Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 286 (22.6.1933)
- Date
- 1933-06-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Kett e? DIE STIMME Ni*. 280 — 22. Juni 1933 Jüdische Weltwirtschaftskonferenz am 15. Juli Beginn der Vorbereitungsarbeiten am 25. Juni London. Die jüdische Weltwirtschafts« konterenz, deren Beginn ursprünglich für den 25. Jun/ feetgosotzt war, wird mit Rücksicht auf den allgemeinen Wunsch, die Teänchme der amerikanisch-jüdischen Wirtschaftsführer an der Konferenz zu ermöglichen, erst am 15. JuH eröffnet werden. Unter den amerikanischen Konferenzteilnehmern wird sich auch Samuel Untermeyefl befinden. Die Vorbereitungsarbeiten für die Konferenz wer« den jedoch schon am 25. Juni unter Beteiligung der auslfin« dlschen Delegierten, die dem Vorbereitungskomitee ange« hören, beginnen. Bezüglich des Programms und der Auf« gaben der jüdischen Weltwirtschaftskonferenz erklärt das «Jüdisch« Wirtschaftsforum», eine solche Konferenz wäro schon an sich als die erste jemals veranstaltete Beratung jüdischer Wirtschaftslagen unter einem weltumspannenden Gesichtspunkt von hoher Bodeutung gewesen, sei aber außerdem gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt noch da« durch besonders wichtig, daß sie eine Koordinierung der Bestrebungen zum Wiederaufbau der durch die Ereignisse der letzten Zeit erschütterten jüdischen Wirtschaftspositionen herbeiführen und eine wirkungsvolle Zusammenfassung der Abwehraktionen gegen antisemitische Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet ermöglichen können. Die dringendste Aufgabe der Konferenz werde es sein, ln den verschiedenen Ländern unter Berücksichtigung der dort herrschenden besonderen Verhältnisse den für die Durchführung (Buer Arbeiten notwendigen Apparat zu schaffen und untetf New York. Der vom JewishJointDistribution Committee of America Ende Mai beschlossene Drive zur Aufbringung von zwei Mil 1 ioite n Dollar für das Hilfswerk zugunsten deutscher Juden wurde am 14. Juni in New York mit einem Bankett, auf dem der Gouverneur des Staates New York Herbert H. Lehman und der frühere Botschafter Guggenheim als Hauptredner auftraten, eröffnet. Auf dem Bankett wurden 250.000 Dollar für den Hilfsfonds gezeichnet. Die von jüdischen Organisationen der Stadt New York ins Drive-Komitee entsandten Vertreter haben es übernommen, in der Stadt New York Die Ansiedlungsaktion für deutsche Juden Die gemeinsame Aktion der Österreichischen zionistischen Institutionen ist bereits im Gange. Der Aufruf der Exekutive der Jewish Agency, der auch die Unterschriften bedeutender nicht jüdischer Staatsmänner trägt, hat ln den weitesten Kreisen einen tiefgehenden Eindruck gemacht. Es güt nunmehr für die österreichischen Zionisten und für die übrige Judenschaft, alles Nötige zu unternehmen, um es nicht beim bloßen Worte bewenden zu lassen und der Aktion auch in Oesterreich einen entsprechenden Erfolg zu sichern. Trotz der Schwere der Zeiten muß jetzt an die besondere Opferwilligkelt aller Teile der Judenschaft appelliert werden. Daneben ist die Bereitwilligkeit zu tatkräftigster Mitarbeit von allen jenen Männern und Frauen zu verlangen und zu erwarten, die wissen, daß es jetzt darauf ankommt, die weitesten jüdischen Kreise für Palästina zu gewinnen. Ein V o 1 k s o p f e r tut not, um zu retten, was von den deutschen Juden zu retten ist. Diese Aktion hat keinen «humanitären», keinen Wohltätigkeitscharakter, es geht nicht um Spenden für Eisenbdhnkarten und um die Ueber* ieitung notleidender Juden von einem Golus in ein anderes, sondern um einen bewußten und großzügigen Akt jüdischer Bad Gleichenberg streng 1^3 Zimmer samt erstklassiger Verpflegung, reichliche 4 Mahlzeiten, zum Preise von S 7*— pro Tag, bietet nur Pension VILLA FRANZENSBURG, Leitung: Rosa Fruchter einheitliche Leitung zu stellen. Ferner werde durch die Zn* sammenarbelt jüdischer Delegierter aas allen ländern die Grundlage zu einer netten vorwiegend auf wirtschaftlichen Erwägungen fußenden jüdischen Politik geschaffen werden, einer Politik, die nicht nur das künftige Schicksal der jüdi« sehen Gesamtheit, sondern auch die Wohlfahrt jedes ein« zelnen Juden im Auge haben soll. Die aus Vertretern der jüdischen Wirtschaft zusammengesetzte Konferenz werde nicht nur für die Gestaltung des jüdischen Schicksals entscheidend sein, sondern auch der allgemeinen Weltwirt« Schaftskonferenz in ihren Bemühungen, wirtschaftliche Weltprobleme «u lösen, einen großen Dienst leisten. Appell an die Weltwirtschaft' Konferenz Anläßlich der Weltwirtschaftskonferenz veröffentlicht «Jewish Chronicle» einen Leitartikel, in dem an die Konferenz der Appell gerichtet wird, zur Lage der Juden in Deutschland Stellung zu nehmen. Die Fortsetzung des gegen die jüdische Bevötkerung In Deutschland unternommenen Vemidhtungsfeldzugs müsse Rückwirkungen auslösen, die den Wirtschaftsverkehr aufs Ungünstigste beeinflussen würden. Wenn die Konferenz die Welt retten wolle, dann möge sie an Deutschland den Appell richten, auch be! Behandlung der Judenfrage die Richtlinien wirtschaftlicher Vernunft nicht außer Acht zu lassen. allein die Hälfte der vorgesehenen Drive-Summe, eine Million Dollar, aufzubringen. Der Plan, eine Hilfsaktion für notleidende Juden in Deutschland einzuleiten, wurde auf einer außerordentlichen Tagung des Joint Distribution Committee im April 1. J. in New York entwickelt. Auf der Konferenz wurde beschlossen, neben der vom Joint Distribution Committee durchgeführten Sammlung zur Fortsetzung der Hilfsarbeit des Joint in Osteuropa eine besondere Aktion zugunsten deutscher Juden einzuleiten. Solidarität zur Verwurzelung deutscher Juden ln Erez Israel Es ist für jeden pflichtbewußten Zionisten ein unabweteliches Erfordernis, sein Opfer darzubringen und rieh unverzüglich als Mitarbeiter In den Dienst der Sache ztf stellen. * Geldüberweisungen auf Konto Verein «Keren- Hajessod», Wien (Ansiedlungsaktion für deutsche Juden), C 133.988. ♦ Anmeldungen bitten wir zu richten an das Komitee der Ansiedlungsaktion für deutsche Juden, Wien, L, Kärntnerstraße 28, TeL R-27-3-20, R-27-4-20. Rücknahme von Zulassungen jüdischer Anwälte in Hamburg Die Hamburgische Landesjustizverwaltung hat die Zulassung von weiteren 25 Rechtsanwälten nichtarischer Abstammung zurückgenommen, nachdem schon früher 44 jüdische Anwälte ausgeschlossen worden waren. Es gab ln Hamburg etwa 150 bis 200 nichtarische Anwälte von insgesamt 600. Nichtarier zur Doktorpromotlon in Preußen vorläufig nicht mehr zu« gelassen Berlin. Auf Anordnung des preußischen Ministers für Volksbildung, Unterricht und Wissenschaft sollen Nichtarier vorläufig zur Doktorpromotion nicht mehr zugelassen werden. Diese Verfügung wurde durch den Rektor der Breslauer Universität Gehelmrat Professor Helfritz bekannt gemacht. Professor Helfritz erklärte bei dieser Gelegenheit, es habe keinen Zweck, in dieser Sache Gesuche an das Ministerium zu richten, da dieses keinerlei Ausnahmen machen wolle. Streng Genf. me. er rniflne s« MMlLBOpoWHeiiipler Palästina-Nachrichten Palästina-Regierung will die Subvention für das jüdische Schulwesen erhöhen Abbau der Lehrergehälter gefordert Jerusalem. Der stellvertretende Chefsekretär der Palästinaregierung hat einer Abordnung des Waad Leumi, die wegen Erhöhung des diesjährigen Staatsbeitrages für das hebräische Schulwesen vorsprach, erklärt, die Regierung sei bereit, ihren Beitrag um 6000 Pfund zu erhöhen, vorausgesetzt, daß die Gehälter der Lehrer und Hilfskräfte reduziert werden. Der Waad Leumi lehnt die Forderung der Regierung nach Gehälterabbau energisch ab. Waad Leumi fordert die palästinensischen Juden auf« sich elnbürgera zu lassen Jerusalem. Der Waad Leumi hat ein Rundschreiben an alle jüdischen Gemeindevorstände gerichtet, in dem diese aufgefordert werden, darauf zu sehen, daß diejenigen Juden, die noch ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, Einbürgerungsgesuche einbringen. In Palästina leben derzeit noch etwa 70.000 Juden, die die palästinensische Landesbürgerschaft nicht besitzen, unter ihnen etwa 6000 Nansenpaßlnhaber. Zusammenstoß von Histadruth- Arbeitem und Mitgliedern des Brlth Trumpeldor in Migdal Jerusalem. In Migdal ist es zu einem Zusammenstoß zwischen Mitgliedern des Brith Trumpeldor und Angehörigen der Histadruth Haowdlm, die die Entfernung der Revisionisten von der Arbeitsstätte forderten, gekommen. Auf beiden Seiten gab es einige Verletzte. Mehrere Mitglieder der Histadruth wurden verhaftet. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol in Innsbruck erläßt folgenden Aufruf: Aufruf Aus der diesjährigen, durch die bekannten politischen Ereignisse herbedgeführten Gefährdung des österreichischen Fremdenverkehres ergibt siafii für alle die selbstverständliche Pflicht, an den Bestrebungen, dfese empfindliche wirtschaftliche Schädigung in anderer Weise wettzumachen, weitgehend mKzuwirken. Die Sperre der deutschen Grenze hot am härtesten das Land Tirol betroffen, da es wegen seiner geographischen Lage hauptsächlich von Touristen, Sommer- und Kurgästen aus dem benachbarten Reiche besucht wurde. Der Vorstand der Israelitischen Kultusgemebide In Innsbruck sieht sich daher bestimmt, im Rahmen der seitens der maßgebenden jüdischen Kreise Oesterreichs eingeleiteten Aktion, die Judenschaft aufzufordern, ln diesem Jahre die Kurorte und Sommerfrischen Tirols aufzusuohen und dafür auch unter ihren Angehörigen und Bekannten im Auslande zu werben. Wir sind auch ermächtigt, tauf diesem Wege an alle unsere ausländischen Freunde die höfliche Einladung zu richten, ihren Sommeraufenthalt im wunderschönen Alpenlande Tirol zu nehmen, Im Lande der Felsen und Firne, der Soen und heilbringenden Quellen. Die wiederholten Zusicherungen der Regierung und der Landesbehörden sowie die Einsicht der an der Hebung des Fremdenverkehres in (höchstem Maße interessierten Bevölkerungskreise, geben die sicherste Gewähr dafür, daß keinerlei Störung der Ruhe oder Behelligung jüdischer Gäste zu 'gewärtigen sind. Der gefertigte Vorstand ist gerne bereit, anfällige, auf den Aufenthalt in Tirol bezügliche Anfragen dahingehend zu beantworten und euch sonstige Auskünfte zu ertenen. der vorne n me atadtschneider mit dan Hlalnan Praiaan Herrenanzüge und -Ueber rtioke, aua bestem Material, bei eratkl. Aueführung, moderneter 8ohnllt, von 8190.— aufw. Grolle Auewahl In modernen Stoffen LUDWIG SPERLINGE!) L, WplIaallalT, li.lt, (Ufi), Im Ha«»« ,Kraus-Kino* Telephon R-22-0-25 Der Gouverneur von New Jlork eröffnet den ZweimiUionen-Drlve für die Hilfsaktion zugunsten deutscher Juden Eine Vlertetmillion am ersten Tage gezeichnet || 1#J|ä|%| Denket an Euer Schicksal und stärkt den KEREN KAJEMETH 9MWI Ib anläßlich der im Gange befindlichen BÜCHSENLEERUNG 1