Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 291 (20.7.1933)
- Date
- 1933-07-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seift 6 DK STIMME v¥r. 291 — 20. Juli 1933 Soebtfl erschienen! Hugo Herrmann Poliftsilna, wie es wirklich Isl 420 Seiten 7i Bilder 2 Landkarten Dieses neue, fesselnd geschriebene Werk Ober Pa ästina beantwortet alle Fragen, die des* isralc* Slsdie Interesseni, der Zionsfreund und feder, der in Palästina Qanzieinen S 9 45 seine neue Heimat sucht, täglich stellt Kartoniert S 6 80 ln allen Bucht)andlungen und durch die PIBA Veraandbuchhandlung, Wien, VI V„ (Jumpen dorferstraße Nr. 1 Im Zeichen Goethe» Einiges au* dem Dritten Jteieh Die Brüsseler Zeitung tPeuple» veröffentlicht folgendes Faksimile einer Einladung des Rektors der Frankfurter Universität zu der Bücherverbrennung im Mai dieses Jahres: Universität Johann W olf gang Goethe, Frankfurt. Frankfurt, den ... Mai 1933. Das Studentenkorps lädt die Gesamtheit des Professorenkollegiums zu der Verbrennung der marxistischen und korruptionistischen Schriften ein, die Mittwoch abend, den 10. Mai, auf dem Römerberg stattfinden wird. Die Stua'enten würden es im Hinblick auf die große symbolische Bedeutung dieser Zeremonie begrüßen, die Gesamtheit der Professorenschaft dort zu sehen. Ich lade daher die Kollegen ein, zahlreich daran teilzunehmen. Abmarsch von der Universität auf den Römerberg Miliwoch um 20 Uhr abends mit Musik. Die Korporationen werden in Uniformen daran teilnehmen, ebenso die SA.-Bataillone. — Der Rektor: Krieck. Gleichgeschaltete Nobelpreis-Kandidaturen Von acht deutschen Nobelpreisträgern waren bisher fünf jüdisch. Der Nobelpreis wird (nebst dem Friedenspreis) für solche wissenschaftliche Leistungen verliehen, die zum Glück der Menschlichkeit beitragen. Demgemäß hoffen jetzt die «Breslauer Neuesten Nachrichten», daß von deutscher Seite, «nachdem jetzt endlich die Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt worden sind, die der Aufstellung einer offiziellen deutschen Kandidatenliste entgegenstana'en», einheitlich eine Liste «für Deutschland repräsentativer Nobelpreiskandidaten» werde aufgestellt werden können. Die «Schwierigkeiten» waren die jüdischen Gelehrten. Der Repräsentation des offiziellen Deutschland von heute steht nichts mehr im Wege. Nur ein paar Friedhöfe. „V aller ie, Vollera . . Judenherrschaft* Im Volksliederbuch des neuen Deutschland: Heil Hitler Diri (Herausgegeben im Standarten-Verlag Leipzig) finden wir u. a. auch ein «H a k e n k r e u z l i e d», weiches also anhebt: «Wir tragen stolz das Hakenkreuz und fordern unsere Rechte. Großaeutschland ist das Vaterland und wir sind keine Knechte. Lieb Vaterland, bald bist du frei und frei mit deinen Söhnen. Von Judenschaft und Henkerei, kein Feind soll dich verhöhnen. Valler ie, V all e r a, V all e r i e, V alle r a, kein Feind soll dich verhöhnen.» „Vorwärts über Gräber iu «Darum mahnen uns die Hammen a'er Sonnenwende vor allem an das Sterben und Vergehen alles Bestehenden. Dann aber — und gerade heute! — weisen sie uns vorwärts über Gräber zu Freiheit, Leben und Arbeit. — Das germanische Volk ist erwacht und hat in allen seinen Gauen zum ersten Male national geeint in flammender Sonnenwendnacht des fahr es 1933 seinen Johannisschwur erneut und bekräftigt. — Jubelt drum: Flamme emporh («Fridericus», Berlin, Nr. 27.) Warrumg an jüdische Aerzte In der «Berliner nerztekorrespondenz» Nr. 22 (1933) läßt sich Dr. Martin Claus, Beauftragter des Reichskommissars für die ärztlichen Spitzenverbände folgendermaßen vernehmen: *Von jüdischer und judenfreundlicher Seite wird in schamloser Weise durch gemeinste Zuschriften, fingierte Telephonanrufe (auch nachts) J5JV. — selbstverständlich, wie es sich für jüdische «Helden» geziemt, anonym — versucht, sowohl bei Tage den Geschäftsbetrieb wie nachts die Ruhe deutscher, an verantwortlicher Stelle stehender Aerzte zu stören, je schamloser diese Anpöbeleien fortgesetzt werden, um so härter werde ich nach den mir persönlich reichlich zuteil gewordenen Verleumdungen und an mir versuchten Betrugsmanövern die jüdischen-Aerzte anfassen. Ich rate den jüdischen Aerzten in ihrem eigenen Interesse dringendst, bei ihren Organisationen dahin vorstellig zu werden, daß diesem Treiben schleunigst ein Ende gemacht werde.* „Du wirst gefilmt“ In Köln werden Handzettel mit folgendem Text verteilt: tWillst Du ein reines Gewissen behalten — Dann kaufe nicht beim Juden — Du wirst gefilmt — und veröffentlicht.» Wie man Haare krümmt Das «Neustädter Anzeigenblatt» (Neustadt a. d. Aisch), laut Untertitel Amtsblatt des Bezirksamtes Neustadt und zahlreicher anderer Aemter und Behörden, schreibt: Pranger. Es gibt immer noch Deutsche, die Knechte der Juden sind. Zu diesen gehört Herr Johann Vorläufer, Obernesselbach. Dieser wollte am Sonntag beim Juden kaufen. Als er daran gehindert wurde, 9agte er unter anderem: «Die Christen schmieren uns ärger aus als die Juden.» Herr Vorläufer, wir raten Ihnen, sich dem Auszug Israels aus dem Neustädter Bezirk anzuschließen. Aktionsausschuß zur Bekämpfung des Judentums. In derselben Nummer der Zeitung finden wir einen Bericht über eine Versammlung der Gewerbetreibenden der Stadt, in der Präsident Lehr u. a. erklärte, die Inflation 1920—23 sei das größte Verbrechen der Weltgeschichte, das von den Juden ersonnen war, während 1929—31 «Alljude* durch das Mittel der Steuerschraube gegen den Mittelstand kämpfte. «Der Mittelstand wurde davon in einer Weise erfaßt, daß es zum Himmel schrie. Da dies alles von den Juden verschuldet war, sei es ein besonderes Verdienst, daß die i Rassenfrage aufgerollt wurde, in der Julius Streicher bahn- | brechend vorgegangen Ist. Erst die Geschichte werde seine Leistungen in dieser Frage würdigen.» Im Bezirk Lichtenberg sind allen nach dem 1. August 1914 hier zugewanderten Ausländem jüdischer Rasse die auf den städtischen Märkten überlassenen Stände zum 1. Juni 1933 gekündigt worden. Bei Kopfschmerzen, rheumatischen und gichtischen Beschwerden wirkt Togal rasch und sicher. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 6000 Aerzte, darunter viele bedeutende Professoren, die hervorragende Wirkung des Togal. In allen Apotheken. Preis S 2.40. Der Enthiiller der Boxheimer Dokumente ermordet In Frankfurt am Main hat man am Montag auf einem Eisenbahngeleise die Leiche des gewesenen nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten von Hessen, Schäfer, mit drei Schußwunden im Leib aufgefunden. Die Tat ist offenkundig ein Racheakt an Schäfer, der Ende November 1931 die bekannten Boxheimer Dokumente der Öffentlichkeit vorgelegt hat. Diese Dokumente sind der nationalsozialistische Arbeitsplan für den Fall der Machtergreifung. Sie sehen die Sozialisierung der Produktion und der Ernährung vor und fallen besonders dadurch auf, daß die Juden als nichtexistent behandelt werden. Für die Juden gibt es keine Arbeit, keinen Verdienst, kein Recht, kein Essen. Also bis auf den Mord und den gelben Fleck ist, wie man heute erkennt, in bezug auf sie alles so durchgeführt worden, wie das der Verfasser des Planes, der Gerichtsassessor Dr. Bes t, vorgeschlagen hat. Die Veröffentlichung der Dokumente hatte großes Aufsehen gemacht. Man stand vor Reichstagswahlen und Hitler «stellte fest», daß das Dokument mit der Partei nicht das geringste zu tun habe. Schäfer mußte sein Mandat niederlegen und flüchten. Jetzt ist er ermordet worden. Der Verfasser der Dokumente, Dr. Best, von dem die Partei in ihrer «Legalität» abrückte, ist jetzt Polizeipräsident von Hessen. Sapienti sat! Jüdische Aerzte in Oberschlesien zur Kassenpraxis wieder zugelassen Breslau. Die Mehrzahl der jüdischen Aerzte in Oberschlesien, welchen Mitte Juni sämtliche öffentliche Kassen per 1. Juli gekündigt worden waren, ist durch Verfügung des Innenministeriums wieder zur Ausübung der Ortskrankenkassenpraxis zugelassen worden. Zutritt zum Gleiwitzer Schwimmbad Juden verwehrt Breslau, ln G1 e i w i t z (Überschlesien) wird jüdischen Personen der Zutritt zum städtischen Freischwimmbad im Wilhelmspark nicht gestattet; eine Aufschrift entsprechenden Inhalts ist in der Nähe des Eingangs über der Kasse angebracht. — Der Gleiwitzer Naturheilverein hingegen bringt in einem in seinem Richtersdorfer Freibad befindlichen Plakat zum Ausdruck, daß laut Bundesbeschluß jüdische Mitglieder nach wie vor die Anstalt benutzen können. Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung aufgelöst Berlin. Eine von 30 Personen besuchte Versammlung der Berliner Zionistischen Vereinigung in einer Privatwohnung in de*r Cuxhavenerstraße wurde polizeilich aufgelöst, weil die Genehmigung zu ihrer Abhaltung nicht vorher eingeholt worden war. Der Versammlungsleiter, sein Stellvertreter und der Redner wurden der politischen Polizei zugeführt. Einsteins Motorboot beschlagnahmt Berlin. Das an einer Bootswerft in Caputh bei Potsdam ankernde große Rennmotorboot Prof. Einsteins wurde beschlagnahmt und für das Reich sichergestellt. Das Boot repräsentiert einen Wert von 25.000 Mark. Die Beschlagnahme erfolgte in der Annahme, daß Einstein beabsichtige, das Boot ins Ausland zu bringen. Schulzwang am Sabbat für jüdische Schüler in Hessen DarmstadL Wie amtlich mitgeteilt wird, haben jetzt unter Zurücknahme früherer Verfügungen israelitische Kinder und diejenigen der Adventisten an dem Schulunterricht am Samstag teilzunehmen. Palästina-Reisen von S 235.— aufwärts ab Wien, inklusive aller l ransitvtea, D-Zug, Hotel, Kabinenbett, Ein- und Ausbootungsgebühiren veranstaltet n u r die «PAG», Wien, III., Landstraßer Gürtel 9. Eine kleine Gruppe «PAG»-Palästma-Reisender» wird außertourlich am 30. Juli a. c. von Wien abgehen, 9. Gruppenreise ab Wien am 27. August 1933, dann alle 4 Wochen. Die Rückfahrt kann wöchentlich itmerhalb von 90 Tagen als Einzelreise angetreten werden. Rascheste und billigste Verbindung mit Palästina. Nur 4 Tage Fahrt ab Wien! Beste Referenzen. Visabeschaffung für im Oesterreich wohnhafte Personen! Zuverlässige Beratung in allen Palästina- und Reisef ragen I Einzelreisen nach Palästina vierzehn tägig. Verlangen Sie schriftlich Reise-Prospekt mit allen wichtigen Palästina-Informationen (50 Groschen in Marken beilegen). Sprechstunde (für Mitglieder der «PAG» und Personen, die Mitglieder werden wollen) nur Dienstag und Freitag von 2 bis 4 Uhr nachmittags. Zu Rosch Haschanah nach Palästina Im Anschluß an den XVIII. Zionistenkongreß, der das. rege Interesse im Judentum für Palästina widerspiegelt, werden vom Reisebureau Compass Tours, dem einzigen jüdischen Weltreisebureau, zwei Gesellschaftsreisen nach Palästina veranstaltet. Die Reise I erfolgt auf dem Riesen-Amerikadampfer der italienischen Linien «Roma», welche diesmal eine Sonderfahrt von Amerika nach Palästina unternimmt. Es wird hiemit auch den europäischen Touristen die Gelegenheit geboten, mit einem Dampfer nach Palästina zu fahren, der an Luxus, Komfort und S chnelligkeit unübertrefflich ist. Das Programm im Lande beinhaltet das Maximum dessen, was man in einem so begrenzten Zeitabschnitt sehen ■ kann. Den Reiseteilnehmern wird die Möglichkeit geboten, den» Prozeß des jüdischen Aufbaues allseitig kennen zu lernen* wie auch die geschichtlichen und kulturellen Denkmäler unserer Heimat zu besichtigen. Unterwegs ergibt sich die- Grlegenheit, die bedeutendsten Städte der Weltgeschichte,, wie Rom, Neapel, Athen, zu besuchen sowie zu einem Aus-, flug nach Kairo. Im allgemeinen wird die «Roma»-Fahrt als ein Gesellschaftsereignis in der Palästina-Touristik betrachtet und das alterfahrene Reiseburau Compass Tours wird dafür Sorge tragen, den Reiseteilnehmern, die das jüdische. Neujahrsfest in Palästina verbringen wollen, die ganze Fahrt zu einem ununterbrochenen Fest zu gestalten, wobei keine Gelegenheit unterlassen werden soll, um den Reiseteilnehmern das Beste zu bieten. Die Palästina-Reisen der «Compass Tours» sind weltbekannt, und die Hunderte von Touristen, die im Laufe der letzten Monate an unseren Palästina-Reisen teilgenommen haben, sind für uns die lebende Reklame, die uns die Sicherheit gibt, daß auch diese Re sen von seiten des interessierten Publikums großen Zusnrucli hnbe'ti wc rlen. Die wirklich billige Schuh• quelle linden Sie bei »DR-HO« (Inh David Horowitz) Wien li. 1 abor\haße Nr 11 b Ecke Gr edler strafte Qualitätsware xu äußerst billigen Preisen. Bel Berufung auf die »Sllmme« 8 Prosen! Babaii Der Meten Mafemeth ■ eine yeseilsdkafisteise .. IS. Zionisten-Jion^ieß _Anmeldungen beim Keren Kajemetb, Wien 1. Kärntnerstraße 28