Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1933-06-29 · Heft 287 (29.6.1933) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 287 (29.6.1933)
Date
1933-06-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3053752-3054015-3054042--3597-3059127
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 8 DTE STIMME Nr. 287 — 29. Juni 1935 Jetzt eist recht: Allgemeiner Zionismus! ■ ■■ ■ - I, i - —- -- - - -- - --- m* - „ i i. ■■ i - ■ i ■' ■— ■■ ' ■ Ulimann, Rink & Co., Internationale Spedition Wien, IV., Floragasae Nr. 7, Telephon U 44-0-7& für UebeisieUlnngen u. Gütertransporte via Donann. Triest Lehrstuhl für Kunst und Archäologie des Nahen Ostens von Sir Perceval David zur Erinnerung an seinen Vater Sir Sassoon David gestiftet Auf diesen Lehrstuhl wurde der irühere Archivar und BiWothekar des Regierungsdepartements für Altertümer Dr. L. A Mayer berufen. Eine landwirtschaftliche Abteilung wurde errichtet, die unter Leitung Dr. Ch. Weizmanns mit der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Kechoboth Zusammenarbeiten soll. An der Fakultät für Gtisteswissenschaften wurden J1 Hörer graduiert. Im Oktober 1932 wurden 125 Hörer und 14 Graduierte, die Forschungsarbeit leisten wollen, in die Fakultät aufgenommen. 36 Hörer wurden auf der b.ologischen Abteilung aufgenommen. In die Natotralbiblio.ihek wurden 10000 neue Bücher eingereiht, die Bibliothek umfaßt jetzt 256 000 Bände Sie ist d.m Internationalen Institut für geistige Zusammenarbeit abgeschlossen. Der Universitätsverlag hat die Publikation der Vierteljahrsschriften Kirjah Sefer, eine bibl.ographische Revue der nationalen Universiiätsbiblioth.k, und Tarbitz, Organ der geisteswissenschaftlichen Fakultät fortgesetzt. Hebräische und englische Ausgaben einer Arbeit von Dr. E. L. Sukenik über «Die antiken Synagogen von Beth Alpha» wurden veranstaltet. Ferner wurden herausgegeben der fünfte Band der «Sammlung gaonischer Responsen und Kommentare» von Dr. B. M. Lewin, «Die Philosophie Salomon Maimons» von Dr. Hugo Bergmann und «Die Pflanzen Palästinas — ein analytischer Index» von A. Eig, M. Zohary und N. Feinbrun. Organisation der jüdischen Gemeinschaft Der Knesseth Israel waren 99.204 Personen angeschlossen. Der Waad Leumi hat neben der J:wish Agency Von Dr. JE. M. Zweig, Jerusalem Jerusalem, Ende Mai 1933. Die neue A1 i j a h wendet sich mit ihrem Verlangen nach Boden naturgemäß zuerst an den Nationalfonds. Der steht nun nicht mehr so ratlos da wie noch 1925, bei der letzten Hochflut der Einwanderung. Für jene, die Landwirtschaft betreiben wollen, verfügt er über einige Böden in Wadi Chawareth und anderwärts, und für jene, welche sich in Industrie oder sonst einem städtischen Beruf zu betätigen wünschen, kann er schon jetzt aus seinem Komplex in der Haifa-Bai aufwarten. Denn hier hat der KKL., gewitzigt durch die Erfahrungen von Tel-Awiw. sich rechtzeitig eine Bodenreserve gesichert. Das Hauptbureau des KKL. glaubte nun, angesichts der starken Nachfrage, unser Publikum genau informieren zu sollen und lud die palästinensischen Journalisten ein, an dem Besuch des KKL.-Besitzes im Mifraz Haifa teilzunehmen. Dieser Expedition schloß ich mich um so lieber an, als ich in den kritischen Tagen von 1930 zum letztenmal den Platz besichtigt hatte, worüber in der Artikelserie «Emek und Weißbuch» zu lesen war. Es galt jetzt mit eigenen Augen zu sehen, ob wir seither wirklich vorwärtsgekommen sind. Die Teilnehmer'der Forschungsfahrt aus den verschiedenen Teilen des Landes versammelten sich an Ort und Stelle in einer Baracke, welche bei den romantisch verfallenen Chan (Nächtigungsstelle für Reisende) Der-el- Beda liegt und zurzeit als Wirtschaftshof der Gesellschaft «Ossem Chaklai», der Großpächter der dortigen KKL.- BÖden, dient. Nachdem uns ein phantastisch gekleideter Araber, der schließlich seine Herkunft aus Jassy eingestand, den Tee kredenzt hatte, gaben die Referenten des Hauptbureaus für technische und landwirtschaftliche Arbeiten an Hand einer großen Wandkarte ihre Erklärungen. Dann wurden die wichtigsten Punkte des weit ausgedehnten Komplexes besichtigt. Dieser erstreckt sich in 18 Kilometer Länge vom Unterlauf des Kischon, der diesseits Haifa ins Meer fließt, bis zu der südlich der Schwesterstadt Akko gelegenen Mündung des Naamen und umfaßt 44.500 Dunam. Hievon steht der Löwenanteil von 31.500 Dunam im Eigentum des KKL., während der Rest sich wie folgt verteilt: 5000 Dunam gehören der amerikanischen Palestine Economic Corporation (PEC), bezw. deren Tochtergesellschaft Bay- Side Land-Corporation, und 8000 Dunam der Haifa Bay- Development Company (HBDC) und deren Kunden, welche bei ihr einzelne Parzellen erkauft haben. Der KKL. gewann seine Vorrangstellung hier nur in Etappen. Dan Pionierbei der Regierung wegen Förderung des jüdischen Gesundheitswesens interveniert, Kommissionen zum Studium verschiedener Steuerfragen eingesetzt, ein Zentralbüro zur Koordination der sozialen Wohlfahrtsaktionen errichtet und zahlreiche andere Verwaltucigsaufgaben durch geführt. Das Memorandum dir Jewish Agency schließt mit einem Finanzbericht, m dem festgestellt wird, daß 1932 3 Mill onen Pfund neues fast ausschließlich jüdisches Privatkapital ins Land eingeflossen ist. Es folgen detaillierte Aufstellungen der 493.700 Pfund betragenden Ausgaben der Jewish Agency und der ihr angesohlossenen Institutionen. Der Keren Hajessod hat 204 600, der Keren Kajemeth 97.721 Pfund ausgegeben. Die Sitzung der Mandats* kommission des V Iker bundes eröffnet Am Tage der Eröffnung der Tagung der Mandatskommission ist in Genf der Delegierte des palästinensischen Waad Leumi Rabbi Uziel eingetroffen. Rabbi Uziel wird vor der Mandatskommission die Gründe auseinandersetzen, aus denen sich die Knesseth Israel, die offiziell anerkannte Einheltskorporalion der palästinensischen Judenheit gegen die Forderung der Agudath Israel, als religiöser Sonderverband anerkannt zu werden, wendet. Hilfskampagne in Holland Amsterdam. Ara 17. Mai wird in Holland eine großzügige Sammelkampagne für die Hilfsaktion zugunsten deutscher Juden durchgeführt Die Leitung der Kampagne liegt in den Händen eines Komitees, dem die hervorragenden Persönlichkeiten der jüdischen und nichtjüdischen Gesellschaft angehören. dienst durch Erwerbung des Gesamtkomplexes hatte die HBDC geleistet, welche 1925 dem KKL. nur zögernd 10.000 Dunam abgab. Doch als sie alsbald durch die Krise in Polen, Amerika usw. selbst in Schwierigkeit geriet, war sie froh, daß sie weitere 25.000 Dunam samt der Aufgabe, diesen Boden zu ameliorierein, an die hiezu Verbündeten, KKL. und PEC., überlhssen konnte. 20.000 Duham davon fielen an den KKL., während die PEC. auf 5000 Dunam «besten» Bodens zunächst Haifa Anspruch hat 1930 schließlich kaufte der KKL. südöstlich von Akko, schon jenseits des Naamen, noch 1500 Dunam zu. Von den nötigen Erschließungsarbeiten wurde logischerweise zuerst der Straßenbau besprochen. Die einzige Verbindung zwischen den Schwesterstädten ging, bisher längs dem Meeresstrand, primitiv quer durch die Dünen und war von Flut und Ebbe abhängig. Nun wurde eine wirkliche Straße landeinwärts, östlich der Flügelbahn Haifa—Akko, geplant. Die HBDC. sollte das Material und die Regierung, durch Beistellung von Sträflingen, die Arbeit liefern. Beide Teile säumten und erst die Bereitschaft des KKL. und das Machtwort Wauchopes führten im Februar 1933 zur Vollendung der Straße, di« — tadellos asphaltiert — einen lebhaften Autoverkehr durch diese früher verödeten Strecken leitet. Die Drainierung dieses Gebietes, eine zweite wichtige Erschließungsarbeit, wurde nach Geschäftsübergabe seitens der HBDC. aus einem reservierten Fonds mit einstweilen 35.000 Pfund Sterling Kosten durchgeführt und die bisher hoffnungslos durch Malaria verseuchte Südhälfte des Komplexes völlig saniert. Dies geschah in den Dünen mit ihren Mulden, aus denen das angesammelte Regenwasser keinen Abfluß fand, durch ZuschUttung und landeinwärts durch ein 14 km langes Kanalsystem, den Fuara- Kanal mit seinen Tributären, welche die ausgebreiteten Sümpfe durohschneiden und durch Ableitung zum Kischon trocken legten. Diese Kanäle müssen ständig betreut werden, zumal die Betonrinnen von den Hufen der Beduinenbüffel öfters Schaden nehmen. Doch der Wüstenspuk muß und wird der Zivilisation weichen. Seht doch die urwüchsige Schildkröte, wie sie sich vor unseren Schritten, hastig das Rinnsal des Fuara durchschwimmend, hinüberrettet! Die schwere Aufgabe, auch die Nordhälfte des Komplexes längs des Naamen zu drainieren, bleibt einer ferneren Zukunft Vorbehalten. An diese Vorarbeiten schloß sich die Feststellung des Siedlungsplanes, welcher, was die an Haifa gren- UdlMhci fftMterheim beim Plattensee für 6- bis Hjivhr'.g.1 Knaben und Mädchen unter Leitung des Religionsprofessors Dr Bernh. Frenke], Budapest, Teleki t£r 5. Erstklassige Verpflegung. Sorgfältigste Aufsicht. Warmes jüdisches Heim. Nähere Auskünfte unter ob:ger Adresse, oder bei Frau Biumberger, Wien, I., Stubenr ng 18. zenden Flächen betrifft, mit dem Town Planning zusammenfällt. Dank Mithilfe des hervorragenden, vom KKL aus England berufenen Fachmannes Prof. Abercrombie eiu gte man sich leichter mit der Regierung. Danach zerfällt der ganze Komplex in drei Zonen. 1. de InJustriezone, 11.150 Dunam groß, welche sich nächst der Stadt HaTa am Kischon ausdehnt; 2. die Städtische Zone, 10.000 Dunam umfassend, im Mitlelstiick des Komplexes bis zur Höhe der Kurdaniquelle, von welcher der NaamenfluiS nordwärts zieht; 3. die ländliche Zone von über 13.000 Dunam, zwischen Naamen und dem Meer. Die begreifliche Frage, weshalb denn die Industriezone sich zwischen Haifa und die neugeplante städtische, richtiger vorstädtische Zone einschiebt, findet ilnre Antwort darin, daß die Industrie auf unmittelbare Nachbarschaft des Hafens angewiesen ist. Dieser wird mit all seinen Neuanlagen noch im heurigen Herbst eröffnet. Uebrigens wurde zum Schutz der Anrainer der städtischen Zone vor Belästigungen vom Industrieviertel her ein breiter Grüngürtel zwischen beiden Zonen vorgesehen. Wie sieht es nun heute in der 1 n d u s t r i e z o n e aus? Vor allem hatte hier die Regierung 600 Dunam belegt, wo sie um 70.000 Pf. St. mächtige Eisenbah.i.varkstätten erbaut hat und den größeren Teil der Fläche, anscheinend für die Endstation der nach Bagdad trassierten, künftigen Indienbahn, reserviert hält. 600 anstoßende Dunam beansprucht sie zur Errichtung des Aerodroms für den schon eingebürgerten England-lndien-Dienst der Imperial Airways. Diese Böden werden vom KKL im Austausch gegen ein Mehrfaches der der Regierung gehörigen Dünenflächen abgegeben, weiche der städtischen und ländlichen Zone vorgelagert sind. So aber wäre die Entfaltung des Strandlebens und der Küstenschiffahrt dem KKL anvertraut. Nahe dem Hafen haben die großen Petroleum-Konzerne, welche — wie Shell und Vacuum-Oil — mit ihren Tanks am Stidufer des Kischon nicht auslangten, weitere Flächen bedegt. Die Irak-Petroleum Co., welche bekanntlich die Pipeline von Mossul nach Haifa führt, hat gar kürzlich von der Regierung eine Konzession auf 2250 Dunam Dünenboden erlangt, welche noch über den vorerwähnten Grüngürtel hinausreichen. Da hier die Irak Co. auch Raffinerien mit deren lästigen Abgasen erbauen will, wird mit Recht protestiert und von der Behörde eine Neuregelung verlangt. Auf dem im Eigentum des KKL. verbliebenen Teil der Industriezone ist eine Fläche von vorläufig 200 Dunam für Fabriken bestimmt. Es spricht für die Richtigkeit der nationalen Bodenpolitik, daß heute schon — angesichts der rapiden Preissteigerung für Boden in Privateigentum — seitens jüdischer industrieller mehrfach Bewerbungen um Pachtung von KKL.-Parzellen vorliegen. Was hinwieder dem KKL. sichere und ausgiebige Einnahmen aus Erbbauzins verheißt. (Fortsetzung in der nächsten Nummer.) E„Kompaß“, Allgemeine Kreditu. Garantie- Bank Die unter Vorsitz des Vizepräsidenteii IL-rrn Herbert Arthur White, Generaldirektor der Marconi Wireleß Telegraph Company, London, abgehaltene 20. ord ntFche Generalversammlung genehmigte nach durchgeführter Debatte den Abschluß pro 1932, der folgende Hauptposten aufweist: Aktiven: Kassastand und Guthaben bei anderen Banken S 2,157.898.12 (+ S 20090.87), Wechsel. S 2,042.897 62 (— S 149 358.71), Wertpapiere S 385 495.97 (— S 121.768.19), Debitoren S 13,432.897.17 (— S 4,542.798.94), Beteiligungen S 253.001.31 (— S 393.517 03), Immobilien und Mobilien S 1,075.885.39 (— S 22.136 40). Passiven: Aktienkapital S 4,500.000, offene Reserven S 323.352.77 (— S 766 647.23), Spareinlagen S 947.376 82 (+ S 149 676 65), Kreditoren S 13,422.670.30 (— S 3,719.980.86). Einnahmen: Zinsen und Provisionen inklusive Garantie-Provisionen S 1,370.190.65 (— S 362.886.33), Effekten- und Konsortialgewinn« S 285.579.75 (+ S 93.872 69). Ausgaben: Personalkosten S 633 361.43 (— S. 102.534.56), Sachspesen S 183 046.79 <— S 5503 04), Steuern S 198 827.33 (— S 339.85), Reserve und Schadenszahlungen im1 Garantiegeschäft S 472.353.79 (— S 144 176.14). Der G winn per S 183.157.90 (— S 11.535.59) wurde zuzüglich des Buchungsgewinnes aus der im Sinne des Bundesgesetzes vom 28. Juli 1932 über die Herabsetzung des Grundkapitals von Aktiengesellschaften beschlossene Kapitalsredukt'on von S 4,500 0C0.— aul S 1,250.000.— und der offenen Reserven zu Abschreibungen, die sich durch die Neubewertung der Aktiven als notwendig erwiesen, verwendet. Gleichzeitig wurde das Kapital durch Neuausgabe von 325.000 Aktien ä S 10— auf die bisherige Höhe von S 4 500.000— gebracht und ein neuer Reserv*»- fonds von S 323.352.77 gebildet. Sämtliche auszugebenden Aktien wurden von den ausländischen Geschäftsfreunden der Gesellschaft bereits fest gezeichnet und eingezahlt. Die turnusgemäß ausscheidmden Verwaltungsräte August v. Finck, R. Pierce und Mac Shoolman wurden wiedergewäMt. ZionlsiUdt« Bttzivkssakfion LcGno.tfsfatif - CiuS» „Eicz-lsraci“ Mittwoch, den fi. Juli 1088, um 8 Uhr abends im Heime der Sektion II., Piaterstraße 18, Mezzanin, tLioyd*Hof). Telephon Nr. R 44 8-45 VERSAramillG Thema: KeiwcBweWn», KonqreBwahlcn Referenten: Die Kandidaten der Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Erscheinen der Mitglieder Ehrenpflicht! Ilaifa-Bay, Riickrchau und Ausblick

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.