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Die Stimme · 1933-09-07 · Heft 299 (7.9.1933) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 299 (7.9.1933)
Date
1933-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nf. 299 — 7. Sepfeflrtief 1935 SeH« SA Städtische Kolonisation Dr. Rottenstreich erstattet den Bericht der Kommission für «tidtische Kolonisation, Industrie und Handwerk. Es wird mit Genugtuung die günstige wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in den letzten zwei Jahren festgestellt. Zahlreiche neue industrielle Unternehmungen sind hier erstanden, während die bestehenden sich ständig ausgebaut haben. Es wurde nicht nur die Arbeitslosigkeit vollständig liquidiert und allen neuen Einwanderern Arbeit und Existenz verschafft, sondern auch darüber hinaus besteht eine ständig wachsende Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. Das Wachstum und die Konsolidierung der jüdischen Positionen in Palästina sowie die Verbesserung der objektiven wirtschaftlichen Bedingungen — Haifaer Hafen, Jordan-Elektrizitätswerk, Pipe-Line usw. — eröffnen neue Perspektive für den weiteren wirtschaftlichen Aufstieg Palästinas. Als störend in diesem gesunden Aufbauprozesse wird die Drosselung der jüdischen Einwanderung, die Zollu. Handelspolitik der Regierung, sowie eine gewissenlose Bodenspekulation, die in kürzester Zeit die Bodenpreise stark in die Höhe getrieben hat, empfunden. Der Kongreß beschließt, daß bei der Exekutive ein Wirtschaftsrat geschaffen werden soll, der ans geeigneten Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens und Vertretern der Siedlungsorganisationen zusammengesetzt sein wird. Dieser Wirtschaftsrat soll einen Arbeitsplan für die kommenden 5 Jahre ausarbeiten, die Organisation des Absatzes von palästinensischen Produkten und Fabrikaten in der jüdischen Welt fördern, palästinensische Handelskammern in den verschiedenen Ländern gründen und eine zentrale Treuhandstelle für Bodenkauf schaffen. Jn besonders scharfer Weise wird gegen die Bodenspekulation in Palästina Stellung genommen, die den breiten arbeitenden und mittelständischen Schichten den Weg zur Erwerbung eines eigenen Grundstückes und den Bau eines eigenen Hauses versperren und darüber hinaus den nationalen Wirtschaftskreislauf ungeheuere Summen entziehen, die häufig gegen das Aufbauwerk ausgenützt werden. Der Kongreß empfiehlt daher dem A.-C., die Stadtverwaltung von Tel-Awiw zum Erlaß einer Bauordnung zu bewegen, die die Möglichkeit einer spekulativen Ausnützung des Bodens beschränkt, alle Bank- und Kreditinstitute Palästinas aufzufordern, Bodenhäufe nur dann zu finanzieren, wenn sie nicht spekulativen Zwecken dienen und endlich die Namen von besonders schädlichen und berufsmäßigen Spekulanten zu veröffentlichen und sie der allgemeinen Verachtung preiszugeben. MHe {Resolutionen der Crganisations- Kommission Bezüglich des Antrages Jizchak Grünbaums und 76 anderer Delegierter, die Wahlordnung dahin zu ändern, daß Delegierte des Zionistenkongresses nur solche Personen sein dürfen, die die hebräische Sprache beherrschen, beantragte die Organisationskommission, den Vorschlag einer Kommission abzutreten, die sich mit der Aenderung der Wahlordnung befassen wird. Gleichzeitig gibt die Resolution der Befriedigung Ausdruck, daß der XVIII. Zionistenkongreß größtenteils hebräisch geführt wurde, was zu der Hoffnung berechtigt, daß der nächste Kongreß nur hebräisch geführt werden wird. Beide Anträge wurden angenommen. Nach Anhörung des Referates des Vorsitzenden der Organisationskommission und nach durchgeführter Diskussion über das Problem des Territorialverbandes beschließt der Kongreß: die Anträge der Organisationskommission sowie alle bei ihr angemeldeten meritorischen Minderheitsanträge werden als Ausdruck der im Kongreß herrschenden Meinungen an die Exekutive überwiesen, mit dem Aufträge, dieses Material mit eventuellen weiteren Anregungen, der zweitnächsten A.-C.-Tagung, zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Betreffend Jewish Agency wurden folgende Anträge der Organisationskommission nach Ablehnung der Minderheitsanträge angenommen: Der Kongreß nimmt zur Kenntnis, daß der nichtzionistische Teil der Jewish Agency unter Vorbehalt seines Rechtes auf gleiche Vertretung in der Exekutive sich damit einverstanden erklärt, für die nächste Verwaltungsperiode drei nichtzionistische Mitglieder in die Exekutive zu entsenden. Dadurch wird die Verfassung der Jewish Agency nicht berührt. Der Kongreß erklärt sich damit einverstanden, daß der Council die Vollmacht für die nächste Verwaltungsperiode zur Wahl der Exekutive dier Jewish Agency auf das Administrativ-Komitee überträgt. Der Bericht der ständigen Kommsision für Organisation und Propaganda über die bishergen Vorschläge zum Umbau der Jewish Agency wird zur Kenntnis genommen und die Exekutive wird beauftragt, ein Projekt einer Reorganisierung der Agency der nächsten Sitzung des Aktionskomitees vollzulegen. Das Aktionskomitee wird ermächtigt, alle Schritte zu einer Revision der Vierfassung der Jewish Agency zu unternehmen und es Das Immigrationsdepartement der Jewish Agency wir# die Verteilung der Einwandererzertifikate nach folgenden Gruppen fesfcsetzen: l. Chaluzim mit Vorbereitung, 2. Fachleute (Arbeiter, Handwerker und Kleinindustrielle), die Aussichten haben, sich im Lande fortzubringen, 3. Verwandte. Die Palästina-Aemter werden die Einwanderungszertifikate an die Chaluzim im Verhältnis* zur Zahl der sichauf Vorbereitungsarbeit befindlichen Chaluzim bestimmen. Die zionistische Exekutive wird aufgefordert, soweit wie möglich die Einwanderung aus Deutschland, Rußland, Saloniki und Yemen zu unterstützen. Der Kongreß betrachtet die jüdische Touristik nach Erez Israel als einen großen Vorteil für das Land und fordert die Jewish Agency auf, die Touristik zu organisieren und sie zu überwachen. Die Palästina- Kommissionen werden in proportioneller Weise zu den auf die einzelnen Parteien bei den Kongreßwahlen entfallenden Stimmen besetzt werden. Landwirtschaftliche Kolonisation In dem Bericht der landwirtschaftlichen K o mm i s s i o n wird mit Genugtuung der erfolgte F o r tschrift in bezug auf die Konsolidierung der landwirtschaftlichen Siedlung dank der Anstrengung der Siedler und der Keren Hajessod-Mittel, die in besonderer Weise aufgebracht und in dem Ausbau der Wirtschaften gemäß dem Konsolidierungsplan investiert wurden. Der Kongreß drückt seinen Dank den Föderationen der zionistischen Organisation ii der Tschechoslowakei und in Südafrika für ihre besonderi Hilfe bei dieser Aktion aus, und beauftragt die Exekutive Dieses Siegel bürgt... daß Kuneroi streng iftoetf erzeugt wkd und daher auch für Strenggläubige ohne Bedenken für die Zubereitung von Speisen verwendet werden kann. Kuneroi ist ein völlig reines Pflanzenfett, nahrhaft, leicht verdaulich und fast unbegrenzt haftbar. Kuneroi *rird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg h erg es teilt. KUNEROI: 100% REINES KOKOSNUSSFETT Nur echt in Originalpackung! r wird ihm die Vollmacht erteilt, nötigenfalls im; Namen der zionistischen Organisation alle Rechte aus dem Artikel 12 und 13 der Verfassung auszuüben. . die (ßudgetresofutionen Delegierter Gesundheit erstattet die Budgetvorschläge für das Jahr 5694. Nach seinem Referat wurde das Budget angenommen. In der Resolution wird das Aktionskomitee beauftragt, in seiner ersten Sitzung eine Kommission einzusetzen, die einen Konsolidierungsplan auszuarbeiten hat Zwecks Vereinheitlichung des landwirtschaftlichen Siedlungswesens spricht sich der Kongreß für die Gründung einer besonderen Gesellschaft für landwirtschaftliche Siedlungskredite aus. Diese Gesellschaft soll unter Kontrolle der Jewish Agency alle diejenigen Gelder verwalten, die von der Jewish Agency und dem Keren Hajessod für landwirtschaftliche Siedlungskredite bestimmt werden. Angesichts der Notwendigkeit, die mit öffentlichen Mitteln und Hilfsfonds finanzierte Einwanderung und produktive Verwurzelung von Juden aus Deutschland planmäßig und einheitlich zu gestalten, fordert der Kongreß alle zionistischen Organisationen, Gruppen und Vertreter, die sich an der Aufbringung oder Verwaltung solcher Fonds beteiligen, auf, energisch dafür einzutreten, daß die zur Verwendung in Palästina bestimmten Mittel der Exekutive der Jewish Agency zur Verfügung gestellt werden, die für die einheitliche Leitung des konstruktiven Werkes für die Juden aus Deutschland in Palästina verantwortlich sein wird. Die Resolutionen der Keren Hajessod-Kommission wurden hierauf verlesen und angenommen: In der Erkenntnis, daß die Entwicklung Palästinas und dTe Lage des jüdischen Volkes im allgemeinen eine außerordentliche Verstärkung der Arbeits- und Leistungsmöglichkeiten des Keren Hajessod verlangen und in du Erkenntnis der Notwendigkeit, einen möglichst großen Teil des deutschen Judentums in Palästina zu einem neuen produktiven Leben in Freiheit und Ehre zu verhelfen, fordert der Kongreß die zionistische Organisation und die gesamte jüdische Welt auf, alle Anstrengungenin derArbeitfttrdie nationalen Fonds zu vereinigen. Der Beschluß, daß jeder Zionist zur Keren Hajessod-Zahlung verpflichtet ist, wird erneuert und bekräftigt Das passive Wahlrecht bei den Wahlen zum Zionistenkongreß und in alle zionistischen Körperschaften ist an den Nachweis der Erfüllung der Keren Hajessod-Pfiicht gebunden. Immigrations-Resolutionen Ueber die Vorschläge der Einwanderungskommission erstattete Del. J. Grünbaum Bericht. Der Kongreß akzeptierte die Resolution, in der proklamiert wird, daß die bestehenden palästinensischen Einwanderungsgesetze den Grundprinzipien des Palästinanrandates widersprechen. Der Kongreß protestiert gegen das System der ständigen Beschränkung der Einwanderung nach Palästina, die besonders stark im gegenwärtigen Zeitpunkt zum Ausdruck kommt, in dem das deutsche Judentum zugrunde geht Für die Zeit bis zur Abschaffung der bestehenden Einwanderungsgesetze fordert der Kongreß, daß die Beschränkung des Alters für Arbeitereinwanderer (35 Jahre) aufgehoben wird, ferner daß die Norm von 1000 Pfund für Kapitalisten auf 500 P*un*d herabgesetzt we*** der Jewish Agency, auch in Zukunft besondere Anstrengungen bei der Aufbringung der Summen zu machen, die noch zur vollen Konsolidierung der Wirtschaften notwendig .sind. Der Kongreß wendet sich an alle zionistischen Landesföderationei und fordert sie auf, unter den Volksmassen die Initiative zum Erwerb von Böden und zur landwirtschaftlichen Kolonisation zu wecken. Für diesen Zweck sollen bei den Palästina-Aemtern geeignete Kolonisationsabteilungen unter der Leitung von Fachleuten aus Palästina gebildet werden. Das landwirtschaftliche Departement der Jewish Agency soll in engem, ständigem Kontakt mit diesen Abteilungen stehen, sie durch Rat und Informationen bei der Beistellung von geeigneten Plänen instruieren. Aus der Erkenntnis heraus, daß ohne systematische wissenschaftliche Erforschung weder die Konsolidierung und Förderung der bestehenden Kolonisationen noch die Erweiterung der Neukolonisation, sowohl der nationalen als auch der privaten, möglich ist, weiß der Kongreß die Arbeit der Versuchsstation auf dem Gebiet der Forschung- und Instruktionsarbeit zu schätzen und fordert die Exekutive auf, für die Erweiterung des Tätigkeitsgebietes der Versuchstation zu sorgen. Gründung der Weltorganisation Hechaluz Haklal Zioni Auf der Prager Konferenz von Vertretern der Landes« und Weltverbände «Hechaluz Haklal Zioni», «Hanoar Hazioni», «Histadruth Akademaim’ Zionim» und «Achya» (Kleinpoten) wurde ein Weltverband «Hechaluz, Haklal Zioni» gegründet, der alle Chaluzelemente, die sich zum Allgemeinen Zionismus bekennen, umfassen soll Von den Mitgliedern der in dem neuen Verband zusammen* geschlossenen Organisationen befinden sich derzeit 4320 auf Hachschara. 355 Mitglieder werden an der nächsten Aiijah teilnehmen. Die Konferenz formulierte die ideologischen Grundsätze des Verbandes und stellte ein Afbeitsprogramm tiir die nächste Zeit aul m

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