Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 303 (5.10.1933)
- Date
- 1933-10-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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&ffe 4 DIB STIMME Nr. 303 — 5. OlcfoHer 1933 „Nifcri'Arloseroff" Sledlftngswerk In Palästina mm Gedächtnis Chaiin Arlosoroffs Juden! Der DortatiKh« Kongreß hat «He Sammlung für den Mffa! Artosoroff btsehloeeen, «ln Stodttmgftwerfc zum Gedächtnis Chahn Arfosoroffs zu schaffen. Ein Drittel der Sammlung wird fftr den ftodenkauf dnreh den Keren Kajemeth, twtl Drittel werden für Zwecke der AnsJedltmg durch den Keren Hajessod verwendet werden. Feierlich hat der KongreB alle Zionisten aofgefordert, In dieser gemeinsamen Aktion der nationalen Fonds md der Zionistischen Organisation dnreh schaffende Tat das Andenken Arlosoroffs an ehren, der ht so tragischer Weise uns entrissen worden Ist Mit der Durchführung dieser Aktion wurde ein Zentralkomitee mit dem Sitz in Prag betraut Zionisten! Diesem Beschluß des Kongresses, dieser Aufforderung zur Tat .gilt es Jetzt, die Verwirklichung folgen tu lassen. Keren Hajessod und Keren Kajemcth vereinen sich dlesmtl nicht nur, wie es Immer geschaht, ht der Arbeit des Aufbaues In Erez Israel, sondern auch In der Sammlung zu ekler einheitlichen und geschlossenen Aktion, in Chaim Arlosoroffs Namen ein bleibendes Werk neuer Siedlung in Eres Israel erstehen zu lassen. Chalm Arlosoroffs Andenken wird und muß allen Juden — ohne Unterschied der Richtung — teuer sein, die dessen eingedenk sind, daß er In der Jugendkraft seiner Jahre von uns ging, mitten aus seinem zionistischen Werk, erfüllt vom entschlossenen Wüten zur Durchführung großer zionstisch er Pläne. Das Siedlungswerk, das seinem Andenken geweiht ist, SOU und muß verneinend wirken. An alle Juden ergeht daher unser Rufi Jeder Jude, der fühlt, wie sehr neue Siedlungstätigkeit in Erez Israel not tut, damit das jüdische Volk allüberall wieder Hoffnung schöpft, ist aufgefordert, an diesem Werke mitzuarbeiten. Die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency. Direktorium des Keren Kajemeth Lejbr&el Direktorium des Keren Hajessod. ★ ★ ★ Die Durchführung des Mifal-Ariosoroff Der Aktionsausschuß des Mifal-Arloso.off teilt mit: Der 18. Zionistenkongreß hat zur Schaffung eines Siedlungswerkes zum Gedächtnis des unvergeßlichen Chaim Arlosoroff, den Mifal-Ariosoroff proklamiert. Zwecks Einleitung dieser Aktion fanden sofort nach dem Kongreß in Prag Beratungen statt, ar denen Vertreter der Exekutive der zionistischen Weltoiganisation und die leitenden Paktoren des Keren Hajessod und Keren Kajemeth Lejisrael teilnahmen. Auf Grund dieser Beratungen wurde mit der Durchführung des Mifal ein fünfgliedriger Aktionsausschuß betraut, dem die Herren Joseph Sprinzak, Israel Mereminsky und Dr. N. M. Oelber als Leitung und die Herren: Abgeordneter Dr. Angelo 0oldstein und Dr. Josef Hopper, Vizepräsident des Administrative Committee der Jewish Agency als Mitglieder angehören. Zum Vorsitzenden des Aktionsausschusses wurde Herr Sprinzal: bestellt Der Aktionsausschuß hat bereits die Arbeit aufgenommen. Die Direktorien des Keren Hajessod und Keren Kajemeth Lejisrael haben ihre Landeskomitees über die Aufgaben des Mifal-Ariosoroff als einer gemeinsamen Aktion ® der beiden Fonds instruiert Vor wenigen Tagen wurde der Arbeitsplan in einer gemeinsamen Besprechung mit Teilnahme der Direktoren Ing. M. Ussis:hkin, Dr. Hantke, Joseph Sprinzak, Leo Herrmann und Dr. Granowsky festgelegt Der Aktionsausschuß steht auch bereits in reger Verbindung mit den einzelnen Ländern, um dortselbst die Durchführung der Aktion schnellstens in die Wege zu leiten, London. Einstein hat an die Redaktion des «Manchester Guardian» ein Schreiben gerichtet, das u. a. lautet: «. . . Wie andere Intellektuelle, die es als ihre Pflicht empfinden, nach besten Kräften der Sache der Humanität zu dienen, bin auch Ich ein Opfer eines Mißverständnisses geworden Uber die wahren Z'i-Ie gewisser OrgiuvsnFonen, Meta erscliftcncii! Lehrbuch der hebräischen Sprache „Sdi’alenl“ „Frage mlcti“ von Isak Herzberg Konversation aus dem täglichen Leben, grammatikalische Ucbungen und hebräisch deutsches Wörterverzeichnis. -testt Methode zum Selbstunterricht. Ueber*;t erhiltüch Preis S 1.80. Verlag Josef Belf, Wien, 1., Rabensteig Nr. 3. da die Aktion bis spätestens 15. November d. J. zum Abschluß gelangen muß. Die aus mehreren Ländern und von zahlreichen Kongreßdelegierten, die an den früher erwähnten Beratungen teilgenommen haben, vorliegenden Berichte über die Vorarbeiten deuten darauf hin, daB der Mifal-Ariosoroff von allen jüdischen Kreisen mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, ähnlich wie in Erez Israel, wo kurz nach dem Tode des großen Führers von der Arbeiterschaft und den Freunden des Verstorbenen spontan eine Sammelaktion eingeleitet wurde, die bereits einen Barbetrag von 16.000 Pfund erbrachte. Sitz des Aktionsausschusses ist Prag. Die Adresse ist: Mifal-Ariosoroff c/o Keren Hajessod, Prag I, Dlouha 41. Telegrammadresse: Keren Hajessod Mifal, Telephon Nr. 61-6-85. Wieder in Palästina -L - ■ . Jerusalem. Dr. Werner Senator. Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, ist in diesen Tagen in Jerusalem eingetroffen. Mit ihm trafen in Jerusalem Dr. Georg Landauer, einer der Führer der Bewegung für das Arbeitende -Palästina in Deutschland, und der Schriftsteller Ch. Z. Klötzel, der in den letzten zehn Jahren Reiseberichterstatter des «B e r 1 i n e r T a g e b 1 a 11* gewesen war, ein. In Haifa traf das frühere Mitglied der Exekutive der Jewish Agency H. Farbstein ein. In Haifa will man wissen, daß Farbstein zum polnischen Konsul In Haifa ernannt werden aoll. Der JTA wurde auf ihre Anfragen bei Farbstein und polnischen Generalkonsul in Jerusalem von beiden Selten erklärt, daß ihnen von einer solchen Ernennung nichts bekannt sei. die in Wirklichkeit nichts anderes als getarnte Propagandsorganisationen des russischen Despotismus sind. In Unkenntnis ihrer wirklichen Absichten habe ich nichts getan, um den Gebrauch meines Namens durch die «Internationale Arbeiterhilfe» und die «Antikriegsbewegung» oder ähnliche Organisationen zu verhindern; doch möchte ich jetzt feststelien, daß ich niemals den Kommunismus begünstigt habe und dies auch jetzt nicht tue . . , Nach meiner Ueberzeugung Ist jede Macht, die das menschliche Individuum durch Terror und Gewalt versklavt, eine Feindin der Menschheit — gleichviel, ob sie unter faschistischen oder kommunistischen Fahnen marschiert. Alles, was wertvoll ist in der menschlichen Gesellschaft, bängt von den Möglichkeiten üb, die dem Individuum für seine Entwicklung gegeben sind.» Kopfschmerzen und Erkältungskrankheiten bekämpft man rasch und sicher mit Togaltahletten. Ueher 6000 Aerzte bestätigen die hervorragende schmerzstillende und heilende Wirkung von Togal. Es Ist in jeder Apotheke zu haben. Von Palästina zurückgekehrter Chemiker sucht mehrere jüngere Chemiker und Chemikerinnen zwecks Gründung einer chemischen Coope* ratlve. Zuschriften an Mandl Gottesmann, III., Löwengasse 38. JUDEN! Wirtschaftliche Aussichtslosigkeit, seelische Depression, das ist die Situation der Juden ln Wien. Palästina ruft nach Arbeitskräften, ln Erez Israel leben die Juden froh nnd ht Hoffnung auf eine schönere, freudigen Zukunft Viele österreichische Juden haben die Möglichkeit ln allernächster Zeit nach Palästina einzuwandern. Es fehlt Ihnen aber an Relsemltteln und an den primitivsten AusrüstoflgsgegensUlnden. Juden, gebt diesen Palästina Wanderern die Möglichkeit sich eine Existenz zu schaffen, gebt Ihnen die Möglichkeit, nach Erez Israel zu gehen. Gebt soviel ihr könnt! Gebt schnell! Spendet Kleider, Schuhe, Wäsche und Gel dl Paiästinaamt Wien: Dr. Simon Horowlts: Fürsorgeverein für jüdische Paiästlnaemigranten: Dr, Alois Rot heg. berg; Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich: Doktor Oskar Grünbaum; Poa'.e Zlon-Hitachduth: Mendel Singer; Misrachi, österreichischer Landesverband: Rabbiner Friedmann; Union der Zionlsten-Revisionisten: Oberbaurat Ing. Robert Stricker; W. I. Z. O,: Sofie Löwenherz; Verband radikaler Zionisten: Dr. Leopold Plate likes. Spenden sind an den Fürsorgeverein für jüdische Palästinaemigranten, Wien, 1., Kärntnerstraße 28, Postspar* kaasenkonto C-26.901, zu richten. Die Mäglichfteit künstlerischer Be* tätlgung von Juden In Deutschland Berlin. In einem Oespräch mit dem Chefredakteur des Conti-Nachrichtenbureaua über die Genehmigung dea Jüdischen Kulturbundes wies Staatskommisaar Hinkel, der Kulturreferent im preußischen Staatsministcrium, darauf hin, daß es sich hier um eine rein jüdische kulturelle Angelegenheit, handelt, durch die größtenteils seit Jahrzehnten in Deutschland ansässigen Juden die Mögückeit eigener kultureller Arbeit gegeben werden soll. Kritikern der Tageszeitungen soll zu den geschlossenen Mitgliederveranstaltungen des Bundes der Zutritt nicht gestattet sein. Angehörigen der jüdischen Rasse solle ebenso wie Ausländern jede Möglichkeit des freischaffenden Künstlers gegeben sein. Das gelte auch für auf Privatbühnen zur Aufführung gelangende Werke jüdischer Autoren. Für Betätigung in amtlichen Positionen gelten die Bestimmungen des Beamtengesetzes. Radiogottesdienst anläßlich der hohen Feiertage ht Kalifornien San Francisco. Der kalifornische Rundfunk wurde anläßlich des Rosch Haschono-Festes dank den Bemühungen des südkalifornischen Rabbinerverbandes für die Uebertragung des Festgottesdienstes zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise konnten die zahlreichen in Kalifornien Isoliert wohnenden jüdischen Farmer am Gottesdienst teilnehmen, Rundfunkübertragung zu Rosch Haschono und Jom Kippur in Bulgarien Sofia. Der Vorstand der Zentralsynagoge in Sofia hat mit Zustimmung des Beth Din dem bulgarischen Heimat- Radio (Rodno Radio) auf dessen Ansuchen die F.rlaubnis erteilt, die Gottesdienste an beiden Rosch Haschono-Tagen zu übertragen. Die Uebertragung des Gottesdienstes aus der Synagoge war technisch durchaus befriedigend und soll am Erew Jom Kippur und zur Zeit des Nehila-üebetes wiederholt werden. Billige Rdao von Polen nach Oesterreich Owt«rreicher, welche sich In Polen aufhalten, wie auch Polen, welche Im Besitze von gültigen Reisepässen sind, können billig nach Oesterreich reisen, indem sie den Sonderzug des «Neuen Wiener Tagblnttes» benützen, welcher am 16. Oktober von Stnnlslau über Lemberg, Krakau nach Wien fährt. Näheres: Reisebureau E. Ferstel,!., Kärntnerring 12; In Lemberg: «Par», Akademlcka 14, und Waggon Lits Cook in Krakau «Par», Rynek glowny 46. IEHRLING&HEIM ..ZUKUNFT'* IX., Grüne Torgasss 26, Freitag, den 6. Oktober 1933, 8 Uhr abends: Voitrag Dr. 2. F, Finketeteln: Oer XVIII. Zionistenkongreß Gäste willkonim$nl ■HBHHBSHB9KBKaHe9aS9ee9»99SS9meSRn99ggaH9aBaBHHBBBBBEHHaBHBMHBB«Ba«SSSa9anani Einsteins Bekenntnis zu der Tradition des jüdischen Volkes Anläßlich der hohen jüdischen Feiertage hat Prof. Albert Einstein in der ausländischen Presse folgenden Interessanten und rührenden Aufruf, der sich an die ganze Menschheit, aber insbesondere an die Juden richtet, veröffentlicht: «Streben nach Erkenntnis, um ihrer selbst wüten, an Fanatismus grenzende Liebe zur Gerechtigkeit und Streben nach persönlicher Selbständigkeit — das sind die Motive der Tradition des jüdischen Volkes, die mich meine Zugehörigkeit zu Ihm als ein Geschenk des Schicksals empfinden lassen. Diejenigen, welche heute gegen die Ideale der Vernunft und der Individuellen Freiheit wirken und mit den Mitteln brutaler Gewalt geistlose Steatasklaverei durchsetzen wollen, sehen mit Recht In uns Ihre unversöhnlichen Gegner. Die Geschichte hat uns einen schweren Kampf aulerlegt; aber solange wir ergebene Diener der Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit bleiben, werden wir nicht nur fortbestehen als ältestes der lebenden Völker, sondern such wie bisher in produktiver Arbeit Werte schaffen, die zur Veredelung der Menschheit beitragen. A. Einstein.» ★