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Die Stimme · 1933-08-24 · Heft 296 (24.8.1933) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 296 (24.8.1933)
Date
1933-08-24
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 296 — 24. August 1933 DIE STIMME Mi 7 .JÜDISCHE HLTERMr Rwril ScImIMcImv fQr eure Kinder nur In der fSSIHCÜCn Buchhandlung Hermann VuahMüB Wlin II. BCKi TUCnnCI Tahorstr. 99 Lehrbücher für «Ile Lehranstalten in den richtigen Auflagen — auch antiquariech xu sehr mäßigen Preisen Spesenfrei« Sus»r<fiing UperaliMn Verzeichnisse kostenlosI Für Auskünfte: Tel. R-41-4*20 Konferenz verpflichtet den neugewähltcn Merkas Otami, sieh mit den religiösen Körperschaften in Palästina und in der Oaluth in Verbindung zu setzen und den Kongreß nicht Später als bis Anfang 5695 einxuberufen, 7. Die Konferenz fordert von der englischen Mandatarmacht, zur Erhaltung des Oberrabbinats angemessen beizutragen, ebenso wie sie sich an der Deckung der Ausgaben des obersten muselmanischen Rats beteiligt. 3. Die Konferenz bringt ihren schärfsten Protest zum Ausdruck gegenüber den Bestrebungen einer gewissen Gruppe in Palästina. Sondergemeinden und «in Sonderrabatt zu schaffen, und fordert den Merkas Olami auf, mit alien Mitteln dieser Forderung entgegen- XUtrcten. 4. Die Konferenz fordert die Ergreifung geeigneter Maßnahmen, uni die Aufnahme einer Klausel gegen Sabbathverletzung in die Verträge des Keren Kajemeth mH seinen Siedlern durchzuaetzen. ferner wurden von der Konferenz die nachstehen* den Anträge der Permanenzkommission angenommen; 1. fn Erkenntnis der Tatsache, daß si dem Misrachi trotz 30jähriger Arbeit nicht gelungen ist, die Zionistische Organisation und die Aufbauarbeit in Erez Israel mit seinem Geist, dem Geist der Thora und dar Tradition, zu erfüllen und der Beherrschung des Zionismus und ssinsr Institutionen durch verschiedene freie Elements stellt dis Weltkonferenz fest, daß sie jnsolange keine Möglichkeit sieht, die Verantwortung zu tragen und »ich an der Arbeit zu beteiligen, als die Grundforderungen des Miarachi nicht erfüllt werden. 7, Mit Rücksicht darauf, daß das religiöse Judentum bisher auf dem Gebiet der Kolonisation benachteiligt wurde, fordert'die Konferenz den Keren Kajemefh Lejisreel auf, religiösen Juden Boden in entsprechendem Ausmaß zu Siedlungszwecken zur Verfügung zu stellen. 3. Da bisher in den zionistischen Institutionen religiöse Beamte fast überhaupt nicht aufgenommen wurden, verlangt die Konferenz, daß überall in der Zionistischen Organisationen und in ihren Fonds Beamte aus dem Mis* rachi und aus dem Jung-Misrachi angestellt werden. 4. Die Konferenz verlangt, daß die Leitung der Zionisti* sehen Organisation aus Vertretern aller zionistischen Richtungen zusammengesetzt werde. 5. Die Misrachi-Konferen* bringt Ihren Schmerz über die Zurücksetzung ihrer Brüder in Deutschland zum Aus« druck, versichert die deutschen Juden ihrer Sympathie und erhofft die Wiederherstellung ihrer Gleichberechtigung, 0, Die Konferenz fordert die Jewish Agency auf, die Berücksichtigung von Altersgrenzen bei der Zertjflkatverteliung einzustellen. T, ple Masrachi-Konferenz Ist tleferbittertüber den veröffentlichten French*Bericht und protestiert schärfsten* gegen diesen Bericht, der auf der falschen Voraussetzung einer «Verdrängung von Arabern», dJe es in Wirklichkeit nicht gibt, aufgebaut ist. 8. Die Konferenz protestiert schärfster» gegen die von der Mandatarmaeht eingefübrten Beschränkungen Im Touristenverkehr. QL Die Weltkonferenz protestiert schärfstem gegen das jüngst veröffentlicht« Bodengesetz, daein Widerspruch steht zu den Mandatsbestimmungen und zu den >m Briefe des Ministerpräsidenten Macdonald an Dr. Welzmenn gemachten Zusicherungen. 10. Der Zionistenkongreß wird eufgefordert, an die Reorganisierung der Jewish Agency heran* zutreten. Außerdem nahm die Konferenz eine Reihe von Resolutionen betreffend Erziehung, Einwanderung und Kolonisation an. Dar' Präsident des sephardlschen Getneindebundes Hollands gestorben Amsterdam. Im Haag verstarb im Alter von 80 Jahren der Präsident des eephardischen Oemeindebundee Holland« und der eephardischen Gemeinde Haag Ang. Belinfante. Der Verstorbene bekleidete über 50 Jahre lang ein hohes Amt im holländischen Innenministerium. Heb Pnlftsttaanint Wien teilt mit* Dienstag, den 39. August, und Dienstag, den 5. September, reisen Je 300 Chaiimlm aus Polen durch Wien nach Erez Israel. Die Ankunft in Wien erfolgt auf dem Nordbshnhof um S.23 Uhr früh, die Weiterfahrt nach Triest um 5.49 früh. An beide Transporte schließen sich Palä- •tinaauswanderer aus Wien an. Die durchreisenden Chaluzim werden, wie bisher, mit einem warmen Frühstück betreut Jim frcs-lsracC 1.230.296 Pfund VerwaKungsflberschuß der Palästina* reHemng Wie aus dem soeben veröffentlichten Bericht des Schatzamtes der Palflstlnareglerung hervorgeht, betrug der Verwaltungsüberschuß der Patästinaregierung Ende März 1.230.296 Pfund. In den inländischen Banken befanden steh Depositen In der Höhe von 7 Millionen, außerdem waren in ausländischen Banken 3 Millionen zugunsten Palästinas deponiert. Die außerordentlich h^ien Einkünfte der Palästinareglerung, Insbesondere aus Zöllen, spiegeln die günstige Wirtschaftslage wider; Anzeichen für eine Verschlechterung dieses Zustandes sind nicht vorhanden. Im Bericht des Schatzamtes erfolgt keinerlei Hinweis auf die Rolle der jüdischen Wirtschaft bei der Erzielung dieses hohen Überschusses der Landesverwaltung. Naue Auaitellungsgebluda in Tel-Awfw Tol-Awiw. Am 16. August nahm der High Commla- «Inner von Palästina die Qruodateinlegung zu den Auestellungegtbäuden der Levante-Mesee in TeLAwlw vor. Der Zeremonie wohnten zahlreiche hohe Regierungsbeamte, ausländische Konsuln und andere hervorragende Persönlichkeiten der wirtschaftlichen und politischen Kreise bei. An die Feier der Grundsteinlegung schloß sich ein Tee im Ritz-Hotel, Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Meir D i z e n g o f f, hielt eins Ansprache, in der er erklärte, die Levante-Messe werde sich jetzt, da sie ein dauerndes Heim erhalte, zum Handelszentrum des gesamten Mittlerin Ostens entwickeln. High Commissioner Sir Arthur Wauchope kündigte die Errichtung eines ständigen britischen Pavillons auf der Tel-Awiwer Messe an. Er wies darauf hin, daß 95 Prozent des Palästina-Exports von England aufgenommen werden. Er versprach, daß die Regierung in jeder möglichen Art die Entwicklung der Messe fördern werde, und gab «einer Ueberzeugung Ausdruck, daß die Levante-Messe des Jahres 1934 einen Markstein in der Entwicklung von Tel-Awiw bilden und ganz Palästina zum Vorteil gereichen werde. Die Juni-Einwanderung!m Monat Juni sind nach Palästina 1364 Personen, unter Ihnen I263juden, eingewandert 227 Einwanderer gehörten der sogenannten Kapitalistenklassc an. Baumfrevel Jerusalem. Vor dem Richter von Tulkarem, Schelk Muchay AI Di«i Malah, standen fünf Araber unter der Anklage, die Bewohner eines Dorfes bei Kfar fona angestiftet zu haben, junge Bäume in dieser Kolonie zu entwurzeln. Nach Anhören dar von der Anklagebehördc geführten Zeugen sprach der Richter alle Beschuldigten frei. Errichtung einer Kolonie und einer Kirche für Judenchristen Jerusalem. Die geplante Palästinakolonl« für Judenchrieten Wird demnächst errichtet werden. Aus Mitteln, die aus London überwiesen wurden, ist soeben ein JUDEN! Jeder neue jüdische Einwanderer nach Palästina festigt unsere Stellung Im Lande. Jeder neue jüdische Einwanderer Ist ein Schritt zum jüdischen Nationalhelm, Jeder neue Einwanderer Ist ein Schritt zur Beseitigung der furcberjjcheh Judennot. Juden! Pas bestehende System der Zertifikat«, dl« Drosselung der jüdischen Einwanderung nach Palästina, er« fordern an sich schon die Anspannung der größten Energien Im Kampfe um die Judaieferung Palästinas. Ihr fordert mit Recht Freiheit der Einwanderung. Aber Kenn Ihr es tut, müßt Ihr es ruhigen Gewiesene tun. Wen« r vor die Welt hintretet und. Unterstützung eurer Forderung begehrt, wenn Ihr an das Gewissen der Welt appelliert, zur Lösung der Judenfrage beizutragen, wenn Ihr von England die Beseitigung der drosselnden Maßnahmen, aktive För. derung der Schaffung des füdlschen Nationalhelmes fordert, dürft Ihr es nur tun, wenn Ihr eure eigene Pflicht erfüllt. Für die gegenwärtige Alljah standen In Oesterreieh Zar« tfflkate bloß fn einer solchen Anzahl zur Verfügung, daß kaum ein Zwanzigstel der Bewerber befriedigt werden konnte, Hunderte sehen also Ihren sehnlichsten Wunsch, nach Palästina zu kommen, unerfüllt, seine Erfüllung «ufgesehobttt, wenn nicht gar vereitelt, Aber die Einwanderung der wenigen Bewerber, die Zertifikate erhalten haben es sind Ihrer kaum 00 —■ stößt euf dl« größten Schwierigkeiten, weil ihre finanzeile Ausrüstung nicht einmal hinreicht, um die Fahrtspesen zu decken. Juden! Wollt Ihr euch, wollt Ihr das jüdische Volk dem berechtigten Vorwurf aussetzen, daß Ihr die primitivste Verpflichtung zur Finanzierung der Ueberwanderung der Mittellosen außer acht lasset? Ermöglicht Ihre Einwanderung nach Palästina! Stärkt den Einwanderungefonds, spendet reichlieh für den Keren AtijafT Spenden sind an den Fürsorgeverein für jüdische Palästina-Emigranten In Wien, I., Kärntnerstraße 28, Postsparkassen*Konto Nr. C—26.601, zu richten. PatQstfnaamt Wien: Dr. Simon Horowitz Fürsorgeverein für jüdische Palästina-Emigranten Wien; Dr. Alois Rothenberg Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich: Dr. Oskar Grünbaum Poale Zion-Hltachduth; Mendel Singer Union der Zionisten Revisionisten: Oberbaurat Ing. Robert Stricker W. I. Z. 0.: Sofie Löwenherz Verband radikaler Zionisten: Pr, Leopold Plaechkee Zn den jüdischen Mertngen nnch Polen EMMMSISSifl Billig mit unserem Sonderzug, Abreise 18. September 1933. Paß- und Visagebühren gratis. Billigste Preise. Nähere Auskünfte Reisebureau E, PersteL Wien, I., Klmtticrririg 12, Tel. U-4(L3-01. Terrain von 2250 Dunam für die Kolonie mderNähevon Gaza endgültig angekauft worden. Es soü sofort mit der Anlage von Orangenpflanzungen und der Errichtung von Häusern begonnen werden. Die Kolonie wird auch eine Kirche, die einzige Kirche für Judenchristen ln der Welt, erhalten. Eine neue amerikanische lnvestWo«i«geaen*cha#t Jerusalem. Wie aus Berichten, die bei der Palästina- Exekutive der Jewish Agency eingelaufen stad, hervorgeht, ist es dem Mitglied der Exekutive Emanuel Neuman gelungen, Hi den Vereinigten Staaten die Oründung einer neuen großen Investitions-Gesellschaft für Palästina in die Wege zu leiten. Die neue Oeaellechaft findet aktive Unterstützung durch Richter Louis Brandeis. Ihre Haupttätigkeit wird die QeeeHichaft, deren Kapital 290.000 Pfund betragen soll, auf Investitionen in der palästinensischen Landwuischaft richten. Ausbau der hebräischen Universität Die Leitung der hebräischen Universität hat ein Manifest eriaaaen, aus dem wir heute nur in Kürze den erfreulichen, angesichts der Vertreibung so vieler bedeutender Wissenschaftler von den deutschen Lehrkanzeln doppelt begrüßenswerten Plan registrieren, die jüdische Hochschule zu einer Lehrstätte auszubauen. Unter anderem ist die Errichtung einer medizinischen Fakultät beabsichtigt. Im nächsten Wintersemester beginnen Vorlesungen über Chemie mit dem Ziel der Erteilung wissenschaftlicher Grade. An die jüdische Ocffentlichkeit wird der Appell gerichtet, die zu diesem Ausbau erforderlichen 15.000 Pfund zu sichern. Wie von der Leitung der Hebräischen Universität mitgeteilt wird, kenn gegen Leistung entsprechender Sicherstellung die Erlaubnis zur Einreise nach Palästina zwecks Besuches der Hebräischen Universität durch die Kanzlei der Universität erwirkt werden. Ueber Einzelheiten des hierbei einzuechlagenden Verfahren» geben die Paiäatina-Aemter der einzelnen Länder Auskunft. Ausländische Studenten! Der jüdische Hochschulaussehup fordert alle Kollegen ausländischer Staatsangehörigkeit ai|f, in ihren), eigensten Interesse die Verordnung de6 Bundesministeriutns für Unterricht betreffend das Studium von Ausländern an den österreichischen Hochschulen zu beachten. Demnach müssen alle, die im kommenden Semester an einer österreichischen Hochschule zu inskribieren beabsichtigen bis spätestens 15. September 1933 beim Dekanate der in Betracht kommenden Fakultät unter Beischluß der als Inskrlptlonsgrundlage dienenden Dokumente (Zeug* nlsse, Heimatsehein, Index, Nachweis der Staatsbürger* schaft) um die Aufnahme ansuchen, worüber ein schriftlicher Bescheid seltene des Dekanates erfolgt Rückporto ist beizulegen. J>ie Internationale des Judenhasses Nazi-Deutschland Der «Verband privater Krankenverslcherungsunteroehmungen» teilt seinen Mitgliedern mit, daß er ab!. September im allgemeinen die Rechnungen nichtarischer Aerzte nicht mehr vergütet, doch können nichtarische Mitglieder oder «solche, die sich als nichtarisch bezeichnen», auch in Zukunft nichtarieche Aerzte In Anspruch nehmen, — Bel der Beliebtheit und dem besonderen Vertrauen, das die jüdischen Aerzte in den breitesten Schichten genießen, dürften viele arische Patienten von dem Hintertürchen, das ihnen hier offen gelassen wird, Gebrauch machen, da es Ihnen immer noch lieber sein wird, statt vorzeitig auf einem christlichen Friedhof zu landen, als «Nichtarier» am Leben zu bleiben. Sind sie erst einmal selbst wieder heil, dann können sic auch wieder freudig «Heil Hitler!» rufen. Frankreich Im Badeort Berek-Plage, wo sich zwei groß« jüdische Ferienkolonien befinden, veranstalteten Royalisten antisemitische Kundgebungen. Auf dem Hauptpiatz kam es zu schweren Zusammenstößen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Polet» ln Czenstochau griffen Teilnehmer eines Pilgerzugas jüdische Händler an und vernichteten ihre Waren. Im Verlaufe der Eszesse wurde ein jüdischer Redakteur durch Messerstiche auf der Straße schwer verletzt. Die Behörden verhafteten 70 Nationaldemokraten, — In Lodz kam es anläßlich einer Fahnenweihe der Nationaldemokraten zu antisemitischen Straßenexzessen. Eine jüdische Frau wurde durch eine von einem Nationaldemokraten geschleuderte Glasflasche am Kopf esheblieh verletzt Polizei zerstreute die Demonstranten.

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