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Die Stimme · 1933-03-02 · Heft 269 (2.3.1933) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 269 (2.3.1933)
Date
1933-03-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 OIE STIMME Nr. 209 — 2. M9rz 1933 XVUL2ionistenhongreß,Jlugust1933 ln Karlsbad oder ln Basel? Jerusalem. Wie die J. T. A. meldet, wird der XV11I. Zionistenkongreß ln Karlsbad Im August dieses Jahres stattfinden. Diese Meldung wird der J. T. A. durch den Präsidenten des Zionistenkongresses und des Zionistischen Aktionskomitees, Herrn Leo Motzkin, bestätigt. Wie Herr Motzkin erklärt, haben die Exekutive der Zionistischen Organisation und das Präsidium des Zionistischen Aktionskomitees in einer gemeinamen Beratung beschlossen, den XVIII. Zionisten- Keine Neuorganisation des transjordanischen Grenzkorps Jerusalem. In einer Mitteilung an die Jüdische Telegraphen-Agentur erklärte die Palästina-Regierung, daß die von der arabischen Presse gebrachte Mitteilung, die Regierung beabsichtige, das transjordarvsche Grenzkorps in einer Weise zu reorgan sieren, daß sich die Hälfte desselben aus luden zusammensetzt, der Grundlage entbehrt. Es sei auch nicht richtig, daß Die Regierung die Absicht habe, den Staatszuschuß an die transjordanische Regierung nicht mehr auszuzahlen. In einer weiteren Mitteilung an die Jüdische Telegraphen-Agentur erklärte die Palästina-Regierung, sie beabsichtige nicht, irgendeine Erklärung in der transjordanischen Bodenverkaufsfrage abzugeben; dabei verwies sie darauf, daß in Transjordanien ein eigener Bevollmächtigter der Mandatarmacht sitzt. Die arabische Presse veröffentlicht heute angeblich authentische Einzelheiten über den zwischen dem Emir Abdullah und einer amerikanisch-jüdischen Gesellschaft geschlossenen Bodenverkaufsvertrag; danach hätte sich die jüd:sche Gesellschaft verpflichtet, sobald die Bodentransaktion perfekt sein wird, eine Million Pfund in Transjordanien zu investieren. Großer Waldfrevel bei Nahalal 10.000 junge Bäume entwurzelt Jerusalem. Wiederum ist in Palästina ein großer Waldfrevel zu verzeichnen. Arabischer Mob brach in eine Pflanzung des Keren Kajemeth in der Nähe von Nahalal ein und riß etwa 10.000 junge Bäume aus dem Erdreich heraus. Die dort beschäftigten luden waren gegenüber dem ihr an Zahl überlegenen arabischen Mob machtlos. Die Polizei trieb die Waldfrevler auseinander und verhaftete 13 von ihnen. Eine neue Kolonie im Vadi Havarith Jerusalem. Die Leitung des Keren Kajemeth hat nach langen Verhandlungen mit einer Gruppe jüdischer Kleinhändler in Tel-Awiw dieser 800 Dunam Boden im Vadi Havarith übergeben, auf dem 40 Kleinhändlerfamilien angesiedelt werden sollen. Jede Familie erhält 20 Dunam Boden zur Anlage intensiver und extensiver Kulturen. Der Boden eignet sich auch für Orangenanbau. Kleine Polastina-Hactirictiten 1932 vier Millionen Pfund jüdischen Kapitals in Palästina investiert Jerusalem. In einem während der vierten Konferenz der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterföderation Palästinas (Histadruth) erstatteten Bericht stellte H. Frumkin fest, daß im Verlauf des Jahres 1932 viel Millionen Pfund jüdischen Privatkapitals in Palästina investiert worden sind, davon E «Da-Ho» Schuhe sind anerkannt wegen ihrer besten Qualität, guten Paßform und billigen Preisen. Erhältlich Schuhniederlage David Horowitz, H., Taborstraße II b, Ecke Gredlerstraße 31. kongreß für den 8. August nach Karlsbad einzubenifen. Wie wir von Informierter Seite erfahren, Ist die vorstehende J. T. A.-Meldung zumindest verfrüht. Denn gleichzeitig werden Verhandlungen mit der Mustermesse ln Basel geführt, die es nicht als ausgeschlossen erscheinen lasen, daß die historische Kongreßstadt Basel auch diesmal wieder den Zionistenkongreß beherbergen wird. 1,350.000 Pfund in Boden, 1,400.000 Pfund in Neubauten, 500.000 Pfund in neuen Industrien, 900.000 Pfund in Plantagen. Von der in Neubauten investierten Summe fallen 550.000 Pfund allein auf Tel-Awiw. Der «Arabische Nationalfonds» registriert Jerusalem. Die Statuten des «Arabischen Nationalfonds», der als Gegenstück zum Jüdischen Nationalfonds begründet worden ist, sind soeben von der Palästinaregierung legalisiert worden. Die arabische Exekutive hat an alle moslemitischen Könige, Emire, Prinzen und Notabein Zirkulare und Briefe versandt, in denen diese ersucht werden, Aktien des «Arabischen Nationalfonds» zu erwerben, damit der Uebergang arabischen Bodens an Juden hintangehalten werden könne. Das Auto des Emirs Abdullah von Schuljungen in El Salt mit Steinen bombardiert Jerusalem. Als Emir Abdullah von Transjordanien auf der Rückreise von Jerusalem nach seiner Hauptstadt Amman in Transjordanien mit seinem Auto die Stadt El Salt passierte, wurde sein Auto von Schuljungen mit Steinen beworfen, wodurch sämtliche Glasscheiben desselben in Trümmer gingen. Der Emir selbst wurde nicht verletzt. Fünf Knaben wurden im Zusammenhang mit diesem Vorfall verhaftet. Nahum Sokolow bei Baron Edward de Rothschild Paris. Auf seiner Rückkehr von Palästina über Aegypten und Italien weilte Nahum Sokolow, Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, kurze Zeit in Paris und war hier Gast des Ehrenpräsidenten der Jewish Agency Baron Edmond de Rothschild. Nahum Sokolow besprach mit Baron Edmond de Rothschild eingehend die Situation in Palästina. Am Sonntag nachmittags traf Sokolow in London ein und wohnte noch am gleichen Abend dem Festbankett anläßlich des 25jälirgen Bestehens des hebräischen Zentralorganes der zionistischen Bewegung «Haolam» als Ehrengast bei. Sokolow war bekanntlich der erste redaktionelle Leiter des rHaojarm. Palästina-Weine billiger 1 Karmelweine aus Richo» le Zion haben in diesem Jahre eine wesentliche Preisreduktion zu verzeichnen. Der österreichische Vertreter der üroßkellereien in Richon le Zion, Herr Gustav Wilder, gibt uns nachstehende Detailpreise fiir Originalflaschen bekannt: Recboboth S 2.40, Emek S 2.70, Karmel S 3.10, Perle Saron S 3.30, Muscat Karmel S 4.—. Die Weine sind in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Um sich vor den vielen, im Handel befindlichen Nachahmungen zu schützen, wird dem konsumierenden Publikum empfohlen, die Bezeichnung Richon leZion zu beachten. Einige Pressestimmen über „Die einzige Lösung“ «Jüdisches Wochenblatt», Köln (21. Oktober 1932): ...Das Stück ist propagandistisch von durchschlagender Wirkung, es will aufrufen, beweisen, überzeugen, zur zionistischen Aktivität auffordern. ... Zum Schlüsse die Zuspitzung auf die —• einzige Lösung — für alle Nöte der Gegenwart. «Das jüdische Volk». Danzig (September 1932): «Oie einzige Lösung» von Dr. Sally Lewin, Musik von Daniel Samburski, beide aus Danzig, ging vor einem tausendköpf gen Publikum in Szene und wurde, wie überall, ein großer Erfolg ... Sprech- und Singchöre von Not und von den Leiden der Juden in der ganzen Welt und von den Freuden und von der Begeisterung, die das arbeitende junge Geschlecht in Erez Israel erfüllen ... «Nene Breslauer Zeitung» (15. November 1932): ...In dem Kollektivdrama, das Mitglieder des Makkabi vor überfülltem Hause vorführten, wird der Zionismus als einzige Lösung der ewigen Judenfrage gezeigt... «Memeler Zeitung» (27. September 1032): ...Dl« Wucht und der Rhythmus dieses aus deutschen Verhältnissen geborenen Hörspieles ist von stärkster und propagandistischer Wirkung... ÖKamenu», Jerusalem (t. September 1932): ...In einer Reihe deutscher Städte wurde «Die einzige Lösung» mit stürmischem Beifall aufgeführt... Die prägnante Form dieser Zeitdichtung im Stile des Sowjettheaters mit seinen Massenchören und der aufwühlenden Musik hat viele neue Menschen für den Zionismus gewonnen ... Hlstadruth Iwrith. Samstag, 4. d. M., pünktlich 20.15 Uhr, im Saale der «Stanislauer», II., Praterstraße 11, 1. Stock, Stiege rechts, Vortrag S. Auerbachs über «Nisson Uri Gnessin — esrim schonall l’motho». — 18.30 Uhr: Seminar für hebräische Poesie im Mittelalter (Leiter: Dr. B. Klar). — 19.30 Uhr: Seminar für neuhebräische Literatur. — Kaufet den Sela der BritTi Iwrith für das Jahr 56931 Kleine Kunstnachrichten Josef Kamen wieder in den Jüdischen Künstlerspielen Nach einer mehrwöchigen Pause wird der berühmte Charakterdarsteller Josef Kamen ab Freitag, den 3. d. M* in den «Jüdischen KUnstlerspielen» wieder auftreten. Näheres in den Tageszeitungen. Liederabend Dr. Max Honig Am Donnerstag, 9. d. M., 19.30 Uhr, im Ingenieur- und Architekten-Verein, I., Eschenbachgasse 9, singt Doktor Max Honig internationale Volkslieder. Das reichhaltige Programm umfaßt u. a. hebräische, jiddische, russische^ englische, schwedische, polnische, finnische Volkslieder sowie Negrospirituals. Mitwirkend Käthe Guttmann (Rezitation). Am Flügel: Hans Mittler. Karten an der Tageskasse «Elite», 1., Graben 28, und an der Abendkasse des Ingenieur- und Architektenvereines. Violinabend Adele Bauminger Das Konzert der jüdischen Künstlerin Adele Bauminger, das kürzlich im Großen Musikvereinssaale stattfand, bot einen wahrhaftig seelischen Genuß für alle 7\>- hörer, für Kenner und Laien. Ihre künstlerische Leistung ist ganz phänomenal; ihre Musikkultur sucht vergebens ihresgleichen. Die akrobatisch schwierigsten Passagen spielt Adele Bauminger mit einer ebensolchen Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit wie die strahlenden, bezaubernden Flageolette. Ihr silberheller, warmquellender Ton dringt mit Kraft und Lieblichkeit in das menschliche Herz. Sie versteht, mit prachtvollem Vortrag, mit ihrem schwungvollen Temperament und ihrer poesievollen Tonbildung im Verein mit dem Adel ihrer kunstsinnigen Interpretation eine tiefgreifende Wirkung, eine innere Erhebung bei den Zuhörern zu erzeugen. Die allgemeine Begeisterung löste rauschenden Beifall aus. Dr. F—z. Tanzabend Susi Miriam Susi Mirjam tanzt heute Donnerstag, 19.30 Uhr, hn Großen Saale der Urania ein neues Programm. Außerdem wird s;e aus ihrem vorjährigen Programm die drei mit dem größten Beifall aufgenommeien Nummern wiederholen. Am Klavier Utja Braun-Piaügorsky. -L1! . ■BSBBBSBBHBHii Eine Pessachfahri nach Polen ohne Paß und Visa anläßlich der vom humanitärem Verein der Lemberger in Wien veranstalteten Pessachfahrt nach Polen: Krakau—Lemberg—Stanislau usw., werden die Reisender, ohne alle durch die Nachkriegszeit heraufbeschworenen Erschwerungen reisen können. Weder Paß noch Visa sind nötig, es genügt die Fahrkarte allein und auch diese ermäßigt. Die Veranstalter der Pessachreise sind sich dessen bewußt, daß sie dadurch allen Schichten der jüdischen Bevölkerung diese Reise ermöglichen. Näheres und Anmeldungen im Caf6 Rappaport, Wien, 1., Franz-Josefs-Kai 45 (Tel. U 25-3-03). und bei Dr. S. Tocker, I., Kämtnerring 12 (Tel. U 40-4-42). Für die Gesundheit ist das Beste gerade gut genügt Ein rasch und siener wirkendes Mittel bei rheumatischen und gichtischen Beschwerden sowie bei Kopfschmerzen sind die seit 18 Jahren glänzend erprobten Togaltabletten. Die große Beliebtheit verdankt Togal den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzte, Kliniken und Krankenanstalten mit diesem Präparat erzielten. Togal ist stark harnsäurelösend und geht daher direkt zur Wurzel des UebeJ«. Sie bekommen es in jeder Apotheke. Palästinaregierung wird den jüdischen Frauen das Wahlrecht nicht nehmen Erklärung des Kolonienminister s im Unteerhaus London. Im Unterhaus fragte Miß Rathbone den Kolonieminister, ob es wahr sei, daß die demnächst zu verkündende Municipal Ordinance für Palästina den jüdischen Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu den Gemeindeverwaltungen, das diese seit 10 Jahren innehaben, nehmen und es dem High Commissioner überlassen werde, zu bestimmen, ob und in welchem Maße jüdische Frauen das Wahlrecht auszuüben haben. Miß Rathbone fragte weter, ob die Regierung nicht eher ihre Aufgabe darin sehen würde, die arabischen Frauen auf das Niveau der jüdischen Frauen zu h .ben und auch ihnen Wahlrecht zu geben. Der Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister erklärte: Im allgemeinen besäßen die jüdischen Frauen in Palästina nicht das aktive und passive Wahlrecht; nur in der rein jüdischen Stadt Tel-Awiw und in gewissen rein jüdischen Dörfern dürfen Frauen auf Grund einer Verfügung des High Commissioner wählen und gewählt werden. Der vorläufige Entwurf der neuen Local Governement Ordinance sieht ein Wahlrecht nur für Männer vor, geht aber soweit, dem High Commissioner direkt Vollmacht zu erteilen, nach Gutdünken auch Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu gewähren. Ich sehe, schloß der Kolonienminister, keinen Grund zu der Annahme, daß irgendeine Absicht bestünde, jüdischen Frauen in Palästina das aktive und passive Wahlrecht, das sie schon einmal besitzen, zu nehmen. Ich zweifle nicht daran, daß der High Commissioner von seiner Befugnis, Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu gewähren, weise Gebrauch machen wird. Jüdisdke Jhbeiterstfkaft in Palästina freie linnandewung Wichtige Beschlüsse der Histadruth'Konferenz Jerusalem. Nach einer mehr als eine Woche dauernden Tagung, deren Verlauf in ganz Palästina mit größtem Interesse verfolgt wurde, ist am 19. Februar die vierte Konferenz der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterföderation Palästinas (Hlstadruth), die seit 1927 nicht mehr zusammengetreten war, geschlossen worden. Die Konferenz faßte eine Reihe bedeutungsvoller Beschlüsse. In einer Resolution wird die Forderung an die Regierung ausgesprochen, jede Art Einwanderungsbeschränkung aufzuheben und die Kontrolle über die Einwanderung der Jewish Agency zu übertragen.

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