Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 270 (9.3.1933)
- Date
- 1933-03-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 270 — 9. März 1933 DIE STIMME m*9 „Ekstase“ über Wien Seit einiger Zeit läuft in den Wiener Tonfilmtheatem der Film «Ekstase», von dem es heißt, daß er ganz Wien in Ekstase zu versetzen imstande ist. Allein das jüdische Wien wird bald in eine andere Ekstase versetzt werden, wenn einmal das Pessachfest mit seinen köstlichen Genüssen gefeiert werden wird. Zum größten Teil werden die Erzeugnisse der seit vier Jahrzehnten bestehenden bestrenommierten und äußerst modemen Mazzoth-Fabrik S c h m i d I, die unter der Leitung des Herrn Nathan Brodetsky ateht, dazu beitragen. Verläßlichste Kaschruth, peinlichste Sauberkeit, vollstes Ausniitzen der modernsten Errungenschaften auf maschinellem Gebiete finden in Güte und Qualität der hier erzeugten Mazzoth ihren Ausdruck. Nichts wird mit der Hand, alles maschinell gemacht. Alles blitzblank. Mehrere Maschgichiim überwachen abwechselnd den ganzen Prozeß, den jede einzelne Mazzah durchzumachen hat — von dem Gesiebtwerden des Mehles bis zur Verpackung des Fertigfabrikates. Eine besondere Neuerung stellen die eleganten neuen Badeanlagen dar, die für eine durchgehende Reinigung der Fabriksräume Gewähr bieten. All diese Vorrichtungen modernster Art haben dazu beigetragen, ein Produkt zu schaffen, das den höchsten Anforderungen des Geschmacks und der Qualität und des Kaschruth entspricht. und das Mittelländische Meer bis zum Strand von Jaffa. Sie wollen sich nun in Tel-Awiw als Sportlehrer niederlassen. Eine jüdische Wachabteilung in Schanghai Shanghai. Dem internationalen Wachkorps in Shanghai ist eine besondere jüdische Abteilung angegiiedern, die zunächst aus 60 Mitgliedern des Brith Trumpeldor besteht, sich aber täglich vergrößert. Bei der letzten Parade des Korps hat sich die jüdische Abteilung, die die blau-weiße Fahne trug, ausgezeichnet. Hochschulstatistik in Polen Warschau. Laut soeben veröffentlichten statistischen Daten zählte man im Jahre 1931 an den polnischen Hochschulen mehr als 48.000 Studenten, davon waren 34.303 römisch-katholisch, 8923 jüdisch. Ein prominenter Nationalsozialist über das jüdische Palästina Konstantinopel. Der deutsche Tourist Klöcker, ein prominentes Mitglied der nationalsozialistischen Partei Deutschlands, der mit seinem Motorrad auf einer Welttour begriffen und soeben aus Palästina in Konstantinopel eingetroffen ist, hielt'Im Konstantinopler deutschnationalen Klub «Teutonia» einen Vortrag über seine Erlebnisse in Palästina. Er erklärte sich sehr beeindruckt vom jüdischen Aufbauwerk und führte aus: Man hat uns gelehrt, die Juden zu hassen, man stellte uns die Ostjuden in Deutschland als verachtungswert hin; aber das neue jüdische Geschlecht, welches Palästina aufbaut, stellt ein ganz anderes Volk dar* das man nicht anders als loben kann. Sie haben ganz andere Ideale: nationale Ideale. Wir Nationalsozialisten, deren Basis in unserem Lande das nationale Prinzip ist, müssen uns darum zu einer Bevölkerung, die in ihrem eigenen Lande diese Prinzipien hochhält, mit Achtung beziehen. April 1933: Beginn des Baues der Eisenbahnlinie Haifa—Bagdad Jerusalem. Arabische Zeitungen teilen auf Grund zuverlässiger Informationen mit, daß im April 1933 mit dem Bau der Eisenbahnlinie Haifa—Bagdad definitiv begonnen werden wird. Die Eisenbahnlinie wird nach ihrer Fertigstellung viele Möglichkeiten für Palästina eröffnen, Haifa wird dann das Zentrum des Nahen und Mittleren Ostens werden. Bel den Bauarbeiten werden tausende # Arbeiter Beschäftigung finden. Erbauer der Eisenbahn ist die englische Regierung. kaum merkMch und strömte kein Gas aus. — Das große Glück dauerte drei Tage, nicht länger. Dann waren wieder Flämmchen, die kein Feuer fingen und wieder andere, die beim leisesten Luftzug ausgingen, und die armen Menschlein in dem Zimmer atmeten wieder wirkliches, richtiges Gas. Allerdings das Fenster wer ja zum Olück immer offen. Und wieder einmal kam die Gaskontroüe und sperrte den Ofen ab. Konstatierte: «Auch dieses Rohr ist schadhaft und ein Hahn in der Zuleitung überdies undicht.» — Der Ofen wird abmontiert, geklopft, gehämmert, gefedt, wieder aufmontiert und — spuckt weiter Gas. Da wird die Gaskontrolle energisch, macht Krach, und der Ofen, der Rosche, bekommt nun endlich seinen miesen Soff: Das Fachamt entschließt sich, Ernst zu machen und ihn zu pensionieren. Das hat er nun davon! Aber mir scheint, er nimmt die Sache nicht allzu schwer. Zuerst war er zwar ein bißchen erschrocken, aber dann wurde er ganz vergnügt Na ja, er kennt ja seine Juden und ihre Gutmütigkeit. Er weiß: Jetzt kann er sich ein bißchen ausruhen und dann, so wie man merken wird, daß ihm langweilig ist und er wieder Lust hat, Juden ein bisserl zu quälen, bekommt er schon wieder Beschäftigung. Wozu also unglücklich sein und verzweifeln? Nun ist ein ganz kleiner Gasofen an seiner Stelle. Metallisch hell schimmern seine Wände. Weiter weiß ich noch nichts von ihm. Ob er ein Rosche ist, wird sich erst zeigen. Vorläufig brennt er, heizt er, nur eine Kleinigkeit fehlt: er wärmt nicht; denn «er ist viel su klein für das Zimmer,» hat der Arbeiter gesagt, der ihn auf gestellt hatte. Aber dafür kann doch der arme Ofen nichts. Das darf man ihm nicht ala Risches ankreiden. Irgend Jemand hat ihn ausgesucht, hat sich offenbar einmal wo anders sehr über ihn geäußert und Ihm mir jetzt zur Strafe eine Aufgabe gegeben, der er nicht gewachsen ist. Er arbeitet schwer den ganzen Tag, Er plagt zieh, er tut, was er kann; aber er kann eben nicht. Es geht über seine Kraft: Das Zimmer lleibt kalt. Wk kuige wird er das mir aushalten» dir mm Otmt Eine Sensation für Passach S693 sind weil Ml-lllazziZ in Geschmack und Qualität unübertroffen sindl werden unter streng orthodoxer Aufsicht des m dbd armn -«oa nov am hergestellt Zum Geleit! ft ii i ii i i i ft SCHACH Im Aufträge der Sdiachsektion Hakoah redigiert von Oskar Schlesinger ft ft Nach mehrjähriger Pause steht der Schachsektion Hakoah endlich wieder ein öffentliches Organ zur Verfügung. Wir sind überzeugt, daß nicht nur die Klubmitglieder die Fortsetzung des seinerzeit in der «Morgenzeitung» begonnenen Werkes begrüßen werden, sondern daß auch die zahlreichen schachkundigen Leser der «Stimme», die der Schachsektion Hakoah noch nicht angehören, mit Interesse diese Rubrik verfolgen werden. Arbeitet mit! Helft unser Programm zu erfüllen: Interessantes und Wertvolles aus der Schachwelt — mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen — zu bringen! 0. S. Preis-Problem Von L. L i n d n e r (Budapest) (Chwila 1933) Weiß zieht und setzt mit dem zweiten Zuge Matt Dieser gefälligen Aufgabe wurde im Problem-Turnier der Lemberger jüdischen Zeitung «Chwila» die fünfte ehrende Erwähnung zugesprochen. Unter den Einsendern der richtigen Lösung gelangt Otto Soykas «Der Schach Spieler Jör re» zur Auslosung. Einsendefrist 15. März 1933. Nachrichten Hakoah (Cafe Rabel, l., Wallnerstraßc 2. Spieltage und Mitgliederaufnahme täglich ab 7 Uhr abends.) Klubtumier. Stand nach der achten Runde: Hauser 6% (1 Hängepartie), Feingold 6 (1), Rubinstein 6, Weinstock und Beutum je 5H (1), Schlesinger 4 Vs, Hirschhorn 4, Glaß 3% (3), Geller 2% (1), Grill 2Yj, Irnich 2 (1), Kovacs 1{£ (1), Kaufteil 1, Mettal 0. Nachfolgende hübsche Partie wurde in der 7. Runde gespielt: Weiß: S. Rubinstein; Schwarz: Grill. 1. d2—d4 d7—d5, 2. c2—c4 e7—e6, 3. Sbl—c3 Sg8—f6, 4. Sgl—f3 c7—c6, 5. Lei—g5 Sb9—d7, 6. e2—e4 Dd8—a5, 7. e4—e5 Sf6—e5, 8. Lg5—d2 Se4Xd2, 9. DdlXd2 Lf8—b4, 10. Lfl—d3 d$Xc4, U. Ld3Xc4, Sd7—b6, 12. Lc4—b3, Sbß—d5, 13. Tal —ct Sd5Xc3, 14. b2Xc3 Lb4-a3, 15. Tel—dl 0-0, 16. Lb3—c2 g7—g6, 17. h2—h4 TfS—e8, 18. h4—h5 La3—f8, 19. Sf3—g5 Da5—d5, 20. Lc2—e4, Md5—d7, 21. Sg5Xh7 Kg8Xfi7, 22. ft3Xg6+ Kh7—g8, 23. Thl—Ii7 Lf8—g7, 24. T8i7Xg7+ Kg8Xg7, 25. Dd2—g5 f7Xg6, 26. Dg5—»-!- Kg7—g8, 27. Df6Xg8+ Kg8—78, 28. Tdl—d3 Te8—e7, 29. Td3—h3 Schwärz gibt auf. — Raummangels halber mußte diesmal von einer Glossierung Abstand genommen | stttisa. Die Mazzoth werden aus feinstem Mehl erzeugt! Seit vielen Jahren genießen die «Schmidl- Mazzoth» das beste Renommee und werden von allen bevorzugt Auf die Extraqualität meiner Fabrikate «Marke Schmidl N. B.» auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht mm: ii. iHiETzn 2., Leopoldsgasse 43 und in allen besseren einschlägigen Geschäften erhältlich Telephon-Nummern A-46-1-90, A-60-2-63 und A-41-9^52 Purlm-BHtzturnler. Am 15. März (Mittwoch) veranstaltet die Schachsektion ein mit Preisen ausgestattetes Blitzturnier. Teilnahmsberechtigt sind auch neu eintretende Mitglieder. Beginn %8 Uhr. Gäste willkommen. Vereinswettkampf. Die Mannschaft der ersten Klasse trägt den vorletzten Kampf der Saison am Samstag, den 11. d. M. gegen Austria in deren Klublokal, XVL, Ottakringerstraße, Cafe Hrdy, aus. Hakoah muß trachten, einen ausgiebigen Sieg zu erringen, damit sie noch Aussichten hat, den in Führung liegenden Schachverein Hietzing, der ihr letzter Gegner ist, zu überholen. Treffpunkt für Spieler und Schlachtenbummler um K7 Uhr im Cafe Rabel. Oesterreich Wen. Vereinsmeisterschaft I. Klasse. Gegenwärtiger Stand: Hietzing-A 4450 Punkte, Hakoah 4175, Deutsch. Sch. Vr. 3875, Austria 3000, Hietzing-B und Nord- Wien je 1850 Punkte. Eusiamt Brünn. Das bedeutendste Schachereignis der nächsten Zeit ist die Jubiläumsveranstaltung unseres Brünner Brudervereines M a k k a b i - S c h a c h s e k t i o n: ein interfiatiönales Meisterturnier, zu dem neben den Meistern Flohr, Lilienthal, Nimzowitsch, Pirc, Rubinstein, Spielmann und Steiner auch Delegierte der Hakoah Einladungen erhielten. # Alle Zuschriften sind an «Die Stimme*-Schachredaktion, Wien, I., Kärntnerstraße 28, zu richten. Jüdisf/ker Sport Zwei wichtige Punkte! Hakoah—F. A. C. 1:0 (1:0) W. A. C.-Platz, 5000 Zuschauer, Schiedsrichter Fratv kenstein. Dieses Spiel brachte einen traditionell harten Kampf, wobei die Hakoah-Mannschaft ganz im Gegensätze zu den bisherigen Begegnungen einen etwas glücklichen Sieg erringen konnte. Das tiefe und in der Platzmitte fast grundlose Terrain stellte naturgemäß gerade an diese viele schwache Punkte aufweisenden Mannschaften hohe Anforderungen. Zu all dem gesellte sich noch eine begreifliche Nervosität der Akteure und eine mehr als schwache Spielleitung durch Herrn Frankenstein, der den Floridsdorfem durch das Uebersehen von krassen Off-side-Stellungen zahlreiche, allerdings nicht ausgenützte Chancen verschaffte. Fehlerlos arbeitet Löwy, der von seinen Vordermännern oft im Stiche gelassen wurde. Amster war verläßlicher als Stroß, und in der Halfreihe bot Heß eine gute Durchschnittsleistung, während Guttmann viele Pausen einschaltete, durch sein taktisches Verständnis aber den siegbiingenden Treffer einleitete. Donnenfeld war sehr schwach und konnte sich erst gegen Schluß in gutem Sinne bemerkbar machen. Im Angriff verdiente nur Reich das Prädikat «erstklassig». Die erste Halbzeit brachte eine Ueberlegenheit der Hakoahner und zahlreiche nicht ausgenützte Torchancen. Der siegbringende Treffer fiel ln der 25. Minute durch Mausner nach idealer Frontalvorlage Guttmanns. In der zweiten Hälfte kamen die Floridsdorfer, oft vom Schiedsrichter begünstigt, stark auf. Hakoah: Löwy; Stroß, Amster; Dannenfeld, Guttmann, Heß; Reich, Mausner, Stern, Schiller, Ehrlich. H. Sp. Touristik und Skiklub «Hakoah» Wir veranstalten kommenden Sonntag eine Sonderautobusfahrt ln ein Skigebiet. Anmeldungen Freitag im Klubheim. Ferner finden folgende Skitouren statt: Tirolerkogel, Führer: Fritz Grünhut; Kampalpe, Führer: Otto Politzer. Außerdem werden jeden Sonntag Fußtouren geführt. Gäste willkommen. Zu obigen Touren werden alle näheren Details Freitag im Klubhelm bekanntgegeben. Klubabende L, Wiestoigerstraße 11, von 8 bis 10 Uhr. Je ein Posten mit kleinem Fixum in der Provinz für zwei Jüdische Aerzte. Nähere Auskünfte bei Dr. Alfred LÖWY, IX* Alserstraß* 32.