscht ihm ein Gmar-Tow. Trauerfder für Dozenten Dr. Goldsfeein Sonntag, 29. Oktober, 5 Uhr nachmittags, findet im Vo» tragssaale des Maimonides-Institutes, Wien, I!., Praterstraße 11, eine Trauerfeier für den hlngeschfedenen Dozenten am Institut Dr. Nissan Goldstein statt. Das Palästina- Informationsbuch 9, Auflago soeben erschienen srs:, Das Mali Buch aefaimni II Präzise Beantwortung aller Fragen über Palästina- I Verwaltung, Steuer, Recht, Zoll, Verkehr, Touristik. I Einwanderung? .'Stimmungen, Existenzmöglichkeiten. I Zionismus. — Führer durch das Land. — Hebräisches I Vokabularium In Lateinschrift. IgO Oktavseiten Tatsachen und ZiffernI Eine Lsudkarte. im Inland 8 4.20. un Ausland M 2 50 Schw. Fr. 3.—, Pengö 4—, Zloty 5 - Kc 20--. Dinar 43.— bei Vorauszahlung, inklus. Porto, erhältlich bei: DAfiU rj. m. b. H. n“MM um hl laoiiinur aurui 8 tffauut cLm ^bcj((M Lachen, das ist die Devise des zu neuem Leben erwachten Theaters der Komiker. Schon die Namen der drei Hausgötter, Armin Berg, Sandor R o 11 und Armin Springer, bedeuten ein Programm des Lachens und der ungetrübten Heiterkeit. Dieses Triumvirat, dao gleichzeitig für Spiel, Inhalt und Stück verantwortlich zeichnet, hat ein Ziel: das Zwerchfell des Publikums zu erschüttern und es zwei Stunden lang nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Gleichwie, ob sie in Verwicklungssketchs oder aus dem Leben gegriffenen Zeitbildern hervortreten, immer sind diese Einakter von einer Fülle köstlicher und amüsanter Einfälle, die durch das menschlich warme Spiel der Hauptakteure gerade in diesen Räumen aufs angenehmste überraschen. Die Tradition des Jargontheaters aus der Zeit der «B u d ap e s ter», eines Eisenbach und Qlinger, wird wohl in dieser Wirkungsstätte Eisenbachs noch immer gewahrt. Allein es ist mit Genugtuung festzustellen, daß von den Hauptdarstellern jene durchaus unsympathische Art der sich auf dem jüdischen Rücken breitmachenden Lozelach geflissentlich vermieden wird. Und man muß sagen, nicht zum Schaden der Witze und ihrer Wirkung auf das Publikum, j. r. E Jüdische Kunststelle, Wien, II., Aspernbrückengasse 2. Tel. R 48-2-91. Bureau: 9—19. Den Mitgliedern stehen Karten zu ermäßigtem Preis für die Staatstheater und die anderen Theater zur Verfügung. Die Kunststelle hat das Arrangement folgender Veranstaltungen übernommen: Zionistische Bezirkssektion I. Dienstag, den 31. Oktober. Jung Wizo-Miriam: Samstag, den 4. November. Füfirung: Sonntag, den 29. Oktober, findet unter Leitung des akademischen Bildhauers Felix Weiß eine Führung diirch die «Moderne Galerie» statt. Treffpunkt vor dem Eingang, III-, Prinz-Eugen-Straße 27, um ‘/feil Uhr. Konzerte. Hanigun, jüdischer Männerchor aus Jüdische VolHsbibliothek „Zion“ Wien, II., Kleine Mohrengasse 3 Die Leitung hat in letzter Zeit mehrfache Neuerscheinungen der deutschen und hebräischen Literatur erworben. Die Monatsgebühr beträgt 80 Groschen, fü> Jugendliche 40 Grosclien. Bibliotheksstunden: Montag bis Donnerstag von i/27 bis Vz9 Uhr abends, Sonntag von */2l I bis Zz 1 Uhr vonmttags. Jüdisches Vofksheim, II., Blumauergasse i. Samstag, 28. Oktober 1933, 8 Uhr 15, «Melodien der Arbeit und des Volkes». Ausführende: Sascha FIderer (Gesang), Schulamith Silber er (Violine), Robert Spitz (Klavier), Sprcehchor des Brith Bilu. Gäste willkommen. * Anmeldungen für Hebräisch-, Englisch-, Gymnastik Kurse, Kurse über Jüdische Geschichte, Palästina-Kunde, Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung täglich von 6 bis 8 Uhr, If., Blumauergasse 1. Die Eröffnung der Jüdischen Bühne, Wien, 1L, Praterstraße 60. findet am Freitag, den 3. November 1933, statt. Der Direktion?st es gelungen, erstklassige Kräfte a-us dem Auslande zu engagieren. Zugunsten notleidender jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland findet am Sonntag, den 29. Oktober 1933, %9 Uhr abends, Im Festsaale des Hotel «Continental», II., Taborstraße 4, ein Bunter Abend jüdischer Künstler statt. In uneigennütziger Welse haben ihre Mitwirkung zugesagt: Hedi Eisler, Edmund Eysler, Armin Springer, Louis Treumann, Fritz Wiesenthal, Prof. Josef Zimbler u. v. a. Karten in der Bücherstube Rath, II., Taborstraße 22 a, in der «Emunah», I., Salzgries 14, beim Hotelportier des Hotel «Continental» und an der Abendkassa. Silm Der weiße Häuptling Das Kreuz-Kino bringt ab Freitag einen neuen F o x - F i l m aus dem wilden Westen. George O’Brien steht an der Spitze des Ensembles, Der Film zeigt den Zug der Wagenkarawanen bei der Erschließung des Westens, den Bau der ersten Eisenbahn, die Kämpfe mit den Rothäuten und zahllose spannende Kriegs- und Jagdabenteuer. Weitere Hauptdarsteller sind Janet Chandler und Marlon Burns. Regie führte David Howard. Welturaufführung des ersten Piccaver-Films Der erste Alfred-Piccaver-Großfilms «Abenteuer am Lido» erlebt am Freitag den 27. Oktober, in mehreren Wiener Premierentheatern seine Welturaufführung. Die Fe&tpremlere findet ami gleichen Tage um. 9 Uhr abends im Sascha-Palast statt. Die Hauptdarsteller dieses Films, einer musikalischen Komödie, Nora Gregor vom Burgtheater, Kammersänger Alfred Piccaver, der Komiker Szöke S z a k a 11, Susi Lanner und Walter R i 11 a wohnen dieser Welturaufführung persönlich bei, ebenfalls der Regisseur Richard Oswald. Irene Dünne — ein neuer Star Demnächst erscheint in Wien der Film «l n der Se itengasse», dessen Hauptrolle die Schauspielerin Irene Dünne verkörpert, eine Frau, die in den englisch sprechenden Ländern zu den meistgesehätztesten und populärsten Künstlerinnen gehört. Nun wird sie auch Europa im Rahmen eines deutschsprachigen Filmdramas kennentemen und es steht außer Zweifel, daß die Schönheit, der Charm und die große Kunst dieser Darstellerin ihr bald auch hier alle Herzen erobern werden. Vom Hachscbarahamt der Judäa Folgende Kurse beginnen anfangs November: A nstrelcher- und LackTererkurs: Dauer sechs Monate* Kostenbeitrag S 60.—-; Chauffeurkurs: Dauer zwei Monate, Kost#nbeitnag S 40.—; Uhrmacherkurs: Dauer zehn Monate, Kostenbeitrag S 150-—; Handschuhnäherinnenkurs: Dauer dred Wochen, Kostenbeitrag S 15.—. Alle Beträge können ln Raten erlegt werden. Anmeldungen sind schleunigst vorzunehmen. Jene ausländischen Studenten, die bei der Inskription an den Wiener Hochschulen abgewiesen wurden, mögen »ich im Sekretariat des jüdischen Hochschul« aus8chusse8, IX., Alserstraße 2 6, zwischen 1 bis 2 Uhr mittags melden. Das Sportamt der «Judäa» veranstaltet ein Ping-Pong- Turnier das in der Woche vom 30. Oktober bis 6. Novembet zur Austragung gelangt. Folgende Bewerbe sind ausgeschrieben: 1. Single; 2. Double; 3. Fachvereinsmeisterschaft (4 Leute). Der erste und zweite Bewerb werden nach dem Cupsystem der letzte auf Grund des Meistersschaftssystems durchgeführt. Ort: Zentralheim, IX., Alserstraße 26. Zeit: 30. Oktober bis 6 November, täglich ab 20 Uhr, Nenngeld: für Single 50 Groschen, für Double pro Mannschaft S 1.20, für die Fachvereinsmeisterschaft S 2.— pro Mannschaft. Nennungsschluß; Samstag, den 28. Oktober, 22 Uhr. Zionis lsciie BczirKs-seK lon innere siafli Dienstag, 31. Oktober, 9 Uhr abends Festsaal, I , Eschenbachgasse 11 Akademie mit Tanz Programm: Isj\ Brandmann* Trio I. Segal-Roseitbach, Konxartaängar Marff. Bach, Rezitationen Oskar Teller, Viktor Schlesinger, Chansons Hilda Dulitzkaja. jüdische Lieder Tanzkapelle: Ika» Jazz

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