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Die Stimme · 1933-03-02 · Heft 269 (2.3.1933) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 269 (2.3.1933)
Date
1933-03-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Vr. m — 2. MS« 1939 Alt! «TIMM« .... ^.. .) gitüfY ZionisttschcsLcben fnWten Die Arbeit des Keren Kaja* meth Chajes* Aktion. Bisher sind insgesamt S 10.000.61 eingtgangen. In der letzten Woche gingen ein: Zentrale S 2287.80, Mirjam 10.—, Wizo VI/VI1 16.—, Sektion Prater 10.50, Sektion 111 73.50, Sektion IV/V 30.33, Sektion IX 30.50. Für den Chajes-Wald sind bisher insgesamt ©ingegangen 9028 Bäume, es fehlen somit noch 972 Bäume. «Adolf*Böfim*Hain.» Für den «Adolf-Böhm-Hain» sind weiters 220 Bäume eingegangcn, Insgesamt 812 Bäume; zurrKompleltierung desselben fehlen noch 187 Bäume. Unter den eingegangenen Baumspenden befindet sich ein Garten im Betrage von S 1050.— von der KKL- und Wizo-Versicherungsabteilung, ferner S 600.— von F. G. Chajes-Aktion durch Chajes-Broschüren. Der Keren Kajemeth hat an Gg. und unserer Sache Nahestehenden die Chajes-Gedenkbroschüre samt Erlagscheinen übersendet, in dieser ersten Woche sind darauf S 347.50 eingegangen. Hain auf Namen Dr. Desider Frledmattit-Dr. Josef Löwenherz. Auf diesen Hain ist bereits mehr als ein Garten gestiftet worden. Garten auf den Namen Prof. Dr. Leo Menczer, Freunde dieses Gg. haben beschlossen, auf dessen Namen einen Garten zu stiften. Eingegangen sind bisher S 292.89. Garten auf den Namen des Klubs Erez Israel. Der Klub Erez Israel hat bei seiner letzten Ausschußsitzung beschlosaen, einen Garten auf den Namen des Klubs im Chajes-!Wa!de zu stiften. Die Mitglieder haben mit der Sammlung bereits begonnen.. Alfred von der Walde-Garten. Auf den «Alfred von der iWalde-Garten» sind bisher S 643.19 eingegangen. Zur Komplettierung fehlen somit noch S 406.31. Chajes-Wald-Sammlung durch die Bibelschule, XX., Kluckygasse 7. Gg. Dr. Leo Menczer hat diese Sammlung durchführen lassen, die den Betrag von S 164.30 ergab. Silberbuch. Grete und Berthold Weiser anläßlich ihrer Vermahlung (Nr. 132). Verrechnung der Dezember-Jänner-Leerung. Die Bünde «Mischmar Haowdim-J. S. A. J.» und Histadruth Gordonia haben diese Leerung endgültig verrechnet. März-Büchscnleerung. Die dritte KKL-Büchsenfeerung findet in .der Zeit vom i'5. bis inklusive 31. März statt. Tagesordnung des ordentlichen Delegiertentages Samstag, den 4. März 193 3, 8 Uhr abends, Sa Saale des niederösterreichischen Gewerbevereines, L, schenbachgasse 11: 1. Begrüßung durch den Präsidenten des Landestomitees. 2. Wahl des Präsidiums. 3. Wahl des Permanenzausschusses. 4. Referat Gg. Adolf Böhm: «Die gegenwärtige Lage m Palästina.» 5. Referat Gg. Dr. Angelo G o 1 d s t e 1 n, Abgeordneter, Prag: «Das Judentum in der Weltkrise und der Zionismus.» Sonntag, den 5. März 1933,?410 Uhr vor* mittags, im Chajes-Saal der Bezirkssektion 11., Praterstraßc Nr. 13: 1. Referat Gg. Dr. E. R! m a 11: «Das Kulturproblem im Zionismus.» 2. Referat Gg. Dr. Chaim Tartakowert «Die he* bräische Bewegung.» 3. Rechenschaftsbericht des Landeskomitees. 4. Debatte. 3 Uhr nachmittags: 5. Referat des Präsidenten der israelitischen Kultus* gemeinde Dr. Desider Friedmann: «Die Wiener Kultus* gemeinde.» 6. Debatte (Fortsetzung). 7. Neuwahlen. Beginnpräzise8Uhrabends. Die Delegierten werden dringendst ersucht, sich späte* stens %8 Uhr abends einzufinden. Erste Tagung der Jung-Wizo, Polen Vom 2. bis 5. Februar fand die erste Tagung der polnischen Jung-Wizo-Gruppen in Zakopane statt. An die Tagung schloß sicTi eine Sitzung der erweiterten Buiidesleitung des Kontint'iitalbuncles Zionistischer Mädchenvereinigungen-- Jugenddezernat der Wizo an. Sowohl die Tagung als auch die Leitungssitzung nahmen einen äußerst oetnedigeuden Verlauf und brachten wichtige Entschließungen und neue Anregungen auf allen Gebieten unserer Organisation. Schon der äußere Rahmen der Tagung im großen Saale des vornehmen Hotels «Morskie Öko», der mit Bildern aus dem neuen Palästina des Malers Wilhelm Wachtel geschmückt war, war durchaus würdevoll und harmonisch. Die Jung- Wizo-Gruppen Polens waren durch ÖG Delegierte vertreten. Im Vordergrund der Verhandlungen standen die so sehr aktuellen Fragen der Hachseharah und Aliiah und die organisatorischen Beziehungen der vier Zentralen der polnischen Jung-Wizo (Warschau, Lodz, Lemberg, Krakau) zueinander und. zur Wiener Zentrale. Um einem dringenden Bedürfnis der zur Alijah bereiten Mitglieder des K. B.-Jung-Wizo gerecht zu werden, beschloß die Tagung die Schaffung einer Haushaltungsschule und die Organisierung städtischer Plugot für gewerbliche Ausbildung. Die Tagung forderte auch eine vollberechtigte Vertretung der Wisjo in den Palästina-Aemtern und die Erteilung von Mittelstanüszertifikaten an Frauen. Auf organisatorischem Gebiet wurde durch die Schaffung eines Oberrates eine straffere Zentralisierung der 6ulnlschen Jung-W.zo angebahnt. Ueberdies wurde die lerausgabe eines Mitteilungsblattes In polnischer Sprache beschlossen, das einen innigeren Kontakt der Gruppen ermöglichen soll. Ideologisch bestätigte die Tagung die bisherige Stellung des K. B.-Jung-Wizo als einer Organisation, die den gleichen Wert auf die unmittelbare Arbeit für Palästina wie für die Erziehungsarbeit in der Galuth legt und somit eine Vereinigung von chaluzischer und Gatuth-Organisation darstellt. In zionistisch-parteipolitischer Beziehung wahrt unsere Organisation auch weiterhin ihren politisch neutralen Charakter. Die Tagung, die Klärung ln zahlreiche Probleme des K. B.-Jung-Wizo brachte, dürfte einen Markstein in der Entwicklung unseres Bundes bedeuten. Dr. Henny Lichtenstein-Rappaport. „Das Wasserkraftwerk am Jordan14 Vortrag Ing. Rudolf Pfister Der Verband jüdischer Ingenieure für den Aufbau Palästinas veranstaltet am 2. März d. J. um halb 8 Uhr abends im großen Saale des Oesterreiehischen Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschentoachgasse 9, einen Vortrag des Ingenieurs Rudolf Pfister Uber «Das Wasserkraftwerk am Jordan» Seine wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung für den Aufbau Palästinas.» Herr Ingenieur Rudolf Pfister, ein anerkannter Fachmann auf dem Oebiete des Ausbaues von Wasserkraftwerken in Oesterreich und in der Schweiz, war bekanntlich Bauleiter des großen Ruthenberghschen Jordan- Kraftwerkes. Der Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder illustriert. Karten sind zu haben: Zionsitisches Landeskomitee für Oesterreich, 1.. Kärntnerstraße 28* R# 27-4-86 Und an der Kasse. * GesetlscHaftsahend der „Wizo“ und des zionistischen Landeskomitees Das Zionistische Landeskomitee von Oesterreich und die «Wizo» veranstalten zu Purim, d. i. am Samstag, den 18. März 1933, in den Konzerthaussälen einen großen Gesellschaftsabcnd. Nähere Einzelheiten Über das künstlerische Programm in der nächsten «Stimme». Karten sind erhältlich: Zionistisches Büro, I., Kärntnerstraße 28, Tel. R 27-4-86; Parfümerie Rauch, I., Rotenturmstraße 21, Tel. U 25-6^80; Zionist. Sektion Leopoldstadt, II., Praterstraße 13, Tel. R 44-3-45; Bücherstube Rath, 11., Taborstraße 20 a, Tel. R 43-1-58; «Wizo», IX., Nußdorferstraße 42, Tel. A 16-0-44; ferner in allen Sektionen und bei allen Vorstands- und Komiteemitgliedern. Generalversammlung des „Jüdischen Vereines Neubau44, Wien, VII., Schottenfeldgasse 60 Am 30. Jänner 1933 fand die diesjährige ordentliche Generalversammlung im eigenen Vereinslokale statt. Der Präsident, Herr Isak Unterberg, begrüßte in hebräischer und in deutscher Sprache die zahlreich erschienenen Vereins- Mitglieder und Honoratioren, unter diesen insbesondere den Delegierten der Kultusgemeinde, Herrn Inspektor Oe hier, aufs herzlichste. Der Präsident, der zugleich Obmann der Talmud Thora- Schule ist, motivierte seine hebriäsche Ansprache mit dem konsequenten Bestreben, die jüdische Jugend zu erfassen, derselben Kenntnis der Religion und jüdisches Wissen beizubringen, besonders die hebräische Sprache zu lehren und zu verbreiten. Denn nur durch die hebräische Sprache ist der Weg zur jüdischen Geisteswelt offen. Unsere Thora und die hebräische Sprache sind zusammen das Band, welches alle Juden der ganzen Welt umschließt, sie vereinigt und unsere glorreiche Vergangenheit mit der Zukunft verbindet. Der Präsident hob mit Genugtuung hervor, daß trotz de« Krisenjahres ein Aufblühen des Vereines im allgemeinen zu verzeichnen ist, sowie speziell den sichtbaren und erfreulichen Aufschwung, den die Talmud Thora-Schule genommen hat. Er hält sod-ann dem verstorbenen verdienstvollen Vorstandsmitglied Herrn Pinkas Wallach einen warmen Nachruf. Hierauf hielten Schüler der Talmud Thora des ersten, mittleren und oberen Kurses in korrektem Hebräisch und Deutsch unter allgemeiner Bewunderung Begrüßungsansprachen. Aus dem erstatteten Tätigkeitsbericht für das vergangene Vereinsjahr war zu entnehmen, daß sich die Mitgliederzahl bedeutend vergrößert hat. Einen besonderen Lichtpunkt stellt die gedeihliche Entwicklung der Talmud Thora-Schule dar, welche mehr als 80 Kindern in 6 Gruppen, je nach den Vorkenntnissen gegliedert, Unterricht in Religion, jüdischem Wissen und hebräischer Sprache crieilt. ln gerechter Würdigung wurde den Lehrern seitens des Vorstandes für ihre ideale und uneigennützige Arbeit der Dank ausgesprochen. Nach Kassa- und Revisionsbericht wurde dem abtretenden Ausschuß einstimmig das Absolutorium erteilt und der Dank der Generalversammlung ausgesprochen.. In der darauf vorgenommenen Wahl wurde das bisherige Präsidium, und zwar Herr Isak Unterberg zum Präsidenten, Herr Isak Heller zum 1., Simon Ellenberg zum 2. Vizepräsidenten, einstimmig wiedergewfthlt. Dann wurden unter den anderen Funktionären Herr Dr. Abraham Groß und Herr Leo Hersch zu Schriftführern, Herr Oswald Samet zum Kassier und Herr Max Weiß zum Kassierstellvertreter neu gewählt. Einweihungsfeier des zionistischen Jugendhundes „Menorah“*) Am 14. Februar d. J. fand in dem von der Zionistischen Bezirkssektion für den VI. und VII. Bezirk neuerrichteten Jugendheim die feierliche Einweihungsfeier des neugegründeten zionistischen Jugendbundes «Menorah» statt. Anwesend waren fast sämtliche Vertreter der offiziellen Verbände und zionistischen Vereinigungen. Der Führer des Bundes, Erich K o h n, begrüßte die Festversammlung und schilderte die Aufgaben ‘und Ziele der «Menorah». Anschließend wurde vom Chor der «Menorah» unter Mitwirkung des Herrn Oberkantors S. K r i e g s m a n n als Sohst das Ma-Towu gesungen. Herr Rabbiner Dr. Drobinsky sprach Worte der Freude über die Schaffung ♦) Wien, VI., Stumpergasse 47; eines Jugendheims und betonte dl« Notwendigkeit der Zusammenfassung der jüdischen Jugend gerade heute zur ZeH des schwersten und aggresivsten Antisemitismus. Mit lebhaftem Beifall begrüßt, ergriff der Präsident des Zionistischen Landeskomitees, Herr Dr. Oskar Grünbaum, das Wort, der die Wichtigkeit der zionistischen Organisation betonte und den neuen Jugendbund auffordefte, als neues Mitglied des Zionistischen Landesverbände« an der Erreichung des zionistischen Ideals eifrig mitzuarbeiten. Herr Dr. Sanel Beer, Präsident der Zionistischen Bezlrksscktlon VI./VII., der dl« Schaffung des Helme* ermöglicht«, begrüßte die Anwesenden und bat. den Jugendbund zu unterstützen. Die kleine Lotte Roscnteld sprach in entzückender Weise ein Gedicht Theodor Schreiers, «Menoral», ein flammendes Bekenntnis zum Zionsideal, und erwarb sich durch ihren eindrucksvollen Vortrag lebhaften Beifall. Fräulein Dora Morgenstern sprach Über die Probleme der Jugendbewegung, insbesondere über die nationale Erziehung unserer Jugend. Nach einer Ansprache des Vertrete« der «Histadruth Iwrith», des Herrn Dulltzky, und des Herrn Barbag als Vertreter der «Haganah» schloß mit Abslngung de* Bundesliedes und der «Hatikwah» die wirkungsvoll« Feier. Bei dieser Gelegenheit dankt die Leitung des jugendbundes allen Spendern und Förderern der «Menorah*. insbesondere Herrn Rabbiner Dr. Drobinaky, Herrn Doktor Sanel Beer, Herrn und Frau Kammerrat K o h n, Herrn Kom.-Rat Afbers, Herrn Otto Blau, Herrn und Fra« Direktor Guttmann, Herrn und Frau Nemon, den Herren c'I.t j ei*.. Uaho» tnwl« Herrn Oskar Prcminuef. Ein blinder Musiker in Not! Wir werden auf die drückende Not eines bekannten blinden Musikers und Komponisten in Wien aufmerksam gemacht, der sich in drückender Not befindet. Derselbe hat sich durch uneigennützige jahrelange Tätigkeit groß« Verdienste um die Verbreitung jüdischer Musikkenntnisse erworben und verdient es gewiß, von musikliebenden Juden unterstützt zu werden. Er erteilt in- und außer Hause Unterricht in Klavierspill, Harmonielehre, Kontrapunkt, Instrumentenkunde einschließlich Partiturlesen sowie Blatt- und Chorgesang. Er ist auch gerne bereit, Reparaturen und Klavierstimmen zu übernehmen. Die Adresse und Namen Dem Erblinden nahe ist ein Junger, 21 jähriger, ganz mittelloser Volksgenosse Eine Operation könnte Ihm vielleicht das Augenlicht retten. Spenden für diesen Zweck sind an die Redaktion unseres Blattes zu richten. Sprechsaal der Stimme Für die Mitteilungen, die In dieser Rubrik erscheinen, übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Aus Misrachikreisen wird uns berichtet: >-»'i Ein Jongleurstückchen des Wiener Agudablattes In einer vor einigen Wochen herausgegebenn misrachistischen Flugschrift heißt es unter anderem: «Derartige Bestrebungen (die Zerreißung der jüdischen Gemeinde) -*• auch in der frömmsten Absicht — wurden aber, wie aus einem dem Misrachi vorliegenden Briefe des ehemaligen Oberrabiners von Lemberg, Leib Braude, ersichtlich, auf einer im Jahre 1882 stattgefundenen Konferenz der Zeitgenössischen Faddikim und Gaonim als Kilkul Hadath (Schädigung der Religion) bezeichnet.» Die Mitteilung dieses historischen Faktums hat der Wiener Aguda offenbar nicht entsprochen und Ihr Organ («Jüdische Presse» vom 17. Februar 1933) ripostiert, indem es sich einer Textfälschung bedient. Das Agudablatt zitiert nämlich die obige Stelle aus der Flugschrift unter Anführungszeichen, trotzdem deren Sinn in folgender Weise entstellt wird: „Derartige Bestrebungen wurden vom ehemaligen Oberrabbiner von Lemberg auf einer im Jahre 1882 stattgefundenen Konferenz der zeitgenössischen Faddikim und Gaonim als KHkuI Hadath bezeichnet.» Man vergleiche die beiden Texte! Nach dem Wortlaute im Agudablatte hätte derOberrabbinerBraude derartige Bestrebungen als Kilkul Hadath bezeichnet, was der Misrachi gar nicht behauptet hat. In dem Briefe des seligen Oberrabbiners von Lemberg heißt es auch ausdrücklich, daß die Konferenzteilnehmer (nicht er, der Oberrabbiner) den Antrag auf Bildung einer separaten orthodoxen Gemeinde nicht nur ab* lehnten, sondern nicht einmal zur Diskussion zuließen mit der Begründung, daß die Zerreißung der jüdischen Gemeinde keine Förderung der jüdischen Religion, sondern deren Schädigung bedeute, da die Einheit die Existenzbedingung der gesamten jüdischen Nation sei. Allerdings bekannte sich auch der Oberrabbiner Braude in seinem Briefe zu diesem Standpunkte. Die erwähnte Fälschung ermöglichte es dem Artikelsehreiber triumphierend hinzuzufügen, daß Oberrabbiner Braude Im Jahre 1882 nicht nur nicht Oberrabbiner von Lern1* oerg war, sondern Überhaupt keine Rabbinerstelle in Lemberg bekleidete. Ein «feiner» Trick, nicht wahr? Der agudistische Artikelschreiber ist aber nicht mir kniffig, er ist auch «großmütig». Er wolle — schreibt er •- dem Misrachi aus seiner «Unwissenheit» keinen Vorwurf machen. Diese Nachsicht ist aber überflüssig, denn der Misrachi hat seine Behauptung aus einem in seinem Besitze befindlichen Dokument geschöpft, aus den Namen des gottseligen Oberrabbiners von Lemberg Arje Leib Braude trägt. Und dieses ist wohl verläßlicher als das anmaßliche und verlogene Geschwätz des agudistischen Skriblers. Sehr geehrte Redaktion! Unter Bezugnahme auf Ihre Mitteilung über die Ernennung eines Juden Mond zum General der polnischen Armee muß festgestellt werden, daß diese Nachricht unrichtig erscheint. Herr General Bernard Mond, Sohn eines jüdischen Bahnmagazineurs in Brody, selbst gewesener Eisenbahnbeamter, der im Frühjahr 1914 unfreiwillig den Eisenbahndienst verließ, ist bereits seit vielen Jahren getauft. Ich glaube demnach, daß die erwähnte Notiz, so schön sie klingt, richtiggestellt werden soll. In Polen machen noch immer, nur getaufte und bak) getaufte Juden Karriere. Lemberg-Mttzer, 1 Y-fit iU%

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