Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 303 (5.10.1933)
- Date
- 1933-10-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Riga 1× ep/1000826
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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PTC STIMMEftr. 303 — 5. Oktober 1933 HIIYswerk für deutsche luden In Palästina Sette * 13 anerkannte Stadtgemeinden Jerusalem, Hach dem vor kurzem veröffentlichten Entwurf des Gemeindegesetzes für Palästina werden in Palästina 23 Stadtgemeinden bestehen, u. zw. Acco, Beisan, Beer Sheba, Beit Jallah, Bethlehem, Gaza, Haifa, Hebron, Jaffa, Jenin, Jerusalem, Khan Yunis, Ludd, Mejdel, Nablus, Nazareth, Ramallah, Ramleh, Safed, Shafr-’Am, Tel-Awiw, Tiberias und Tulkarem. Für Tel-Awiw wurde eine von den allgemeinen Bestimmungen abweichende Gemeindewahlordnung festgesetzt. Hier sollen die Wahlen auf einer breiteren demokratischen Basis als in den übrigen Städten vorgenommen werden; die Altersgrenze für das aktive und passive Wahlrecht wird niedriger sein. Auch bleibt das Proportionalwahlrecht auf Grund von Parteienlisten aufrecht, während in den übrigen Städten die für einzelne Kandidaten abgegebene Stimmenzahl maßgebend sein wird. Bildung einer Partei der zionistischen Mitte in Palästina geplant Jerusalem. (J. T. A.) Wie die Tageszeitung «Doar Hajom» erfährt, befassen sich maßgebende Kreise mit dem Plan, eine große Partei der zionistischen Mitte (Merkas Zioni) in Palästina zu schaffen. Mit der Rückkehr der Delegierten vom Prager Zionistenkongreß ist dieser Plan seiner Verwirklichung näher gebracht B-Gruppe, die Judenstaatszionisten (Großman-Gruppe) und worden. Der Merkas soll die Allgemeinen Zionisten der eine Reihe anderer Organisationen, wie den Verband der Landwirte, die Bne Benjamin usw., umfassen. Es besteht die Möglichkeit, daß auch der Misrachi sich dem Merkas anschließen wird. Netze Fabriken In Tel-Awiw und Jerusalem Tel-Awiw. In Tel-Awiw und Jerusalem werden eine Reihe neuer Fabriken errichtet. Die Galil Company baut in Tel-Awiw eine Fabrik für Zelluloidwaren. Es ist dies bereits das dritte in letzter Zeit in Tel-Awiw gegründete Unternehmen dieser Art In Jerusalem wird demnächst durch einen Neueinwanderer aus Riga eine Fabrik für Süßspeisen eröffnet Das gesamte Maschineninventar ist bereits eingetroffen. Die englische Gesellschaft Electric Refrigeration and Appliance Company Ltd. beabsichtigt, in Jerusalem die Erzeugung von elektrischen Kühlanlagen aufzunehmen. Rizinuskultur im Emek Jerusalem. In Afuleh fand eine Konferenz von Vertretern der Emeksiedlungen, der Winzervereinigung und von Funktionären der Arbeiterorganisation statt, auf der beschlossen wurde, versuchsweise Rizinuskultur im Emek einzuführen. Zunächst sollen 500 Dunam mit Rizinusbäumen bepflanzt werden. Die Ernte soll zunächst in Frankreich abgesetzt werden; es ist jedoch geplant, für den Fall, daß Sich die Möglichkeit einer umfangreicheren Rizimiskultur im Emek heraussteilen sollte, im Lande selbst eine Fabrik für Rizinusöl zu errichten. Baumfrevel ln Chedera Jerusalem. In den Orangengärten der Pflanzer Botkowski, Gurewiz, Frank, Wilner und Lerman in Chedera wurden 86 junge Orangenbäume teils ausgerissen, teils abgesägt ln einem in der Nähe gelegenen Beduinenlager wurde von der Polizei eine vor kurzem gebrauchte Säge gefunden. Sieben Araber wurden unter dem Verdacht der Tat verhaftet. Der Kolonierat hat an die Behörden eine Eingabe gerichtet, in der schärfstes Vorgehen gegen die Baumfrevler und der Erlaß besonderer Schutzgesetze für Kulturen gefordert werden. Die 6. Gesellschaftsreise des Reisebttreaus «Compass Tours» geht am 1. November von Wien ab. Die großen Erfolge, die das weltbekannte Luxus-Motorschiff <V u 1 c a n i a» bei seinen zwei Sonderfahrten nach Palästina zu Ostern und zu Schewuoth erzielt hat, veranlassen die Cosulich Line, nunmehr wieder eine Sonderfahrt mit diesem, sonst auf der Strecke Triest—New York verkehrenden Schiff zu veranstalten. Dem Reisebureau «Compaß Tours» ist es gelungen, wie bei den früheren Sonderfahrten auf diesem modernen, mit allen Bequemlichkeiten ausgestatteten Schiff eine Anzahl von Kabinen in der 2. und 3. Klasse zu reservieren. Bei dieser Reise wird wieder die Gelegenheit geboten, die Wiegestätte unserer Zivilisation: Rom, Athen, Jerusalem und Kairo, zu besuchen. Da dem Reisebureau «Compass Tours» eine beschränkte Anzahl von Kabinen in der 2. und 3. Klasse zur Verfügung stehen wird, wird eheste Anmeldung empfohlen. Nach soeben eingelangter telegraphischer Nachricht sind alle Teilnehmer der Rosch-Haschanah-Gesellschaftsreise des Reisebureaus «Compass Tours» wohlbehalten in Palästina gelandet. Beh. konz. Realbüro ING. N. Kauf und Verkauf von Realitäten, Hypotheken 1., 11. und Ul. Sätze, Bau- und Zwischenkredite, üebäudeverwaitung Büro; Franz Josefs-Kai 11 Tel. R-25-0-44 Wohnung: 2., Vorgartenstr. 150, Tel. R-41-8-88 Jerusalem. Die Hilfsarbeit für die deutschen Juden, die ln jedem Monat zu Tausenden als Touristen, Einwanderer und Flüchtlinge nach Palästina kommen, wird mit größter Intensität durchgeführt. In Tel-Awiw, Haifa und Jerusalem wurden Helme errichtet, die von den lokalen Organisationen und den Hilfskomitees subventioniert werden und billige Unterkunft und Verköstigung bieten, ln Jerusalem haben die Bne! Briss ein Einwandererhospiz errichtet, in dem Neueinwanderer bis zu vier Wochen wohnen können. Der Preis eines Nachtlagers beträgt 1214 Cent. An den Kosten der Erhaltung des Hospizes beteiligt sich auch der Verband der Juden aus Deutschland. Die Ortsgruppe Tel-Awiw des Tel-Awiw. Die Tageszeitung «Davar» führt in einem Leitartikel Klage darüber, daß die Palästina-Regierung Tel-Awiw durch ihren Beschluß, den Hafen von Jaffa auszubauen, benachteiligt hat Im Zusammenhang mit der Besprechung der gegenwärtig Im Jaffaer Hafen herrschenden anormalen Vemältisse, durch die der Schiffahrt und dem Handel schwere Hindernisse bereitet werden, erinnert das Blatt daran, daß vor etwa 8 oder 9 Jahren der Plan, ln Tei- Awlw aus privaten Mitteln ohne Inanspruchnahme Irgend einer Regierungssubvention eine Mole zu bauen, von der Regierung abgelehnt worden war. Damals habe die Regierung Kompensationen dafür versprochen, daß die geplante Mole nicht gebaut wurde, habe aber ihre Versprechungen nicht gehalten. So habe man vorgeschlagen, eine Zweiglinie der Eisenbahn Kantara— Wohnungsmangel in Tel-Awiw Tel-Awiw. Ungeachtet der in Tel-Awiw herrschenden Bautätigkeit — Im August allein sind 1053 neue Wohnräume im Gesamtaasmaß von 35.000 Quadratmetern fertiggestellt worden — Ist der Wohnungsmangel ln der Stadt sehr drückend. Die rücksichtslose Ausbeutung der Lage auf dem Wohnungsmarkt durch einzelne Hausbesitzer hat starke Mißstimmung erregt Die Hausbesitzer verantworten sich damit, daß die Neuerricfitung von Wohnungen infolge der außerordentlich hohen Bodenpreise größere Investitionen erfordert als früher und daß die Amortisierung nur mit HUfejjr,erhöhter Mieten möglich sei. Die Organisationen der Arbeiterschaft, der Handwerker und die Mietervereinigung haben die Stadtverwaltung aufgefordert, gegen die Profithascherei der Hausbesitzer einzuschreiten. Die abnorme Lage Ist auf den gewaltigen Einwandererzustrom zurückzuführen, der die Spekulation in bisher unbekanntem Maße angereizt hat Neue Wohnungen werden unmittelbar nach IhrerFertlg Stellung vermietet, vielfach liegen sogar schon während des Baues Vormerkungen vor. Vom Jahresbeginn bis zum 1. September wurden Baubewilligungen für eine Fläche von 201.500 Quadratmeter erteilt Es wird erwartet, daß die Bevölkerung Tel-Awiws infolge der Einwanderung dieses Jahres am mindestens ein Drittel vergrößert werden wird. Man rechnet damit, daß noch in diesem Kalenderjahr nach Palästina insgesamt 30.000 Personen neu einwandem werden. Verband der deutsch*]iidiscben Akademiker Palästinas gegen den Revisionismus Tel-Awiw. Auf einer Versammlung des Verbandes der deutsch-jüdischen Akademiker wurde mit 90 gegen 6 Stimmen beschlossen, auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung einenAntragaufAusschluß aller Revisionisten aus dem Verbände zu setzen, «da der Revisionismus dem wahren Geist und den Lebensinteressen des Zionismus durchaus zuwiderlaufe». Den revisionistischen Standpunkt vertrat auf der Versammlung der bekannte Tel-Awiwer Arzt und Führer des Brith Trumpeldor Doktor Fröhlich. Zum Vorsitzenden des Verbandes wurde das ehemalige Mitglied der Zionistischen Exekutive Dr. Felix Rosenblüth gewählt Brith Schalom hat seine Tätigkeit eingestellt Jerusalem* «Doar Hajom» weist darauf hin, daß die Brith Schalom-Gruppe seit einem Jahre als Organisation nicht mehr funktioniert. Seit dieser Zeit seien die Mitglieder der Gruppe kein einzigesmal zur Besprechung wichtiger Angelegenheiten zusammengekommen und hätten auch sonst keinerlei Interesse am Verband gezeigt. Ihre Monatsschrift «S c h e i f o t e n u» sei bereits fünf Monate lang nicht erschienen. Dieser Niedergang sei, so erklärt das Blatt, auf grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Anhängern des Brith Schalom zurückzuführen. Es bestehe eine Richtung der «Realpolitiker» und eine solche der Anhänger des Gedankens eines geistigen Zentrums. Eine Anzahl der Mitglieder des Brith Schalom beabsichtigt, eine neue Aktion zur Herbeiführung einer arabisch-jüdischen Verständigung einzuleiten. Verbandes der Juden aus Deutschland richtet Iti einem Aufruf an die Familien von Tel-Awiw die Bitte, Kinder ans Deutschland aufzunehmen. Eine Reihe von Kolonien hat steh schon bereit erklärt, Kinder unterzubringen; nunmehr soll auch unter der städtischen Bevölkerung eine großzügige Kampagne zur Beteiligung an diesem humanitären Werk durchgeführt werden. Es sind Beihilfen für solche Familien vorgesehen, die die Kosten für den Unterhalt der Kinder aus Deutschland nicht aus eigenem zu tragen vermögen. Der Verband hat es als seine erste Aufgabe erklärt, für die Kinder jener Juden aus Deutschland zu sorgen, die sich bisher noch nicht definitiv in Palästina niederlassen konnten. Haifa nach Tel-Awiw zu führen und den Knotenpunkt dieser Linie mit der Jaffa-Jerusalemer-Bahn dorthin zu verlegen. Ferner hätte eine Straßenverbindung zum Jaffaer Hafen längs der Küste geschaffen und der Hafen selbst weiter nach Norden an eine zwischen Jaffa und Haifa gelegene Stelle verlegt werden sollen. Keine dieser Versprechungen, auf Grund deren der Plan der eigenen Mole in Tel-Awiw aufgegeben wurde, sei gehalten worden. Jetzt werde der Jaffaer Hafen im Rahmen des Programms der neuen Palästina-Anleihe in einer Weise ausgebaut, die Tel-Awiw aufs stärkste benachteiligt Tel-Awiw werde zwar seinen Teil an den Kosten des neuen Hafens tragen müssen, jedoch keinen Vorteil von der Neuanlage haben. Beginn des Prozesses gegen die Mörder von NahaSa! Haifa. Vor dem Haifacr Geschworenengericht wurde der Prozeß gegen Achmed Galiani, Mohammed Khalil Issa, Ahmad Mohammed Khader, Ibrahim Ahmad el Haj Khalil und Mustafa Ali, die beschuldigt sind, am 22. Dezember 1932 eine Bombe in das Haus des jüdischen Kolonisten Josef Jacobi in Nahalal geworfen und dadurch den Kolonisten und seinen neunjährigen Sohn David ermordet zu haben, eröffnet. Der Gerichtshof setzt sich aus dem stellvertretenden Oberrichter O. C. K. Courie und den Riohtern Cland Seto-n, Shafic Dajani und Rafie Abu Ghazaleh zusammen. Die Anklage wurde von dem stellvertretenden Generalanwalt Miles Eliiott vertreten. Als Verteidiger waren John Asfour und Henry Cattan, zwei christliche Araber, erschienen. Vertreter der Privatbeteiligten'ist Dr. Bernard Joseph, ein führender" Advokat aus Jerusalem, der früher in Montreal seine Praxis $. ausübte. Die Familie der Ermordeten beansprucht eine Entschädigung von 500 Pfund. Staatsanwalt Eliiott rekapitulierte die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung, bei der der Angeklagte Mustafa Ali aus Saffourich ein Geständnis abgelegt hatte. Sodann wurden die Witwe des Ermordeten, eine Aerztin des Hadassah-Spitales in Haifa, der stellvertretende Leiter des Jerusalemer Kriminalbureaus Riggs und der jüdische Polizeiinspektor Kleinmann einvernommen, der ein Gutachten über die an der Mordstelle gefundenen Bombensplitter abgab. Nach dem Urteil des Sachverständigen lassen diese Splitter erkennen, daß die Bombe in der Werkstatt der in Haifa ansässigen Angeklagten Achmed Galiani und Mohammed Khalil Issa hergestellt worden ist Feierliche Eröffnung der Schiffslinie Polen—Palästina Konstanza. Am 27. September wurde ln Konstanza die : ■ polnische Schlffslinle nach Palästina durch den polnischen Gesandten ln Bukarest, Mlroslaw Arciszewskf, in Anwesenheit von Vertretern der rumänischen Behörden feierlich eröffnet Für den Dienst Konstanza—Haifa resp. Jaffa hat die polnische Schiffahrtsgesellschaft Gdynia- Amerika den 15.000 Tonnen-Dampfer «Polonla» eingestellt An der ersten Fahrt des Dampfers nach Palästina nahmen 700 Passagiere, unter ihnen 500Palästin a-A uswanderer und 140 Palästina-Touristen, teil. Der Direktor und der Vizedirektor der Gdynia—Amerika-Linie sowie 20 Journalisten, Vertreter der bedeutendsten Jüdischen und nichtjüdischen Zeitungen Polens, machen die Eröffnongsfahrt auf der polnischen Palästina-Linie mit Die „Pag“ teilt mit: Alle Teilnehmer der 11. «Pag»-Pal«istina:eise sind am 29. v. M. wohlbehalten in Palästina angelangt. 1. Die 12. Pag-Palästina-Reise wird am 24. Oktober d. J. unter Führung des Herrn Ing. Seiden von Wien abgehen (besonders interessante Mittelmeerfahrt). 2. Gesucht werden: a) Ein Geldmann mit £ 1000.— für große Zigarettenfabrik in Palästina; b) ein Geldmann mit £ 250.— für bereits bestehende Kappenerzeugung. 3. Gesucht werden Baugründe ln Palästina. 4. Zu verkaufen sind, 20 km von Haifa entfernt, landwirtschaftl. Gründe zu 50 Dunam ä £ 8.—, zahlbar innerhalb von 4 Jahren (Option bis Mitte Oktober). Auskünfte: Dienstag bis Freitag von 9.30 Uhr bis 12 Uhr, Wien, VI., Capristrangasse 2, Tel. B 25-3-81. Benachteiligung von Tel-Awiw durch den Hafenbau in Jaffa