Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 300 (14.9.1933)
- Date
- 1933-09-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 300 — 14. September I93S Gemclndegesetz für Palästina veröffentlicht Jerusalem. Die Palästinaregierung hat den Entwurf zur Verordnung Uber die Verwaltung der Gemeinden ln Palästina veröffentlicht. In dem Entwurf sind eine Reihe der von öffentlichen Körperschaften Palästinas vorgeschlagenen Maßnahmen, durch die die bisherige Regierungskontrolle Ober die Stadtverwaltungen gemildert wird, enthalten. Anderseits ist vorgesehen, daß Personen, die nicht palästinensische Staatsbürger sind, vom Gemeimfewafhlrecht ausgeschlossen bleiben. Diese Bestimmung wirkt sich gegenüber der jüdischen Bevölkerung, unter der sieh viele seit langem in Palästina ansässige Personen, die aber die Landesbürgerschaft nicht besitzen, befinden, sehr ungünstig aus. Ein offizielles Communique erklärt, diese Verordnung bedeute den ersten Schritt auf dem Wege zu einer lokalen Autonomie. Das Verhör in Jaffa Die „zehn Gebote41 Acht Meirs Jaffa, (j. T. A.) Bei der Fortsetzung des Zeugenverhörs in der Untersuchung wegen der Ermordung Dr. Arlosoroffs wurde der Polizeibeamte Tennenbaum einvernommen. Er erklärte, er habe durch einen Versuch festgestellt, daß es möglich sei, nachts am Strande von Tel-Awiw Personen zu erkennen. Ferner teilte er mit, er habe Notizbücher aufgefunden, die Protokolle über Sitzungen der Ortsgruppe Kfar Saba des Bethar enthalten. Aus dem Protokoll Nr. 2 gehe hervor, das Rosenblatt am Tage des Mordes an einer Versammlung der Ortsgruppe teilgenommen hat. Drei Seiten aus dem Protokoll sind herausgerissen. In einem Protokoll, das die Polizei für gefälscht hält, sind die Namen der Teilnehmer angegeben, während ln den übrigen Protokollen keine Namen erwähnt werden. Rosenblatt erklärte dies damit, daß die Anführung der Namen der Teilnehmer an der einen Sitzung wegen der bevorstehenden Wahlen in der Ortsgruppe notwendig war, Der Zeuge verlas dann «Zehn Gebote», die der Beschuldigte Achi Meir zusammengestellt hat und in denen es unter anderem heißt, einer, der in räuberischer Absicht töte, sei ein Mörder, Mord an und für sich aber sei kein Verbrechen. Die Bibel gebe dafür genügend Beispiele. Coty sagt sich telegraphisch vom Antisemitismus los Der bekannte französische Parfümerie-Fabrikant und Zeitungsherausgeber Francois Coty» in dessen Blättern seit Jahren eine Intensive JudenfelndUche Propaganda getrieben wird, hat an die JttdischeOemelnde Genf ein aufsehenerregendes Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, daß er siüh vom Antisemitismus lossage. Coty verlangt, daß sein Telegramm von der Tribüne der Jüdischen Weltkonferenz verlesen werde, Die Leitung der jüdischen Weltkonferenz hat zu diesem Ersuchen Cotys bisher noch nicht Stellung genommen. Der Schritt Cotys erinnert an die Erklärung Henry Fords im Juli 1927, in der er mifcteilte, daß er seinen Antisemitismus aufgegeben habe und für das den Juden angetane Unrecht vor aller'Welt Abbitte leiste. Theodor Fritsch gestorben Am 8. September ist in Gautzsch bei Leipzig der Gründer des «Hammcrbtindes» und des «Hammerverlages» Theodor Fritsch, einer der Vorkämpfer des Antisemitismus ln Deutschland, im Alter von 80 Jahren gestorben, Der von Fritsch gegründete Hammerverlag, hat eine große Zahl antisemitischer Schriften, von denen sein «Handbuch der Judenfrage» die bekannteste ist, herausgegeben. Im Hammerverlag sind auch die .sogenannten «Protokolle der Weisen von Zion» erschienen, die 1921 in der «Times als Fälschung nachgewiesen wurden. Auch Fords von ihm selbst später zurückgezogenes Buch «Der internationale Jude» hatte der Hammerveriag mit gewissen Abänderungen in deutscher Uebersetzung herausgebracht. IN ALLER KÜRZE Frau Sarah Levi aus Singapore, die sich gegenwärtig in Palästina aufhält, hat beschlossen, ihr gesamtes etwa 100.000 Pfund betragendes Vermögen für den Wiederaufbau der Stadt Safed, die während der Unruhen von 1929 schwer gelitten hat, zu verwenden. Ein neues Wohnviertel, eine Synagoge und eine große Mittelschule sollen auf dem bei der Stadt Hegenden Berg Kanaan errichtet werden. * Berlin. Wie aus Stockholm gemeldet wird, wurde der Berliner Kunsthistoriker Professor Adolph Goldschraidt zum Ehrenvorsitzenden des dort stattfindenden Kunsthistorikerkongresses gewählt Prof. Goldschmidt nimmt am Kongreß als Vertreter der Preußischen Akademie der Wie* senschaften teil. * Berlin. Im Alter von 43 Jahren Ist der Rittergutsbesitzer Rudolf S. Mosse, einer der tatkräftigsten Förderer der Bewegung zur RUcksiedlung deutscher Juden aufs Land, gestorben. Rittergutsbesitzer Mosse wir ein Neffe de« bekannten Zeitungevertegere Rudolf Mosse* DIE STIMME föb V ■*®g Wir haben noch eine Anzahl unserer ausgezeichneten Original „IRE“-OFEN vorrätig, deren Preise wir wegen kleiner Schönheitsfehler tief herabgesetzt OPENPABRIK haben IfiDCirU IV. PRESSGASE 28 KEI%n Tel. B-20-2-28 Die Arbeit des Keren Kaje* meth Usslschkin-Vortrag Die Preise der Plätze beim Vortrag Ussischkin wurden in der Besprechung der Vertreter der Gruppen und Föderationen folgendermaßen festgesetzt: S 6.—, 5.—, 3.—, 2.— und 1.—; Stehplätze für Jugendliche S —.50. Die Oruppen werden ersucht, die Zahl der von ihnen zum Verkauf zu übernehmenden Karten bekanntzugeben. Neue Büchsenleerung findet in der Zeit vom 24. September bis 8. Oktober 1933 statt. Die Büchseninhaber werden gebeten, die Vorweisung der Legitimation zu verlangen; die Mitarbeiter werden aufgefordert, diese von selbst vorzuweisen. Das Leeren an Sabbathen, jüdischen Feiertagen sowie an den späten Nachmittagen der Vortage ist absolut unstatthaft. Silbernes Buch des Keren Kajemeth Dr. Otto Wohlmann — Regie Neumann anläßlich ihrer Vermählung (Nr. 175); Dir. Jakob Buxbaum (Nr. 176). Künstlerische Neujahrskarten des Keren Kajemeth zum Preise von 10 Groschen sind im Keren Kajemeth-Bureau erhältlich. Bei größerer Abnahme entsprechender Rabatt. Jtidisdter fport Sensationssieg der Hakoah Hakoah schlägt Austria 2:0 (1:0) Hohe Warte, Schiedsrichter M i e s z, 13.000 Zuschauer Die Hakoahner schlugen den Mitropacupsieger wenn auch mit Glück, so doch vollkommen einwandfrei, Die von den meisten Blättern vertretene Ansicht, daß die Niederlage auf Uebermüdung der Austria durch das zwei Tage vorher absolvierte Cupmatch zurückzuführen sei, ist vollkommen falsch. Der Cupgegner Austrias, Ambrosia«a, mußte nach anstrengender Bahnfahrt Sonntag ebenfalls in der Meisterschaft antreten und gewann mit dem Riesenskore von 9:0. Schließlich müssen viele Vereine auf Gastspielreisen mehrere Spiele in einer Woche austragen, gar nicht zu reden von Pfingst-, Oster- und Weihnachtsrundspielen, bei denen die Mannschaften an aufeinanderfolgenden Tagen antreten müssen. Die Austria machte, von der letzten Viertelstunde abgesehen, einen vollkommen frischen Eindruck und’ lieferte im Felde ihr gewohntes Spiel. Die starke Hintermannschaft der Hakoah machte den Violetten das Leben sehr sauer und da auch die Stürmer, mit Ausnahme Reichs, sehr ambitioniert und mit gutem Können kämpften, blieb der Erfolg nicht aus, Löwy spielte fehlerlos und Donnenfelds Leistung konnte sich, trotz seines mächtigen Pendants Nausch auf der Gegenseite, sehen lassen. Feldmann machte manchmal einen etwas schwerfälligen Eindruck. Placzek hielt anfangs nicht Platz und eröffnete so Molzer viele Durchbruchsmöglichkeiten. Später lief er aber zu ausgezeichneter Form auf. Stroß bot über die ganze Distanz eine gute Leistung und Breitfeld kämpfte mit gutem Erfolg. Der Sturm, mit Ausnahme Reichs, zeigte rasches Zusammenspiel und große Aufopferung. Das momentan schlechte Spiel Reichs könnte durch disziplinäre Spezialbehandlung sicher behoben werden. Beide Tore wurden durch Mausner erzielt. Das erste aus einem Gedränge in der 21. Minute der ersten Halbzeit. In der 9. Minute der zweiten Halbzeit war Mausner nach glänzendem Lauf Weißkopf^ zum zweiten Male erfolgreich. Hakoah: Löwy; Feldmann, Donnenfeld; Breitfeld, Stroß, Blaczek; Weißkopf, Ehrlich II, Mausner, Zwiebel, Reich. Häusler wurde von Hakoah auf zwei Monate verpflichtet. H. Sp. Jüdische Feiertage ln Polen. Wer die hohen Feiertage. bezw. in K r y n i c a verbringen will (Pension ab S 5.— aufwärts), der benütze unseren Sonderzug, welcher am 18. September 1933 von Wien abgeht. Die billigste Möglichkeit, die Feiertage in Polen zu verbringen. Wie bei allen unseren Reisen, werden den Reisenden alle Bequemlichkeiten geboten, wie Pulmannwagen, reservierte Plätze usw. Alles Nähere telephonisch: Reisebüro E. Ferstel, I., Kärntnerring 12, Telephon U-40-301. Nur mafi« wenige Plätze von handelt» Ankündigungen und Jilitfeiliffigen Feitgottesdieait Wie alljährlich, veranstaltet auch heuer dit Zionistische Bezirkssektion Leopolds t a d t, anläßlich der H o h e n F e I e r t a g e, am Rosch-Haschonoh, 20., 21. und 22. September, und am Jom-Kippur, 29. und 30. September, im Zentral-Lokal, II., Taborstraße 8, einen Festgottesdienst. Kartenvorverkauf; täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 10 Uhr vojmittags bis 8 Uhr abends. Zion. Bezirkssektion Innere Stadt, I., Wipplingerstraße 24. Dr. Oskar Grünbaum, Präsident des Zion. Landcskomittes, Delegierter Oesterreichs auf dem XVIII. Zionistenkongreß in Prag, berichtet Über dessen Verlauf Donnerstag, den 14. September, 8 Uhr abends, Im Festsaal des Cafö Altes Rathaus. Gäste willkommen 1 KrJegsgefallenenehrung In Simmering Die Ortsgruppe XI des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs hat vor kurzem eine von Ihr dem Andenken der Im Weltkriege gefallenen Simmeringer Juden gewidmete Gedenktafel im Tempel, XL, Braunhubergasse, feierlich enthüllt. Unter den erschienenen Ehrengästen bemerkte man: Eine Deputation des I. R. Nr. 4, ln Vertretung des Präsidiums der Israelitischen Kultusgemeinde Kmd. Dr. Isidor Kl aber, zirka 30 Mann von Kameradschaftsverbänden (Vereinigung ehemaliger Artilleristen, Reichsbund der Kriegsopfer, Bund der Tapferkeitsmedaillenbesitzer usw.), die gesamte Bundesführung, den Bundesvorstand und die Deputationen der Bezirksgruppen von Wien und Eisenstadt, Dr. Händler und Tonneles von den Bezirkskommissionen, das Präsidium des Simmeringer Tempelvereines. Die Ehrenwache hielten die Kameraden Feyer und Kulka, beide Besitzer der goldenen Tapferkeitsmedaille. Nach einem Trauerchoral, den uiormeister Reismann-Wal l an d am Harmonium vortrug, sang Kmd. Oberkantor Bison Weiß den Psalm 49. Sodann begrüßte Bezirksführer Langer die erschienenen Festgäste und bat den an Jahren älteren Bezirksführer Hauptmann a. D. Alfred May, das Seelenlicht zu entzünden. Die kunstvoll gearbeitete Seelenlichtlampe ist eine Widmung des Kmd. Schlossermeister 0o11lieb. Unter den weihevollen Klängen «Ich hatt’ einen Kameraden» fiel die Hülle von der Gedenktafel, die mit dem Bundeswappen geschmückt ist; sie enthält die Namen von 7 Gefallenen aus Simmering. Hierauf sang Oberkantor S c h i d 1 o das Schewlsi, und Rabbiner Dr. Margulies hielt eine Predigt und sprach ein Gebet für das Seelenheil der gefallenen Kameraden. Kamerad Kultusvorsteher Dr. Isidor Klaber sprach der Bezirksgruppe den Dank der Kultusgemeinde für diese schöne Art der Heldenehrung aus. Für die erschienenen Kameradschaftsverbände dankte der christliche Vertreter der’ Vereinigung ehemaliger Artilleristen, Präsident Hans Müller, für die ergangene Einladung und betonte unter anderem, daß wahrer Frontgeist keinen Antisemitismus und Rassenvorurteile kennt. Bundesführer Gmj. Emil Sommer übergab die Gedenktafel in die Obhut des Simmeringer Tempelvereines. Nach Verrichtung der rituellen Gebete durch die Oberkantoren 'Weiß und Schidlo schloß die erhebende Feier. Die «Zionistische Ortsgruppe Elsenstadt» veranstaltete am 31. August einen Vortragsabend in der israelitischen Volksschule, zu dem Herr David Breuer aus Oedenburg als Referent erschienen war. Es hatte sich eine große Anzahl von Zuhörern eingefunden. Herr Kultuspräsident Wilhelm Schneider konnte u. a. folgende Herren und Damen be- Srüßen: Frau Frida Löwy, H. Dr. Alexander Fürst, I, Sekretär Ludwig S o 116 s z, H. Oberlehrer Oskar G e r ö, H. Leopold Brunner, H. Ludwig Simon. H. Präses Schneider übergab nun das Wort dem Referenten. Herr Breuer schilderte in sehr interessanter und fesselnder Weise seine Reise nach Palästina. Bevor er aber nach Palästina kam, besuchte erdieJudendesBaikans und könnt? sehr interessante Tatsachen aus ihrem Leben erzählen. In ausgezeichneten Worten schilderte er den Aufschwung Palästinas, seit die Zionisten dort an der Arbeit sind. Er erzählte auch von den großen Wirtschaftsprojekten, die in nächster Zeit dort ihrer Verwirklichung entgegen- Sehen. Zum Beispiel dem Ruthenberg-Projekt, dem Projekt es Ausbaues des Hafens von Haifa u. a. Er sprach auch über einige Kwuzoth, die ihm sehr imponiert haben. Herr Präses Schneider dankte dem Redner für seine Worte und ersuchte Herrn Dr. Alex. Fürst, etwas über seine Eindrücke beim 18. Zionistenkongreß, zu erzählen. Da »Ich mehrere Leute unter den Zuschauern befanden, die vom Zionismus noch sehr wenig wissen, sprach H. Dr. Fürst einige Worte über die einzelnen Richtungen im Zionismus. In fesselnden Worten sprach er über die Stadt Prag und über den Kongreß. Oroßer Beifall der Zuhörer dankte den beiden Referenten für ihre ausgezeichneten Ausführungen. Zion. Bezirkssektion XH—XV. Jüdischer Kleinkindergarten. Wien, XV., Herklotzgasse 21, I. Sto*.k. Einschreibungen ab 15. September 1933 täglich von 9 bis 12 Uhr vormittags. Sitzung des Jugendrates der Histadruth Iwrith. Montag, den 18. d. M., halb 8 Uhr abends, findet Im Saale des Lehrerseminars, Ferdinandstraße 3, III. Stock, eine Sitzung des Jugendrates der Histadruth Iwrith statt. Tagesordnung: «Die Arbeit für das nächste Jahr.» Besondere Einladungen werden nicht ausgeschickt. Kinus der Hebrölsch-Lehrer. Dienstag, den 19. ü. M., 8 Uhr abends, findet im Saale des Lehrerseminars, Ferdinandstraße 3, 111. Stock, ein Kinus der Hebräisch-Lehrer der Histadruth Iwrith statt. Erscheinen ist Pflicht. Besondere Einladungen werden nicht ausgeschickt. Elternverein «Tarbuth», Wien, XX., Qtlunargasse 46, Saal II. Der Unterricht in unserer Hebräischen Schule beginnt Donnerstag, den 14. d. M. Einschreibungen in alle Kurs« jeden Nachmittag (außer Freitag und Samstag) von 4 bis 7 Uhr im Schullokal, Othmargasse 46, Saal 11. bei Frau Esther Schwarz*