Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 280 (18.5.1933)
- Date
- 1933-05-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Söffe 6 DK STIMME Nr. 280 — 18. Mal 1933 Weidendes Z>i&z,-]4KajdL |~- i i l! t f t A F U L E H Von unserem Tel-Awiwer Korrespondenten Von dieser in der Mitte des Emek Jesreel gelegenen jüdischen Niederlassung wurde zur Zeit der vierten Alijah in der zionistischen Oeffentlichkeit viel gesprochen. Früher ein elendes arabisches Dorf, wurde es wegen seiner zentralen Lage als Knotenpunkt an der Bahnlinie Haifa—Zemach und an der Straße nach Nazareth, in der Mitte einer von Bergen umgebenen weit ausgedehnten Fläche von den Bodengesellschaften «Kehillath-Zion» und cMesheks samt dem 16.000 Dunam umfassenden Terrain erworben und für die Errichtung eines städtischen Mittelpunktes in diesem Hauptzentrum der jüdischen Landwirtschaft im Lande bestimmt. Sie ließen das Gebiet nach einem von dem bekannten Architekten Kaufmann ausgearbeiteten, für 30.000 Einwohner vorausgesehenen großzügigen Stadtpian, der sich auf die Errichtung von Industrien und Landwirtschaft aufbaute, herrichten, drainieren, mit einem Wasserleitungsnetz und Straßen durchziehen und verkauften einen großen Teil der parzellierten Grundstücke an Juden des Galuth und an die mit der vierten Alijah ins Land strömenden Einwanderer. Aber kaum waren die ersten hundert Siedler mit der Errichtung ihrer Wohnstätten beschäftigt, setzte die schwere Krise ein und die Bewegung kam in einem allzu frühen Stadium der Entwicklung ins Stocken. Begonnene Bauten wurden nicht beendet, manche fertige von den Inhabern nicht mehr bezogen. Von den etwa 1300 Menschen verließen bald die Arbeiter, mehrere hundert an der Zahl, den Ort. Von der übrigen Einwohnerschaft blieb das Gros in den auf den erworbenen Grundstücken errichteten Gebäuden und Holzbaracken, worin die meisten ihre gesamten Barmittel festgelegt hatten und dadurch auch mit der neuen Niederlassung auf Gedeih und Verderb verbunden waren. Denn es gab in dem von der Krise erfaßten Lande keine Aussicht, durch einen Ortswechsel zu gewinnen. So nahmen denn mehrere hundert Städter den Kampf auf in einer Stadt, die keine war, und die Not lehrte sie, sich auf die neuen Bedingungen umzustellen. Sie nahmen im Laufe der Jahre einen Teil des umliegenden Bodens in Bearbeitung, errichteten einen Sparkreditverein, der heute ein eigenes Kapital von 800 Pfund hat, sie interessierten die Regierung für die Errichtung ihrer administrativen Aemter für den ganzen Emek in Afuleh und erreichten beim Keren Kajemeth, daß er für die Einwohner der Stadt 500 Dunam des Bodens, der ihm von früheren Käufern geschenkt wurde, mit der Maßgabe, daß an den einzelnen Bewerber nur bis zu fünf Dunam zum Zwecke der Errichtung einer Hilfswirtschaft, zur Verfügung gestellt hat. Zurzeit ist die für die Entwicklung Afulehs eingesetzte Kommission bemüht, einen Teil der in den Immobilien investierten Kapitalien durch die Erwirkung von Hypothekendarlehen wieder flüssig zu machen und den Einwohnern Betriebskapital für neue Unternehmungen zu beschaffen. Ihre größte Leistung besteht aber heute darin, daß sie unter den schweren Bedingungen die Siedlung behauptet haben. Von den heutigen rund 900 Einwohnern des Ortes leben mehr als 50 Familien vom Handel mit der jüdischen, 13 Siedlungen umfassenden, zum Teil auch mit der arabischen Umgebung, 40 Familien vom Handwerk, das sich ebenfalls auf die Umgebung stützt, mehr als 20 Familien finden in der gemischten Landwirtschaft ihre Existenz, ferner ist eine relativ hohe Zahl von 50 Beamtenfamilien vorhanden, da Afuleh, wie erwähnt, der Sitz einiger administrativer Regierungsämter, der Post, einiger jüdischer Anstalten und geschäftlicher Niederlassungen ist. Die Voraussetzung für das Wachsen Afulehs ist eine großzügige Lösung der Wasserfrage. Davon hängt aber nicht bloß das Schicksal Afulehs ab, sondern eines großen Gesellschaftsreise der ': "-v‘tzi:r Alltt^niciiiun Zeitung“ zu Pfingsten (29. Hai Pis 12. Juni 1333) reich Krakau, Lemberg, Czernowitz und den Zv.isJjcns i.-M mit SammeSpaß Der TeilnehoierpreJ» umlaüt die )'ahrt vmi Wien bis Wien im Smider- D-Z'ig 1|. und Hl. Klasse mit Schlaf- und Speisewagen, ferner die Platzkarte, die Oebühren für SammelpaB und Visa, bewährte Führung usw. und beträgt: III. Klasse II. Klasse Schilling Wien—Krakau—Wieu . . .... 7».- Wien—Lemberg—Wien ..... 94*— 120.— Wien—Stanlslau—Wien . ..... 99.— 130.-— Wien—Czernowitz—Wien.. HM,— — Preise (ür Zwischenstationen im Prospekt. Bei der Anmeldung, die im eigenen Interesse ehestens irklgen soll, ist eine Ljlieblge Anzahlung zu erlegen, ferner alter oder neuer ReisepaQ oder neimaticheln and sonstige die IJentitit usw. michweisende Dokumente und zwei Palihildsr i:,ittubriri;:en. Stantenlese bringeo den IdeiMtäLsmd lOoise.ns'v.-is Auskünfte, Prospekte und Anmeldungen bei der Riisclcltung der „Czcrnowitzer Allgemeinen Zeitung“, Hotel (Metropol, Wien, 1., Morzinplatx 4, Telephon U J7-S-3A feiles des Emek, für den die Intensivierung der Landwirtschaft über kurz oder lang eine Lebensfrage werden wird. Die Frage ist eine Kapitalfrage und technisch durchführbar. Sie ist wirtschaftlich basiert, denn 70.000 Dunam jüüdischen Bodens würden einen gewaltigen Anstoß zur Entwicklung erhalten. Es wurde in den letzten Jahren der Versuch gemacht, im Emek die Grapefrucht zu pflanzen, der heute als vollkommen gelungen angesehen wird. Ein zweites aussichtsvolles Gebiet liegt in der Zucht von Kernobst, das im Emek großartig und frühzeitig gedeiht und wofür im Lande ein großer, bisher vom Auslande befriedigter Markt vorhanden ist. Aus diesen Tatsachen schöpften die Afuleher in letzter Zeit neue Hoffnung. Sie erhielten vor einem Jahre durch die Erbohrung eines zweiten Brunnens in 44 Meter Tiefe eine zusätzliche Wasserquelie von etwa 30 Kubikmeter in der Stunde. Damit können sie 100 Dunam Grapefrucht bewässern, die jetzt auch bepflanzt wurden. Nach Schätzung von Sachverständigen befinden sich in Afuleh 3000 grapefruchtgeeignete Bodendunam, deren Bepflanzung durch örtliche Lösung der Wasserfrage für jede mittlere Pflanzungswirtschaft nach den vorjährigen Erfahrungen für Im New Yorker Rumffunk-Vortrr., stellt der Richter Benjamin I. Greenspan die Forderung nach stärkerer und großzügiger Kolonisation in Palästina und Transjordanien als Mittel zur Lösung der Judenfrage auf. Die scharfe Aufrollung der Judenfrage in Deutschland mache ein Eingreifen der Juden Amerikas und anderer Länder in positivem Sinne erforderlich. Aus Kreisen, die nur eine begrenzte Kenntnis von den nach gewiesenen Entwicklungsmöglichkeiten Palästinas haben, könne man oft hören, daß Palästina für einen im Hinblick auf die tragische Lage der jüdischen Bevölkerung in Europa zu entwerfenden umfassenden Rettungsplan nicht in Betracht komme. Demgegenüber müsse darauf hingewiesen werden, daß hervorragende Fachleute eine Aufnahmefähigkeit Palästinas für zwei bis drei Millionen Juden festgestelit haben. Außerdem gäbe es in dem östlich von Palästina ge- Ftir den Arbeitsfrieden in Palästina Arbeitskoromlsslon für das Baugewerbe in Tel-Awiw Der Stadtrat von Tel-Awiw hat ein am 2. Mai von der Exekutive des Stadtrates mit der Vereinigung der Bauunternehmer, der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation, der revisionistischen Arbeiterorganisation, der Handwerkervereinigung, ’ dem Hapoel Hamlsrachi und der Vereinigung der yemenitischen Arbeiter getroffenes Abkommen über die Aufteilung aller in Tel-Awi-w auszuführenden Bauarbeiten ratifiziert. Das Abkommen sieht die Einsetzung eines ständigen vereinigten Komitees vor, das die Arbeiten unter den bestehenden Arbeiterorganisationen und den nichtorganisierten Arbeitern aufteilen soll. Arbeitsbedingungen und Lohnsätze sind in dem Vertrag genau festgelegt. 66 Prozent der Arbeiter sind von der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation, 11 Prozent vom Hapoel Hamisrachi, 11 Prozent von den Revisionisten und 11 Prozent von den Yemeniten beizustellen. Streitfälle sind zunächst der ständigen Kommission und, falls diese zu keiner Entscheidung gelangt, einem von den beteiligten Parteien zu wählenden Schiedsgericht vorzulegen. Dem Abkommen wird große Bedeutung für die Erhaltung des Arbeitsfriedens in Tel-Awiw beigeintssen. Anhaltender wirtschaftlicher Fortschritt ln Palästina Die Wirtschaftszeitung «Industrie und Handel» berichtet aus Tel-Awiw: Das letzte Halbjahr stand Im Zeichen fortgesetzten Zuflusses neuer Menschen und neuen Kapitals, das im wesentlichen in Orangenplantagen und in Bauten und zum kleineren Teil in der übrigen Industrie Anlage fand. Diesem Kapitalzufluß, der auch in dem für das Land beträchtlichen Depotstand in den Banken in Erscheinung tritt, ist es zuzuschreiben, daß das Land trotz der passiven Handelsbilanz in seiner Zahlungsbilanz aktiv ist. Die Entwicklung der letzten Jahre führt allerdings auch zu einer Verbesserung der Handelsbilanz, deren Passivität von 75 Prozent und höher Ende 1932 auf 55 bis 50 Prozent zurückgehen dürfte. Die Barclays-Bank teilt in ihrem Bericht zur Wirtschaftslage im letzten Monat mit, daß die Grapefruchtpreise auf den ausländischen Märkten von 13 auf 19 Schilling für die Kiste gestiegen sind. Die Ernteaussichten seien, wenn noch genügend Regen kommt, befriedigend und der Touristenbesuch habe sich trotz der Krise im Auslande verbessert. Die Einwanderung bewege sich auf der Höhe von über 2000 Personen im Monat, möglich gehalten wird. Das weitergehende i ioolem für Afuleh besteht darin, zum Grundwasser vorzudringen oder in einer großzügigen Anlage das Wasser vom Kischon her für den ganzen Emek heranzuschaffen. Ein .; zentral und verkehrstechnisch so günstig gelegenes, geschlossenes Gebiet von 16.000 Dunam Umfang (das Stadtgebiet Tel-Awiws erreichte bisher rund 6500 Dunam) ist zweifellos eine sehr günstige Vorbedingung für die Entwicklung einer starken, in der Hauptsache auf der Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Industrie basierten städtischen Siedlung. Ein 20.000 bis 30.000 Juden starkes Afuleh wäre vom Gesichtspunkte der jüdischen Position im Lande der nationalen Bedeutung Tel-Awiws gleichzusetzen und würde in dieser Beziehung eine doppelt so starke jüdische Bevölkerung in Haifa oder an einem anderen gemischten Punkte überwiegen. Sie würde einen jüdischen Stützpunkt in der Mitte des Landes von allergrößter Wichtigkeit bilden. Dabei ist auch die Bodenpreisfrage nicht zu übersehen. Während in Tel-Awiw die Dinge soweit gediehen sind, daß man an seinen Grenzen für einen Dunam Gartenboden 400 Pfund und mehr bezahlt, ist der Dunam Bauplatz in Afuleh für 30 bis 50 Pfund, in der Umgebung von 2 bis 3 Kilometer schon um 7 Pfund zu erhalten. Hier wartet ein Gebiet von großen Möglichkeiten auf jüdisches Kapital und jüdische Initiative. Ch. H. legenen Transjordanien, das bis zu seiner willkürlichen Lostrennung im Jahre 1922 stets als integrierender Teil Palästinas betrachtet wurde, Raum fü* weitere Millionen von Neueinwanderern, wobei besonders berücksichtigt werden müsse, daß der Boden Transjordaniens noch fruchtbarer sei als der Palästinas. «Es ist die Zeit gekommen,» erklärte Richter Greenspan, «daß das jüdische Volk und die Welt am eine großzügige Einwanderung von Juden nach Palästina denken müssen. Für Hunderttausende von Juden gibt es wirtschaftliche Zukunftsmöglichkeit nicht mehr. Aus dem wirtschaftlichen, sozialem, politischen Leben und sogar aus dem Erziehungswesen verdrängt, stehen Tausende von Juden vor der Gefahr vollständigen Untergangs. Um sie vor solchem Schicksal zu retten, fordern wir mehr Ramm in Palästina für die jüdische Einwanderung.» Die arabischen Siedler weigern sich, Wadi Hawarith zu räumen Jerusalem. Einer Mitteilung der arabischen Tageszeitung «Falastln» zufolge haben die auf dem Gebiete von Kakoon (Wadi Hawarith) siedelnden Araber von den Behörden die Verständigung erhalten, daß sie das von ihnen besetzte Gebiet zu raumen und nach Tel-Suk im Beisan-Dlstrikt, wo für sie durch das Landentwicklungs-Departement Boden zur Verfügung gestellt wurde, überzusiedeln haben. Die arabischen Siedler weigern sich, den von ihnen besetzten Boden in Wad] Hawarith zu räumen. Die Nachricht des «Falastln» bezieht sich offenbar auf die 3000 Dunam, die vom Jüdischen Nationalfonds im Winter 1932 dem Landentwioklung-Departement für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren verpachtet wurden. Später verpflichtete sich die Regierung, die Araber von dem Nationalfondsboden ln Wadi Hawarith bis spätestens Oktober 1933 zu entfernen. Keine Verminderung der englischen PolizeikräSte ln Palästina Jerusalem. In der hebräischen Presse war vor einiger Zeit die alarmierende Nachricht verbreitet, die Regierung beabsichtige, einen großen Teil der britischen Polizeikräfte zu entlassen oder für längere Zeit zu beurlauben. Die hebräischen Zeitungen erklärten, eine Verkleinerung der englischen Polizeimacht dürfe nicht zugelassen werden, sollte sie aber nicht zu vermelden sein, dann müßten die entlassenen englischen Polizisten ausschließlich durch Juden ersetzt werden. Auf eine Anfrage bei den maßgebenden Regierungsstellen wird mitgeteilt, daß eine Verminderung der englischen Polizeikräfte nicht beabsichtigt sei In Semach an der syrisch-palästinensischen Grenze wurden 46 Juden verhaftet, die versucht hatten, illegal nach Palästina einzuwandern. HOTEL CENTRAL CAIRO (Aegypten) Opernplatz Einziges zionistisches Restaurant Fließendes Kalt- und Warmwasser in allen Zimmern PP Billige Preise Großzügige Kolonisation in Palästina und Transiordanien Vortrag im amerikanischen Rundfunk m