Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 272 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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fff. Tf2 — 23. M8rt 1933 DTE STIMME fietfe 9 folgender Tagesordnung statt: 1. Heferat Dr. Oscar Griinbaum, Präs. d. Landeskomm.; 2. Bericht; 3. Wahl der Sektioneleitung; 4. Allfälliges. Die Mitglieder werden um bestimmtes und pünktliches Erscheinen ersucht. Zionistische BezfcrkssektkM Favoriten. Mittwoch, den 29. Marz, präzise 8 Uhr abends, Generalversammlung im Gasthaus Böhm, X., Keplergasse 7. Anschließend Vortrag des Herrn Dr. Leo Goldhammer über das Thema: «Die Ratlosigkeit der Juden». D;e Liga für das arbeitende Palästina veranstaltet am Montag, den 27. März, um 8 Uhr abends, im Festsaale des Jüdisch«*'? Volksheimes, II., Blumauergasse 1, einen Vortrag des Delegierten der Histadruf Haowdim Ben-A h a r o n, Haifa, über «Palästina — das Land ohne Arbeitslosigkeit. Regiebeitrag. Die Purimfeier der H/stadruth Iwrith. Die Purimfeier der Histadnm Iwrith nahm diesmal einen sehr imposanten Verlauf. Die Funktion als «Rabbane-Purim» versahen in ausgezeichneter Weise die Herren S. Auerbach und Rabbiner M. Ziker. Reichen Beifall ernteten Frau Hilde Dulitzkaja, und der palästinensische Konzertsänger S. E. Krybus mit ihren hebräischen und jüdischen Volksliedern. 6 Uhr 30: Seminar für hebr. Poesie im Mittelalter (Leiter Dr. B. Klor.) — 7 Uhr 30: Seminar für neuhebr. Literaten. Zion, Jugendgruppe Favoriten. Samstag, den 25. März, um 8 Uhr abends, spricht in unserem Heim, X., Humboldtgasse 25, Josef Münzer über: Die Lage in Palästina und die jüdische Jugend. V. Z. H. «Theodor Herzl», Samstag, den 25. d. M., findet im Caf6 de France», Wiun. I., Schottenring, ein A.-H.- 'Abend statt, bei dem unser A. H. Hanns Ambor (Haifa) über «Die jetzige Lage in Palästina» referieren wird. Beginn 8 Uhr. Jüdische HochschtiieT und Hochschülerinnen als Gäste willkommen. Der «Mlsrachi-Landesverband für Oesterreich in Wien» gratuliert innigst seinem allverehrten Vorstandsmitgliede Herrn Löb! Taubes zu seinem siebzigsten Geburtstage und wünscht, daß es ihm gegönnt sei, seine noch auf Jahrzehnte zu erstreckende selbstlose Tätigkeit im Interesse der Erneuerung des jüdischen Volkswesens tn Erez-Israel zu entfalten. Misrachi-Zentrale, II., Praterstraße 11, veranstaltet auch lieuer eine Pessach-Aktion zwecks Verteilung von Mazzoth, Fett und Kartoffeln an Mittellose. Alle edlen Menschen werden gebeten, sich an dieser Hilfsaktion zu beteiligen. Jede Spende, auch die kleinste, wird dankbarst angenommen und ausgewiesen. Teilweise Suspendierung der Sonntagsruhe anläßlich der Pessachtage. Der Misrachi, Landesverband für O es te rr ei c h, W i e n, hat im Wege des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde bei der zuständigen Stelle des Magistrates der Stadt Wien das Ansuchen stellen lassen, den sabbathaltenden Kaufleuten der Lebensmittelbranche es zu gestatten, daß sie anläßlich der bevorstehenden Pessachtage an den Sonntagen des 9. und 16. April ihren Geschäftsbetrieb in Vormittagsstunden von 7 bis 10 Uhr geöffnet halten dürfen. Es liegt außer Zweifel, daß die Intervention der Kultusgemeinde auch in diesem Jahre Erfolg haben wind. Schülerfürsorge der hebr. Religionslehrer der Kultusgemekide Wiens, I., Seitenstettengasse 2. Am Sonntag, dem 26. d., Vt.\ Uhr nachmittags, findet von der Schülerfürsorge der hebr. Religionslehrer der Kultusgemeinde Wiens im Saale «Grüner Baum», VH., Mariahilferstraße Nr. 56, ein heiterer Nachmittag statt, bei dem erstklassige Kunstkräfte mitwirken. Karten in der Fürsorgezentrale der Kultusgenveinde, I., Seitenstettengasse 2. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Generalversammlung des Zeire Misrachi, Wien. Am Sanrstag, den 25. März 1933, präzise 8 Uhr abends, findet im Heim des Zeire Misrachi, 11., Hollandstraße 10, die diesjährige Generalversammlung statt, ln der Tagesordnung ist auch ein Referat des Herrn Rabbiner M. Gerstl über das Thema Aufgaben des Zeire Misrachi vorgesehen. Die Mitglieder werden aufgefordert, pünktlich und zuverlässig zu erscheinen. Jüdischer Wehrsport und Schützenverein Haganah (J. W. Sch. V. H.). Amtsstunden: Montag bis Donnerstag von 7 bis 10 Uhr, Wien, II., Obere Donaustraße 89. Anmeldungen: Montag bis Donnerstag von 7 bis 10 Uhr, Wien, 11., Obere Donaustraße 89; Montag bis Donnerstag von 7 bis 9 Uhr, Wien, IX., Nußdorferstraße 16; Montag bis Donnerstag von 7 bis 10 Uhr, Wien, XIV., Hollergasse 40. Zionistischer Jugendbund Menorah, Wien, VI , Stumpergasse 47. Samstag, den 25. März 1933, im eigenen Heim: «Gesprochene Zeitung». Gäste herzlich willkommen. Der Jüdisch-Akademische Juristenverein, Wien, IX„ Liechtensteinstraße 30, teilt mit: 1. Präsidialstunden sind jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr; Bibliotheksstunden Dienstag und Donnerstag von 19 bis 20 Uhr. 2. Unter der bewährten Leitung des Herrn Kollegen D i p 1.- Kaufm. D r. jur. Alex. Fiedler findet ein K u r s zur rechtshistorischen Staatsprüfung (dreimal wöchentlich zu 2 Stunden) statt. Auch für die zweite Staatsprüfung haben wir einen sehr guten Kurs eingerichtet. Auskünfte und Anmeldungen während der Bibliotheksstunden. 3. Donnerstag, den 23. März, pünktlich um 19,30 Uhr, findet in Heitzmanns Ping-Pone -Lokalitäten,. VIII., Langegasse (Ecke Alserstraßef ein Klubkampf zwischen dem Akad. Verein jüdischer Mediziner und uns für Damen und Herren statt. Oäste willkommen. * Der Ausschuß des Jüdisch-Akademischen Juristenverefnes freut sich, seinem verdienstvollen Mitgliede und ehemaligen Obmanne, Herrn Dr. Adolf Leser, anläßlich seiner Promotion zum Doktor beider Rechte, seine herzlichsten Glückwünsche entbieten zu dürfen. Der Verband zionistischer Hochschülerinnen veranstaltet Samstag, den 25. d. M., in den Sälen des N. Oe. Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, einen Geselischaftsabend. Beginn '/29 Uhr. Karten ä S 2.50, Hochschüler S 2.— im Verbände zionistischer Hochschülerinnen, IX., Türkenstraße 9. Rel.-Nat. Pfadfinderbund Haschomer Hadati, II., Taborstraße 20a. Es ist uns gelungen, Herrn Rabbiner Dr. Josef Babad für die Leitung unseres Geschichtskurses, der jeden Dienstag, 8 Uhr abends, stattfindet, zu gewinnen. Derzeit hält Herr Dr. Babad einen Vortragszyklus Uber «Aus der Geschichte der Ritualmordlegende» ab. Anfang der nächsten Woche beginnt ein Anfängerkurs in Hebräisch. Sonntag, den 26. d. M., 6 Uhr abends, Heimabend, veranstaltet von der Kwuzah «Gallil». Lehrlingsheim «Zukunft», IX., Grüne Torgasse 26. Freitag, den 24. März, 8 Uhr abends, spricht Herr Eduard Strauß Über «Judenfrage und Bolschewismus». Jüdischer Angestelltonverband «Emunah», Wien, I., lorda.tgassc 7. Samstag, den 25. März, % 9 Uhr abends, Vortrag des Herrn Theodor M o n t e s e r: «Reiseeindrücke aus dem Heiligen Lande» (mit neuen Lichtbildern). Regiebeitrag 30 Groschen. Kürzlich las die Schriftstellerin Bloch-Mahler aus eigenen Schriften über Einladung des Angestelltenverbandes Spoviblaii de» »Stimme« Schach Im Auftrag der Schachsektid.i Hakoah redigiert von Oskar Schlesinger Nummer 3 23. März 1923 Der Entscheidungskampf um (Fe Meisterschaft Am Samstag: Hi e t z i n g—H a k o a h Nach wenig versprechendem Beginn ist es also der Hakoah durch eine Serie von siebe«, ununterbrochenen Siegen gelungen, sich soweit emporzuarVeiten, daß ihr die Möglichkeit geboten ist, den stolzen Meistertitel zu erobern. Woni liegt noch Hietzing an der Spijrze, aber wenn Samstag Hakoah — auch nur mit dem knappsten Ergebnis — die Oberhand gewinnt, fällt ihr die Meis terschaft zu. Der Begegnung wird allseits mit größte Syumnung entgegengesenen. Der Papierform nach müßte man Hietzing unbedingt die reellere Chance zubilligen. Der Titelverteidiger verfügt über eine äußerst spielstarke, fast döfchwegs aus Meistern bestehende Mannschaft. In den Reffien der Hakoah kämpfen zwar nicht soviele anerkannte Stars, aber ihr gutes, ausgeglichenes Ensemble verdient Vent/ratten. Bei der ersten diesjährigen Begegnung blieb Hakoah gegen Hietzing Sieger. Alles in allem muß der Kampf rfls durchaus offen bezeichnet werden. Der Wettkampf findet am Samstag, den 25. d., Punkt 7 Uhr abends, im Klubheim der Hakoah, Cafe Rabe!, I., Wallnerstraße 2, statt. Der Eintritt ist frei. Gäste herzlich willkommen! Erscheint recht zahlreich! Ihr werdet Zeiigen eines spannenden Ringens sein und teure Anteilnahme wird unsere Spieler zu Höchstleistungen an tpornen! 0. S. Hakioah (Cafö Rabel, I., Wallnerstraßa 2. Spieltage und Mitgliederaufnahme täglich ab 7 Uhr abends) Klubtumier. Stand vor Beginn der zwei letzten Runden: Hauser und Rubinstein je 9, Beutum und Glaß je 8%. Feingold 8 (1 Hängepartie), Schte/unger 6%, Weinstock 5/2 (2), Hirschhorn 4 (1), Geller und imich je 4, Kovacs 3%, Grill 2‘/2, Kaufte«! 2, Mettal 0. FuDboll RapId—'Hoifcoah 4:0 (1:0) Stadion, 21.000 Zusc/h/auer. Schiedsrichter Janak. Wieder einmal lieferte idie Hakoah durch mehr als sechzig Minuten ein wirkungsvolles Fekdspiel, das aber durch die Harmlosigkeit der «Stürrhor» zur Erfolglosigkeit verurteilt war. Die jüdische Mannschaft hätte, falls nur die Hälfte der todsicheren Chancen in der ersten Hälfte ausgenützt worden wäre, eine Bombenüberraä.chung bringen können. Schlechtspielende Mannschaften vw folgt außerdem meistens das Pech. So ist es also nicht weitfer verwunderlich, daß der in den letzten Kämpfen meistern# sehr harmlose Binder gerade diesmal seine alte Form wierierfand und der Hakoah durch drei Bombenschüsse den Knockout versetzte. Nebenbei sei noch bemerkt, daß das 2. Tcir- Rapids aus einer klaren Of-side- Stdlung Bicans resultiert/.*, wobei die Hakoah-Verteidiger den alten Fehler begingen,,' reklamierend auf den Pfiff des Schiedsrichters zu wartrin. Mausner wurde in der 37. Minute der zweiten Halbzeit gemeinsam mit Smistik, der ein Foul des Hakoahners mit eir?r.*m Boxerhieb quittierte, ausgeschlossen. Donnenfeld, Reich und Ehrlich wurden verletzt. ■ Löwy ließ sich beim ersten Treffer, von der Sonne geblendet, überraschen, lieferte aber sonst ein glänzendes Spiel. Di« Backs boten eine Durchschnittsleistung, während die Läuferreihe speziell in der erst-tw Halbzeit großartig arbeitete. Im Sturm konnte nur Reich gefallen Der neue Mann Hesky enttäuschte, da er viel zu langsam und umständlich ist, um sein angebliches Schußvermögen ausnützen za können. In der ersten Halbzeit dominieren die Hakoahner, vergeben aber die günstigsten Chancen. In der 42. Minute bringt Binder Rapid init einem Bombenschuß aus dem Hinterhalt in Führung. Nach Halbzeit folgt das erwähnte Of-side-üoal Bicans. Die Hakoahner geben den Kampf auf und müssen in der 30. und 39. Minute zwei weitere Tore Binders in den Kauf nehmen. Hakoah: Löwy; Stroß, Amster; Placzek, Gtitmann, Donnenfeld; Reich, Ehrlich, Mausner, Hesky, Weißkopf. H. $p Handball Hakoah führt in der Handballmeisterschaft — Hakoah I— Baden I 4:4 (2:2) Eeri; Rosenfeld, Monis; Schläger. Blau I, Wiesnerj Blau ff, F. Weininger, Stein. Landau. Der Gewinn des einen Punktes genügte, um die Hakoah tn Führung zu bringen. Die Badener erwiesen sich als äußerst spielstark und lagen bis knapp vor Schluß in Führung. Hakoahs Sturm spielte diesmal schlecht, hatte aber auch riesiges Schußpech, während Baden alle Tore aus herrlichen Freiwürfen erzielte. Die Mannschaft wird besser spielen müssen, umerstklassig zu werden. Die Tore warfen F. Weininger (3) und Klein. Der Tabellehstand ist folgender: 1. Hakoah . . . 8 4 2 2 49:38 10 2. Siemens . 7 5 — 2 49:44 10 3. Vienna . . . 7 4 1 2 47:81 9 4. Austria . . . 8 4 — 4 55:38 8 5. Rapid . . . 8 3 1 4 46:50 7 6. Reichsbund . 8 3 1 4 50:56 7 7. Neubau . 8 3 1 4 48:50 7 8. Baden . . . 8 1 2 5 28:65 4 Die Damen unterlagen in einem Trainingsspiel V. Schmidt 0:1. Programm für Sonntag, den 26. März*. Hakoahplatz: F. 13.15: Hakoah-Jugend—Austria Jgd. F. 14: Hakoah-Senioren—Gymnastik Sen. F. 15.15: Hakoah II —Austria II. Pflichtsp. 16.30: Hakoah 1—Gymnastik f. M. 17.40: Austria I—Baden I. Eintrittspreis: einheitlich 60 g. Yourlsillc Touristik- und Skiklub «Hakoah». Klubabende jeden Freitag von 20.30 bis 22.30 Uhr, I., Wiesingerstraße 11. Wir veranstalten jeden Sonntag bei genügender Teilnehmerzahl Autobussonderfahrten in Skigebiete. Anmeldungen Freitag im Klubheim. Tüchtige Führer stehen uns zur Verfügung. Ferner finden jeden Sonntag Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung von Wien statt. Unsere Mitglieder genießen auf den österr. und tschechoslow. Bahnen Ermäßigungen wie idle Touristenvereine. Juden, tretet dem 'einzigen jüdischen Touristen verein Wiens bei. Unser nächstes Programitri: 26. März: Treffpunkt 9 Uhr Endstation der Linie 38 in Grinzing. Führer: Robert Austerlitz. Rodte: Grinzing — Krapfen waldl — Hermannskogel — Weidlingbach — Sievering. — 2. April: Treffpunkt %9 Uhr Endstation der Linie J. Führer: Emst Grab. — 16. und 17. April: Zweitägige Tour, Ausgangsort Gutenstein. Führer: Otto Politzer. Voranmeldungen wegen Quartierbeschaffung notwendig. Ferner zweitägige Tour am 30. April und 1. Mai. «Emunah». Die Verfasserin, die auch eine gute Interpretin ihrer Dichtungen wai^, brachte Märchen, Novellen und Gedichte jüdischen Inhal tf} sowie einige heitere Wiener Dialekt- Gedichte zum Vortrag* Lebhafter Beifall dankte Frau Bloch- Mahler für den genußreichen Abend. Verein der Prze-mysler ln Wien, Sitz: Cafd Exzelsior, I., Rotenturmstraße 24. Mittwoch, den 29. März 1933, 8 Uhr abends, spricht Herr Dr. Rudolf Grossbard über «Die allgemeine Wirtschaftslage?:». Sommersemest'fcr des Hebräischen Pädagogiums. Neuanmeldungen für da/s bereits begonnene Sommersemester des «Hebräischen Pädagogiums» werden bis zum 5. April 1933 jedem Dienstag und Donnerstag zwischen 11 bis 12 vormittags ii&n Sekretariate, II., Tempelgasse 3/111., entgegengenommen. Bibel- und Tal« ludvorträge In Bethakneset «Bene-Berith», XX., Kaschlgasse 4 (Rabbiner Moses Horowitz). Jeden Freitag beim Abc. mlgottesdienste, Sonntag, Dienstag und Donnerstag nach '.dem Abendgottesdienste. Sprechsital der Stimme Ich bin kein Jude Von Herrn Gustav S e i d e m a n n. dem gewesenen Sekretär und engenen Mitarbeiter Heira ls, erhalten wir folgende Bemerkungen: ln letzter Zelt höre oder lese ich oft, daß irgendwo ein Mensch den Sclwrei hervorstößt: «loh bin kein Jude». Wut und Zorn erfassen mich, Schamröte steigt mir ins Gesicht, weil ich diesen Ifl.uf als schwere Beleidigung empfinde. Häufig Ist es der Schrei' der gequälten oder in Gefahr einer Schädi-!;ung befindliche n Geldtasche, oft der lügnerische Schrei des udenstfiirnnliofps oder getauften Juden (Roda Roda, Mandl), ch erinnere mi ch an eine Erzählung, die ich vor vielen Jahren las, die ein Christ geschrieben hatte. Es war in der Zeit der russischen Pogpome. Ein Mann geht ruhig seines Weges, da gerät e<r in eir/Jen Knäuel schreiender Menschen. Er sieht die Menschen wüb:nd auf einen Juden losgehen, ihn bedrohen. Er stürzt sich in die Mitte, neben den Juden, schwingt seinen keulenartigen Stock und ruft: «Laßt ihn laufen, den Menschen, was hat er euch getan?!» Einen Augenblick herrscht Schweigen, die Leut«? sind überrascht, doch schon im nächsten Moment bricht dfii» Wut wieder durch, die Schreie werden lauter, die Angriffe wilder. Entschlossen, mit drohender Gebärde steht der Mann, der den Juden schützt: «Laßt ab. sage ich euch, ich bin. Russe, euer Bruder und will nicht, daß unschuldiges Blut v «ergossen wird!» — «Du lügstI» brüHen die Menschen, «du liist kein Russe, du bist selbst ein Jude, schlagt sie beide to Ifc» tönt es aus den Reihen. Da erkennt der Mann, in welch grüße Gefahr er geraten war, wie immer bedrohlicher sich die Situation für ihn gestaltet..., schon traf ihn ein Stein, dar seine Stirne verletzte, Blut floß über sein Gesicht —. Da schwingt er seine Keule und mit dem Rufe: «Ich bin eiife Russe, ich bin kein Jude!» schmettert er sie auf das Haupt des Juden —-.So erschüttert und entsetzt ich damals war, als ich diese Geschichte las, so fand ich es doch menschlich begreiflich, daß der Russe, um sein Leben zu retten, das des Juden preisgab. Ich habe es immer als etwas Selbstverständliches betrachtet, daß unsere Väter sich immer als Juden bekannten, daß sie für ihr Judentum litten und starben. Es gibt kein Volk, welches so viele Märtyrer aufzuweisen hat wie das jüdische. Blut floß in Strömen, Scheiterhaufen brannten — die Juden starben mit dem Bekenntnis zum Judentum auf den Lippen. Und auch in der Zeit des krassesten Materialismus, der sittlichen Verrohung und Entartung haben wir nicht aufgehört, uns zu unserem Volke zu bekennen. Wir Zionisten haben nicht den Fluch des Lächerlichen gescheut, keine Opfer an Geld und Gesundheit, um unser Volk zur Arbeit für das jüdische Volk, für seine Zukunft zu gewinnen. Wir sind uns bewußt, daß das jüdische Volk der Welt unschätzbare ethische Werte gebracht hat, daß es redlich und erfolgreich mitgearbeitet hat an den Errungenschaften der Kultur und Zivilisation. Und jetzt werden wir Juden buschimpft und besudelt -1 Und es gibt Menschen, die gekränkt, vielleicht voll Entrüstung, rufen: «Wir sind keine Juden 1», als ob wir wirklich ein minderwertiges Volk wären! Nein und tausendmal nein! Wir verdienen diesen Schimpf nicht, wir protestieren dagegen, wir lehnen Ihn ab. Der größere Mut ist bei uns, nicht bei den Angreifern, bei uns, die wir trotz der erhöhten Gefahr uns stolzer denn je zu unserem Volke bekennen, bei der Familie, die an ihren Türpfosten offens;chtlich die Mesusah befestigt haben, welche sagt: «Hier wohnen Juden.» Weniger feig sind oder mehr Mut als unsere Fe-nde zeigen die verachteten polnischen Juden, die auf der Straße, in der Umgebung des Hasses und der Gefahr Schläfenlocken und Kaftan tragen. Jeder einzelne von ihnen sagt dadurch: «Ich W« ein Jude». Jüdischer Feuerzauber Unter diesem Titel meldet der «Völkische Beobachter» vom 9. März, daß englische Versicherungsgesellschaften sich schon lange weigern, jüdischen Besitz zu gleichen Prämien zu versichern wie den der Engländer, und zwar deshalb, weil es bei Juden öfters brenne und häufiger eingebrochen werde als bei Nichtjuden. Die Juden werden also des Versicherungsbetruges bezichtigt. Wir wollen davon absehen, daß diese Geschichte unwahr ist und die englischen Versicherungsunternehmen die Unterschiede der Hakenkreuzler nicht kennen. Tatsache ist aber, und das werden auch die arischen Versicherungsfichieutc nicht abstreiten können, daß es in manchen Gebieten, die nur von bodenständiger christlichgermanischer Bevölkerung bewohnt werden, wie z. B. in Oberösterreich, Versicherungsbetrug durch Brandstiftung Formen angenommen hat, die seit längerer Zeit sowohl die Behörden als auch die Versicherungsgesellschaften beunruhigen. Der «Völkische Beobachter» sollte sich also um die Vereicherungsmora! seiner Volksgenossen kümmern und die Juden in Frieden lassen. omo. k i