Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 291 (20.7.1933)
- Date
- 1933-07-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3053752-3054015-3054045--3637-3059170- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Hr. 291- JO. Jgl( 1933 OIE STIMME Sätet KongrtOwahltn in Pnslnrrnlcn Verlautbarung dar Hauptwafttkoflimiasfon. Das endgültige Skrut inium der Kongreßwählen in Oesterreich hat folgendes Resultat ergeben: Von den abgegebenen 6749 Stimmen waren 8630 gültig. Von diesen entfielen auf die einzelnen Gruppen: Stimmen Mandate Aflgsmelne Zionisten. gewählt] Dr, Oikar Grünbaum Dr. Z. F. F i n k e 1 t e i n Arbeitendes Palästina (mit der Liste 2614 2 der Allg. Zionisten gekoppelt) . . gewählt: Mendel Singer 1806 1 Union 4er Zionliten*RevUk>nlsten . . gewählt:: Ing. Robert Stricker Liste Jabotlnsky, Landesverband der Zionistep-Revlslonlsten und Brlth 1490 1 Trumpeldöf. 1210 — Radikale Zionisten. 680 — Misrachi.. 637 — Die Kongreßwahlen in Kleinpolen Großer Wahlerfolg dir Allgemeinen Zionisten Die Wahlergebnisse in Kleinpolen weisen ein Erstarken der Allgemeinen Zionisten auf. Im weatgalizisehen und schlesischen Wahlkreis vereinigten sich, auf die: Stimmen Mandate Allgemeinen Zionisten . . . . 11.300 7 Vereinigte Arbeiterparteien . 6.000 3 Revisionisten. 2 Misrachisten. . 4.100 2 Im ostgalizischen Wahlkreis erhielten die: Stimmen Mandate Allgemeinen Zionisten . . . 19.000 11 Vereinigten Arbeiterparteien . . 19.000 11 Jabotinsky-Gruppe .... 5 Großmann-Gruppe ... . . 2.?00 1 Misrachi .. . 6.000 3 Aus Kongreßpolen und den anderen Ländern stehen wohl die Wahlresultate noch aus» die mutmaßlichen Schätzungen lassen aber auch dort größere Erfolge der Allgemeinen Zionisten erwarten. Poale-Zlonlst auf vevigiotdstischeiti - Meeting nl«dergestochen Warschau. Auf einem In L o d z abgehaltenen Meeting der Revisionisten wurde der 17jährige Malergehilfe Silberstein, ein Mitglied der Unken Poele Zion, durch Messerstiche schwerverletzt. Er wunde ins Hospital eingeliefert. Es besteht wenig Hoffnung, Ihn am Leben erhalten zu können. Der Attentäter, ein Revisionist namens Walfisch, wurde verhaftet. (I. T. A.) Die Arbeit des Keren Kafe* meth friedlich Qrübel-Garten. Für diesen Parten wurde an den KKL. der Betrag von 8 1071.— durch Frau Ottilie OrÖbel abgeführt Die Namen der Spender werden im nächsten Ausweis für die Zeit vom l. bte 15. Juli ausgewiesen. Kongreßfahrt des KKL Der KKL. veranstaltet eine Gesellschaftsreise zum Präger Zionistenkongreß. Anmeldungen nimmt der KKL. entgegen. Zionisten besorgen ihre Fahrkarten für In- und Ausland im Reisebureau, I., Seilergasse 3, unter Berufung auf den Keren Kajemeth. OedenMotel für Nobert Futterweit Die vom «Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs» B. 0. 0. II gestiftete und dem Andenken an Norbert Futterweit »lg, And. gewidmete Gedenktafel wird am Sonntag, den 23. d. M„ präzise 10 Uhr vormittags, am neuen Israelitischen Friedhof (IV. Tor) mit einer religiösen Feier an dessen Grab aufgestellt. Die Gedenkrede hält Bezirksführer Hauptmann a. D. Alfred May. JudanfeiiuUlcha Ausschreitungen in Marokko Casablanca. (J, T. A.) ln Alcazarquivlr bei Tanger ist eg zu ernsten Judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen, bei denen zahlreiche Juden verwundet wurden. Den unmittelbaren Anlaß zu den Ausschreitungon bildete eine spanisch -jüdische Theateraufftlhrung, bei der drastische Szenen aus der Zeit der arabischen Herrschaft in Spanien dargestellt wurden. Da die arabische Polizei mit den Exzedenten sympathisierte, wurde europäische Polizei W5 Penglon Kgtrln §tr*ng rltutll Kflcho, sonnige Zimmer mit BsIJconS' fließendes Wasssr, schöner Garten. Bed Ischl, Undauerstraße 1 Pension „Sonnenholu Seefeld in Tirols 1200 m Modernes Haus, fließendes Kalt- und Warmwasser, sonnige Liegeterrasse, staubfrei, freier Rundblick Pensionspreis S 10 — bis 12*— Besitzer; Andreas Mair und Gendarmerie an den Schauplatz der Unruhen gebracht, woraufhin nach kurzer Zeit die Ordnung wiederhergestellt war. Später griffen die Unruhen jedoch nach Plenta Nueva über. Bel den Zusammenstößen in dieser Stadt wurden etwa 20 Juden verwundet. * Vom Ausland geschürte antisamitiaolie Hetze Tanger. (J. T. A.) Im Hinblick auf die in letzter Zeit mit einer gewissen Regelmäßigkeit wiederkehrenden Ueberfälle von Arabern auf Juden in Marokko, die allgemein als die Folge einer vom Ausland her mit großen Mitteln geführten Hetzpropaganda aufgefaßt werden, hat die Jüdische Gemeinde von Tanger eine Erklärung veröffentlicht, in der es u. a. heißt: Fremde Elemente bemühen sich, Konflikte zwischen Mohammedanern und Juden zu provozieren. Die Jüdische Gemeinde fordert die jüdische Bevölkerung auf, derartige Provokationen, die nur darauf berechnet sind, die zwischen den verschiedenen Teilen der Bevölkerung herrschenden guten Beziehungen zu trüben, unbeachtet zu lassen. Tragik des Staateulosenschicksals: Jüdischer Staatenloser verbringt 24 Stunden auf der Grenzbrücke zwischen Polen und der Tschechoslowakei Prag. Der aus der Tschechoslowakei ausgewiesene, nachher nach Polen ausgewanderte und von dort als angeblicher tschechoslowakischer Staatsbürger mit einem einmaligen Grenzübertritt nach Tschechisch-Teschen geschaffte jüdische Staatenlose Kiwe Rosenfeld wurde von den tschechischen Behörden, die die Entscheidung der polnischen Behörden nicht anerkannten, auf die G r e n z b r ü c k e zwischen dem tschechoslowakischen und polnischen Teil der Stadt Teschen gebracht, wo er sich 24Stundenlang aufhielt, bis er dem Bezirksgericht Tschechisch-Teschen übergeben wurde, wo das Verfahren gegen ihn eingelaitet wird. Auf eine Vorsprache des Sekretärs der Jüdischen Partei im Innenministerium wurde mitgeteilt, daß das Ministerium den Fall untersuchen werde. Letzte Vorbereitungen zu den Makkabi-Kampfspielen in Czernowitz Czernowitz, pje pzernowitzer Makkabikreipe sind intensiv mit den letzten Vorbereitungsarbeiten für die vom 3. bis 6. August in Czernowitz stattfindenden Makkabikampfspiele beschäfigt. Vor Beginn der Wettspiele findet eine Makkabi-Weltkonferenz statt. Bis jetzt sind aus 15 Ländern Anmeldungen zur Teilnahme an den Wettspielen eingelaufen, u. a. aus Palästina, England, Oesterreich, Deutschland, Polen, der Tschechoslowakei, Bulgarien, Lettland und Finnland. Die Stadt Czernowitz hat das Protektorat über die Veranstaltung übernommen. Den Wetsplelen werden der Ehrenpräsident deis Makkaba-Weltverbandes Lord Melchett, Lady Erleigh, der Präsident des Weltmakkabi Doktor Leiewer und viele andere bekannte Persönlichkeiten beiwohnen. Ausländische Teilnehmer genießen weitgehende Fahrtbegünstigungen. Vor Erkältungskrankheiten schützt man sich mit gutem Erfolg durch Togaltabletten, sofern man Togal rechtzeitig nimmt. Togal löst die Harnsäure, das Selbstgift des menschlichen Körpers, wodurch ebenso rasche wie oft dauernde Wirkung erzielt wird. Sie bekommen Togal in jeder Apotheke. Die „PAG“, Wien, III., UandstraBer Gürtel 9, teilt mit: 1. Sämtliche 58 Teilnehmer der „FAG“-Palästlna-Gruppenreiae. welche am 2. Juli Wien verlassen haben, sind am 7. JuU glücklich in Haifa gelandet. — 2. Eine kleine Gruppe „PAG“-Palästina-Reiaender wird — außertourllch — am 30, Juli Wien verlassen. — 3. Die 9. „PAG“- Palästina-Gruppenreise wird programmgemäß am 27. August und von dann an alle vier Wochen von Wien abgehen. Preis von S 285.— aufwärts. Alles Nähere in den „PAG“-MitteUungpn, die bei Einsendung von 5Q Groschen (in Marken) Interessenten zugeschickt werden. — 4, gprechatunden im JuU upd August nur Dienstag und Freitag von 2 bi« 4 Uhr nachmittags (für Mitglieder kostenlos). — 6. Die 8. erdent* liehe Generalversammlung beschloß, für das Jahr 1988 eine Dividende von 24 Prozent p. a. zu verteilen. Die Dividenden sind innerhalb von vier Monaten au beheben, und zwar Dienstag und Freitag von 3 bis 4 Uhr ab l. August 1933. — 6, Durch Ergänaungawahlen wurden in den Aufslohtsrat entsendet: die Herren Pr. Goldhammer, Hof rat Ing, Herska, Dj\ Pats und Dr. S. Schmitz, in den Vorstand! Ing. R. Seiden. Billige Sommer- und Ferienreisen nach Polen, Wer billig und bequem nach Polen fahren will, benütze die Reise, welche zirka am 8. August von Wien abgeht. Diese Reise führt nach Krakau, Lemberg, StanisUu und allen Zwlschenstationen. Zur Bequemlichkeit der Reisenden wurde der Termin so erstellt, daß man sowohl acht Tage in Polen bleiben kann als auch 30 Tage. Keinerlei Paß- oder Visagebilhren. Plätze werden reserviert. Weitgehende Ermäßigungen bei Hotelbeetellung oder bei einem eventuellen Kuraufenthalt in den Sommerfrischen Polens. Nähere Auskünfte und Anmeldungen: Internationale* Reisebureau Schenker & Co„ Wien, 1., Schottenring 9, Tel. R-50-5-10, Reise- und Hotelauskunftsbureau E. rerstel, Wfen, Kärntnerrfng 12, Tel. U403-QL Sommerlager des Zion. Jusend- Dtindes Gdud Zoirim Der dem zionistischen Landesverband angehörende Jugendbund Gdud Zeirim veranstaltet während der Sommermonate unter verläßlicher Leitung ein Sommerlager für Jugendliche vom 10. bis 19. Lebensjahr. Dieser Sommeraufenthalt ist ln schönster Gegend, in der Nähe des Schneeberggebietes gelegen und bietet, ganz abgesehen von der reichlichen und nahrhaften Kost, die rituell ist, den Jugendlichen die Möglichkeit, unter der Leitung von geeigneten Jugendführern einen Sommer lang wirklich jüdisch zu leben. Der Jugendbund Gdud Zeirim ladet alle Zionisten ein, ilre Kinder in dieses Sommerlager zu schicken. Wir bemühen uns, Kindern aller Schichten das Sommerlager in jeder Beziehung zugänglich zu machen. A u skünfte und Anmeldungen aus Gefälligkeit täglich im Zionistischen Landeskomitee, I., Kärntnerstraße 28, R 27-4-86. Kongreßreise Die Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt und der Klub «Erez Israel» veranstalten auch heuer anläßlich des XVIII., Zionistenkongresses in Prag ihre traditionelle Gesellschaftsreise. Auskünfte erteilt das Sekretariat der Zionistischen -Bezirkssektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13, Mezzanin (Lloyd-Hof), Tel. Nr. R 44-3-45, täglich, mit Ausnahme Freitag, in der Zeit von 7 bis 9 Uhr abends. Wenn Sie eine angenehme, beschwerdelose und vergnügte Reise zum Zionistetikongreß nach Prag machen wollen, dann melden Sie sofort Ihre Teilnahme an der vom Klub «Erez-Israel» und der «Zionistischen Sektion Leopodstadt» auch diesmal veranstalteten Kongreßfahrt nach Prag an. Diese Kongreßreisen, vom Klub «Erez-Israel» mit größter Aufmerksamkeit für die Teilnehmer durchgeführt, erfreuen sich einer besonderen Popularität und sind noch allen Teilnehmern an den früheren Kongreßfahrten ln angenehmer- Erinnerung. Auch diesmal sind verschiedene Ausflüge im Programm vorgesehen. Sofortige Anmeldung erforderlich. DerJüdüfcheJHocjdchüler^^ Akademischer Verband Allgemeiner Zionisten Der Akademische Verband Allgemeiner Zionisten nahm seine Arbeit Ende Mai dieses Jahres auf und entwickelte in den sechs Wochen seines Bestandes eine rege organisatorische und kulturelle Tätigkeit. Unter anderem fand ein großer Vortragsabend über das Thema «D e r W e g des jüdischen Studenten» statt, bei dem der Prä- - sident des Landeskomitees Dr. 0. Griinbauni, Professor Dr. S. Ho r o w i t z und Koll. Michael Patron sprachen. . Alle Redner wiesen auf die Notwendigkeit der Organisierung des zionistischen Studenten und besonders der Bildung einer starken allgemein-zionistischen Studentengruppe hin, die imstande wäre, die Bestrebungen des Allgemeinen Zionismus, der heute den einzigen Weg zur Genesung unserer Organisation und Bewegung zeigt, zu unterstützen und sein Programm in der zionistischen Arbeit zu verwirklichen, Der Verband nahm an den Kongreßwahlen tätigen Anteil, bei denen er »ich durch seine Aktivität besonders auszeichnete, was ihm auch den besonderen Dank vom Präsidenten des Landeskomitees eintrug. Es beweist dies wieder, welche Bedeutung eine starke und straff organisierte Studentengruppe lür die Organisation hat und haben kann. Der Ausschuß des Vereines besteht derzeit aus den Kollegen: cand. theol. et phil. Michael Patron, Präses, cand. theoi. et phil, Israel H e i t n e r, Vizepräses, cand. iur. Bruno B e r n f e 1 d, Organisationsreferent, cand. iur. Willy Haber, Schriftführer. Der Ausschuß bereitet jetzt Maßnahmen vor, um im Fkwrbst mit einer größeren organisatorischen und kulturellen Tätigkeit sein Wirken zu beginnen. Besonderen Wert legt der Verband auf die Schaffung der Möglichkeiten, die dem jüdischen Studenten zur Umschichtung und zu einer entsprechenden Berufsauswahl verhelfen sollen. Es soll damit die Grundlage zur Organisierung des akademischen Chaluz gebildet werden. Wir freuen uns sehr, daß es uns gelungen ist, in der verhältnismäßig kurzen Zeit eine große Anzahl zionistischer Akademiker in unseren Reihen zu organisieren, und wir wenden uns an alle mit der Aufforderung, sich zur Mitarbeit zu melden und unter den Freunden und Bekannten für unseren Verband Propaganda zu machen. Während der Ferienmonate werden die regelmäßigen Vereinsabende ausbleiben und anfangs Herbst wird wieder mit einer neuen, regen Arbeit begonnen werden. Die allgemein-zionistische Bewegung wächst von Tag zu Tag und mit ihr nimmt auch der Wille des zionistischen Akademikers zu, sich in ihren Reihen zu organisieren, ln Polen wurde die Hi stadruth Akademaim Zionim gegründet, die alle allgemeinen zionistischen Studenten umfaßt, in Prag wurde der Zentralverband allgemeiner zionUtlscher Akademiker ins Leben gerufen und in anderen Ländern stehen ähnliche Neugründungen bevor. Anläßlich de* Zionistenkongresses wird in Prag eine Konferenz der allgemei n -zionist iachen Studenten tagen, die sich zum Zwecke stellt, einen Weltverband allgemein-zionistischer Studenten zu gründen. Unser Verband veranstaltet aus diesem Anlaß eine billige Kongreßreise nach Prag. Anmeldungen werden jeden Mittwoch von 20 bis 21 Uhr im Sekretariat, Wien, II., Praferstraße 13, entgegengenommen. Jüdische Mittelschutabsolventen! Was nun? Das ist die Frage, die jetzt nach Beendigung des Mittelschulltudiuma an Euch herantritt, da die wirtschaftlichen Verhältnisse den sofortigen Eintritt in da* Berufsleben ausschließen und sich die überwiegende Mehrzahl von Euch, wie bisher alle jüdischen Abiturienten, dem Studium der Rechte oder der Medizin widmen wollen, wobei sich Jeder der Hoffnung hingibt, daß es ihm n-» .-1t den Jahren des Studium* und der anschließenden Praxis gelingen werde« eine auskömmliche und würdige Existenz *1*