Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 304 (12.10.1933)
- Date
- 1933-10-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 304 — 12. Oktober 1933 DIE STIMME mr Gesinnungsgenossen! Zeichnet die Oesterr. Trefferanleihe v. Jahre 1933 bei der österreichischen K. K. L.-Versicheru ngs-Abteilung des „PHÖNIX" (Wittlffl) Tel. R 43-500 Wieilf 11«, ASpembrilckettgaSS© t (Wittlin) Tel. R 43-500 Zionistisches Lehen in Vortragskalender des zionistischen Landeskomitees Tag Lokal •Redner Thema Samstag, 14. Oktober, halb 9 Uhr abends B. Sektion XVI/XVn, XVII., Rötzergasse 9/11 Dr. Z. F. Finkeistein Bericht über den XVHL Zionistenkongreß Donnerstag, 10. Oktob., halb 0 Uhr abends B. Sektion X, Gasthaus Puealka, Lelbnltagaase 1, Ecke Viktor-Adler-Gasse Dr. Isidor Klaber Parteiungen im Judentum Donnerstag, 29. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion VT, Nelkengasse 6 Eli Strauß Geht das Judentum unter? Donnerstag, 19. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion n, Praters traße iS Dr. Abr. Schmerler Die neue Lage des Judentums und das Minoritätenrecht Donnerstag, 19. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion XUI, Cafd Hietzlngerhof, XIH., Hletztnger Hauptstraße 22 Dr. Oskar Grtinbaum Der XVIII. Zionistenkongreß und der Völkerbund Samstag, 21. Oktober, 8 Uhr abends B. Sektion 20, Jägerstraße 80 Prof. A. Freud Aktuelle jüdische Tagesfragen Montag, 28. Oktober, 8 Uhr abends B. Sektion XVIII, Caf4 Dank, Währlngerstraße Prof. Dr. Wilhelm Stein Dr. Paul Berger Zionistische Gegenwartsfragen Zukunftsfragen des jüdischen Volkes Montag, 23. Oktober, 8 Uhr abends B. Sektion XH/XIV/XV XV., Herklotzgasse 21 Prof. Dr. Leo Menczer Erziehungsfragen der Jüdischen Jugend Dienstag, 24. Oktober, 8 Uhr abends B. Sektion XVI/XVII, Rötzergasse 9 Dr. Michael Steinberg Das Problem der deutschen Juden und der Zionismus Donnerstag, 28. Oktob., 8 Uhr abends B. Sektion II, Praterstraße 18 Prof. Dr. Wilhelm Stein Das Judentum in den politi- StrömungeiT der Gegenwart LETZTE NACHRICHTEN Diesige Teilnahme Dein Begräbnis der lukarester Synagogenopter Aus Bukarest wird uns geschrieben: Die Judenheit Bukarests und ganz Rumäniens steht tioch immer unter dem erschütternden Eindruck der Katastrophe, von der die Besucher der Großen Synagoge in der Calea ürivitzei im Handelsviertel zu Bukarest heimgesucht wurden und die zehn Todesopfer gefordert hat. Die zehn Opfer der Katastrophe, die Frauen Sura Davidsohn, Rosa Tikinowski, Lisa Feldmann, Anna Nier, Anna Cohn, Anna Eikis, Bela Muster, Rachela Matusaru, Etty Schwarz und Reila Rubinstein, wurden auf dem Friedhof der Jüdischen Kultusgemeinde in Bukarest bestattet Mehr als 20.000 Leidtragende hatten sich zu den Bestattungsfeierlichkeiten eingefunden. An den offenen Gräbern hielen Trauerreden der Präsident der Bukarester Jüdischen Gemeinde Dr. Wilhelm PU der mann Und der Vizepräsident Sigmund Birma nn. Die Trauerfeierlichkeiten wurden vom Landesrabbincr Senator Dr. Niemirover geleitet Während der Bestattungszeremonie spielten sich erschütternde Szenen ab, Haifa. Von den fünf Arabern, die des Mordes bzw. der Teilnahme am Morde an dem jüdischen Kolonisten Joseph Jacob! und seinem zehnjährigen Sohn in N a h a 1 a 1 angeklagt waren, wurden vom Haifaer Kreisgericht zwei als der Mordtat Überführt zum Tode verurteilt, zwei wurden wegen unzureichender Beweise, einer wegen nachgewiesener Unschuld freigesprochen. Der Witwe Joseph J a c o b 1 s wurde eine Entschädigung von 400 Pfund zugesprochen. New York. Der exekutive Rat der amerikanischen Arbeiterföderation hat der gegenwärtig ln Washington tagenden Konvention der Arbeiterföderation, die eine Mitgliedschaft von vier Millionen Gewerkschaftern repräsentiert, eine vom Präsidenten der Föderation William Green ausgearbeitete Resolution unterbreitet, ln der der insbesondere als die zahlreichen Hinterbliebenen der Opfer, unter ihnen mehrere Kinder, von den Toten Abschied nahmen. Die Katastrophe hatte sich bekanntlich am Kol Nidrei- Abend ereignet. Die ganze Jom Kippur-Nacht über hielten hunderte Gläubige die Totenwoche und beteten unablässig bis in den grauenden Morgen. Am Jom Kippur vormittags um 9 Uhr wurden in allen Tempeln Bukarests Trauergottesdienste abgehalten. Die Jüdische Gemeinde beschloß, bedürftigen Angehörigen der Todesopfer Unterstützungen zu gewähren. Nach den bisherigen polizeilichen Erhebungen kann man fcststellen, daß das Feuer, das zu der entsetzlichen Katastrophe geführt hatte, im Keime zu ersticken gewesen wäre, ferner stellte die Polizei fest, daß den ersten Feuerruf eine gewisse Anna Eikis ausgestoßen hatte; beim Versuch, zu flüchten, fiel sie über die Balustrade, brach das Genick und war sofort tot. Das Gericht erklärte in der Urteilsbegründung, die Mörder seien nicht als politische Attentäter, sondern als gemeine Verbrecher zu betrachten, da festgestellt wurde, daß ihre Organisation Bombenattentate zur Ermordung von Juden ohne jede politische Richtung plante. Auch der Mord an Joseph Jacobi und seinem Sohn in Nahalal geschah durch Bombenwurf ln das Haus des Kolonisten. wirtschaftliche Boykott Deutschlands empfohlen wird; der Boykott soll so lange dauern, bis die deutsche Regierung ihre Unterdrückungspolitik gegen die Juden aufgibt. Die Resolution fand einmütige Annahme. Varlautbarungen das Landeskomitees Sonntag, den 15. Oktober 1933, findet der Gang zum Grebe Herzls statt. Mit Rücksicht auf das bestehende Aufmarschverbot versammeln sich die Teilnehmer um %10Uhr vormittags vor dem Eingang zum Döblinger Friedhof. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß diesmal keine Fahnen, Abzeichen oder Uniformen getragen werden dürfen. ♦ * Die Bezirkssektionen werden ersucht, Montag, den 16. d. M., jegliche Veranstaltungen und Zusammenkünfte zu unterlassen, da an diesem Tage der Vortrag des Präsidenten Nahum Sokolow stattfindet. Kommerzialrat Aftbers $9 Jahre alt Diesmal muß ein wahrhaft Jugendlicher an sein 50.‘Wiegenfest glauben. Gehört doch Kommerzialrat Arthur Aibers zu dieser Gilde ewig junger, sozial hochstehender Juden, deren ganzes Tun und Denken unablässig den anderen gewidmet ist. Das Wieraer Judentum entsendete den Jubilar vor sechs Jahren in den Kuitusvorstand, und bald verstand er es, durch seine praktische Erfahrung auf allen Gebieten des Handels und der Industrie sich im Kultusvorstand eine von Feind und Freund gleich geachtete Stellung zu erobern. Als Mitglied der Finanz-, Bau- und Friedhofskommission wirkt Aibers in hervorragender Weise an der Lösung entscheidender und vielfach überaus komplizierter Fragen mit, und insbesondere ist es die Friedhofskommission, in der Aibers eine überaus schwere und verantwortliche Tätigkeit entfaltet. Aber auch außerhalb dieser Kommission wird das große Wissen und die wirtschaftliche Erfahrung Aibers’ stets in Anspruch genommen, wobei man sich immer auf das hohe Maß von Verantwortlichkeit, gepaart mit nie erlahmender Energie, verlassen kann. Daß der national fühlende Jude Aibers auch sonst stets dabei ist, zum Wohle seiner Volksgenossen, wo man seiner Hilfe bedarf, erscheint selbstverständlich. Die soziale Arbeit in den Bezirken XII.—XV., der Bethausverein des Turner Tempels, der Ausspeisungsverein, dessen Präsident er ist und in dieser Eigenschaft die Verköstigung der Pfleglinge in Lainz besorgt, und der Hechaluz, dem Aibers das Heim in der Herklotzgasse zur Verfügung stellte — all diese Gebiete der Tätigkeit zeugen von einem Opfermut, der mit Aibers auch das Wiener Judentum adelt. Dem mit jugendlicher Begeisterung und unermüdlicher Hilfsbereitschaft schaffenden Jubilar gilt an diesem Geburts-, tag der Dank der breiten jüdischen Oeffentliehkeit. Und der Wunsch weiterer ungebrochener Schaffenskraft als Mitkämpfer und Mithelfer an führender Stelle. Diesem Wunsche schließt sich auch das Zionistische Landeskomitee und die Redaktion der «Stimme» an. Oie Arbeit des Keren Kajemeth Landeskonferenz des Keren Kajemeth. Die diesjährige Landeskonferenz des Keren Kajemeth findet am Donnerstag, den 26. Oktober 1933, um 8 Uhr abends im Heim der Zionistischen Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13, statt. Präsidialsitzung des Keren Kajemeth. Donnerstag, den 19. Oktober, %7 Uhr abends, in den Zionistischen Bureaus, I., Kärntnerstraße 28. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Rosa Weinreb anläßlich ihrer Alijah (Nr. 178); Schoschanah Sußmann durch Kwuzah «Tikwah» (Nr. 179). Ankündigungen und Mitteilungen Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs. Die W i z o - Beratungsstelle für Mädchen und Frauen, die nach Palästina nuswandern wallen, amtiert nunmehr jeden Dienstag von 5 bis 7 Uhr im Mirjam-Heim, Wien, I., Jordangasse 7. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt - Klub «Erez Israel», Wien, II., Praterstraßc 13 (Lloyd-Hof), Telephon R44-3-45. Donnerstag, 12. Oktober, 9 Uhr vormittags; Maskir-Andacht; 5 Uhr nachmittags: Simchath-Thora-Feier mit Hakafoth. —1 Freitag, 13. Oktober, 9 Uhr vormittags; Hakafoth; 4 Uhr nachmittags: Gesellige Zusammenkunft. — Samstag, 14. Oktober, 8 Uhr abends: Musikalisch- Literarischer Abend. — Donnerstag, 19. Oktober, 8 Uhr abends; Vortrag Prof. Dr. W. Stein: «Die Lage der Juden in Gegenwart und Zukunft». — Freitag, 20 Oktober, 8 Uhr abend« und allwöchentlich: «Oneg Sabbath» mit Chumasch« Vortrag, gehalten von Herrn Rabbiner Dr. Zwi Taubes. — Donnerstag, 26. Oktober, 8 Uhr abends: «Gesprochene Zeitung». Referenten A. Böhm, Dr. Z. F. Finkeistein, Professor A. Freud, Dr. E. M. Zweig. Die zionistische Sektion und Frauengruppe Mariahilf/Neubau veranstaltet Sonntag, den 22. Oktober 1933, uitt 10 Uhr vormittags, im Schäferkino, VI., Mariahilferstraße Trotz Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. FEUCHTWANGER „ Dar Itldischa Ktlaa broschiert S 10.70, Leinen S 12.70, erhältlich in J. L. POLLAKS Buchhandlung und Antiquariat Wien, XV., Mariahilferstraße 140. Tel. R 35-0-34 Ferner neu: Döblin, Jüdische Erneuerung, broschiert S 3.95, gebunden S 5.88 Sühne für den Mord an dem Kolonisten Jacobi und seinem Sohn ■ . ————————■——■MUMMiyH«B|Trinttrl———— Wir mm mrlk. taMcMr itp m wellt jmmmm i