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Die Stimme · 1933-06-29 · Heft 287 (29.6.1933) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 287 (29.6.1933)
Date
1933-06-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seife 4 DIE STIMME in Palästina zu sprechen. Diese Streiks sind schädliche Erscheinungen, die die Grundlagen unseres jungen Baues er* schüttem. ist kein gesunder Zustand, und daher ist es die Forderung des Allgemeinen Zionismus, die Priofitlft der Voiksinteressen über die Interessen der Psrtelen und Klassen zu stellen und das Prinzip der nationalen Abltrage zur Durchsetzung zu bringen. Eine große Schuld aber an den Ereignissen in Palästina trägt jene Gruppe im Zionismus, die UPS seit Jahr und Tag von der sogenannten Atempause |n die nach 1929 die Parole der Noon-Cooperation-Pofitllc ln die zionistischen Massen warfen und Einstellung der Aufbauarbeit forderten. Das ist, sagt Dr. Mosiinson, nichts anderes, als lOOprozentige Assimilation, die gerade von Zionisten geübt wurde, die sich als I50prozentige Judenstaatzionisten deklarierten. Der Begriff Assimilation beinhaltet Passivität, Und Passivität war die Parole der Revisionisten. Dr. Mospin» son kommt nochmals auf das tragische Ereignis der Ermorrung Arlosoroffs zu sprechen. Noch sind die Akten über den Täter nicht geschlossen. Noch sehe man nicht klar, um ein endgültiges Urteil abzugeben. Allein heute könne man schon sagen, daß es schon eine Tragödie von unsagbarem Schmerze für jeden Zionisten sei, wenn das Gerücht vom revisionistischen Täter in den zionistischen Massen Fuß fassen konnte. Mit der ganzen Wucht seiner Persönlichkeit wendet sich Dr. Mossinson gegen jenen Geist, der in der revisionistischen Jugenderziehung herrscht, der von Haß gegen eine zweite Gruppe im Zionismus erfüllt ist, und in stärkster Erregung ruft der Vortragende aus5 Nicht der Mörder, der den Schuß ab gab, ist schul dl Schuldig sind jene, die Haß und Spaltung in die zionistische Bewegupg hineip|||ragen haben u n d j h r &§ f fall w ÜII h* n» (Sfflrmischtf Beifall.) Der 18..ZiQnl8tfp||Pf|fffö, d#f b*v0Hfcl!t, tjtffif unsfff Bewegung von historischer Entscheidung. Nebst der Aufregung und der Erörterung der* hier andeutungsweise befisndeifen pppbienfi Aber Hsgeliiiif iss Atrktes in Palästina, Allah, und ZuntmmenarNt «wischen privatem und nationalem Kapital wird die Aufgabe dieaea Kongresses sein, die politische Frage der jüdischen Situation in ihrer ganien Totaütlt apfcuroiien und sich mit dem Gedanken der Lösung dieser Frage mit Hilfe des Völkerbundes intensiv zu beschäftigen. Denn, wenn e* Recht und Gerechtigkeit in dieser Welt noch gibt, darf diese Welt so lange nicht ruhen, bis 17,000.000 Juden ihre Ruhe gefunden haben werden. Den oft mit rauschenden Ovationen aufgenommenen, inhaltsvollen und interessanten Vortrag schloß Dr, Mossin* son mit der Schilderung einer Vision, die er im Innern seines Herzens von der allgemeinen Mensehheitsmission Erez Jisarels trägt. Wir sind ein Volk des Ostens sagt Mossinson — und gaben der Welt in der Urzeit eine Kultur, die Jahrtausende überdauert hat. Dann zwang man uns, nach dem Westen ZU wandern, wo wir bereits eine JZivili* sation angetroffen haben. Zivilisation und Kultur sind je--- doch zwei verschiedene Begriffe. Wir erleben heute Beispiele einer höchst entwickelten Zivilisation, die Hand in Hand geht mit einer beispiellosen Kuiturlosigkeit, die an Barbarei , Nr, 287 -r- 29- JMj |93| i grenzt. Im Westen haben wir alle Wohltaten aber auch alle Schandtaten der Zivilisation ajjebt, und wenn wir jetzt npeh dfm Ogtan' tinitff Blicke und Schritte wenden, so denken wir an die Schaffung einer Synthese von Zivilisation ynd Kultur, die ’lm Uufe der Jahrtausende auseinandergingen. Aus dem Westen übernahmen wir den Materialismus, doch tragen w|f in unserem Herzen noch immer die reine Ethik, d|@ pnijpre’ Väter einst aus dem Osten in die ganze Welt Hlnausgetragen haben. Wir kehren nach dem Osten zurück, der durch die Schicksalsfügung der Geschichte jahrhundertelang jn einem Zustand der Lethargie verfiel, und wollen hier die Flamme der Kultur, gepaart mit den Wohltaten der Zivilisation in den Völkern des Ostens neu entfachen. Es war gewiß ein instinktives Gefühl der Weltmächte, als sie nach Kriegsschluß gerade das jüdische Volk durch die Rückkehr nach Palästina zum M-ttler zwischen Ost und West machen wollten. Die Mission, die 2000 Jahre lang, dank dem Genius des jüdischen Volkes, die ganze Welt erleuchten sollte, ist noch lange nicht erfüllt. Es ist die Mission der wahren Liebe und der Menschlichkeit, die wir im Zionismus und in der Wiedergeburt unseres nationalen Seins im Osten verwirklichen wollen. Als Dr. Mossinson geendet hatte, brauste minutenlang stürmischer Beifall durch den Saal. In seinem Schlußwort sagte Dr. Grünbaum, jeder Dank an den Redner würde das große Erlebnis seines Vortrages abschwächen und forderte die Zuhörer auf, den Dank abzustatten durch Beitritt zur Landesorganisation und Wahl der Allgemein-zionistischen Kandidaten am 6. Juli. An alle Allgeimeinen Zionisten, allgemein zionlsflsdien Landesverbände und Landesgruppen Am 5, Juli 1931 wurde anläßlich dg» XVII, Zionistenkongresses in Basel in einer von allgemein zio* nistiscjien Delegierten sämtlicher Schattierungen aus 36 Ländern beschickten Konteren« nach langen Unterhandlungen der Weltverband der allgemeinen Zionisten gegründet. Das Rahmenprogramm der allgemein zionistischen Bewegung wurde damals einhellig beschlossen und eine Leitung des Weltverbandes aps Vertretern der Landesorganisationen begw, Landesgruppen ypn ßrez Israel, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Polen (0stgaij?ien, We§tgalizien und Schlesien, Kongreßpolen), Rumänien, Deutschland, Oesterreich und dar Tschechoslowakei sowie ein Präsidium der Leitung mit dem sitze in Krakau worden gewählt, Das Organlsationsstatut des Weltverbandes wurde nachher von der Exekutive In London fast vollinhaltlich bestätigt. Diese Gründungskonferenz war ein Wendepunkt in unserer Bewegung, Pie KontMtuieruqg unseres Weltverbandes war der Anfang der Selbstbesinnung der Allgemeinen Zionisten und der Erhebung aus der Zerrüttelung, sie bedeutete Einkehr und gemeinsamen Willen, aus dem allgemeinen Zionismus wieder die gestaltende und dominierende Kraft der zionistischen Bewegung zu maphen. Gcslnnanssäenosscn! Wir stehen heute vor dem XV1II. Zionlstenkongreß, Nie noch hat die Verantwortung für des Schicksal unserer hartgeprüften Nation so schwer auf der ganzen zionistischen Bewegung gelastet wie haute. P i g g t ft f« mische Zelt erfordert Höchste Anßtran» gung und Konzentrierung dir nationalen Kräfte im Dienste unsere# friedlichen Befreiungskampfes, Auf Grund einhelliger Beschlüsse von naht Landes- Organisationen und allgemein zionistischen Landesgrup* pen unterbreiten wir ihnen haute das Programm unsere» Weitveibande», das von der Leitung namens der Bewegung und überdies im Bereiche eines jeden Landes von der bezüglichen Landeeorgamsation bezw, von der allgemein zionistischen Landesgruppe gezeichnet ist. Getragen vom Bewußtsein der großen konstruktiven Mission, die der allgemeine Zionismus im Ptenste der Gesamtbewegung und der Nation zu erfüllen hat, gefestigt in dem Willen, aus dem allgemeinen Zionismus eine geeinigte, organisierte Bewegung zu machen, rufen wir Euch heute, AllgemeineZio- . ^,.^.1 i mm, n t>—tu T-imf-iiwrwn im "■ . ■ .. "■ *t Pension Katrin «tranp rituell mm Küeho, aonnia® Zimmer mi| Balkons, fließendes Wasser, schöner Garten. Bad Ischl, Lindauerstraße 1 nisten, Euch, allgemein zionistische Jugend, zur opferfreudigen Verwirklichung unseres Programm es auf. Viele Zehntausepde von allgemein Zionistischer Jugend, viele Tausende vpn Chgluzipi schreiten wieder in unseren Reihen, beseelt yon unserer Ideologie. Sie sind da» Symbol unserer erneuerten Kraft. Sie sind unsere Freude und Hoffnung. ‘ Mit Zuversicht;< (treten wir-deshalb In die Wahlpktion zum XVIII. Kongreß. Eine geeinigte Front soll unserer Bewegung zum Siege verhelfen! Der Sieg liegt aber nur in Euren Händen, Allgemeine Zionisten! Werbet für Unsere Idee, für unseren Verband. Keine Stimme darf verloren gehen! Der XVIII. ZionUtenkongreß soll auf der Höhe der ernsten Zelt stehen! Wir rufen Buch zum Kampfe, wir fufeU Euch zur Arbeltl Krakau, am 19. Juni 1939. Die Leitung des Weltverbandes der A11 g e m e I n e n 2 i a n i s t e n. Wien, am 21. Juni 1999. Zionistisches Landeskomitee für Österreich. Df« Wahlen zum 18. ZIqnistenkongreß Verlautbarung WähitermJp: Muli 1933 von 17 bis 2% Uhr* Verlängerter Endtermin der Verrechnung der §che- KoJim: Freitag, den 3Q. Juni, 12 Uhr mittags, Diese ßchpkaiim besitzen ebenfalls da» Wahlrecht. Jeder Wahlvprschlag muß von mindestens JO0 innerhalb de# Wahlkreise» domizilierten und zur Ausübung des aktiven Wahlrechte# befähigten Personen unterzeichnet »ein* Llgtenkoppejung: BU Freitag, dei> §o, Juni 1933, 16, yhr. Einsichtnahme i« die Wählerliste imd Reklamation yom 23, Juni 1933 bis %> Juli 1933, von io Uhr bis 13 Uhr und yon Jb Uhr bis 19 yhr, bei der R. W. K„ 1,, Kärtflersfraße 28, h Stock, Einreicbu/igsstelte; Hauptwahlkommission (1L W, K,), L, Kämtnerstraß« 28, j, stock. Dje Hauptwahlkommteslon für Oesterreich. Hfltsfiun#«» das Wsltverbandes der Allgemeinen Zionisten 1. Weltkonferenz der allgemein zionistischen Jugend. Die Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten hat Schritte unternommen, damit wäh* Halten wird. Einzejhejten werden poch bpkanntgagßben wpf dep. 2, K o n g r ß ß w a h 1 ß fl: Pie Leitung de? Weltverbaq-, Üe§ der Allgemeinen?ipnisten fiaf folgende Beschlüsse g&r faßt; 3) die Allgemeinen Zionisten eines jeden Lande# geheg §elb§tändig zu den Wahlen; b) überall, in allen Ländern hat Unsere Liste den Namen: «Ljste des Weltverb anfies der Allgemeinen Zionisten-? ß.?wei Tage vqr Eröffnung des Kongresses findet eir}£ Welfkpnferenz de# Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten am prtg c}es Kongreßes statj. ,Pi,e, Tagesordnung; wif-d npeh bekanntgegeben werden. Der Vorsitzende des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten: Dr. Schwarzbart. ist zionistische Pflicht!» Kein Schebelzahter vgrsönme> intim (Stimme abzugeben! Niemand erlaube steh zu behaupten! Aut meine ßt*mme hemmt 09 flieht an! m Van einer ßtimme kann flas Erlangen oder da§ Verlieren eines Mandates abkängen. Wahlagitation ist ein Gebot der Stunde! fUmmena»#aße vgifF 11»r die „Sistc des WetivevRandes der all- Verneinen Zionisten* fst die einzige Möglichkeit, moralisch Und materiell dl? positiven Kröfte unserer Bewegung zu starkem eine Mehrheit des ErmUs und der Yen untwertHehket zu bilden und den Zionismus vor gegähv licken EupevU fnenten zu bewahren• Gedenket atsot Wahlrecht ist diesmal Wahlpflicht'. Agitiert für die liste des Weltver* bandes der Allgemeinen Zionisten! ßnfseudet zum Kongreß — Allgemeine Zionisten! t Dte Wahlinötruktion für die Pcicglcrtenwohl zum 13, Xionistcnkongreß nawte üte wgbliQkaii in Wien und in der Provinz z=m wsaaa md dw XViil, Z'mifimkwmmfi eine genuwwm Kp«- ferenz »Her &ligwnwfwmi§tis<?bfw Jugsfldvarbüiwi« fthke-» 1 n« uji.fir..uff!n.tftf,»mw iwvH if* jaWsuauBwu iw jtwwtrFt werden separat veröffentlicht, Juden! Denket an Euer Schicksal und stärkt den Keren Kajemeth anläßlich der im Gange b e f i n d 1 i c h e n B ü e h s e n 1 e e r u n g!

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