Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 303 (5.10.1933)
- Date
- 1933-10-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 303 — 5. OWober 1S33 WB STIMME Reffet j o 350.000-PfundÄnleihe der Stadt Tel-Awlw Tel-Awiw. Der Stadlrat von Tel-Awlw bat mit Stimmenmehrheit beschlossen, die städtische Anleihe von 350.000 Pfund, über die in letzter Zeit Verhandlungen mit der Palästina legier ung und verschiedenen Bankgruppen geführt worden waren, aufzulegen. Von dem Gesamtbetrag der Anleihe, die von der Palästina-Regierung bereits bewilligt wurde, sollen 180.000 Plund zum Ausbau der Wasserleitungs- und Kanalisationsanlagen und 80.000 Plund zur Errichtung von Schulgebäuden verwendet werden. Die Anleihe ist In 25 Jahren rückzahlbar. 400*000 Pfund Uebersehuß In vier Monaten Jerusalem. In den Monaten Apnl/juli 1033 betrugen die Einkünfte der Palästina-Regierung 1,165.420 Pfund, die Ausgaben 766.050 Pfund. Es wurde somit in diesen vier Monaten ein Überschuß von 303.470 PJund erzielt Die Gesamteingänge einschließlich buchmäßiger Belastungen betrugen 3,444.660, die Ausgänge und Erkennungen 3,457.130 Pfund. Errislattmg einer netten Stadt bei Tiberlas Tiberias. Zwei Juden aus Jerusalem, A. M. Freund und Salman White, haben in Poriah bei Tiberias ein Gebiet von 3000 Dunam angekaull, um dort eine Musterstadt anzulegen. Die neue Siedlung soll aus einem städtischen und einem kindlichen Teil bestehen; der städtische Teil soll in 1700 Parzellen aufgeteilt werden. Wasser wird aus dem Tiberiassee durch eine Pumpanlage beschafft werden. Die neue Siedlung wird den Namen Neu-Tiberias erhalten. Das Gebiet liegt 450 Meter über dem Meeresspiegel und hat im Sommer im Gegensatz zu dem sehr heißen Tiberias infolge der stets herrschenden Winde ein angenehmes Klima. Man rechnet damit, daß die neue Siedlung auch als Sommerfrische von großer Bedeutung sein wird. Der südlichste Punkt des Jüdischen Landbesitzes In Palästina* Ruchama, wis*d besiedelt Tel-Awlw, R u c h a m a, der bisher unbesiedelte südlichste Punkt des jüdischen Landbesitzes in Palästina, einige Meilen östlich von Ghaza gelegen, wurde durch die jüdische Druppc G a n S c h 1 o n o von der Anglo-Palestine Bank ervorben. Das insgesamt 1900 Dunam umfassende Gebiet soll sofort kultiviert und in kleine Pflanzungen aufgeteilt werden, die gegen langfristige Ratenzahlung zu mäßigen Preisen abgegeben werden sollen. Jüdische Brunnenbohrer haben sich bereits zur Anlage des ersten Brunnens und eines Wasserreservoirs nach Ruchama begeben. Eine Jüdische Flscfizuchtanlage bei Akko Haifa. Ein jugoslawischer Jude Bronko Sitzer, ein hervorragender Fachmann auf dem Gebiet der Fischzucht, hat vor sechs Monaten am Kurdani-Bach bei Akko hundert Dunam Boden vom Jüdischen Nationalfonds gepachtet und einige Teiche für Fischzucht argeiegt. Die Ergebnisse der Zucht nach der nunmehr abgelauftnen sechsmonatigen Brutzeit sind außerordentlich günstig. Demnächst soll die Belieferung des Haifaer Marktes mit Fischen aus der Anlage am Kurdani-Bach aufgenommen werden. Ein Plan Rothenbergs für industrielle Kolonisation in Palästina London. Der Leiter der Palestinc Electric Corporation Ing. Pinchas Ruthenberg ist am 27. September nach sechsmonatiger Abwesenheit aus Palästina dahin abgereist. Ruthenberg will in Palästina einen von ihm aufgesteltten Plan industrieller Kolonisation durchführen. Eine neue Vorstadt in Haifa Haifa. Auf Grund der Pläne des Ingenieurs J. Levl wird Im Haifa Bay Gebiet an der Chaussee Haifa Acco eine Gartenstadt mit zunächst (30 Häusern errichtet. Jedes Haus wird zwei Zimmer, Halle, Küche und Nebenräume und zwei Dunam Gart ngrund haben. Auf diese Weise soll Arbeiterfamilien in Haifa billige Wohngelegenheit und die Möglichkeit der Selbstversorgung mit Gemüse geboten werden. Sachverständge haben den Boden als geeignet für Gemüsekultur erklärt. Ein Brunnen und ein Wasserreservoir werden angelegt. Gemeinsame Organisation Jüdischer und arabischer Landwirte ln Galiläa Safed, In Anwesenheit von über 100 Delegierten jüdischer und aiabischcr Dörfer Galiläas fand im Hause von Hussein Ibn Chaj Mohammed cl Ali zu Safed eine Beratung statt, die zur Bildung eines Verbandes der arabischen und jüdischen Landwirte Galiläas führte. Die Mitglieder des neuen Verbandes leisteten auf Bibel und Koran einen Treueschwur. Auf der Beratung wurde die Notwendigkeit einer gemeinsamen organisierten Aktion det jüdischen und arabischen Landwirte zur Bekämpfung der Notlage der Landwirtschaft nachdrücklich betont. Der neue Verband soll die Aufgabe haben, den Getreidebau zu verbessern, Märkte zu erschließen und eine Agrarbank zu errichten. Der Verband verfolgt keinerlei politische Ziele, In die Leitung wurden 29 Araber und!2 Juden gewählt [IHil Lord Melchett sagt: «Die Regierung Dollfuß verdient Vertrauen!» Die staatlichen Anleihen sind in den letzten 12 Monaten um zirka 25 % gestiegen I Es ist aus bekannten Gründen Pflicht der Judenschaft, nach Kräften zu zeichnen! Kleine Anzahlung bei kulantesten Abstattungsbed ngen! Rentenkonversion! ..ANLAGEKNOLL“ Bankgeschäft Friedrich Knoll, Wien, I., Franz-Josefs- Kai 7—9, Tel. R 24-2-72, R 24-3-73 Schließung des Ja&ae* Hafens führt zu Preissteigerungen Tel-Awlw. Die vor kurzem verfügte Schließung des Hafens von Jaffa hat für die Kaufieute von Tel-Awiw und Jaffa schwere Nachteile im Gefolge. Mehrere Dampfer konnten bereits auf der Reede von Jaffa nicht aufladen und mußten andere Häfen anlaufen. Die dadurch bedingte Erhöhung der Schiffsfracht hat die Kaufleute genötigt, Preissteigerungen vorzunehmen. Die Schließung des Hafens ist auf einen zeitweiligen Mangel an Beamten, Nichtbestellung von Stellvertretern für beurlaubte Beamte und Verringerung der Amtsstunden zurückzuführen. Die Handelskammer von Tel-Awiw und Jaffa hat durch eine Deputation, die in Begleitung des Distriktskommissars von Jaffa Crosbie und anderer Regierungsbeamter beim Chefsekretär der Palästina- Regierung Hall vorsprach, gegen die Schließung des Hafens Einspruch erhoben. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Frage der Verbesserung des Jaffaer Hafens besprochen. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, haben die Behörden sofortige Maßnahmen zur Erleichterung der Ausladung von Schiffsfrachten im Jaffaer Hafen und ihrer Weiterbeförderung getroffen. Die Verbesserungsarbeiten im Hafen sollen aus den noch nicht verwendeten Beträgen der 4%-Millionen-Anleihe bestritten werden. Lebhafte Bautätigkeit ixt Jerusalem Jerusalem. Trotz des augenblicklich herrschenden Wassermangels wird in Jerusalem und seinen Vorstädten die Bautätigkeit in großem Maßstab fortgesetzt. In verschiedenen Teilen der Stadt werden Bureau- und Kaufhäuser, sowie Wohnbauten errichtet. In Jerusalem ist u. a. ein sechsstöckiges Appartement-House im Bau. In der vorstädtischen Mittelstandssiedluog Rechawia wird ein neues Wohnviertel, «Rechawia C» mit guter Verbindung zunr Stadtzentrum errichtet. Man erwartet eine erhöhte Nachfrage nach Wohnungen im Zusammenhang mit der wachsenden Einwanderung aus Deutschland. Ein jugoslawischer Pavillon anS der Levante-Messe In Tel-Awiw Belgrad. In Belgrad hielt das Jugoslawisch-PaJästinenslsche Komitee unter Vorsitz von Dr. Friedrich Popps, dem Präsidenten des Bundes der Jüdischen Gemeinden in Jugoslawien, eine Sitzung ab, an der auch Vertreter des Außen- und des Handelsministeriums des Königreiches teilnahmen. Es wurde beschlossen, auf der nächsten Levante-Messe in Tel-Awiw einen Jugoslawischen Pavillon zu errichten. Demnächst wird ein Repräsentant des Komitees Palästina zu diesem Zwecke besuchen. Die jugoslawische Regierung fördert die Arbeit des Komitees und wird sich an der Messe beteiligen. Anerkennung der Hebräischen Universität Jerusalem durch die polnische Regierung Warschau. Das Innenministerium hat an alle Woiwodschaften und an den Regierungskommissär in Warschau ein Rundschreiben gerichtet, in dem mitgeteilt wird, daß die polnische Regierung die hebräische Universität in Jerusalem als Hochschule anerkannt hat. Demzufolge sei polnischen Bürgern, die sich zum Studium an der hebräischen Universität nach Jerusalem begeben, ebenso wie allen anderen Hochschulhörern ein Aufschub der Militärdienstzeit zu gewähren. Das Rundschreiben des Innenministeriums wurde Im Hinblick daravf, daß in diesem Jahr zum erstenmal eine bedeutend« Zahl jüdischer Studierender aus Polen zur Fortsetzung des Studiums nach Jerusalem geht, an die politischen Behörde« gerichtet. 2825 Personen im LauSe einex Woche in Haifa oingstroSesi Jerusalem. In der Woche vom 14. zum 21. September sind, wie aus einer von der Palästina-Regierung soeben veröffentlichten Statistik hervorgeht, in Haifa 2825 Person«» auf dem Seewege eingetroffen. Von diesen waren 1168 Einwanderer, 1300 Touristen und 357 rückreisende Palästina- Einwohner. Die überwiegende Mehrheit der Angekommenen waren Juden. Räume für die jüdischen Schulen in Palästina Jerusalem. Der High Commissioner von Palästina Sir Arthur Wauchope hat angeordnet, daß die Landwirtschaftsabteilung der Palästina-Regierung den jüdischen Schulen dieselbe Anzahl von Bäumen liefere, wie sie für die arabischen Schulen geliefert wurde. Prüfung der Zertiükafeanforäerung der Jewisfe Agency Ende Oktober Jerusalem. High Commissioner Sir Arthur Wauchope empfing den interimistischen Leiter der Palästina Exekutive Ben Zwi und das Mitglied der neugewählien Exekutive Mosche Schertok, die ihm die Forderungen der Agency, betreffend die Arbeitereinwanderungsschedule für das kommende Halbjahr, unterbreiteten und diese begründeten. Der High Commissioner versprach, den Vorschlag der Agency Ende Oktober nach seiner Rückkehr von seinem Ferienaufenthalt in Rhodos zu prüfen. Jüdische Vertreter bei der Trauerfeier für König Feisal ln Haifa Haifa. In Haifa traf mit dem britischen Kriegsschiff Despatch der Leichnam des vor kurzem in Bern verstorbenen Königs vom Irak Feisal ein. Durch die schwarzbeflaggten Straßen wurde der Sarg zum Flugplatz gebracht, um mittels Aeroplan nach Bagdad überführt zu werden, wo am 15. Sep- * tember das Begräbnis stattfand. An der offiziellen Trauer- 1 feier in Haifa nahmen High Commissioner Sir Arthur W a uchope und Vertreter aller Behörden teil. Von jüdischen Körperschaften waren die Jewish Agency, der Waad L e u m i, die Agudath Jisrael und die Jüdische Gemeinde Haifa vertreten. 41 Absolventen der Ackerbauschine Mlkveh Israel Jerusalem. Wie aus dem soeben veröffentlichten Bericht der Ackerbauschule in Mikveh Israel hervorgeht, haben am 29. August d. J. 41 Absolventen der Schule Abgangszeugnisse erhalten. Führung: Ing, Seiden ab WIEN 2«. Oktober 1933 D-Zug / Speisewagen / Hotel / Auto / Gepäcktransport / 2- bis 4bettige Außenbord-Kabinen / gute Verpflegung Tagsüber Aufenthalt ln d. Mittelmeer - Hafenstädten Zusammen ab Wien bei Klasse Saloniki Volo Piräus Alexandrien Port Said Jaffa Haifa Beyrouth Tripolis Cypern Rhodos Piräus Volo Saloniki Rückfahrt kann in Palästina wöchentlich innerhalb von 90 Tagen angetreten werden! 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