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Die Stimme · 1933-03-09 · Heft 270 (9.3.1933) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 270 (9.3.1933)
Date
1933-03-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
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Seite 16 DIB STIMME Nr. 270 — 9. M3r* 1033 Letzte Nachrichten SneII für eine wirtschaftliche Einheit Palästinas und Transfoedaniens New York. Das bekannte Mitglied des englischen Unterhauses, Snell, einer der Führer der englischen Arbeiterpartei, der eine Zeittang in den Vereinigten Staaten geweilt hat, gewährte vor seiner Rückreise nach England der New Yorker Jüdischen Telegraphen-Agentur ein Interview, In dessen Verlauf er ankündigte, er werde den Oedanken der jüdischen Siedlung in Transjordanien unterstützen, es wäre für das östliche (transjordanische) und für das westliche Palästina von ungeheurem Nutzen, wenn beide Telle ein wirtschaftliches Ganzes bilden würden und die Zwischengrenze zwischen ihnen aufgehoben sein würde. Bei dieser Gelegenheit erzählte Snell, er habe seinerzeit als Mitglied der Shaw-Kommission beabsichtigt, In dem von ihm verfaßten Minderheitenbericht den Vorschlag zu machen, daß palästinensische und landlose Araber ln dem bevötkerungsarmen und bodenreichen Transjordanien angesiedelt werden. Er habe aber, um Mißdeutungen aus dem Wege zu gehen, von einer Formulierung des Vorschlages zu «einem Bericht schließlich abgesehen. Arabisch-jüdische Friedensfeier m Pardess Schana Jerusalem. In der Kolonie der Palestine Jewish Coloni- «ation Association (PJCA) «Pardess Schana» fand eine Jerusalem. Die arabische Presse Palästinas kommentiert den von der soeben geschlossenen arabischen Konferenz gefaßten Beschluß einer Nichtzusammenarbeit mit der Regierung dahin, daß unter Non-Cooperation die Weigerung, Steuern zu zahlen, und der Boykott englischer, Waren zu verstehen ist Dieser Beschluß, erklärt die arabische Presse weiter, bedeutet einen Wendepunkt in den Beziehungen der arabischen Welt zu England. Hier verlautet, daß die Londoner Pro-Moslem-Organisation «National Political League» hinter der Non-Coopera- London. «The Financial News» hat soeben eine Palästina-Sondernummer der Oeffentlichkeit übergeben, ln der vom High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, geschriebenen Einleitung heißt es: «Daß «Financial News» Palästina eine Sondernummer widmet, ist als ein Tribut für die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Landes zu begrüßen. Erst allmählich wird man sich über die kommerziellen Möglichkeiten Palästinas klar. Die Citrus-Produktion nimmt von Jahr zu Jahr zu; die Kaligewinnung aus dem Toten Meer ist kommerziell bereits gewinnbringend; aus den Wassern des Jordan wird elektrische Kraft erzeugt; der neue Hafen von Haifa ist einer der schönsten Im östlichen Mittelmeer und zur Aufnahme größter Schiffe bei jedem Wetter geeignet; Haifa wird bald der Endpunkt der Oelröbrenlinie vom Irak, so daß man diese Stadt als ein neues Tor zum Orient bezeichnen kann. Alle diese angedeuteten und noch andere Entwicklungen bieten englischem Kapital und englischer Industrie große Möglichkeiten in einem Lande, in dem immer wieder neue Fabriken errichtet werden, in dem die öffentlichen Ein- Wer seine Gesundheit schonen will, benützt das feinste palästinensische OllvenOI ..Sheman" zum Kochen, Braten, Backen und Salat, sehr ausgiebig, leicht verdaulich; in Kanistern zu 25, 5. 21/2, I und kg. Salafttl auch zum Kochen, Braten und Backen, in Kanistern zu 4/2 kg S 2.80 pro 1 kg. TolldlMslfe Adln Luxusseife, das schönste Geschenk; Karmer flowers, schäumt in kaltem Wasser. 0«asa If«nflo«k«n aus reinem Olivenöl, auch Galil-, Hadar Hakarmel- und Babyseife. Preislisten über Wunsch kostenlos. Gencralrepräsentanz und Alleinverkauf für Österreich: I. IHUUHUiiSCl. II.. ZlrlUUOUU II, TM. I 47-0-50 Friedensfeier der jüdischen Kolonisten und der in der Nachbarschaft der Kolonie lebenden Beduinen statt, der über 1000 juden und Araber, mehrere arabische Stammesoberhäupter und Regierungsbeamte beiwohnten. Nach orientalischer Tradition wurde eine Friedenszeremonie inszeniert, bei der die Beduinen sich durch einen feierlichen Pakt verpflichteten, niemals ihre jüdischen Nachbarn anzugreifen. Edwin Samuel Regierungskommissar des Emek Jerusalem. Edwin S. Samuel, Sohn des ersten High Commissioner für Palästina, Sir Herbert Samuels, ist zum Distriktskommissar für den Bezirk Nazareth ernannt worden. Ihm untersteht nun das gesamte Tal Jezreel (Emek), eines der Hauptzentren jüdischer Kolonisation in Palästina mit den Siedlungen «BaJfouria», «Jinjar», «Ajn Charod», «Nahalal», «Ramath David» (benannt nach David Lloyd George) u.v. a. Der Posten eines stellvertretenden Distriktskommissars von Jerusalem, den Edwin Samuel bisher bekleidet hat, soll, wie mitgeteilt wird, weiterhin mit einem jüdischen Beamten besetzt werden. Edwin Samuel versieht Dienst in Palästina, seitdem sein Vater das Amt eines High Commissioner angetreten hat. tion-Bewegung steht. Dem High Commissioner sind viele Telegramme von arabischen Organisationen zugegangen, In denen gegen seine der Abordnung der Konferenz auf deren Forderung nach Verbot jüdischer Einwanderung und Verbot des Bodenkaufs durch Juden erteilte Antwort protestiert wird. Die arabische Exekutive Palästinas veröffentlicht eine Erklärung, in der jedem Araber, der Boden an Juden verkauft, mit der Ausstoßung aus der arabischen Gemeinschaft gedroht wird, so daß weder er noch ein Mitglied seiner Familie auf einem moslemitischen Friedhof beerdigt werden würde. künfte im Steigen sind und das Vertrauen zur weiteren Entwicklung groß Ist. In der Hoffnung, daß die Bande Palästinas zu Großbritannien und dem British Empire enger geknüpft werden, empfehle ich diese Nummer der «Financial News» allen Lesern. In dem «Glückliches Palästina» überschriebenen Leitartikel der Palästina-Nummer der «Financial News» wird ausgeführt: «In einer Welt, der Depression, Arbeitslosigkeit, nicht ausbalancierte Budgets, verelendete Landwirtschaft und ertraglose Industrien den Stempel aufdrücken, bildet Palästina eine rühmliche Ausnahme. Es ist ein kleines Land, etwa vom Umfang von Wales, aber es gedeiht und bietet Gelegenheit für gesicherte Investierungen. Heimat und Geburtsstätte dreier großer Religionen, ist Palästina Millionen Menschen ein heiliges Land. Die Nachkriegsentwicklung hat es nun auch zu einer wirtschaftlichen Bedeutung erhoben, die erst langsam erkannt wird. Palästina stellt heute einen beachtenswerten Markt dar. Er ist nicht leicht zu erobern, das Land hat drei offizielle Sprachen und in seiner Hauptstadt Jerusalem werden sogar 24 Sprachen gesprochen. Aber es gibt im Lande eine große europäische Gemeinde. Das Land bietet reichlich Gelegenheit für Investierungen in Landwirtschaft, im Baugewerbe, in der Erschließung natürlicher Hilfsquellen und im Handel, die« alles bei einem reichlichen Maß von Sicherheit. Glücklicherweise hat die wirtschaftliche Prosperität Palästinas die politischen Differenzen unter seinen Einwohnern gemildert, ln der Frage der Schaffung eines Legislative Council wird! keine unangenehme Hast an den Tag gelegt. Der Lage der! arabischen Fellachen wird größere Sorge zugewendet. Wohl j bestehe» wirtschaftliche Differenzen, wie anderswo auch, j aber solange sie eine Rückwirkung wirtschaftlichen Fortj Schrittes sind, besteht Hoffnung, daß die Befürchtungen des j nationalistischen Teiles der Araber besänftigt und das Feuer I des ungeduldigen Teiles der Juden gedämpft werden und , daß eine Arbeit zu aller Nutzen getan wird.» , Die Palästina-Nummer der «Financial News» enthält auch Beiträge von Sir Robert Waley-Cohen, $. HooiHen, S. Tolkowskg und Pinchaa Rutenberg. Jüdische* Jfodksdküte* Der Jüdische HochschulaussciiuB veranstaltet gemeinsam mtt dem Jüd.-atoatl. Juristenverein am II. März 1933 «1 sämtlichen Sälen des Handclsmusemns, Wien, IX., Berggasse Nr. 16, eine Purim-Redoute unter der Devise: «Mit der Schlachmoncs nach Haifa». An der Fahrt nehmen teil: Damen in Kostümen und Masken, Herren womöglich in Kostümen. Anmeldungen von seetüchtigen Teilnehmergruppen bei der «Schlachmones»-Schiffahrtsgesellschaft, Wien, IX., Zimmermannplatz 8, in der Zeit zwischen 1 bis 2 Uhr mittags. Karten ä S 3..— Im Hochschttlausschtiß twwl bei sämtlichen Fachvereinen. £ Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel Wir ersuchen die Kollegen dringendst, die MitgüedsbeJträge zu bezahlen. Wir veranstalten im Monat März Exkursionen in die Schichtwerke (Wien, XL) und Meteorologische Anstalt (Hohe Warte). Näheres Anschfagkasten. In der letzten Zeit wurden systematisch Bücher für 7. und 8. Semester an-gekauft. Eine genaue Liste wird in Kürze erscheinen. Kollegen schenket oder verkaufet uns die Bücher, die Ihr nicht mehr benötigt. Kleine Kunstnacheichten Rezitationsabend. Aus dem Zyklus: Palästinensisch« Romanzen Dienstag, den 21. d. M., 8 Uhr abends, findet im kleinen Musikvereinssaal ein Rezitationsabend statt, bei dem Maria Luise C a v a 11 a r Dichtungen aus dem Zyklus «Palästinensische Romanzen» von Dr. Martha Hof mann vortragen wird. Mirjam Koralowa In den Jüdischen Kfidstterspieleii Ab Freitag, den 10. März, gastiert in den Jüdischen Kammerspielen diie berühmte jüdisch-amerikanische Soubrette Mirjam Koralowa mit ihrem Partner Adolf Tef n e r. Gegeben wird das dreiaktige Lustspiel «Negerm ä d e b von N. Lilien, Musik von Son Polakoff. Die Regie führt W. Kambaroff. Mitwirkend Dina König und das ständige Ensemble der Jüdischen Künstterspiele. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Mirjam Koralowa, die ursprünglich russisch spielte, später große Erfolge in Peking, Schanghai und Tokio erzielte, eroberte während ihrer amerikanischen Tournee auch das amerikanische Publikum und gehört zweifellos zu den besten jüdischen Soubretten der Gegenwart. Die Jüdischen Künstlerspiele und die jüdischen Vereine Alle zionistischen Vereine, Bezirkssektionen, .Landsmauoschaften, sowie die jüdischen humanitären und Wohltätig?- keitsvereine werden hiermit aufmerksam gemacht, daß sich die Direktion der Jüdischen Künstlerspiele entschlossen hat, die Vereinsvorstellungen nm 100 Schillinge billiger als b‘ her, also urn den Pauschalpreis von S 250.— (bisher S 350 —) abzugeben. Voraussetzung für diese Begünstigung ist die Abnahme der Vereinsvorstelkmgeji bis 20. März. Liederabend Dr. Max Hönig Heute, Donnerstag, 19.30 Uhr, im Ingenieur- und Architekten-Verein, I., Eschenbachgasse 9, singt Doktor- Max Hönig internationale Volkslieder. Das reichhaltige Programm umfaßt u. a. hebräische, jiddische, russische, englische, schwedische, polnische, finnische Volkslieder sowie Negrospirifuals. Mitwirkend: Käthe Gutmann (Rezitation). Am Flügel: Hans Mittler. Karten an der Tageskasse «Elite», 1., Graben 28, und an der Abendkasse des Ingenieur- und Architektenvereines. 1. Zykluskonzert Der bekannte jüdische Musiker Hermann Gwiillmann, gewesener Oberkantor der Kischinewer Hauptsynagoge und des Margaretner Tempels in Wien, gibt am Sonntag, den 19. d. M., 20 Uhr, im Kammerkonzertsaal Palais Ratibor, L, Singerstraße 16, ein Vokalkonzert liturgischer, weltlicher und hebräischer Volksmusik. Mitwirkend Konzertpianistin Cäcilie Gwillmapn. Kartenvorverkauf: Catt «Carl-Theater», 11., Praterstraße; Bücherstube Rath, II., Taborstraße; Lebensmittelgeschäft Kurzweil, II., Heines/traße 14. «Wenn In der Hanptallee Kastanienbäume blüh'n» Bei der kürzlich statbgefundenen Austragung der Sch'lagerkonkurnenz 1933 haben die Juroren Ed. Eysler und andere dfn I. Preis dem Liede «Wenn in der Hauptallee Kastaivienbäume blüh’n» von Jos. M. Kratky, Text von Rudolf Hoff» mann und Otto Rejzek, zuerkannt. Der Verein zur Förderung jüdischer Musik veranstaltet am 19. d. M., Sonntag, 1730 Uhr, im Saale der B’nai Brith, IX., Universitätsstraße 4, sein nächstes Konzert unter det Devise: Jüdische Lieder. Ausfflhrende sind: Maria Bernay, Josefine Jedlitzer, S. Lichtmann (Gesang), Schulamith Silber und Israel Rrandmann (Violine) und Robert Spitz (Klavier). Reiset mit uns nach Palästina I 4 Reisegesellschaften haben wir in den letzten 5 Monaten nach Palästina geführt; die Purim-Reisegruppe verließ am 21. Februar Wien: Wieder waren alle uns zur Verfügung gestandenen Plätze besetzt, wieder mußten viele Interessenten, welche sich zu spät angemAit: hatten, abgewiesen werden. — Unsere nächste, die Pessach-Palästinareise geht am 28. Mü.v. d. J. von Wien ab Auf dem 12.500-t-Ueberseulampfer «Martha Washington» wurde uns eine beschränkte Anzahl von 2 bis 6 Bettkabinen reserviert, von denen fast alle bereits vergeben sind. Diese Reise wird wieder von der «PAG» r. 6. m. b. H. organisiert, dies bedeutet für Sie: Durchführung aller notwendigen Vorarbeiten, beste Unterbringung auf Bahn, Schiff und in Palästina, aber auch Anbahnung wirtschaftlicher Verbindungen ln Palästina, Studium geschäftlicher Möglichkeiten usw. Melden Sie sich noch heute bei der Verwaltung der «Stimme» als Reisetoilnehmer an. Was bedeutet der Non-Coopevaiion- Beschluß der arabischen Konferenz? Glückliches Palästina Eine Palästina-Sondernummer der „Financial News44

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