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Die Stimme · 1933-09-20 · Heft 301 (20.9.1933) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 301 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIÜ STIMME Nf. 301 — 20. September 1933 Jüdi§^es£dbenimWadV€havareibe0nnt Von unserem pal&stinensiscfken Jiorrespondenien Wenn wir es genau betrachten, so können wir sagen, daß die Hauptstücke unseres Bodenerwerbes durch den Keren Kajemeth eigentlich durch glückliche Griffe erworben wurden. Das ist bei den schweren politischen Bedingungen, unter denen wir die ersten Grundsteine zu unserem Bau in Palästina legen können und die es unmöglich machen, eine nationale Bodenpolitik, wie wir sie brauchen würden, ungehindert und systematisch durchzuführen, verständlich. Daß diese Bodenkäufe uns nicht leicht ankommen, gehört somit dazu. Und einer dieser glücklichen Griffe, neben den Erwerbungen des Emek und des Akko-Komplexes, mit allen unvermeidlichen Hindernissen war die Erwerbung d>:s Wadi- Chavareth-Bodens. Die geographische Bedeutung des Wadi-Chavareth für uns liegt darin, daß mit seiner Erwerbung die jüdische Stellung am Meer zwischen Jaffa und Haifa eine weitere Befestigung erfahren hat, daß ein weiteres Stück der Lücke auf dieser jüdischen Linie ausgefüllt wurde und daß wir in den zusammenhängenden Siedlungskomplex der Scharon- und Schomrongebiete ein außerordentlich wertvolles Stück bepflanzungsfähigen Bodens eingefügt haben. Der Keren Kajemeth hat durch diesen Kauf eine Stärkung der jüdischen Position geschaffen, deren nationale und bevölkerungspolitische Bedeutung vielleicht erst nach einem Jahrzehnt deutlich vor Augen treten wird. Dieser 30.718 Dunam große Bodenkomplex stand unter dem Hammer und der Keren Kajemeth erwarb ihn von der - Vefsteig‘;rurigsbehörde der Regierung. Die Verhandlungen, die noch im Jahre 1926 begannen, führten erst im Jahre 1929 xu einem Abschluß, in welchem Jahre der KKL. den Besitztitei und ein Jahr später den Boden selbst zugewiesen erhielt. Man sollte meinen, da gab es nichts mehr zu mäkeln und zu schikanieren. Verkäufer war die Regierung selbst und Zeit ger.ug war es, alle möglichen Winkelzüge seitens der politischen Interessenten durchzufechten. Aber nein. Die Beduinen, natürlich unter Anstiftung der politischen Hintermänner, fanden doch einen Punkt, an dem sie einhaken konnten. Sie fochten die Grenze des Kaufkomplexes an mit dem Erfolg, daß der KKL. den Beduinen ein Gebiet von 6300 Dunam, das zum Streitobjekt wurde, zunächst wieder ausfolgen mußte. Diese «Admath ha’meriwah», der «strittige Boden», welcher Name diesem Bodenteil wohl schon bleiben wird, ist für den KKL. erst im Juni 1933, nach fast drei srtojihren, nachdem dieser den Prozeß gewonnen hatte, wieder •t^hei geworden. Aber die letzten Beduinen .streifennoch bmimmer auf ihm herum ... Im Wadi-Chavareth fand auch die bekannte Verpadi- tung von 3000 Dunam Boden an die Beduinen für 22 Monate unter der persönlichen Garantie des Oberkommissärs für die einwandfreie Räumung statt, die ein Gegenstand vieler An- griffe und Kritiken in der zionistischen Oeffentlichkeit bildete. Die Angelegenheit ist auf dem Punkte der endgültigen Abwicklung — übrigens ein interessanter Schulfall im klei- nen für das Studium der englischen Araberpolitik und der arabischen Gegentaktik — und doch noch nicht so weit. Die Regierung stellte den «enteigneten» Beduinen zum Ersatz komplette Wirtschaften in der Gegend von Bet-Schan unter wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen zurVerfügung, wie sie es sich niemals hätten träumen lassen. Aber . — sie wollen nicht und warten auf eine zwangsweise Ent- . fernung, die die Regierung durch allerlei mögliche Mittel zu vermeiden sucht. Warum wollen die Beduinen nicht? Hatten sie hier mehr? Bestand doch ihre «Bodenexistenz» hier in nicht mehr als im Herumstreifen mit einer Viehherde. In Wirklichkeit handelt es sich diesen Beduinen um die jüdischen Arbeitsgelegenheiten im nahen Chedera. Das ist leichter und bringt mehr ein, als selbst als Bauer wirtschaften. Und deshalb soll ein großer und wertvoller Bodenkomplex, der einigen hundert Beduinen als Weidestätte diente, in seinem wüsten Zustande für alle Ewigkeit erhalten bleiben, anstatt daß er einer zwanzig- bis dreißigfachen Kulturbevölkerung eine Existenz und eine neue Heimat bilden soll. Daß die Araber es so haben wollen, ist zu verstehen. Weniger zu verstehen ist schon, daß es in Palästina sogenannte nationale Kreise gibt, die für diesen arabischen Standpunkt eine Lanze brechen und in der Forderung der Umsiedlung der Beduinen eine Verletzung der Moral sehen. Es gibt aber Leute, die die wahre Quelle dieser Moral in dem zufälligen ■ Umstand erblicken, daß sich hier die Interessen von jüdischen Arbeitgebern und arabischen Arbeitnehmern be- gegnen ... Mit der Uebernahme des Wadi-Chavareth-Bodens leitete der KKL. sofort seine vorläufige Bearbeitung ein, deren Hauptzweck darin bestand, den Besitzwechsel in konkreter Form nach außen zu betonen. Die Durchführung, die in die Zeit bald nach den Unruhen von 1929 fiel, war in diesem abgelegenen Gebiete nicht leicht. Aber es stellte sich dem KKL. der bekannte Irgun W i t k i n zur Verfügung und er nahm den Boden in Kultur. Dieser Irgun stellt übrigens mit , 180 Familien eine der größten Kolonisationsgruppen für den Wadi-Chavareth-Boden, dessen Parzellierung nunmehr, HOlEl IXÖVD Wien, II., Große Mohrengasse 18 Telephon R 46-2-19 Gutes Familienhotel, Stadtzentrum, Zentralheizung, Zimmer mit und ohne fließendes Kalt- und Warmwasser, Bäder, Ult, Telephon, finbettz.mmer von S 3.50 aufwärts. Zvrettrattinmar von S 5*— nuiwim nach Ausgleichung der vielen widerstreitenden Interessen, als beendet angesehen werden kann. Es wurden zugeteilt: 10.330 Dunam für Arbeitersiedlungen, darunter 100 Familien der Teilnehmer an der jüdischen Legion und 50 Jemenitenfamilien; 11.380 Dunam für den Mittelstand. Der Rest des Bodens entfällt auf 1110 Dunam für Reserve und Ergänzungen, 3000 Dunam für Wege und andere öffentliche Zwecke und 3218 Dunam auf Sanddünen, deren eventuelle teilweise Verwendung einer späteren Zeit Vorbehalten bleibt. Bei einem vor kurzem vom KKL. veranstalteten kollektiven Besuch des Wadi-Chavareth-Bodens durch Pressevertreter und einer Anzahl seiner Mitarbeiter in Galuth wurde Gelegenheit geboten, die ersten Anfänge der Kolonisation auf diesem schönen und zukunftsreichen Gebiet kennen zu lernen. Dabei ist eine Tatsache besonders bemerkenswert: hier, wie bisher stets, sind es wieder einmal die Arbeiter, die die ersten Pioniere für die Eroberung.eines neuen Punktes der jüdischen Kolonisation stellen. Um so bemerkenswerter, als sie es, wie in letzter Zeit allgemein, ohne jede finanzielle Unterstützung durch die nationalen Fonds tun. Zehn Wasserbrunnen sind in Erbohrung ergriffen oder bereits erbohrt, 700 Dunam sind mit Orangen bepflanzt. Von den 568 jüdischen Seelen, die sich zurzeit bereits auf dem Boden befinden, gehören 564 den Arbeitergruppen (darunter 26 Legionsteilnehmer) an! Die größere Hälfte des kolonisationsbestimmten Bodens ist seit einem Jahre für die Besetzung durch 576 Mittelstandsfamilien reserviert. Für viele diesei Familien, die sich zumeist noch im Ausland befinden, hat die Gesellschaft «Jakin» ziemliche Strecken Bodens für die Bepflanzung vorbereitet. Eine Reihe von Siedlungsgruppen ist im Lande organisiert, die wohl demnächst auf den für sie bestimmten Boden gehen werden. Das sind zweifellos ernste Ansätze für den Beginn der Mittelstandssiedlung auf dem Wadi-Chavareth-Boden, aber es müßte eine intensivere Tätigkeit gefordert werden, wenn mit dem Mittelstand als ernstem Siedlungsfaktor gerechnet werden soll. Denn bei aller Bejahung der Mittelstandskolonisation ist es doch wichtig, Wünsche und Möglichkeiten, politische Schlagworte und nationale Notwendigkeiten einander entgegenzuhalten. Auf dem unter so vielen Schwierigkeiten und Opfern erworbenen, und solange er nicht wirklich besetzt ist, noch immer nicht gefahrenfreien Boden des Wadi-Chavareth (das gilt unter den Bedingungen in diesem Lande von jedrar noch so endgültig erworbenen-Bodenspanne) hat bereits Leben und Bewegung begonnen. Es strömt Wasser aus dem Boden, Pflanzungen sind angelegt, Häuser werden gebaut, Werkstätten sind im Betriebe, Baumaterialien werden erzeugt, annähernd 600 Menschen leben bereits von eigenen Garten- und Milchprodukten, die auch schon nach den Nachbarsiedlungen geliefert toerden, das ist das Werk von annähernd eineinhalb Jahren. Wir würden aber ein wesentliches Stück weiter sein, wenn die Kandidaten der Mittelstandssiedlung von dem ihnen zur Verfügung gestellten Boden in umfangreicherem Maße Besitz ergriffen hätten. Ch. Haller. Französisch, Englisch, Deutsch unterrichtet junge Staat!, gepr. Lehrerin (Kursleiterin) nach bester Methode. Auch Scbulnacbbllfe n. Hebräisch. Uebersetzungen. Mäßiges Honorar V., Straußengasse 22/11/10 Tel. A 30-6 47. Spende anläßlich des eigenen Geburtstages! Eine Anregung zugunsten des Keren Kajemeth Wir sind anläßlich verschiedener Familienereignisse Gegenstand von Ehrungen, auch in Form von Spenden für den Keren Kajemeth, daß aber jemand bei solchen Anlässen selbst ein Opfer darbringt, das kommt wohl selten vor. Und doch sollte jeder Freudentag uns daran gemahnen, wieviel wir bis zu diesem Tag unserer Umwelt verdanken und wieviel wir demgemäß unserem Volke schuldig sind. Welcher Tag ist nun so wie der jährlich wiederkehrende Geburtstag geeignet, Rückschau zu halten? An unserem Geburtstage ist unsere Seele bereit, über Leben und Sterben nachzusmnen, über die Aufgaben nachzudenken, die wir in unserem kurzen Erdenleben zu erfüllen haben, und über die Pflichten, die wir gegen uns selbst, gegen unsere Familie und gegen unser Volk haben. Unser Geburtstag sollte angesichts der Vergänglichkeit des Lebens und im Hinblick auf das Näherkommen unseres Lebenszieles uns gemahnen, daß wir nur ein G1 ied in der Entwicklung unseres Volkes und daher verpflichtet sind, auch durch Förderung aller gemeinsamen Einrichtungen zur Fortentwicklung unseres Volkes beizutragen. In diesem Sinne rege ich an, daß jederjudeanseinem Geburtstage seine Pflicht gegenüber dem Keren Kajemeth durch Spenden nach seinen Verhältnissen erfülle und im Ausweis des Keren Kajemeth soll eine ständige Rubrik: Spende anläßlich des eigenen Geburtstages eingeführt werden. Mein eigener Geburtstag hat mich auf diesen Gedanken gebracht und ich will den Reigen der Spender anläßlich des eigenen Geburtstages selbst eröffnen. Hoffentlich wird mir die Tatsache, daß meine Anregung Erfolg haben wird, das schönste Geburtstagsgeschenk bringen: Die neue Rubrik: Spende anläßlich des eigenen Geburtstages muß im Laufe eines Jahres die Namen aller Zionisten und Freunde des KKL enthalten. S. P. Beh. konz. Reaibüro ING. H. MUHLBAUER Kauf und Verkauf von Realitäten, Hypotheken 1., II. und UL Sätze, Bau- und Zwischenkredite, (iebäudeverwaltung Büro: Franz Josefs-Kai II Tel. R-25-0-44 Wohnung: 2., Vorgartenstr. 150, Tel. R-41-8-88 Nieder-, Kleider- und Wäschenähen Schn.ttzejctanen und Zuschneiden lernen Sie nach leichtfaßllcher Methode gründlich in den Fachschulen u?ic! Salons POLLAK SCHALLINGER VI. Marlahilferetraße 45, /. Stiege, 1. Stock, Tel. B 25-7-41 Ersatz der Meisterlehre. Ausbildung zu Direktricen Zur VrrmäWung Aron Kanner — Berti Kanner geb. Biumm WUn—Kialtau wünscht herslichst Mascltoff Dt. Isak l eich In den Tagen der Sammlung, da jeder Jude bemüht ist, über sein Tun und Lassen in religiöser und ethischer Beziehung im abgelaufenen Jahre (sich Rechenschaft zu geben, ist es üblich, daß er sich auch auf sein persönliches Leben und auf das seiner Familie gründlicher als sonst besinne. Diese Bilanz dürfte heuer in den meisten Fällen eine traurige sein. Die allgemeine Wirtschaftskrise wirkt sich im Leben der Juden zerstörender als im Leben der allgemeinen Bevölkerung aus. Die Atmosphäre in den Völkern, unter denen die Juden leben, wird immer mehr und mehr mit Feindseligkeit und wildem Haß vergiftet. Es würde aber der jüdischen Mentalität widersprechen, in dieser tristen Lage den Kopf hängen zu lassen. Es soll deshalb in den Tagen der Sammlung der jüdischen Gemeinschaft unseren Brüdern nahegelegt werden, zur Milderung der Sorgen, die ihnen ihre nächste Zukunft und die ihrer Familie bereiten, den Weg der Selbsthilfe zu betreten. Die mit der Fürsorge betrauten jüdischen Körperschaften sind oft kaum in der Lage, den Hilfebedürftigen beizuspringen. Es müßte also jeder an sich und seine Nächsten denken. Seit einiger Zeit wirkt in Wien ein gemeinnütziger Verein unter dem Namen «Familienschutz» (Wien, II., Aspernbrückengasse 2). Dieser Verein macht es sich zur Aufgabe, durch kleine Monatsbeiträge von S 1.— bis 10.— seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu bieten, Studien- und Ausstattungsbeiträge für ihre Kinder, sowie Beiträge bis S 2000.— für ihre Hinterbliebenen im Ablebenofalle sicherzustellen. Dieser Verein kann auf die Befürwortung des Vorstandes der Wiener Kultusgemeinde hinweisen. In der Leitung des Vereines sitzen in der Wiener jüdischen, Oeffentlichkeit wirkende Persönlichkeiten, die sich selbstlos in den Dienst der Sache gestellt haben. Die Gewähr für den soliden Charakter dieser Vereinigung ist also einwandfrei ergeben. Wir glauben, unseren jüdischen Brüdern einen guten Dienst zu erweisen, wenn wir sie in den Tagen der Sammlung auf diese sehr wichtige Institution aufmerksam machen. Mögen sie der Worte unserer Weisen eingedenk sein, die auch der angeführte Verein als sein Motto gewählt hat: „Wenn nicht ich an mich denke, wer denn? Und wenn nicht jetzt, wann denn?» A. M. Die 6. Gesellschaftsreise des Reisebüros «Compasa Tours» geht am 1. November von Wien ab. Die großen Erfolge, die das weltbekannte Luxus-Motorschiff «V u 1 c a n i a» bei seinen zwei Sonderfahrten nach Palästina zu Ostern und zu Schewuoth erzielt hat, veranlassen die Colusich Line, nunmehr wieder eine Sonderfahrt mit diesem, sonst auf der Strecke Triest—New York verkehrenden Schiff zu veranstalten. Dem Reisebüro «Compass Tours» ist es gelungen, wie bei den früheren Sonderfahrten auf diesem modernen, mit allen Bequemlichkeiten ausgestatteten Schiff eine Anzahl von Kabinen in der 2. und 3. Klasse zu reservieren. Bei dieser Reise wird wieder die Gelegenheit geboten, die Wiegestätte unserer Zvilisation: Rom, Athen, Jerusalem und Kairo, zu besuchen. Da dem Reisebüro «Compass-Tours» eine beschränkte Anzahl von Kabinen in der 2. und 3. Klasse zur Verfügung stehen wird, wird eheste Anmeldung empfohlen. Nach soeben eingelangter telegraphischer Nachricht sind sind alle Teilnehmer der Rosch Haschanah-Gesellschaftsreise des Reisebüros «Compass Tour» wohlbehalten in Palästina gelandet. Kennen Sie Togal? Togaltabletten sind ein rasch und sicher wirkendes Mittel bei rheumatischen und gichtischen Beschwerden sowie Kopfschmerzen. Die große Beliebtheit verdankt Togal den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aorzte und Kliniken mit diesem Präparat erzielten. Togal ist stark harnsäurelösend und geht daher direkt zur Wurzel des Uebels. Es wirkt ferner in hohem Maße als inneres Antiseptikum. Jeder Apotheker führt Togal.

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