Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 272 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 DIE STIMME J¥r. 272 — 23. Mirx 1933 lionisfisdtcsLcbcn in Wien Zionistischer Geseitschafisabend Eine gelungene Veranstaltung im Großen Konxerthaussaäle Der vom Zionistischen Landeskomitee und der Wizo gemeinsam veranstaltete Gesellschaftsabend, der am 18. d. im Großen Konzerlhaussaal ■ stattfand, nahm einen glänzenden Verlauf. Der Abend bewies deutlich, daß Wiens Judenheit sich immer fester unter dem einigenden Banner der zionistischen Idee auch gesellschaftlich zusammenschließt und gerne dem Rufe des zionistischen Landeskomitees folgt, Feste mit Gleichgesinnten zu feiern. Der künstlerische Teil des Abends brachte ein reiches und mannigfaltiges Programm mit einer Fülle ganz ausgezeichneter Darbietungen. Klingende Namen der heiteren Kunst trugen frohe Laune und Stimmung in den von einem festlich gekleideten Publikum dicht gefüllten Großen Konzerthaussaal. Dr. Oskar Teller eröffnete mit dem Vortrage eines von Dr. E. M. Zweig (Jerusalem) verfaßten Prologs den Abend. Helene Stuckart spielte mit brillanter Technik eine Polonaise von Chopin und die Hebräische Rhapsodie von Wolfsohn. Sina Adlersberg sang mit schöner Stimme zwei russische Lieder und eine Arie aus der Oper «Der Prophet» von Meyerbeer. Irene S e i d n e r unterhielt mit ihren heiteren Vorträgen das lachfreudige Publikum. Der Radioliebling Dario Medina sang zwei italienische Lieder und einen Schlager, ln die Conference und ihren Applaus teilten sich vergnügt die Herren Erwin Engel, Viktor Schlesinger, Kurt Karsten, Erich Mann sowie Frau Lilly Fröhlich. Den Höhepunkt des Programms bildeten aber zweifellos die verblüffenden akrobatischen Vorführungen der Turnerriege des Makkabi IX. Insbesondere löste die Vorführung der in Walzerrhythmen (von Fräulein Schuschny stimmungsvoll begleitet) schwingenden Fackelträger hellste Begeisterung aus. Diese Leistungen des Makkabi IX waren um so erfreulicher, als sie in das etwas einseitige Programm die von einem Großteil des Publikums vermißte jüdische Note brachten. Denn die von den Mazzes- ' girls im Saale feilgebotenen Mazzes stellten denn doch ^.ein nur schwaches Surrogat für die vom Podium vorenthaltene koschere Kost dar... Und schließlich erschien zu Mitternacht die reizende Irene v. Z i 1 a h y, die in ihren Tänzen stürmisch bejubelt wurde. Nach der Akademie kam der Publikumstanz zu seinem Recht. Bald herrschte in dem lichtdurchfluteten ad hoc zum Tanzsaai umgewandelten Großen Konzerthaussaal richtiges Balltreiben. Das farbenreiche Bild der tanzenden Paare bot einen prächtigen Anblick. Zu den Rhythmen des Slowfox und Tango, von der Kapelle Isi Geiger mit Schwung gespielt, huldigte eine tanzfreudige Jugend dem Tanze bis in die frühen Morgenstunden. * Zahlreiche Repräsentanten aus dem zionistischen und jüdischen Leben Wiens gaben dem Abend durch ihre Anwesenheit sein besonderes Gepräge. Man sah mit ihren Gemahlinnen den Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Herrn Dr. Desider Friedmann, den Präsidenten des Zion. Landeskomitees, Herrn Dr. Oskar Grünbaum, Herrn Chefredakteur Dr. Z. F. F i n k e 1 s t e i n sowie zahlreiche Kultusmandatare und zionistische Funktionäre. Um das volle Gelingen des Festabends, der, wie wir hören, auch einen schönen materiellen Erfolg brachte, haben sich die Damen Sophie Löwenherz, Sabine Paßweg, Frau Baurat Weiß sowie die Herren vom Klub «Erez Israel» Dr. Pa is, Ge 1 band und Wiesel berg besonders verdient gemacht. —thal Die Redaktion der «Stimme» teilt mit: Ankündigungen und Berichte, auf deren Veröffentlichung in der laufenden Nummer Wert gelegt wird, müssen unbedingt bis Montag 6 Uhr abends in der Redaktion vorliegcn. Später einlangende Notizen, Berichte und Ankündigungen können daher unter keinen Umständen mehr Aufnahme in der laufenden Nummer finden. Wir bitten die p. t. Vereine und Sektionen, hievon freundlichst Kenntnis zu nehmen. AUSLÄNDISCHE mODEKEUHEITEn EN DETAIL I Seide Wolle Samte am FHAIIZ HEUfllflU, LCOUCOHOlflPL 51 Das Zion. Landeskomitee teilt mit: Die Ausgabe von Schekelheften für das Kongreßjahr 5693 erfolgt täglich irn Bureau des Landeskomitees, I., Kärntnerstraße 28. Die Arbeit des Kerr’i '"'ie meth Chajes*Aktion. Bisher sind insgesamt S 13.335.87 einegangen. ln der letzten Woche gingen ein: Zentrale 333.50. Für den Chajes-Wald sind bisher 9290 Bäume eginegangen, es fehlen somit noch 710 Bäume. «Adoif-Löhm-Hain». Sammlung Dr. Amalie Kantor S 315.—. Für den «Adolf-Böhm-Hain» sind insgesamt 929 Bäume eingegangen. Zur Komplettierung desselben fehlen somit noch 71 Bäume. Hain auf den Namen «Dr. Desider Frledmann-Dr. Josel Löwenherz». Bisher sind auf diesen Hain insgesamt 243 Bäume eingegangen. Zur Komplettierung desselben fehlen somit noch 757 Bäume. Garten des Chajes-Rza gymnasiums. Die Lehrer um Schüler des Chajes-Realgymnasiums haben eine Sammlung zwecks Stiftung eines Gartens auf den Namen des «Chajes- Realgymnasiums» im Chajes-Walde eingeleitet. Der erste Betrag von S 50.— wurde erlegt. Silbernes Buch des Keren Kajemeth. Mira Meisels-Ing. Max Paneth anl. ihrer Vermählung am 19. März 1933 (Nr. 139). Zehnprozentige Abgabe von Veranstaltungen. Auf Grund von Kongreßbeschlüssen sowie von Beschlüssen einer Reihe von Delegiertentagen sind alle Gruppen verpflichtet, von ihren Veranstaltungen 10 Prozent an den Keren Kajemeth abzuführen. Der Keren Kajemeth erinnert die Gruppen an diesen Beschluß und teilt mit, daß er mit aller Energie für die Einhaltung dieser Verpflichtung eintreten werde. Sammlungen bei Veranstaltungen. Der Keren Kajemeth erinnert, daß bei allen öffentlichen Versammlungen und Veranstaltungen Sammlungen für den Keren Kajemeth durchzuführen sind. März-Büchsenleerung. Diese Leerung findet in der Zeit vom 15. bis 31. März statt. DasLeerenan Sabbaten, jüdischen Feiertagen sowie an den späten Nachmittagen der Vortage ist absolut unstatthaft. Die Büchseninhab er werden gebeten, von den Mitarbeitern des Keren Kajemeth die Vorweisung der Lcerungslegitimationen zu verlangen; sie lauten bloß für die laufende März-Leerung* Das Chales-Realgymnasmm in Not Wie wir erfahren, befindet sich das Chajes-Realgymnastum, die Schöpfung unseres unvergeßlichen Führers Zwl Perez Chajes, in Not Der weitere Bestand der Schule ist aufs äußerste gefährdet. Es iit daher Gewissenspflicht aller Zionisten, an der Erba'tung der Schule riiitzuarbeiten. Weite Kreise der jüdischen Bevölkerung arbeiten bereits an der Sanierung der Schule. Es bündelt sich darum, einen Notstandsfonds von S 10.000.— zu schaffen. Das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich ordnet daher an, daß sämtliche Bezirkssektionen und Ortsgruppen ungesäumt Im Kreise ihrer Mitglieder eine Aktion ein* leiten, um zur Aufbringung der S 10000.— beizutragen. ln jeder Bezirkssektion (Ortsgruppe) ist sofort ein Referent für die Werbeaktion zu bestellen. Die aufgebrachten Geldmittel sind tunlichst bis 7. April 1933 dem Landeskomitee mit einer Konsignation abzuführen. Das Landeskomitee erwartet, daß die Bczirkssektionen und Ortsgruppen für die Erhaltung der Schule durch Werbung von Mitgliedern iür den Verein Chajes-Realgymnaslutu (Mitgliedsbeltrag jährlich S 12.—) und durch Spenden beitragen werden. Die Erhaltung des Chajes-Realgymnasiums, ln weichem heute 400 Kinder lernen, muß in erster Linie Pflicht der Zionisten sein. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. GrabsteliUegung für Gg. Bezirksrat Norbert Bappaport s, A. Freitag, den 24. März, um %12 Uhr mittags, findet die Grabsteinlegung für Gg. Bezirksrat Norbert Rappaport s. A. am Zentralfriedhof, IV. Tor, statt. Die hebräische (Dtwegung Vortrag des Herrn Professor Dr. Harry Torczyner aus Berlin in Wien. Ueber Einladung der Histadruth Iwrith spricht der berühmte jüdische Gelehrte Prof. Dr. II. Torczyner aus Berlin, Samstag, den 25 März, pünktlich 8 Uhr 15 a-bends, im Saale der Stan'slauer, II., Praterstraße 11 (i. Stock, Stiege rechts) über «Mitoch awodathi bamikia». Jehudah Warszawiak In Wien weilt gegenwärtig der bekannte hebrai.^u Schriftsteller Jehuda Warszawiak aus Warschau. Trotz seiner Jugend veröffentlichte Warszawiak bereits eine Reihe von Werken, die ihm in der hebräischen Literatur einen angesehenen Platz einräumen. Zu erwähnen wären seine Sammlung von Erzählungen «Beli Emunah», seine zwei Bände Essays «Meal gedoth hawislah» (das sind Abhandlungen über die polnische Literatur) und sein großer Roman «Oroth meofel» und hebräische Uebersetzungen von Ehrenburg und vielen anderen polnischen Schriftstellern. Warszawiak redigierte auch eine Reihe von Kinderzeitungen, war Mitredakteur der hebräischen Tageszeitung «Hazefirah» und ist Mitarbeiter vieler hebräischer, jüdisch1 r und polnischer Zeitschriften. Warszawiak ist Mitglied des lvbrä;schen Penklubs in Polen und Mitglied der Vereinigung der hebräischen Schriftsteller. Ueber Einladung der Histadruth Iwrith wird Warszawiak in Wien eine Reihe von Vorträge Uber die netten Strömungen in der polnischen Literatur halten. Fünfte Konferenz der Rabbiner und Religionslehrer Mittwoch, den 29. d. M., pünktlich y28 Uhr abends, findet im Saale der Zion. Bezirkssektion, II.. Praterstraße 13, dte fünfte Konferenz der Rabbiner und Religionslehrer statt. Er» Öffnung: Präsident der Histadruth Iwrith, Dr. David Rotltblum; Referenten: Prof. Dr. M. Papo und Lehrer MUtlcr Ober! Entwurf eines neuen Lehrplanes des israelitischen ReHgionaunterrichtes. Kteine Kunsinachvichien Vorlesung des Dichters Arnold Zweig Sonntag, den 1. April, Y28 Uhr abends, findet im Mittleren Konzerthaussaale eine Vorlesung Arnold Zweigs Ober das Thema «Die geistige Struktur der Gegenwart» zo jüdischen wohltätigen Zwecken statt. Karten von 1 bis 10 S beim Israelitischen Humanitätsverein B’nai Brith, IX., Universitätsstraße Nr. 4, und an der Konzerthauskasse. Vortragsabend Dr. Oskar Teller Dr. Oskar Teller bringt Montag, den 27. März, 8 Uhr abends, im Großen Saal des Ingenieur- und Architektenvereines Wien, I., Eschenbachgasse 9, Bialiks Meisterepos «Nach dem Pogrom» als Melodram, ferner unveröffentlichte Ueb.fsetziingen jiddischer Lyrik von Alfons P e t z o 1 d, sowie aus ungedruckten Werken Saul Tschernichowskys u. v. a. Vorlesung Jehuda Ehrenkranz. Scholem-Alechem-Abend Jahuda Ehrenkranz liest Sonntag, den 26. d., im Offenbach-Saal, IV., Treitlstraße 3, aus den Werken von Scholem Alechem, davon zum ersten Male: das Kapitel «Hodel» aus «Tewje, der Milchiger», ferner «Wenn ich Rothschild wäre», «Gleichheit für alle» und «Der Bummelzug». Das Programm wird einen Querschnitt durch das Gesamtschaffen Schoiem Alechems bieten, d. n «mit einem Auge lachenden, mit einem Auge weinenden» Dichter charakterisieren. Der Kartenvorverkauf hat unter stärkstem Interesse eingesetzt. Restliche Karten bei R. Lanyi, I., Kärntnerstraße 44, M. Rath, II., Taborstraße 20 a, und an der Abendkasse. Vom Wiener jüdischen Theater Wie wir erfahren, geht Josef Kamen, das bekannte Miigll ’ der «Wiinaer Truppe», nach längerer Krankheit hn Rota.-hildspital seiner völligen Genesung entgegen. Josef Kamen beabsichtigt, nach Verlassen des Spitals an einer Wiener Bühne das Schauspiel «Kiddusch Haschern» von Schalom Asch und die Komödie «Derbrave Soldat S c h w e j k» von Haschek aufzuführen. J-Inftündigun&en und Jil I Heilungen Organisation Zionistischer Frauen W. I. Z. O. Die Organisation Zionistischer Frauun veranstaltet Dienstag, den 28. d. M., um 8 Uhr abends, im Festsaale des österr. Handelsmuseunrs, IX., Berggasse 16, einen wissenschaftlichkünstlerischen Vortragsabend. Referent: Prof. Dr. H. Torczyner, Berlin, über Eine neue deutsche Bibel». Regiebeitrag. Zion. Sektion 1. Am Donnerstag den 2 3. d. M. findet in der Sektion Innere Stadt, Cafö «Altes Rathaus», I, Wipplingerstraße 24. ein Vortrag des Herrn Dr. Karl E 11 i n g e r über «W irtschaftliches aus Palästina» statt, zu dum Mitglieder und Gäste herzlich eingeladen sind. Zionistische Frauengruppe, VIII., Bennoplatz la. Mittwoch, den 29. März, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Amalie Kantor: WIZO-Arheit in Gallith und Palästina. Zionistische Sektion — Frauengruppe Hietzing. Donnerstag, den 23. März 1933, %9 Uhr abends, spricht Prof. Doktor Wilhelm Stein im Cafe Hietzingerhof, Hietzinger Hauptstraße Nr. 22. Thema: «Der Schicksalsweg der deutschen Juden». Gäste urwünscht. Die zionistische Sektion und Frauengruppe Prater veranstalten Samstag, den 25. März 1933, präzise 8 Uhr ab nds, im Heime II., Jungstraße 8, den siebenten Geselligkeitsabend. Vortragende sind Herr Rabbiner Dr. Max Huß über «Die Frau als Erzieherin und Kulturträgerin des jüdischen Volkes» und Frau Dr. Gisela Blauer über «Die moderne jüdische Frauenbewegung». Anschließend singt Frl Martha Rosenberg jüdische Lieder, Frl. Rexi Lebensohn rezitiert hebräisch und deutsch. Herr Samuel Schwager bringt Jiddisches zum Vortrag. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Die zionistische Sektion und Frauengruppe Prater verstalten Mittwoch, den 29. März 1933, im eigenen Heim, II., Jungstraße 8, präzise 8 Uhr abends, einen kulturellen Vortrag. Frau Rabbiner Dr. ZIpora Taubes spricht über «Jehuda Halcvi». Wir bitten um pünktliches und zahlreiches Erscheinen. Zion. Bezirkssektion Brigittenau. Samstag, den 25. d. M., um Yi8 Uhr abends, findet in unserem Heim, XX., Jägerstraße 30, die d:esiährige Generalversammlung mit pouiüig Tochter unseres tla&x JctimskttK wurde Mittwoch, den 23. März 1933. im großen Festsaale der Universität zum ZohioK beide*. $M&te. promoviert.