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Die Stimme · 1933-04-07 · Heft 274 (7.4.1933) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 274 (7.4.1933)
Date
1933-04-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seif« 4 DIB STIMME Nr. 274 — 7. April T033 Für die Feiertage billige Palästina - Produkte Karmel weiSne Redioboth . . Emek, rot . . Karmel, rot . . Perle Saron . Muskat Karmel S 2.40 S 2.70 S 3.10 S 3.30 S 4. - Jaffa-Orangen Stiemen-Olivenöl 1 Kiste . . . . S 16.- 1 Dose . . . S 3.50 1 kg. Chederah-Honig S 1.— \'2 Dose . . . S 1.80 1 Glas (i/2 kg) . S 2.20 Jaffa-Grape fruit i Becher (\'A kg) S 1.10 pro Stück v. 40 Gr. aufvv. Palästina- Mazzoth 1 Karton (i/2 kg) S 1.25 Shemen-Toiletteseife 5 Sorten, p. St. v. 55 Or. aufwärts. Alle sonstigen Sorten Mazzoth und-Mazzoth-Grieß sowie sämtliche Spezereiwaren und Sliwowitz j-JwB 'WD liefert zu billigen Preisen direkt ins Haus Samuel Hallten. Wien, II., Försferqasse 6. Tel. A 46-4*12 uumhalts. Abteilung zu widmen. Seine großen Erfahrungen auf dem Gebiete der Chemie und Verwaltung und seine außerordentliche Menschenkenntnis werden nun der Universität zugute kommen; seine bezaubernde Persönlichkeit wird der Universität eine neue Anziehungskraft geben. Ich glaube an eine gesunde und schöne Entwicklung der Anstalt in den nächsten Jahren. Die Bedeutung der Jerusalemer Universität für das jüdische Volk wird noch wichtiger durch die Tatsache, daß den Juden in Osteuropa der Zutritt rum Studium und /.ur Ausübung wissenschaftlicher Berufe versperrt wird, l'eber diese geistige Not habe ich int Verlauf der Jahre viel gehört unu gelesen. Die Grenzen dieser Not dehnen sich aus. Die psychische Not der Juden ist nicht weniger groß als ihre physische Not. Viele jüdische Begabungen gehen der Kultur verloren, weil man ihnen den Weg zur Wissenschaft versperrt hat. Eines der wichtigsten Ziele der Jerusalemer Universität wird es sein, diese geistige Not zu lindern. Möge die Universität dazu beisteuern, daß das jüdische Volk eine seiner Vergangenheit würdige geistige und moralische Höhe erreiche. Eine von mir bereits erwähnte Aufgabe der Jerusalemer Universität führt mich zu meinem zweiten Hauptgegenstano: der Jüdischen Telegraphen-Agentur. Das jüdische Volk gehört zu den am meisten unterdrückten nationalen Minderheiten; es ist überall dort, wohin der Wanderstab es geführt hat, eine nationale Minderheit. Es gehört zu jenen Völkern, die in einem besonders großen Maße unter aen Folgen der Gegenwartskrankheit, des überstiegenen Nationalismus, leiden. Dieser Nationalismus ist eine schwere Gefahr für die gesamte Zivilisation, hinter dein überstiegenen Nationalismus stehen alle lebensfeittdliclten Kräfte. Ihn zm bekämpfen, ist die unumgängliche Pflicht jedes wohlmeinenden und verständigen Menschen unserer Zeit. Wir Juden leiden unter dieser Not nicht nur als eines der ältesten Glieder der westlichen Kultur, sondern auch als ein Volk, das über der ganzen Erde verstreut teot und darum überall als national fremd angesehen wird. Um in der jetzigen Zeit nicht durch eine feindliche Umwelt erdrückt zu werden, bedarf dieses Volk eines lebendigen Zu- Ich, der ich selbst kein Nationalist bin, sehe die Bedeutung eines Volkes in dem, was es für die Menschheit leistet. Ich will heute diese Frage in Bezug aur das jüdische Volk nicht anschneiden. Ich möchte nur betonen, aaB dieser Standpunkt auch für uns Juden maßgebend zu sein hat in allem, was wir unternehmen. Die einzig würdige Haltung eines Individuums wie eines Volkes ist die, einer höheren Einheit zu dienen und danach zu streben,, diese Einheit zu verbessern lind zu veredeln.» Inquisition 1933 Aus der Hütte des Hakenkreuzes Verhaftungen, Vourtelliwg, Selbst• morde Berlin. «Völkischer Beobachter* meldet unter dem Titel «Ostjude wegen Beleidigung des Deutschtums festgenommen»: «Der Inhaber der «Lichtspiele des Westens» und des «Roland-Theaters», zweier Lichtspielhäuser in Charta ttenburg, wurde von der HÜfcpottzei in Schutzhaft genommen und der Polizei zugeführt. Es handelt sich um den Juden lettischer Staatsangehörigkeit Baruch Marko.» Dem «Berliner Tageblatt» wird aus Chemnitz telephoniert, daß Justizrat Drucker, der frühere Präsident des Deutschen Anwaltvereines, während einer Verhandlung vor der neunten Strafkammer des Landgerichtes Chemnitz verhaftet wurde. Mitten in der Verhandlung erschien ein Polizeiwachtmeister in Begleitung von drei SA-Leuten und forderte Justizrat Drucker in Ausführung eines Befehles des Kommissars zur besonderen Verwendung bei der Kreishauptmannschaft, SA-Oberführer Lasch, auf, sofort das Gerichtsgebäiude zu verlassen. «Angriff am Montag» vom 3. Aprä meldet: Gestern wurde in Bonn der Direktor der Umversitäts-Zahnklinik, Professor Kantorowicz, verhaftet Einer Meldung der «Vossischen Zeitung» zufolge haben in Köln SS-Leute kn Einvernehmen mit der Polizei eine größere Anzahl jüdischer Richter und Rechtsanwälte verhaftet und nach halbtägiger Haft wieder auf freien Fuß gesetzt. Sei gitfffiföeit '8ej<f>n>er&en tut* Stopf« schmerzen wirkt Togal rasch und sicher. Togal- Tabletten lösen die schädlichen Bestandteile im Blut und führen baldige Linderung und vollständige Genesung herbei. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken erhältlich. — Preis S 2.40. Der Vorsitzende und der Syndikus der Breslauer Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Apt und Dr. Frankel, waren von Donnerstag abends bis Freitag mittags in Haft. Der «Nachtausgabe» wird aus Frankfurt a. M. berichtet: Das hiesige Sonde rgericht verurteilte einen Mann namens Löwenstein zu einem Jahr Gefängnis. Löwenstein hatte öffentlich behauptet, in Worms sei ein Jude aufgehängt ZUM ■♦mal seit Bestand der altbekannten Cafe-Confiserie KARL NEUMANN II. GRE0LER8TRASSE 2 bleiben die Betriebs- und Verkaufsräume während der Pessach-Feiertage geöffnet. Die Offenhaltung wurde durch den Neubau einer speziell für Paaaachware bestimmten Bäckerei ermöglicht. worden, andere seien in Schweineställe gesperrt und gezwungen worden; sich gegenseitig zu verprügeln. «Deutsche Allgemeine Zeitung» veröffentlicht folgende Mitteilung des Chemnitzer Aktionsausschusses: Der Fabrikant Hans Sachs, der Mitinhaber der Weltfirma Marcell Frank Sachs A. G. in Chemnitz, erschoß sich Freitag nachts in seinem Schlafzimmer, um der Inschutzlhaftnahme durch Polizei und SA-Männer zu entgehen. Sachs wollte in der AUSLÄNDISCHE IIIODEIIEUHEIIEII EN DETAIL I Seide Wolle Samte FHflllZ WEIIHIflH, I. COnCDRDIflPL 5 Nacht nach Frankreich abreisen. Sein Paß sowie die darin liegenden Devisen in Höhe von 3500 Francs, ferner das gesamte Reisegepäck wurden beschlagnahmt. Teiegraphen-Union meldet aus Alfeld (Leine): Infolge eines Nervenzusammenbruches hat der aufsiahtsführende Riahter beim hiesigen Amtsgericht, Dr. Paul Casper, Selbstmord verübt. Der Verstorbene hat dem Amtsgericht Alfeld seit deon Jahre 1910 zunächst als Assessor und seit dem Jahre 1920 als Richter angehört. Selbstmord aus Gram über den Judenboykott Berlin. Am 1. April hat der 32jährige Herbert Schamek, Besitzer eines Papierladens in Berlin, Mühlenstraße 11, aus Gram darüber, daß die Schaufenster seines Geschäftes mit gelben Zetteln beklebt wurden, die an den «gelben Fleck» des Mittelalters erinnerten, versucht, seinem Leben durch einen Schuß in die Schläfe ein Ende zu machen. Schimck ist nach zwei Tagen seinen Verletzungen erlegen. Dauernde „Reinigung“ der Justiz Berlin, 3. April. Der Nationalsozialistische Zeitungsdienst meldet: In einer gewissen Presse wird der Anscinin zu erwecken versucht, als ob es sich bei den durchgreifenden Säuberungsmaßnahmen des preußischen Justizministers Parteigenossen Kerrl lediglich um Maßnahmen handle, die in Verbindung mit dem Boykott gegen das Judentum stehen. Wir sind in der Lage, demgegenüber zu erklären, daß es sich keineswegs um vorübergehende Maßnahmen handelt, sondern um Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, daß die preußische Justiz von fremdrassägen Einflüssen gereinigt, das Ansehen der Rechtspflege dadurch wiederhergestellt und tiefgehende Beunruhigung des Volkes in Zukunft verhindert wird. Verbot der Ehen zwischen Christen und Juden Berlin, 3. April. Bei der gestrigen Kundgebung der Münchner Nationalsozialisten kündigte Julius Streicher ein Gesetz an, wonach den Christen die Heirat mit Juden verboten wird. Industriestillegungen in Thüringen Berlin, 3. April. Das ^Berliner Tageblatt* meldet aus Weimar: Die Zahl der .Stillegungen :n den thüringisch;n Industriewerken hat sich, besonders während der letzten vierzehn Tage, stark vermehrt. Der thüringische Finanzlind Wirtschaftsminister Marschier hat dem Verband der mitteldeutschen Industrie erklärt, es müsse mit allen Mitteln versucht werden, die Betriebe mit voller Belegschaft weiterzuführen. „Daily Herold“ berichtet: Max Neumann, Kaufmann in Königsberg, wurde von Nazis verhaftet und so verprügelt, daß sein Körper eine unkenntliche Masse war. Dann wurde Pfeffer auf seine Wunden gestreut. Schließlich wurde er zu seiner Familie zurückgebracht Seine Familie fürchtete sich, ihn in ein Königsberger Spital zu schaffen. Sie brachte ihn nach Berlin, wo er nach drei Tagen an Blutvergiftung starb. Kindermann, ein Junge in Berlin, wurde von S. A. •verhaftet, in ein Lokal der S. A. im Norden Berlins gebracht und bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. Seiner Familie wurde schließlich folgende Information erteilt: «Ihr Sohn liegt in der Leichenhalle.» Kindermann wurde auf dem jüdischen Friedhof Weißensee beerdigt. Krell, ein Jude aus Berlin, wurde ins Hauptquartier der Nazi gebracht und dort zu Tode gemartert. Seine Familie wurde offiziell davon verständigt, daß Krell Selbstmord verübt habe, indem er aus einem Fenster des 4. Stockwerkes sprang. Die Veränderungen Im Berliner Wirtschaftsleben Berlin, 3. April. Die drei jüdichen Mitglieder des Präsidiums der Berliner Industrie- und Handelskammer sind zurilckgetreten. Außerdem wurden die sieben jüdischen Syndici beurlaubt. Ein jüdischer Kriegsrat New York, 3. April. In den Vereinigten Staaten hat der bekannte Judenführer Staatsanwalt S a p i r o die Bildung eines Kriegsrates bekanntgegeben, der die Aufgabe haben soll, einen die ganze Welt umfassenden Boykott der deutschen Waren durch die jüdischen Zwischenhändler herbeizuführen. Zahlreiche jüdische Organisationen haben in den Vereinigten Staaten zugunsten der in Not geratenen deutschen Juden große Sammlungen in die Wege geleitet. F. •yDa-Hofc-Schuhe sind anerkannt wegen ihrer besten Qualität, guten Paßform und billigen Preisen. Erhältlich Schuhniederlage David Horowitz, II., Taborstraße 11 b, Ecke Gredlerstraße 31. Zu nCD benützt man in jedem jüdischen Haus feinstes Palästina-Olivenöl SHEMEr Uw* zum Kochen, Braten, Backen und Salat sehr ausgiebig, leicht verdaulich, in 25-, 5-, 2V,, 1-, ‘/,-kg-Dosen .iADIN"-Luxus-01ivenölseife „HADAR-HACARMEL**, Carmel Flowers, Gallil, „O R A“-Olivenöl-Seifenflocken qeneralrepr8»entan« und AHelwvar» ■■■■aaBHaHWBMMHaa treUin - für Oesterreich nutf C. R. S. RABINOWITSCH Wien, <1.. Zirkusgasse 10. Telephon R-47-0-50 AC TUN61 Frisches Olivenöl HOB ISO ist mit 3zeiligen liechscher-Zetteln und einem besonderen Heclischer des Palästna-Rabbinates versehen und nuran in eine Firma geliefert worden

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