Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 300 (14.9.1933)
- Date
- 1933-09-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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MH9 DIE STIMME m» ii;*v' :h‘:f ■i : feö. ,v‘i ‘yV! ku 1?ji* | };'£ I 3/V iS..-. r: IM : I« t , 1 i | Hf. SCO — 14. SepfemSer 19» SHe öffentlidken Finanzen Palästinas Die Finamverwaltung der palästinensischen Mandatsregierung veröffentlicht jetzt den Bericht über die Entwicklung der öffentlichen Finanzen des Landes im Finanzjahr 1932/33 (1 April 1932 bis 31. März 1933) und über das erste Quartal des laufenden Finanzjahres 1933/34 (1. April bi« 30. Juni 1933). Aus den Zahlen geht hervor, daß die Lage der öffentlichen Finanzen Palästinas außerordentlich günstig ist. Per 31. März 1933 ergab sich bereits ein GesamtüberschuB von £ 1,250.000, man ist aber der Auffassung, daß dieser Ueberschuß schon jetzt beträchtlich höher geworden ist. Die Einnahmen für das erste Quartal des laufenden Finanzjahres stellten sich nämlich im Vergleich mit denen aus dem ersten Quartal des vergangenen Finanzjahres folgendermaßen: 1. Vierteljahr Einnahmen aus Häfen- und Schiffahrtsverwaltungen . 3.700 Einnahmen aus Steuern, gebührenpflichtigen Genehmigungen, Lizenzen usw. Einnahmen aus dem Postbetrieb . . . Einnahmen aus dem Gerichtswesen . . Hinzu kommen noch die auf eine Reihe von kleinen Einzelpositionen verteilten «sonstigen Einnahmen», die im ganzen Jahre 1932/33 eineto Betrag von £ 269.000 ausgemacht haben. Die Gesamteinnahmen betrugen 1932/33 £P 2,859.500, während der Voranschlag für das genannte Jahr nur Einnahmen in Höhe von 2,7 Millionen £ vorsah. Für 1933/34 sieht der Voranschlag eine Steigerung der Einnahmen um ungefähr £ 400.000 vor, aber Schon allein im ersten Quartal haben sich die Einnahmen um ungefähr £ 190.000 erhöht, so daß damit gerechnet wird, daß der Voranschlag durch die Isteinnahmen ganz erheblich überschritten wird. Private Schätzungen rechnen damit, daß die Einnahmen im Finanzjahr 1933/34 um ungefähr £ 700.000 höher sein werden als im Vorjahr. Wir geben eine dieser 1932/33 1933/34 £P £P 286.200 395.100 3.700 5.200 169.600 187.900 55.500 63.400 56.700 90.400 Voranschlag 1932/33 £P 1,200.000 Isteinnahmen 1932/33 £P 1,287.000 Schätzung 1933/34 £P 1,705.000 33.600 15.800 22.000 840.000 824.400 939.000 214.700 226.300 264.000 289.700 " 332.500 531.000 Schätzungen in der nachfolgenden Uebersicht für die wichtigsten Positionen wieder, die unter «Sonstige Einnahmen» zusammengefnßten sind hier nicht berücksichtigt: Einnahmen aus Zöllen . Einnahmen aus Häfenu. Schiffahrtsverwaltungen Einnahmen aus Steuern, gebührenpflichtigen Genehmigungen, Lizenzen usw. Einnahmen aus dem Post- betrieb. Einnahmen aus dem Justizwesen .... Auf der anderen Seite steigen die Ausgaben der Mandatsverwaltung bei weitem nicht im gleichen Maße. Man kann fast sagen, daß die Mandatsverwaltung in Anbetracht ihrer Finanzlage etwas allzu sparsam ist und vor allem nur sehr zögernd den Umfang des Beamtenapparats den wachsenden Bedürfnissen von Wirtschaft und Verkehr anpaßt. Das ist sowohl in der Zollverwaltung als auch vor allem in der Postverwaltung spürbar. Es gibt Postämter in Palästina, die von einer weiblichen Hilfskraft bedient werden und dabei einen Umfang und einen Publikumsverkehr haben, der in anderen Landern mindestens die Beschäftigung von vier oder fünf etatsmäßigen Beamten rechtfertigen würde. Die Mandatsverwaltung verfolgt mit dieser Politik die Absicht, möglichst große Summen in der gegenwärtigen günstigen Entwicldungsperiode ihrer Finanzen zu thesaurieren, eine Politik, die man grundsätzlich nur gutlieißen kann, soweit sie nicht zu Auswüchsen führt. Jedenfalls ist es keine Frage, daß der Zinsen- und Tilgungsdienst der neuen Palästina-Anleihe unter diesen Umständen als durchaus gesichert erscheinen muß. Die Levante-Messe 1934 Wie wir bereits mehrmals berichtet haben, findet die nächste Levante-Messe im Frühjahr 1934 in Tel-Awiw statt. Das große Interesse, daß dieser Veranstaltung entgegengebracht wird, läßt mit Recht vermuten, daß die Beteiligung an dieser Messe den großen Erfolg der letzten, im Jahre 1932 abgehaltenen Messe, noch um vieles übertreffen wird. Der wirtschaftliche Aufschwung Palästinas in den letzten Jahren hat den Nahen Orient nicht nur als Absatzgebiet enorm vergrößert, sondern bietet für viele Länder überhaupt einen neuen Abnehmer. Palästina, das durch seine geographische Lage sowie die modernste Organisation seines Handelsverkehrs schon heute das Zentrum des Wirtschaftslebens im Vorderen Orient bildet, ist daher prädestiniert, durch die Levante- Messe den Strom aller Interessenten dorthin zu leiten, um so mehr, als das vor wenigen Wochen durch den Oberkommissar Sir E. Wauchope feierlich eröffnete neue Messegelände nicht nur an Ausdehnung jeder Anforderung gerecht wird, sondern auch durch die mit allem neuzeitlichen Komfort ausgestattete Einrichtung alle Wünsche voll befriedigen wird. Speziell in Oesterreich, das seinen Export nach Palästina bedeutend steigern konnte, interessiert man sich bereits lebhaft für die Levante-Messe, deren offizielle Vertretung den Herren Bruno Rabinowitz und Fritz Richter (prov. Adresse 1., Rotenturmstraße 2 5) übertragen wurde. für alle Lehranstalten, neu und antiquarischem richtigen Auflagen zu den billigsten Preisen in J. Iu Pollalts SphulbucMtandlung und Aniiquaviai» Wien, XV., Alariahiilerstratie 140, Tel. ii 3Ö-Ü-34. Jedes JBuch wird kostenlos zugesteilt. Beduinemtberfall auf van Vliesland Jerusalem. Der holländische Generalkonsul in Jerusalem Sigfrid A. van Vriesland wurde bei einem Autoausflug zum Toten Meer von fünf bewaffneten Beduinen angegriffen und durch einen Schuß leicht an der Schulter verletzt. Van Vriesland konnte ungeachtet seiner Verletzung die Autofahrt fortsetzen. Es steht noch nicht fest, ob es sich bei dem Ueberfall auf van Vriesland, der 1919 als Mitglied der nach Verkündung der Balfour-Deklaration gebildeten Zionist Commission nach Palästina ging, 1923 bis 1925 Leiter der Finanzabteilung der Palästina-Exekutive war und seit 1929 Geschäftsführer der Gesellschaft zur Ausbeutung der Mineralschätze des Toten Meeres ist, bloß um einen Angriff räuberischer Beduinen oder um ein politisches Attentat handelt. Zion. Bezirkssektion Leopoldstadt Festgottesdienst am 20., 21. und 22. September und am 29. und 30. September im Centralkeller, II., Taborstraße 8 a. Kartenvorverkauf täglich mit Ausnahme von Samstag von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends ebendort (nach 8 Uhr abends findet der Kartenvorverkauf im Sekretariat der Sektion, II., Praterstraße 13, statt). Die Hausfrau in Palästina Was kvstet der Haushalt in Palästina? Was kosten Fleisch, Butter, Kaffee, Obst, Gemüse? Das sind Fragen, die von neueinwandernden Frauen häufig gestellt werden. In der Regel werden die Hausfrauen gleich nach dem Einzug in ihre Wohnung von den Inhabern der benachbarten Lebensmittelgeschäfte gebeten, bei ihnen ^zu kaufen. Die Lebensmittel werden ohne Zuschlag in die Wohnung gebracht. Die Preise in den verschiedenen Läden zeigen keine nennenswerten Differenzen. Es kosten z. B.: 1 Liter Milch: 2 Piaster 4 Millim (zirka 37 Pf.), 4 Brötchen: 1 Piaster (zirka 15 Pf.), 1 Pfund Kaffee: 5 bis 8 Piaster, Eier: 10 bis 18 Stück, je nach der Jahreszeit und Qualität, 5 Piaster. Tomaten sind das ganze Jahr hindurch frisch zu haben und kosten im Sommer pro Pfund 1 Piaster. Man hat immer frisches Gemüse, das sehr schön ist. Im Winter gibt es hauptächlich Blumenkohl, der sehr groß wird und pro Kopf zirka 2 Piaster kostet. Spinat kostet pro Pfund 1 Piaster, Kraut pro Kopf zirka 1 bis 2 Piaster. Aehnlich wie mit dem Gemüse verhält es sich mit dem Obst. Wir sind in der glücklichen Lage, das ganze Jahr hindurch schönes Obst zu haben. Von Dezember bis April gibt es Apfelsinen (4 bis 5 Stück 1 Piaster), gleichzeitig Grapefruit (2 große für 1 Piaster). Im Mai/Juni gibt es kleine Aprikosen, Pflaumen usw. Vom Juli bis November Weintrauben. Nun noch einige Fleischpreise. 1 Pfund Rindfleisch mit Knochen kostet 5 Piaster, ebenso Kalbfleisch. Huhn kostet pro Pfund 9 Piaster. In Fischen gibt es keine große Auswahl 1 Spezielle Fischgeschäfte bestehen nicht. Man kauft die Fische auf dem Markt. Viele Hausfrauen kaufen überhaupt alle Lebensmittel auf dem Markt, weil es angeblich billiger sein soll. Ich konnte mich von einem nennenswerten Preisunterschied nicht überzeugen. Eine weitere Belastung für das Budget bildet die Ausgabe für Getränke, z, B. Sodawasser, Fruchtsäfte. Eine Flasche kostet 8 Millim (zirka 11 Pf.). 1 Flasche eines vorzüglichen Rotweines kostet 4 Piaster. Da es in Palästina kein Gas gibt und Kohle außerordentlich teuer ist, wird als Brennstoff größtenteils Petroleum verwendet. Es gibt besondere Oefen mit Backröhre. In der letzten Zeit haben jedoch immer mehr Familien sich einen elektrischen Herd angeschafft. Das Ruthenberg-Werk liefert für diese Zwecke einen billigeren Strom, der 1 Piasler pro Kilowattstunde kostet. (Lichtstrom kostet das Dreifache.) Der Betrieb eines elektrischen Herdes ist etwas teurer als der eines Petroleumofens, dafür aber sauberer und bequemer. Das viel diskutierte Problem der Hausgehilfinnen ist heute nicht mehr so schwer wie früher. Es gibt jetzt viele europäische Mädchen, die ganz gut und sauber arbeiten. Der Monatslohn schwankt zwischen 2 und 3 Pfund, je nach Größe der Familie und Wohnung. Hella Schleuderer, Tel-Awiw. Zion. Bezirkssektion Innere Stadt, I., Wlppflngerstr. 24 Dr. Oskar 6RÜNBAIIM Präsident des Zion. Landeskomitees in Wien, Delegierter Oesterreichs für den Xtlll.Zl0itatcfrKofl£re0 berichtet über dessen Verlauf Donnerstag, den 14. September 1933, im Festsaal des Caf6 Altes Rathaus Beginn 8 Uhr abends Gäste willkommen! Der Jachln-Plan für mittelständische Kleinsiedier I. Das Areal. Jeder Sietfler bekommt vom Nationalfonds 20 Dunam Boden, der sich folgendermaßen aufteilt: Boden für Orangenpflanzung.12 Dunam (wovon 10 Dunam sofort gepflanzt werden und zwei in Reserve bleiben) Platz für ein Haus und für Hofwirtschaft ... 3 „ Boden für Gemüse- und Futterbau .... 5 „ Zusammen 20 Dunam Jeder Siedler gibt dem Nationalfonds eine Anleihe von £ 120.— für den Bodenkauf. Der Nationalfonds deckt diese mit Wechseln, die in den Jahren 1938/39 fällig sind. Die Anleihe wird mit 5 Prozent verzinst. U. Kalkulation. Für das erste Jahr, 1934: Anlage eines gemeinschaftlichen Brunnens, Vorbereitungsarbeiten, Aufteilung der Parzellen, Planierung, Tiefpflügen, Einrichtung einer kalifornischen Wasserinstallation, Pflanzung und Bearbeitung der ersten fünf Dunam (Pflügen, Bewässern, Düngen, Pflege der Bäume usw.).£ 153.— Fürdaszweitejahr, 1935: Bearbeitung der ersten fünf Dunam und Pflanzung der zweiten fünf Dunam.£ . 177.5 Für das dritte Jahr, 1936: Bearbeitung der zehn Dunam .£ 85.— Für dasviertejahr, 1937: Bearbeitung der zehn Dunam , , ..£ 87.5 Fürdasfünft e J a h r, 1938: Bearbeitung der zehn Dunam .. . £ 90.— Summe £ 593.— Anleihe an Nationalfonds auf Rechnung des Bodens £ 120.— Summe £ 713. - III. Zahlungen. Sämtliche Zahlungen sind in palästinensischen Pfunden zu leisten. Bei Abschluß des Vertrages: Anleihe an den Nationalfonds £ 120.—, auf Rechnung der Pflanzung £ 30.—, zus.£ 160.— Im Jahre 1934 10 £ pro Monat.£ 120.— Im Jahre 1935 10 £ pro Monat.£ 120.— Im Jahre 1936 8 £ pro Monat.t 96.— Im Jahre 1937 8 £ pro Monat.£ 96.— Im Jahre 1938 8 £ pro Monat.£ 96.— Summe £ 673. Aus dem Einkommen von der Frucht im Jahre 1938 £ 35.- Gesamtkosten für die zehn Dunam Pflanzung plus Anleihe an Nationalfonds.£ 713.— IV. Ausgaben für Haus, und Hofwirtschaft. Gebäude: Ein Wohnhaus (zirka 60 Quadratmeter Baufläche) und Wirtschaftsgebäude .... £ 160.— Lebendes Inventar.£ 40.— Vorbereitung des restlichen Bodens und Wässerinstallation .£ 40.— Anteil am Brunnen (für die unbepflanzten zehn Dunam).£ 40.— Arbeitsgeräte, Umzäunung, Parzellierung ... £ 20.— Zusammen £ 30U.— «Heimkehr Ins Glück», ein Lustspiel fürs Herz. Der Film «Heimkehr ins Glück» repräsentiert jene Art von Lustspielen, die nicht nur eine amüsante Verwechslungskomödie entfalten und reich an lustigen Einfällen sind, sondern auch fühlende lebendige Menschen von Fleisch und Blut bringen, deren ernste und heitere Erlebnisse wir voll Anteilnahme verfolgen müssen. Luise Ullrich, Paul Hörbiger und Heinz Rühmann sind das spielfreudige Darsteller-Trio des Films, dessen Inszenierung Carl Böse und dessen Kompositionen Eduard Künnecke besorgte. Premiere am 15. September ii. der Wiener Acht-Kinogruppe. Zu den indischen Feiet* lauen nach Polen mit unserem Sonderzug. Abreise 18. September 1933 für 2 und 4 Wochen, sehr billige Preise. Teilnehmer unserer Reise genießen 50 Prozent Ermäßigung nach allen Richtungen Polens. Nähere Auskünfte: E. Ferstel, 1., Kärntnerring 12. Tel. U. 40-3-01. HEUTE LETZTER TAG. J ttk