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Die Stimme · 1933-10-12 · Heft 304 (12.10.1933) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 304 (12.10.1933)
Date
1933-10-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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sm 8 DIE STIMME St. 304 — 12. OWob'ef 1033 :ii si .i!. , #.! :» r ' ■ ■Vil[ i i.i;■ r.H - ' Sf! ijfi , sn Am Samslag, den 24. Oktober, 8 Uhr abends, im Festsaat des Hotels Continental, 11., Taborstr., liest aus eigenen Werken Schriftsteller Stegmund Schorr Lemberg Karten beim KKL, I., Kärntnerstraße 28 (R 27-3-20), WIZO, II., Ob. Donaustraße 85 (A 41-2 14), Buchhandlung M. Rath, II., laborstraße 20a (A 43-1-59) und bei der Zionistischen Bezirkssektion II., Praterstraße 13 (R 44-3-45) Dr. David Schreiber (Lemberg) s Erschüttert nicht die Grundlagen unseres nationalen Gebäudes lohn Hathorn Hall besucht die Jüdischen Kolonien Jerusalem. John Hathorn H 311, der neue Chefsekretär und stellvertretende High Commissioner in Palästina, hat in den letzten Tagen eine Rundreise durch die jüdischen Kolonien gemacht, auf der er von dem Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Moses Shertok und dem Beamten der Exekutive Joshua G 0 r d 0 n begleitet wurde. Den Höhepunkt der Reise bildete der Besuch in Petach Tikwah, der 1878 begründeten ersten jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung. In seiner Erwiderung auf die Begrüßungsansprache eines Vertreters der Kolonisten erklärte John Hathorn Hall, es sei nur natürlich, daß sein erster Besuch Petach Tikwah gelte, da Petach Tikwah die jüdische Pionierkolonie sei, von der der erste Ruf an die Juden ausging, nach Palästina zu gehen und den Boden des Landes zu bearbeiten. Das Aufblühen von Petach Tikwah sei eben jenen Pionieren zu verdanken, die vor 55 Jahren hier zuerst den Spaten ergriffen; da nun die Arbeit in dem gleichen Tempo fortgeführt wird, wird die Blütezeit von Petach Tikwah andauern. Der Vorsitzende des Stadtrates Joshua Shtamper gab dem Gast eine Schilderung der wirtschaftlichen Position von Petach Tikwah und erwähnte dabei, daß Petach Tikwah eine Bevölkerung von 12.000 Seelen habe, daß die Hälfte des Bodens der Kolonie, der 30.000 Dunam umfaßt, mit Citruskulturen bepflanzt ist und daß Petach Tikwah mit Bezug auf die Steuerleistungen an die Regierungskasse an der Spitze aller Ländlichen Siedlungen des Landes steht. Von Petach Tikwah begab sich John Hathorn Hall nach Mikweh Israel, Magdiel und die neue Arbeitersiedlung Yarkona. Der Aufschwung der palästinensischen Wirtschaft Jerusalem. Das Regierungsorgan «Palestine Gazette» teilt mit, daß in den letzten Septembertagen 14 heimische und 2 ausländische Handelsgesellschaften, ferner 2 kooperative Gesellschaften — eine für Häuserbau, eine für Bewässerung — und 9 Teilhabergesellschaften in Jerusalem registriert wurden. Bei einigen der Neugründungen handelt es sich um Filmprodiiktion, Ladenbau, Errichtung von Miethäusern und Fabriken, Schokoladenindustrie, Siedlungsförderung, Errichtung von Wasserwerken, Ausbau des Versicherungswesens, Farbindustrie, Bankhäuser, Holzbearbeitung u. ä. m. Erfolg des Arlosoroff-Siedlungsfonds in Palästina Tel-Awiw. Seitens der Exekutive der Histadruth Haowdim wird mitgeteilt, daß bis zum 15. September für den Arlosoroff-Siedlungsfonds 16.000 Pfund aufgebracht wurden; etwa 23.800 Palästinaeinwohner beteiligten sich an der Aufbringung dieser Summe. Die Sammlungen werden in einer Massenversammlung im Jordantale ihren Höhepunkt finden; dort wird entschieden werden, wie die Leistungen für den Arlosoroff- Fonds am besten zu organisieren sind. An die jüdische Hochschuljngend! Das neugegründete Sportamt des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs «Judäa» bietet die Möglichkeit, alle Arten des Kampf- und Gesundheitssportes bei geringen Regiebeiträgen auszuüben. Gerade in dieser Zeit ist es notwendig, daß jeder jüdische Mensch seinen Körper stählt und trainiert, um imstande zu sein, allen härteren körperlichen Anforderungen in der Galuth oder in Erez Israel erfolgreich standhalten zu können. Die «Judäa» hat es nun ermöglicht, daß alle jüdischen Studenten unter bester fachkundiger Leitung zweckmäßigen Sport betreiben können. Nutzet diese Gelegenheit aus und kommt sofort zu uns. Alle ausführlichen Auskünfte und Anmeldungen erfolgen im neuen Zentralheim der «Judäa», Wien, IX., Alserstraße 26, Hochparterre, außer Samstag und Sonntag täglich 18 bis 20 Uhr, im Oktober (während der Inskriptionszeit) auch 9 bis 12 Uhr, Jeder Sportler wird versichert. Am 16. Oktober beginnen unsere Trockenskikurse für Anfänger und Vorgeschrittene, Tum- und Gymnastikkurse für Damen, Ringen. Preis für einen Monat (8 Stunden) inklusive Duschen unci Garderobe S 5.—. Kutth „inte V t Hüiijt Wien, IX., RoBauerländ* 29 — Tel. A 11-3-14 Altbewährt. Kinderheim ersten Ranges. Schönste Lage am Donaupromenade. Sonnige, große Räume. Beschränkte Kinderanzahl. Inu. Auslandsreferenzen. Prospekte. Internat, Externat. Beste Schulen in nächster Nähe. Kindergarten. Halb- und ganztägig Abholung. Ueberraschende Erfolge mit. schlecht essenden Kindern Klndersprachscbule. Französisch, Englisch, Hebräisch, Deutsch (für Ausländer) auf unterhaltende Art. Anfänger- und Vorgeschrittene Kurse. Rhythmisches Turnen. Im eigenen Saale. Nachmittagsheim. Schulnachhilfe, Beschäftigung, Spaziergang usw. Tante Marys Klassikerabende für junge Mädchen, Gemeinsame Lektüre der Klassiker sowie anschließen der Vortrag und Diskussion Wir bringen diesen Aufsatz eines führenden Mitgliedes der ostgalizischen Allgemeinen Zionisten, die sich bekanntlich auf dem letzten Prager Kongreß dem rechten Flügel der Allgemeinen Zionisten angeschlossen haben. (Anm. d. Red.) Die ganze zionistische Bewegung steht noch immer unter dem tiefen Eindruck der Vorgänge auf dem XVIII. Zionistenkongreß in Prag und seiner Resultate. Die zwei tragischen Geschehnisse, die die Gemüter aller Kongreßdelegierten beherrscht haben, die Ereignisse in Deutschland und der Tod Arlosoroffs, rufen nooh immer eine fieberhafte Erregung hervor, die das ganze jüdische Volk in seiner Tiefe erschüttert und es nicht zur Ruhe und zur Sammlung seines Gleichgewichtes kommen läßt. Diese seelische Verfassung hat einen gar schädlichen Einfluß auf die Beratungen des Kongresses ausgeübt und bewirkt, daß im Verhalten so mancher Gruppe jedwede Klugheit zu vermissen war und keine staatsmännische Instanz, die die bedeutenden und wirklich wertvollen Volksführer charakterisiert, zu sehen war. Insbesondere die größte und ohne Zweifel am besten disziplinierte Gruppe auf dem XVIII. Kongreß vermochte nicht, sich zu einem die Gesamtinteressen wahrnehmenden Standpunkt emporzuschwingen. Hätte die stärkste Partei des Kongresses wirkliche Staatsmänner von größerem Format an ihrer Spitze gehabt, dann wäre sicher nicht jener Grad von Gegnerschaft in die Kongreßberatungen hineingetragen worden, der sich durch den ganzen Prager Zionistenkongreß wie ein roter Faden vom ersten bis zum letzten Tag(zog. Und gerade vom Standpunkt der größten Fraktion ausgehend, hätte diese verstehen müssen, daß die Kraft der Majorität in einer freiwilligen, demokratischen Vereinigung, wie es die zionistische Organisation ist, nicht in der Ver- Bucfihotiung, Neuanlagen, Aufarbeitung 0. BUcUeiänden, Bilanzen, BevMonen billigst J. GLUCK Wien, V., Ramperstorffergasse Nr. 14/5 folgung und Verdrängung welcher Minoritätengruppen immer, liegen könne, sondern gerade im Nachgeben / und Entgegenkommen den anderen gegenüber. Zumindest aber in der Form. Das gegenteilige Verhalten, das wir auf dem XVIII. Kongreß feststellen konnten, vermochte nur ungeheure Verbitterung zu erzeugen und führte zur Schaffung von Märtyrern, was sicherlich nicht richtige Vorbedingungen für eine gedeihliche Arbeit in der ganzen Organisation im allgemeinen und insbesondere für die neugewählte Leitung sein kann. Eine kluge und nicht verblendete Mehrheitspartei hätte auch nicht so rücksichtslos ihre zahlenmäßige Kraft ausgenützt, um allein die ganze Verantwortung für die Führung der Organisation zu übernehmen, die doch nie mit Gewalt ihre Mitglieder zum Gehorsam zwingen, sondern nur eine freiwillige und disziplinierte Unterwerfung unter die Verordnung der Leitung erwarten kann. Es war daher nicht gut, daß die neugewählte Exekutive ganz einseitig zusammengesetzt wurde und in ihr große und wichtige Teile der zionistischen Bewegung keine Vertretung finden konnten. Die nicht erfreulichen Resultate des XVIII. Kongresses sind aber leider nicht auf den Kongreßsaal in Prag allein beschränkt geblieben. Die Auswirkungen der hitzigen Debatten und der Kämpfe in Prag finden nach wie vor in dem absolut nicht kameradschaftlichen Verhalten der einzelnen ' Gruppen zueinander ihr Spiegelbild. Wir hören immer wieder von neuen Zusammenstößen mit den revisionistischen Teilen der Bewegung, mit linken Gruppen sowohl in Palästina selbst als auch in manchen Orten der Diasporaländer. Die Zusammenstöße sind bisweilen von solcher Erbitterung, daß sie zu blutigen Kämpfen mit Verletzten und Verwundeten führen. Darin liegt die große Gefahr. Es sind dies Erscheinungen, nicht nur an sich traurig und beschämend, sondern auch ungemein schädlich für die weitere Entwicklung der Bewegung. Sie sind auch sehr schädlich für den Bestand des Zionismus selbst, weil sie dazu angetan sind, die Aktivität breiter Schichten unseres Volkes von der zionistischen Arbeit zu schwächen. Bei der heutigen Situation des jüdischen Volkes, da es von allen Seiten in seiner Grundexistenz bedroht wird, insbesondere bei der unsicheren und gefährlichen politischen Situation in Palästina selbst, wäre es ein großes Verbrechen an dem Renaissancegedanken des jüdischen Volkes, wenn die Führer aller Gruppen in unserer Bewegung sich nicht zusammenfänden, um die fanatisierten Elemente sowohl von rechts als auch von links in die Schranken za bringen. Alle ernsten Zionisten der ganzen Welt, jenseits jeder Parteischattierung, müssen mit lauter Stimme an die Fanatiker beider Seiten appellieren: Bis hierher und nicht weiter! Wir werden es nicht erlauben, daß die schwere Arbeit von Jahrzehnten, die Früchte außergewöhnlicher, aufopfernder Arbeit des ganzen jüdischen Volkes und insbesondere Zehntausender Chaluzim durch unverantwortliche und verblendete Zerstörungsarbeiten kleiner Extremistengruppen vernichtet werden. Wir können nicht ruhig zosehen, wie unnatürliche Feindseligkeit sich in unsere Bewegung einschleicht und die einzige Zukunftshoffnung des jüdischen Volkes bedroht. All diese Geschehnisse beweisen aber noch deutlicher, wie unbedingt notwendig das Bestehen und die weitere Entwicklung einer großen und starken Organisation des Allgemeinen Zionismus als einer Grundlage — sagen wir es ruhig heraus — eines staatserhaltenden Zentrums ist, das gleich weit entfernt von dem Fanatismus und den Kämpfen von rechts und links liegt. Vielleicht nie in unserer Bewegung war es so deutlich und klar, daß nur im Lager des Allgemeinen Zionismus die Zukunft der, Renaissancebewegung liege, daß nur der Allgemeine Zionismus jene Entwicldung des zionistischen Gedankens ohne ändere Absichten und ohne Tendenzen, die keine oder nur eine sehr oberflächliche Beziehung zum reinen zionistischen Ziel haben, garantiere. Die Zusammenfassung, Verstärkung und disziplinierte Organisierung des Allgemeinen Zionismus in der ganzen Welt ist daher heiligste Pflicht aller Allgemeinen Zionisten, die eine tiefe Verantwortung für den Bestand und die Entwicklung der zionistischen Idee tragen. Damit dies aber ohne Schwierigkeiten vor sich gehe, dürfen wir Allgemeinen Zionisten an eines nicht vergessen: Gerade wir Allgemeinen Zionisten müssen dessen bewußt sein, daß die zionistische Weltorganisation unsere Organisation ist, daß sie geschaffen und entwickelt wurde zum größten Teil dank unserer jahrzehntelangen Arbeit und unseren Anstrengungen. Die Organisation ist unser Kind, unter schweren Mühen, unter schweren Opfern aufgezogen. Mit dem eigenen Kinde kann und darf man nicht böse werden, auch wenn dieses Kind etwas tut, das uns nicht gefällt. Daher erklären wir: Haben auch Verlauf und Ergebnis des XVIII. Kongresses uns nicht befriedigt, war auch die Zusammensetzung der neugewählten Exekutive sicherlich nicht nach unserem Wunsch, haben wir aueh die tiefste Ueberzeugung, daß im Interesse der weiteren Bewegung der jetzige Augenblick gebieterisch die Zusammenfassung aller Kräfte und eine andere Zusammenstellung der Exekutive erfordert hätte, und sind wir auch in unserer Seele von großen Sorgen für die Zukunft des Zionismus gerade wegen der Beherrschung der Organisation durch einseitige parteiische Strömungen erfüllt, so müssen wir doch ständig vor Augen haben, daß wir alle Qlieder eines Körpers sind, Kinder einer Mutter, Anhänger eines Ideals, eines Zieles. Wir werden sicherlich kritisch die Arbeiten der neuen Exekutive verfolgen, wir werden uns kritisch zu jedem ihrer Schritte verhalten, aberwirmüssenimmerdarandenken, daß das die Leitung unserer Organisation i s t, daß jeder Schritt von unserer Seite, der weite rgeht als die sachliche Kritik es erlaubt, zu einer Erschütterung unseres ganzen nationalen Baues führen kann. Dies können und dürfen wir, gerade weil wir Allgemeine Zionisten sind, nicht zulassen. (Aus dem .Ji;l'*. : von J. R.) Juden Währings! Decket Euren Bedarf an Lebensmitteln, Delikatessen, Waschartikeln sowie Weine und Liköre bei Gesinnungsgenossen Isidor Tlllinger, XVill., Gersthoferstraße 103 (B 46-8-64), welcher schon bei Kauf von S 5.— aufwärts franko Haus liefert. JUDEN! Spende! anläßlich des Tftaraaufrtife* für den Keren Kafciwellt! Ai

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