Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 272 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIB STIMME Nr. 272 — 23. März 1933 ZIONISTEN! WENN Sie auf einen erstklassigen Palästinawein reflektieren, dann wählen Sie ££HQ|^| ^jzt^beim Einkauf die Marke KARMEL-ORIGINAL mit dteser n E AI AI er stammt aus Kellereien', wo au*schll«ttll<h die besten Palästina- 1w E Iw Iw Weine und ke.iMI •ntfaran SCHON seit vielen fahren eingelagert sind. Btt I RR A««Alk aus der ältesten Tel-Awiwer Mazzothfabrik E^OlO»llllE-lIflE2iJ6Wlil zu billigsten Preisen. Direkter Importeur Spindel. Wien. LLaurazerkerg 3. leL n 29-7-M Kellereien Wien, II., Schrotzberggasse 1 Sachverhalt durch vorstehende Mitteilung auth&itisch klarzulegen. Zionistische Vereinigung für Deutschland.» Stadt Berlin beschäftigt nicht Jüdische Rechtsanwälte und Notare Berlin. «Vossische Zeitung teilt mit: «In der Berliner Stadtverwaltung ist die Anordnung getroffen worden, daß jüdische Rechtsanwälte und Notare mit Rechtsangelegenheiten der Stadt in Zukunft nicht mehr betraut werden. Es ist anzunehmen, daß die gleiche Bestimmung für die städtischen Gesellschaften getroffen wird.» Beurlaubt, ausgeschieden, Selbstmord Berlin. Oberregierungsrat Dr. Otto Nathan ist infolge der politischen Entwicklung aus dem Reichswirtschaftsministerium ausgeschieden. Dr. Nathan war einer der wenigen nationalökonomisch vorgebildeten Beamten des Reichswirtschaftsministeriums und war in den letzten Jahren längere Zeit im besonderen Auftrag als Wirtschaftsberater der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika tätig. Intendant Dr. Fritz Jessner, der das Königsberger Neue Schauspielhaus acht Jahre hindurch verdienstvoll leitete, ist mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. In der vergangenen Nacht hat sich der Landessyndikus des Landesdirektoriums der Provinz Hannover, Dr. Levin, erschossen. Die Erschießung des Jüdischen Rechtsanwalts Dr. Wilhelm Spiegel In Kiel Schleswig. Die Pressestelle der Regierung in Schleswig leilt mit: In der Nacht zum 12. März verlangten gegen Vj2 Uhr Personen Einlaß bei dem in Kiel, Forstweg 42, wohnenden Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Spiegel. Auf die Frage nach ihrem Begehr gaben sie an, Hilfspolizeibeamte zu sein, und forderten wiederumf energisch Einlaß. Ehe noch von einer zuständigen Stelle Erkundigungen über die Richtigkeit des Auftrages eingeholt werden konnte, öffnete Rechtsanwalt Spiegel selber den Personen und ist dann von ihnen gleich auf dem Wege von dem Eingang zu seinem Arbeitszimmer durch einen Schuß aus großer Nähe in den Hinterkopf getötet worden. Die polizeilichen Untersuchungen sind umgehend mit allem Nachdruck aufgenommen worden. Als Täter kommen zwei Personen in Frage, die unmittelbar nach der Ermordung von drei Zeugen auf der Straße gesehen worden sind. Es handelt sich um eine größere Person in S. A,- Uniform und um eine kleinere Person in Zivilkleidung. Zu einem Ergebnis haben die polizeilichen Nachforschungen nicht geführt. Verfolgung tschechoslowakischer Juden Abg. Dr. Angelo Goldstein beim Minister Krofta Prag. Der Abgeordnete der Jüdischen Partei, Dr. Angelo Holdstem, hat sich beim bevollmiclitigten Minister Dr. Krofta, der den gegenwärtig in Genf weilenden Minister des Aeußern Dr. Benesch vertritt, über die Verfolgung einer ganzen Reihe jüdischer Bürger tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit in Deutschland beschwert. Minister Dr. Krofta versicherte, daß die tschechoslowakischen Vertretungsbehörden unter allen Umständen tschechoslowakischen Staatsangehörigen, also auch den jüdischen Staatsbürgern, ihren Schutz angedeihen lassen. Rabbi Fränkel In Berlin gestorben Ein Opfer von Nazi-Mißhandlungen Wie der Wiener «Arbeiterzeitung» aus Berlin gemeldet wird, ist der greise Rabbiner Fränkel, der vorige Woche von Nazileuten in seiner Wohnung überfallen tmd schwer mißhandelt wurde, den ihm zugefügten Verletzungen erlegen. Auch ein Schutz. Aeußertmgen des Münchener Polizeipräsidenten gegenüber einem Vertreter der Nationalsozialistischen Korrespondenz München. Der «Völkische Beobachter» und andere nationalsozialistische Zeitungen veröffentlichen den Inhalt einer Unterredung, die der Vertreter der N. S. K. (Nationalsozialistische Korrespondenz) mit dem Reichsführer der SS., Himmler, der das Amt des Kommissarischen Polizeipräsidenten in München übernommen hat, hatte. Polizeipräsident Himmler erklärte u. a.: «Der Staat schützt das Leben aller Staatsbürger. Leider läßt sich dieser Schutz bei manchen Persönlichkeiten nur dadurch gewährleisten, daß die Betreffenden in den direkten Schutz der Pokzei, in Schutzhaft, genommen werden. Die betroffenen Persönlichkeiten, die vielfach jüdischen Glaubens sind, haben sich durch ihr Verhalten gegenüber dem nationalen Deutschland, durch Verletzung nationaler Qefiihle usw. beim Volk derart mißliebig gemacht, daß sie ohne die von der Polizei getroffenen Maßnahmen der Wut des Volkes aus geliefert wären. Jakob Lestschinsk! verhaftet und ausgewiesen Der Berliner Korrespondent der in New York erscheinenden jüdischen sozialdemokratischen Zeitung «Vorwärts», Dr. Lestschinski, wurde zur Polizei gebracht, wo ihm der Ausweisungsbefehl zugestellt wurde. Schächtverbot in Hessen Dftrmstadt. Im Lande Hessen ist ein Schächtverbot erlassen worden. Schächtvefbot auch in Bonn Berlin. Aus Bonn wird telegraphiert: Der Staatskommissär für die Stadt Bonn htt ein Schächtverbot erlassen, das mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. «Säuberung des Rundfunks» Berlin. Unter der Uebersehrift «Die Säuberung des Rundfunks» schreibt der «Völkische Beobachter»: «Die Reichsrundfunk-Gesellschaft hat dem Chef-Ingenieur Schäffer gekündigt. . Mit dieser Maßnahme Ist eine der empörendsten Blüten des November-Systems aus dem Funkwesen verschwunden, denn es war von jeher das Geheimnis der Reichspost, warum an der Spitze des technischen Rundfunkwesens gerade ein jüdischer «Chef-Ingenieur» stehen mußte.» Haussuchung in der Münchener Gemeinde München. Wie jetzt bekannt wird, wurde ln München eine nächtliche Haussuchung im Verwaltungsgebäude der Israelitischen Kultusgemeinde vorgenommen. Man fahndete nach kommunistischem Propagandamaterial, von dem aber selbstverständlich nichts vorgefunden wurde. Gegen Morgen zog das Kommando unter Mitnahme verschiedener Akten des Wohlfahrtsamtes, wieder ab. Haussuchungen und Festnahmen in München München. Die Münchener Ausgabe des «Völkischen Beobachters» veröffentlicht einen Auszug aus der Liste der in München in Schutzhaft Genommenen. Es befinden sich darunter einer der Inhaber der Münchener Konfektionsfirma. Isidor Bach, Karl Bach, und verschiedene , andere jüdische Kaufleutej Am Donnerstag wurde; bei dem bekannten Staatsrechtslehrer und Universitätsprofessor Dr. Hans Nawiasky eine Haussuchung durchgeführt. Der Wirtschaftspogrom beginnt Wie aus Berlin gemeldet wird, hat die Dresdner Bank, auf Drängen der Nazis, dem Warenhaus-Konzern Tietz und dem Mosse-Verlag die Kredite gekündigt. Dadurch soll erreicht werden, daß das «Berliner Tageblatt» in die Hände des Scherl-Hugenberg-Konzerns gelangt. Auch Dr. Kurt Zielenziger entlassen Berlin. Nach Stadtkämmerer Dr. Bruno Asch und anderen verdienstvollen jüdischen Persönlichkeiten ist nun auch der Pressechef des Städtischen Nachrichtenamtes, Dr. Kurt Zielenziger, aus dem städtischen Dienst geschieden. «Vossische Zeitung» rühmt ihm nach, daß er aus dem früheren unzulänglichen Nachrichtenamt der Stadt Berlin eine verantwortungsbewußte großstädtische Pressestelle geschaffen hat und daß seine Gewissenhaftigkeit und Objektivität auch von politischen Gegnern anerkannt worden sind. Aus der NSDAP ausgeschlossen Köln. Mehrere Angehörige der NSDAP drangen kürzlich vormittags in die Wohnung eines jüdischen Kaufmannes ein und forderten unter Vorhaltung von Pistolen die Oeffnung des Geldschrankes, aus dem sie 800 Mark entwendeten. Drei an der Tat beteiligte Personen wurden festgenommen. Die S. A.- Leitung schloß diese drei Leute sofort aus der Partei aus und zog ihnen die Braunhemden auf der Stelle aus. Das Strafverfahren wegen räuberischer Erpressung ist eingeleitet worden. Eine Mahnung der „Frankfurter Zeitung11 Frankfurt a. M. ln der «Frankfurter Zeitung» vom Sonntag finden wir die folgenden bemerkenswerten Ausführungen: «. . . Der Ergreifung der staatlichen Machtpositionen ist ein Eindringen in Stellungen gefolgt, die nicht für die politische Beherrschung von Reich und Ländern in Betracht kommen, sondern deren Schwerpunkt im Geistigen und Kulturellen liegt, also ln Gebieten, die zum Delikatesten gehören, was die Nation ererbt hat und besitzt. Es ist richtig, daß es gerade In dieser Beziehung mancherlei zu «säubern» gibt, aber niemand wird behaupten können, daß etwa die im Theater und der Musik führenden Künstler durch ein politisches «System» oder gar durch einen Verrat am deutschen Geist hoehgekornmen seien. Wenn beispielsweise ein Mann, um den uns die Umwelt beneidet, wie Bruno Walter, verhindert werden sollte, ln der Berliner Philharmonie zu dirigieren, so wäre »Wrs ein bedauerlicher Beweis dafür, daß die nationale Revolution sich auf ein Gebiet erstreckt, wo für sie auch bei größter Vorsicht wenig Lorbeeren zu erringen wären. Niemand hat in den Jahren nach dein Krieg mehr dazu beigetragen, dem Ausland, vor allem den Engländern, wieder einen Begriff vom kulturellen Niveau Deutschlands zu geben, als der Mann, der — trotz der englischen Tendenz zu künstlerischer Autarkie — für würdig befunden wurde, jahrelang die Covent Oarden Oper zu leiten. Das ist ein Beispiel für viele. Gegen den Künstler Walter, kann es schwerlich Einwendungen geben, was aber den Juden angeht, so darf man wohl daran erinnern, daß Richard Wagner die Uraufführung seines «Parsiva!» keinem anderen anvertraut hat als dem Kapellmeister LevL Der soeben angetretene neue Minister für Volksaufklärung und Propaganda, dem auch diese Dinge unterstellt sind, wird bei näherer Betrachtung, vor allem beim Studium der Möglichkeiten einer Interpretation des neuen deutschen Regierungsgeistes gegenüber dem Ausland, .wohl selbst zur Ueberzcugung kommen, daß auf diesem Gebiet viel vermeidbarer Schaden angerichtet werden kann. Unsere jahrhundertealte politische Geschichte setzt der Regierung gewisse historisch erwachsene Grenzen, — die Geistesgeschichte Deutschlands aber ist noch reichhaltiger an Mahnungen und Verpflichtungen.» The Jewish Chronlcle über Deutschland Die Vorgänge in Deutschland finden in der Presse der ganzen Welt ein lebhaftes Echo. «The Jewish Chronic 1 e» schreibt: «Wenn die Nazi glauben, daß diese brutale Politik der Erniedrigung und des Ruins sie lossprechen wird vor dem Abscheu der nichtdeutschen Welt oder daß diese Politik den yaferlähdischen ' Interessen Deiijtschlands dienlich sein ,kann, dann ist däs ein schwerer Irrtum. Wenn einmal’eijie derartige moralische Anarchie ihre katastrophalen Erfo.lge gezeigt hat, kann sie nicht auf Juden beschränkt,.werden. Dieses Gift wird das politische Leben Deutschlands infizieren. Hitler und seine Unterführer haben die beispiellose Gelegenheit, die Macht und den Einfluß Deutschlands auf die Achtung der gahzen Welt zu stützen. Das zu. verkennen wäre die große Tragödie für Deutschland und die Menschheit. Professor Einstein bleibt Im Sommer In der Schweiz New York. Professor Albert Einstein und Frau Elsa Einstein sind am 19. März nach Antwerpen abgereist. Ursprünglich planten sie, schon am 15. März mit der «Deutschland» nach Berlin zurückzukehren. Davon haben sie abgesehen. Sie werden den Sommer in der Schweiz, voraussichtlich in Zürich, verbringen, und im Herbst nach den Vereinigten Staaten zurückkehren. uiarum uierdcn aiilihrileR die weltberühmten STRUM-MAZZOTH von vielen Tausenden in steigendem Maße mit besonderer Vorliebe bevorzugt? 1. WEIL die nach einem speziellen Verfahren erzeugten Strum-Mazzoth im Wohlgeschmack trotz wiederholt versuchter Nachahmung unerreicht sind. 2. WEIL jeder, der S t r u m-Mazzot h, Grieß undFarvel kauft, die Gewißheit besitzt, daß er nur garantiert frische Ware, heurige Erzeugung erhält. 3. WEIL die Strum-Mazzoth allen Anforderungen in hygienischer und streng orthodox-ritueller Hinsicht in unübertrefflicher Weise entsprechen. EINE BESONDERE DELIKATESSE BE¬ DEUTEN DIE RUNDEN STRUM-MAZZOTH Die Erzeugung erfolgt mit eigens konstruierten patentamtlich geschützten Maschinen (Oefen) auf elektrischem Wege von fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern unter ununterbrochener Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Babad. Achten Sie daher in Ihrem eigenen Interesse bei jedem Pakete, daß die Stampiglie «H. Strum» sich darauf befindet.