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Die Stimme · 1933-10-26 · Heft 306 (26.10.1933) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 306 (26.10.1933)
Date
1933-10-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMM* Nr. 30« — 27. Oktober 193» Dr. Nissan Goldslein s. n. Von Rabbiner Dr. A. Katninka Wie ein Blitzschlag aus heiteren Höhen verbreitete sich die Kunde, daß Rechtsanwalt Dr. Nissan Goldstein, der auch Dozent für talmudische Rechtswissenschaft am M a imonides-lnstitut war, nach kurzer Krankheit im Alter von kaum 54 Jahren am 18. Oktober d. J. aus dem Leben geschieden ist. Wenige Tage vorher hatte er noch an der Beratung der Freunde des Institutes teilgenommen, in der seine Vorlesungen für das neue Studienjahr auf dem Gebiete des talmudischen Eherechtes festgesetzt wurden. Er war einer der größten lebenden Kenner und vielleicht der scharfsinnigste Erklärer und wissenschaftliche Interpret des talmudischen Schrifttums und wurde mit Recht aüch von Talmudisten alten Schlages wegen seiner erstaunlichen Kenntnisse als «Qaon» bezeichnet. Durch seinen frühzeitigen Heimgang erleidet die Wissenschaft einen um so schwereren, wahrhaft unersetzlichen Verlust, da der frühzeitig heimgegangene Gelehrte, durch seine Berufspflichten als Rechtsanwalt gehindert, nicht dazu kam, die oft neue Bahnen eröffnenden Ergebnisse seiner Forschungen in Büchern oder auch nur Zeitschriftenartikeln niederzulegen und dadurch für die Fachwissenschaft dauernd zu sichern. Zu hoffen ist, daß hebräische Manuskripte aus seinem Nachlaß in Palästina zur Veröffentlichung gelangen werden. Dr. Nissan Goldstein war in Przemys! in Galizien geboren und in chassidischem Geiste erzogen. Er besaß schon in ganz jungen Jahren ein phänomenales Wissen im gesamten jüdischen Schrifttum. Er soll schon Im Alter von zwölf Jahren fast den ganzen Talmud so gut wie wörtlich auswendig beherrscht haben. Nach Erlangung der rabbinischen Ordination wurde er in Rohatyn als orthodoxer Rabbiner aufgenommen, wo seine halachischen Deraschas mit Ekstase aufgenommen wurden. Es ergab sich jedoch bald, daß eine Kluft zwischen der chassidischen Weltanschauung und der seinigen bestand, die durch ausgedehnte profane Studien eine freiere geworden war. An diesem Gegensätze scheiterte auch seine von Freunden betriebene Kandidatur als orthodoxer Rabbiner in Jaroslau. Er wurde statt dessen Bibliothekar der Kultusgemeinde in Lemberg, wo er Gelegenheit hatte, seine allgemeinen Kenntnisse zu erweitern, juristische Studien an der Universität zu absolvieren und auch schon wissenschaftliche Vorträge zu halten. Die Kriegszeit brachte ihn mit so vielen wertvollen jüdischen Intellektuellen nach Wien, wo er, nachdem er endgültig auf eine rabbinische Laufbahn verzichtet hatte und sich der Advokatur widmete, Gelegenheit hatte, in reichem Maße seine rechtswissenschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen und dabei einen innigen Kontakt mit dem jüdischen Schrifttum, dem sein ganzes Herz gehörte, aufrecht zu erhalten. Als Rechtsanwalt erwarb er sich durch den ungewöhnlichen Scharfsinn, den er in verwickelten Prozessen bekundete, hohes Ansehen in Richterkreisen und seine Muße gehört» ganz der Wissenschaft. Kurz nachdem das Maimonides-lnstitut gegründet wurde folgte er gerne der Berufung, an dieser Anstalt Vorträge über talmudische Rechtswissenschaft und über Midrasch zu halten. Hier, an dem Sammelpunkte aller begeisterten Freunde des althebräischen Schrifttums, fand er eine verständnisvolle Zuhörerschaft, die sein unerschöpfliches Wissen und sein kritisches Urteil zu würdigen wußte. An Hand der Texte des babylonischen und des jerusalemischen Talmuds, der Tosefta und aller anderen alten Quellen verbreitete er oft bei Behandlung der Materien des Zivilrechtes, des Strafrechtes, des Erbrechtes, des Eherechtes ein ganz überraschendes neues Licht über Stellen der Mischna unter Heranziehung der vergleichenden Rechtsgeschichte und enthüllte den wahren Sinn mancher von den Kommentatoren mißverstandenen Formeln, Grundsätze und Aussprüche. Auch in der «Histadrut Iwrith» hielt er von Zeit eu Zeit Vorträge in hebräischer Sprache. In den Dienst der zionistischen Bewegung, der er ein treuer Anhänger war, setzte er bereits in Galizien gerne seine geistige Kraft und auch in Wien stand er ihr immer zur Verfügung. Vor seinem Hinscheiden hatte er noch die Freude, seine in Palästina verheiratete, in T e 1 - A w i w als Aerztin lebende Tochter und ein in Jerusalem geborenes, hebräisch sprechendes Enkelkind zu Besuch in seiner Nähe zu sehen. * Eine zahlreiche Trauerversammlung fand sich am 20. Oktober auf dem Zentralfriedhof ein, um den verehrten heimgegangenen Meister zu Grabe zu geleiten. Unter den Trauernden befanden sich der Rosch Beth Din Rabbiner Josef B a b a d und eine große Schar von Rabbinern und Talmide- Chachamim, die der Verlust tief erschüttert hatte. An der Bahre hielt Rabbiner Dr. A. K a m i n k a einen Nachruf, indem er als Leiter des Maimonides-lnstitutes dem Schmerze der Kollegen und aller Freunde des Verstorbenen über dessen frühzeitiges Hinscheiden Ausdruck gab. Im Namen der Zuhörerschaft und der Landsleute nahm das Mitglied der Institutsverwaltung und Vorstandsmitglied der polnischen großen Synagoge Hirsch Intrator in bewegten Worten vom unvergeßlichen Lehrer Abschied. Dr. Tartakower sprach Hebräisch namens der Histadrut Iwrith über den unersetzlichen Verlust und ein langjähriger Freund namens seiner zahlreichen Verehrer, worauf die irdische Hülle in das Grab gesenkt wurd«. reESSiSCHAU Faschismus und Judentum Mailand. «Popolo d’Italia» vom 15. Oktober behandelt das Verhältnis des Faschismus zum Judentum. Es heißt in dem betreffenden Artikel u. a.: Der Faschismus hat in der römischen Tradition — sowohl des heidnischen als auch des christlichen Rom — eine reale Judenfreundlichkeit (Philosemitismus) angetroffen. Von allem Anfang an seien jüdische italienische Patrioten in großer Zahl dem Faschismus beigetreten. Mussolini und Faschismus sind identisch. Sein Gedanke ist der Gedanke des Faschismus. Mussolini aber lag der Gedanke des Antisemitismus von jeher fern. Die italienischen Juden sind vor allem Italiener. Ihr Heimatland ist Italien, sie lieben Italien, was aber eine gewisse Hoffnung auf die Auferstehung Jerusalems nicht ausschließt. Der italienische Faschismus bringt eine neue Konzession für die Juden, diejenige der Kollektivität. Diese Aeußerungen, so heißt es im «Popolo d’Italia», sind dem französischen Journalisten De Kirillis, dem Vertreter des «Echo de Paris», vom Großrabbiner Italiens, der Faschist ist, gemacht worden. nTtmesu fordern Regelung der jüdischen Wanderung London. «Times» berichten, daß von den schätzungsweise 30.000 jüdischen Flüchtlingen in Frankreich rund 10.000 ohne Mittel und auf Hilfe angewiesen sind. «Times» Nach den erschütternden Eindrücken des 18. Kongresses mußte jeder gewissenhafte Zionist sich ein Urteil zu bilden suchen, wie es mit unserer Bewegung steht Auch in der «Stimme» sind einige solcher Bilanzen erschienen, welche — als von Allgemeinen Zionisten stammend — das Ergebnis dieses zwiespältigen Kongresses einer mehr oder minder scharfen Kritik unterzogen. Doch alle diese Bilanzen heben sich deutlich von jenen ab, weiche in revisionistischen Blättern zu lesen und darauf aus sind, den Kongreß schwarz in schwarz als Versinken in einen, von keinem Lichtstrahl erhellten Tartarus zu schildern. Für die Presse der Jabotinsky-Gruppe, welche ja stets im Extremen schwelgt, mag das hingehen. Befremdlich aber ist, daß eine der letzten Nummern der «Neuen Welt» einen mit gleichem Pessimismus gefärbten Artikel «Der Sinn der Judenstaatspartei» bringt. Er läßt, wie mir scheint, die von dieser jüngsten Fraktion beteuerte Ekikehfr und sohin Rückkehr in die zionistische Gemeinbürgschaft schmerzlich vermissen. Der Artikel sagt, kurz zusammengefaßt, folgendes: Alle bestehenden zionistischen Gruppen und voran jene, welche auf diesem Kongreß maßgebend waren, die Linke, Allgemeinen Zionisten und Revisionisten, sind nicht mehr Elemente eines Organismus, nicht Elemente der Erhaltung, sondern der «Zersetzung». Daheir — vor der judenfeindlichen Welt — die gegenseitige Beschuldigung niedrigster Verbrechen: des Mordes hie und der meineidigen Denunziatton dort, und daher als das Resultat des Kongresses die Bildung einer einseitig links orientierten Eexkutive, welcher es an der nötigen Autorität nach inanen und also auch nach außen fehlt und welche schon heute — den Disziplinairbeschlüssen des Kongresses zum Hohn — von allen anderen Gruppen Mißtrauensvoten und Gehorsamsverweigerungen erntet. Dieser Katastrophe abzuhelfen, mußte gerade jetzt die «Judenstaatspartei» gegründet werden, welche die verschollene Tugend der Hingabe an Herzl9 überragendes Ideal des Judenstaates neu beleben und an Stelle der Klassendiktatur von li'nks und der Personendiiktatur von rechts mit der Diktatur der Idee die wahre Demokratie wiederherstellen wird . . . Man begreift, wie den Autor ein psychologischer Zwang zu Trugschlüssen verleitet. Er Jst davon überzeugt, es sei unbedingt nötig, zu den fünf oder sechs Fraktionen, mit denen wir schon gesegnet sind, nooh eine, seine Fraktion, zu gründen und ihren Sonderbestand aufrechtzuerhalten und möchte diese Ueberzeugung anderen plausibel machen. So ergibt sich als scheinbare Prämisse seine Darstellung von der ans Fäulnis wachsenden Zersetzung der Zionistischen Organisation, von ihrer geradezu verzweifelten Lage. Wie aber steht es wirklich damit? Der letzte Kongreß hat die Erwartungen des jüdischen Volkes, welches endlich in der zionistischen Weltorganisation die berufene Führung aus tiefster Not zur nationalen Freiheit erkannt hat, durch Fraktionsgezänke bitter enttäuscht. Dennoch ist kein Grund daran zu zweifeln, daß die Lebenskraft unserer Organisation — dank Mithilfe besonnener Männer aus allen Lagern — den Weg aus dieser Zerfahrenheit, nicht Zersetzung, zur staatsbildenden Einheit wiederfindet. Wir dürfen Vertrauen in die Lebenskraft des Zionismus haben, wenn wir die Geschichte unserer Bewegung prüfend Überblicken. Um wie viel schlimmer war doch, verglichen mit dem Ergebnis des letzten Kongresses, jenes des 6. Kongresses 19031 Herzl präsentierte dort plötzlich statt Palästina als nächstes Ziel Uganda. Kaum mehr als die Hälfte der Delegierten folgten seiner Diplomatie. Doch die «Neinsager», der Kern der Bewegung, verließen den Kongreß und schalten den Führer «Verräter!» Und trotz aller Beschwichtigungen sagten, sofort nach dem Kongreß, alle 13 Kreisvorste'her in Rußland seinen Beschlüssen und Herzls Aktionskomitee den Gehorsam auf. Oder fanden etwa die späteren Kongresse in Fragen der Leitung stets einen harmonische« Abschluß? Da hätten wi'r z. B. den 9. Kongreß in Hamburg (1909), als die überwiegende Mehrheit die Zauderpolitik Wotffsohns verwarf, weicher — gestützt auf die Westler — mit Herzls alter Parole vom politischen Zionismus die praktische Palästinaairbeit zu bremsen suchte; aus taktischem Ungeschick mußte die Mehrheit im letzten Moment Wolffsohns Wiederwahl knirschend dulden und erst am nächsten Kongreß in Basel gelang es ihr, nach heißem Streit, Wolffsohn zu stürzen und durch Warburg zu ersetzen. Und haben wir nicht noch in Karlsbad bei de* Wiederwahl Weidmanns und 1931 bei seinem Sturz das Ringen der Machtgruppen um die Leitung miterlebt? Doch das Ganze avancierte in der von allen Zionisten klar erkannten und verfolgten Richtung Erez Israel weiter und so wurde dort der Jischuw als KristaMisationszentrum zum Judenstaat geschaffen, welches heute schon sein Eigenleben, Meinl-Kaffee geben einen Ueberblick über die Lage der Flüchtlinge ia allen Ländern, die überall trostlos ist, und fordern eine Regelung der jüdischen Wanderung und Verteilung der Flüchtlinge auf die verschiedenen Länder, wo sie wegen ihrer Qualitäten ein Gewinn für die betreffende# Länder sein können. zwiar nicht unabhängig von, aber doch als eigener Faktor neben der Zionistischen Organisation lebt. Ja, in unserer Organisation hat sich was geändert. Nicht die Menschen — da hat die «Neue Welt» recht — denn die bleiben sich i,m Wesen gleich, durch Jahrhunderte. Audi die führende Idee wurde — hier Irrt dieses Blatt — nicht geschwächt. Sie ist vielmehr erstarkt seit jener sohüohternen Forderung des ersten Kongresses nach der «rechtlich gesicherten Heimstätte» und seit jener demütigen Unterwerfung des neunten Kongresses unter das türkische Staatsgrundgesetz als angeblich genügenden Schutz jüdischen Voilksirechtes, bfs zu dem feierlich vom Völkerbund anerkannten «Jüdischen Nationalheim». Letzter Zeit hat der Zionismus gar, fußend auf seiner wirtschaftlichen Aufbauarbeit in Westpalästina, den Jordan zu überschreiten begonnen . . . Die wahre Ursache zur Bildung der Fraktionen und ihrer Gegensätzlichkeit Uegtvielmehrim F orts c h r i 11 des Zionismus vom bloßen Träumen und Planen der Landnahme zu deren Reallis i e r u n g. Damit ist natürlich die Ausartung des Fraktionismus und seine Auflehnung gegen das überragende zionistische Gesamtimteresse nicht entschuldigt. Die im besprochenen Artikel zitierten Fälle der Unzufriedenheit mit dem Kongreßergebnis gilt es, Fall zu Fall, richtig zu werten. So können die Mißtrauensvoten, welche der neuen Exekutive am Kongreß von den Minderheifstypen erteilt wurden, nichts anderes bedeuten als eine demonstrative Betonung der Tatsache, daß man gegen die Leitung gestimmt hat. Das alber ändert nichts an dem Anspruch dieser von der Kongreßmehrheit, also vom Kongreß gewählten Leitung auf Respekt, sowie — bei ungeschmälerter Ueberzegungsfreiheit und Kontrollrecht — auf Gehorsam und Mitarbeit seitens aller zionistischen Gruppen. Und wenn der Misrachi in Polen seine Vertreter aus dem Keren- Hajessod-Komitec abzieht und weitere Schritte der Sabotage androht, falls nicht ihr Ultimatum angenommen wird, ist das hoffentlich auch nur als Demonstration aufzufassen. Sind ja solche Ultimaten ein, freilich wenig geschmackvolles, Mittel im politischen Treiben. Vernünftiger wäre zunächst abzuwarten, wie das Zionistische Aktionskomitee sich zu den am Kongreß vorgebrachten Wünschen des Mlsrachi, betreffend die Gestaltung des religiösen Lebens in Erez, einstellt. Odioser ist schon das Rundschreiben Smilauskys an den Pflanzerverband mit der Aufforderung, der Jewish Agenzy Auskunft über die Arbeitsverhältnisse za verweigern. Doch ganz Erez weiß, daß Smilansky zwar ein“ bewahrter Orangenfachmann ist, aber in politischer Hinsicht ein nicht ernstzunehmender Eigenbrötler; hat er ja ihn' «Bustanai» knapp vor dem Kongreß das KKL-Direktowium attackiert, weil es unser Recht auf den Boden von Wadi Chawarith durchgesetzt und die beduhuschen «Pächter» verdrängt habe . . . Schade, daß die «Neue Welt» übensah, diese SabotagefälJe zu rügen. Fast hat man den Eindruck, daß sie sie mit Behagen auftischt. Freilich, wenn die Gehorsamsverweigerer solche Schützenhilfe zu spüren glauben, werden sie kaum geneigt sein, sich von den Disziplinarbesohlüssen des Kongresses eMischüdhtern zu lasse«. Würde hingegen jeder verantwortungsbewußte Zionist, ohne Unterschied der Fraktion, die Unterordnung unte’r die demokratisch gewählte Leitung eindeutig fordern, brauchte man von den Disziplinarbeschlüssen als der letzten Möglichkeit nicht erst Gebrauch machen. Noch ein Wort über die hier wie anderwärts und nicht zuletzt in der Linkspresse vielgepriesene Demokratie! Man mag übet sie de«ken wie immer. Darf ich bekennen, daß sie mir nicht Herzenssache ist? Auch anderen dürfte es in den letzten Jahren klar geworden sein, wie sich die Masse urteilslos nach links und nach rechts zerren läßt. Auch hier bewies Herzl seinen Weitblick. Denn er, den die Herzl-Zionisten als Hort und' Schützer der Demokratie preisen, war geradezu ihr Verächter, Ihm galten, wie in seinen Tagebüchern nachzuilesen ist, die aristokratische Republik und die konstitutionelle Monarchie als die Idealformen des Staates, auch unseres Staates. Hingegen nahm er die Demokratie bei einet freiwilligen Volksbewegung, wie es unser Zionismus ist, als notwendiges Uebel hin. Die bestgefügte Demokratie aber taugt nichts, wenn die, welche sich zu ihr zusammenfSnden, dies Gefäß nicht mit dem lebendigen Inhalt brüderlichen Gefühls zu erfüllen wissen, das allein gegenseitiges Verständnis und freundliche Begegnung, kurz Einigung und Einheit möglich macht. An diesem brüderlichen Gefühl freilich hat es uns allen bisher gefehlt und solchem Uebel kann keine Formel, kann auch der Zaubertrank mit der schönen Etikette «Judenstaat» nicht abhelfen. Dr. E. M. Zweig Schwarzmalerei

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