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Die Stimme · 1933-03-02 · Heft 269 (2.3.1933) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 269 (2.3.1933)
Date
1933-03-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seif« 4 DTE STIMME Nr. 2m — 2. mn 1!>33 mit Ihnen zusammen gehen, weil bei ihnen nicht di« Aufbauarbeit das wichtigste ist. Und nun melden sich neu« Erben des Allgemeinen Zionismus. Einige von den Führern der Linken verkünden, daß sie die^Organiyation des Mittelstandes in ihre Hand nehmen, den Kongreß erobern und den Zionismus repräsentieren wollen, viell icht noch mit Hilfe einiger von den Führern der Allgemeinen Zio listen, die von ihnen ein «Tauglichkeitszeugnis» erhalten werden. Ihrer wirtschaftlichen und psychologischen Konstellation nach gehört die zionistische Masse nicht der Richtung der Arbeiterpartei an. Die heutigen Arbeiterführer, wie Ben-Gurion, Katzeneüensohn, Sprinzak und Kaplan, oder die Männer von Nahalal und Dagania haben noch einen Zusammenhang mit der jüdischen Masse. S e erinnern sich noch dessen, was sie seinerzeit im Allgemeinen Zionismus, aus welchem sie hervorgegangen sind, gelernt haben, und breite Kfeise Im Zionismus erinnern sich noch ihres fugendlichen Elfens aus der Zeit des Glanzes der ersten Zeit der Bewegung, und es kann noch eine gewisse Verbundenheit zwischen ihnen und dieser Massen bestehen, aber die Führer, die nach ihnen kommen, die aus den Kreisen der Arbe terjugend hervorgegangen sind, jener Jugend, die im Zechen der roten Fahne — bei Ausschaltung der blau-weißen —, die unter (?m alleinigen Einfluß des Marx-Porträts — wobei das Aufhängen des Bildes Herzls verboten ist —, die unter der Wirkung des internationalen Liedes — die Klänge der Ha-tikwah dürfen dabei nicht angestimmt werden — erzogen wurden; welcher Zusammenhang wird noch zwischen diesen und zwischen den Massen des jüdischen Volkes bestehen? Vielle'cht werden sie wirklich der Ansicht sein, daß der arabische Arbeiter ihnen näher stehe und ihnen wertvoller sei als der jüdische Unternehmer? Die ArbefterorganfsaFon sieht ihre Aufgabe im Aufbau des Landes. Es wäre zu wünschen, daß sie sie erfüllt, und zwar im Sinne der gegenseitigen Verständigung und Vereinigung der Kräfte und nicht im Sinne der Vertiefung der Kluft. Aber d:e jüdischen Volksmassen, den Mittelstand, wfnd sie nicht organisieren. Der M i s r a c h i wiederum wendet sich nur an den beschränkten Kreis der religiösen Juden — und auch diese unterwerfen sich fhm nur in religiösen Belangen, aber In weltlichen Dingen gestatten sie sich oft, nicht gerade nach der Lehre des Misrachi zu denken. Es Ist somit ein großer Aufgabenkreis für den Allgemeinen Zionsmus vorhanden. Diese seine Aufgabe kann der Allgemeine Zionismus nur dann erfüllen, wenn er sich zu einer organischen Einheit zusammenschMeßt. Er müßte zentralisierte Organe schaffen, welche In der Zeit zwischen e;nem und dem andern Kongreß auf der Hut zu seit) hätten, daß die Massen, die sich auf ihn stützen, Im ihren Rechten nicht verkürzt werden. Diese Massen müssen eine Adresse haben, an welche sie sich wenden können und die Ueberzeugung haben, daß sie auch bei den Organen des Allgemeinen Zionismus Hilfe finden; dann werden sie sich auch mit ihm verbunden fühlen und an ihm festhalten. Wir befinden uns mitten im Aufbau, und die reale Kraft ist ausschlaggebend, und eine solche reale Kraft muß der Allgemeine Zionismus sich schaffen. Somit noch eine Partei zu den anderen Parteien? Ja und nein. In seiner äußeren Form muß die Organisation der Allgemeinen Zion sten eine Parteiorganisation sein, d. h. eine zwischenstaatliche Organisation, auf ideologischer Grundlage mit zentralen Institutionen, mit einer Partetdisziplin, auch mit eigenen besonderen Fonds. Bisnun schufen sämtliche Parteien spezielle Fonds für Ihre Zwecke, für ihre besonderen Errichtungen und verbanden so ihre Mitglieder miteinander. Sie gaben ihnen somit einen besonderen Halt, nur die Allgemeinen Zionisten betrachten sich alsRepräsentanten desZionismus, dl« gar keine besonderen eigenen Bedürfnisse haben. Was die /“nt'rlleitung macht, wird ja für den Zionismus gemacht. Das Resultat ist, daß sie verlassen dastehen, da die Zentralleitung auf dem Gebiete der Organisation und der Propaganda nichts gemacht hat und auch nichts für die Allgemeinen Zionisten machen konnten, denn die Exekutive ist allen gemeinsam und die Allgemeinen waren darin der schwächste Teil. Der Form nach muß der Zusammenschluß auf Basis der Parieizugehörigkeit autgebnut »ein, denn dies ist derzeit der Bau der zionistischen Organisation. Was hingegen sein Programm anbetrifft, so braucht dasselbe durch den Zusammenschluß n eilt einen Parteicharakter, insbesondere keinen Klassencharakter annchmen. Der allgemeine zionistische Gedanke bleibt nach wie vor ein allgemeiner, der sämtliche Kreise und Schichten des Volkes umfaßt, für alle sorgt und alle beeinflußt, damit sie sich alle am Aufbauwerk beteil-gen. Wenn der Allgemeine Zionismus sich tatsächlich in eine Klassenpartei verwandeln wollte, als Vertreterin der Interessen, sagen wir, dieses Kreises, der mit dem Namen Mittelstand bezeichnet wird, dann müßte man eine andere allgemeine Organisation schaffen, die die Aufgabe des Allgemeinen Zionismus im gewöhnlichen Sinne dieses Wortes zu erfüllen hätte. Aber immer wieder und wieder muß gesagt Werdens e'ne Organisation, eine geschlossene Organisation muß geschaffen werden; denn ohne solche kann der Allgemeine Zionismus keine Bedeutung und keinen Einfluß haben. Eine Gefahr des Khssenkanipfes droht nicht der Organisation der Allgemeinen Zionisten, insbesondere dann nicht, wenn alle diejen’gen, die aut der Grundlage de» Gedankens der Allgemeinheit bestehen, in diese Organisation eintreten und ihre Geistcsrichtung auf sie übertragen. Ob dieser Zusammenschluß als Partei, Organisation oder mit einem andern Namen bezeichnet werden soll, das Ist bereits eine Frage zweiten Ranges. Wird nun eine feste Organisation des Allgemeinen Zionismus geschaffen werden, und zwar so schnell als möglich, noch vor dem 18. Kongreß, so wird s:e auch zum Segen der anderen Parteien und Gruppen im Zionismus sein. Sie werden wieder einmal den Stamm fühlen, auf welchen sie sich stützen können, der Stamm wird wieder einmal die Zweige Zusammenhalten, und der große Baum — die zionistische Organisation — wird wieder einmal im Boden des Volkes verwurzelt sein. Nachklänge zu den Gasivovivägen des Kuliusvizepväsldenten Dr. Löwenhevz in Budapest Aus Budapest wird uns berichtet: Die Budapester Judenechaft steht noch unter dem Eindrücke des Vortrages des Wteuer Kultusvizepräsidenten Dr. Josef Löwenherz, über welchen wir bereits berichteten. Auch der Fester Kultuepräsident, Hofrat Samuel Stern, sah sich veranlaßt, bei einem Festessen der Gemeinderepräsentanz am 21. Februar 1933 sich mit diesem Vortrage zu befassen, tat dies jedoch in einer Form und Weise, welcher ganz entschieden widersprochen werden muß. Hofrat Dr. Stern verlas nämlich eine Erklärung, in welcher es u. a. hieß: «Ich schicke voraus, daß ich Dr. Löwenherz als einen Mann von großen Konzeptionen kennengelernt habe und der Umstand, daß wir in bezug auf die Führung der Juden* schalt abweichenden Ansichten huldigen, nicht die Achtung beeinträchtigt, welche ich ihm entgegenbringe. Ich hatte die Ehre, Ihn als Gast bei mir zu sehen und wir konvertierten über Fragen des Judentums.» Im weiteren Verlaufe sprach sich Präsident Dr. Stern, wie nicht anders zu erwarten, gegen das Minoritätenrecht und die Volksgemeinde aus und verstleg sich zur Behauptung, Dr. Löwenherz habe kritisiert und unaufgefordert der Pester Gemeinde Ratschläge erteilt. Zum Schlüsse nannte Hofrat Stern Herrn Dr. l*öwen* herz einen «vornehmen Fremden» und sagte schließlich: «Auf die Bemerkung des Wiener Vizepräsidenten, welche er auf mich münzte, daß: L’ötat c’est mol — die Gemeinde bin ich — kann ich nur antworten, daß ich dieser Gemeinde nicht der Herrscher, sondern der erste Diener sein wüL» Im wesentlichen brachte Kultuspräsident Stern also die nur allzubekannten ass milator'töchen Gedankengänge wieder, jedoch mit der Neuerung, daß er einen Vizepräsidenten einer jüdischen Großgemeinde einen vornehmen Fremden nennt, nur weil er in bezug auf die Auffassung in wichtigen Fragen des Judentums anderer Meinung ist. Dem, was Hofrat Stern über das Recht der Kritik sagt, wird wohl jedermann widersprechen müssen, da in Fragen des Judentums keinem Juden das Recht benommen werden kann, seine Meinung frei zu äußern. Dies ist von einer «Einmischung» in die Angelegenheiten einer fremden Kuftusgemeinde selbstverständlich weit entfernt. Ja, derselbe Hofrat Stern, welcher dem Vizepräsident» Dr. Löwenherz — wie wir weiter nachweisen werden 12. bis 19. März 1933 (Neue Burg 12. bis 18. März). SONDERVER ANSTALTUNGEN: Möbelmesse / «Elektrizität im Haushalt» / «Neuzeitliche Gasgeräte» / Radio- und Ravag-Ausstellung Wiener Strickmode / Pelzmodesalon / «Lichtbild u. Reise» Automobil- und Motorrad-Ausstellung Eisen- und Patentmöbel / Wagnerausstellung, Bau- und Straßenbaumesse / «Das wachsende Haus», Siedlungsbau / Erdölausstellung / Oesterr. Weidenprodukte / trfindermesse / Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte / Nahrungs- und Genußmittel Land- und forstwirtschaftliche Musterschau ■ v* österr. Welzenwettbewerb I Gartenbau I Halz*erbescl>mi ..Versuchsn. Unterrichtswesen / „Vom Schubkarren bis zum Traktor" Kleintierzucht Mastviehmesse am 17., 18. und 19. März Bundesweinkost BEDEUTENDE FAHRPRE1S-ERMÄSSIGUNGEN! Messeausweise A S 6— bei der Wiener Messe-Aktiengesellschaft Wien, VII.. Messeplatz 1. — Eintrittskarten (zum einmaligen Besucl Jer Rotunde o d e r des Messepalastes und der Neuen Burs) A S 2.5'i bei den Knssenschnltern der Mess-hflin-i ganz Irrtümlich •— eine «Einmischung» ln die Angelegenheiten der Pester Kultusgemeinde vorwirft, äußert einige Sätze später eine Meinung über die Entwicklung in der Wiener und Berliner Kultusgemeinde, eine Meinung, welche — falls seine obige Auffassung über «Einmischung» richtig wäre — mit demselben Rechte und mit derselben Begründung als eine Einmischung in die Angelegenheiten der Wiener und Berliner Kultusgemeinde zu betrachten wäre. Hofrat Stern ist überhaupt im Unrecht. Der Vortrag des Dr. Löwenherz erschien in einem guten Auszuge im «Zsidd Szemle». Der Text des Vortrages war demnach auch denen bekannt, welche dem Vortrage nicht beiwohnten. Nach längerer Skizzierung der Wiener Verhältnisse sagte nämlich Herr Dr. Löwenherz: «Ich verweile seit einigen Tagen in Ihrer Mitte, habe Ihre vielen schönen Institutionen besichtigt und habe mich des längeren mit Ihrem Kultuspräsidenten unterhalten. Ich will das Gastrecht nicht tun die Welt verletzen, übe daher überhaupt keine Kritik, doch weiß ich soviel, daß die Pester Gemeinde die einzige jüdische Großgemeinde Ist, ln welcher nur die Mehrheitspartei allein, auf Grund eines sehr eingeschränkten Wahlrechtes, zu Worte kommt und Ihr Präsident kann sich sagen, was der einstige französische König sagte: L’6tat c’est mol, der Staat bin ich. Ihr Präsident, welcher jetzt auf Grundlage des Majoritätsprinzips regiert, könnte es bewerkstelligen, daß er die ganze Pester Judenschaft in die Uebcmahnie der Verantwortung einbezieht. Und ich ersuche Ihn von dieser Stelle aus: Herr Präsident, machen Sie das, geben Sie die Wahlmöglichkeit der ganzen Pester ludemchaft! In Frankreich gereicht es den führenden Männern zu höchster Ehre, wenn man sie mit der Ehrenlegion auszeichnet, und an den Straßen und Plätzen verkünden überall Plakate Ihre Verdienste. Ich hoffe, daß auch Ihr Präsident den Geist der Zelt verstehen wird und durch die Verleihung des allgemeinen Wahlrechtes sich dessen würdig zeigen wird, daß auf den Straßen, in Institutionen und in Tempeln Plakate seine edle und verständnisvolle Tat verkünden!» Durch diesen Appell, den Vizepräsident Dr. Löwenherz an den Pester Kultuspräsdenten richtete, hat er in würdiger Form dem allgemeinen Wahlrecht neue Freunde zu werben versucht, auch im Kreise unserer Gememdegrößen, welche als «Liberale», «Demokraten» und «Freisinnige» sich in der allgemeinen Politik wohl zum allgemeinen Wahlrecht bekennen, in der jüdischen Gemcindepolitik jedoch mit Verleugnung Ihrer politischen Prinzipien das allgemeine Wahlrecht oder selbst nur eine Ausdehnung desselben perhorreszieren. — Diesen Appell wird wohl kein vernünftiger Mensch als eine «Einmischung» In die Angelegenheiten def Pester Kultusgemeindc ntmassen können. Der Redakteur des «Zsidd Szemle», Dr. Josef Schönfeld, verständigte über die Aeußentngen des Hofrates Stern Herrn Dr. Löwenherz sofort telephonisch, der sich wie folgt äußerte: «Ich muß mich ungemein wundern, daß Herr Präsident Stern meine Worte derart mißverstand. Ich lege Gewicht auf die Feststellung, daß ich in meinem Vortrage ausdrücklch die Verhältnisse der Wiener KttUusgemctnde besprach, und betonte, daß ich das Gastrecht nicht im entferntesten ver* letzen möchte. Ich habe mich über Ihren hervorragenden Präsidenten und über die besichtigten Institutionen anerkennend geäußert. Uebrlgens kann ich mitteten, daß Ich seit meiner Rückkehr nach Wien täglich aus Budapest von Personen Zustimmungserklärungen erhalte, welche meinem Vortrag persönlich nicht beiwohnten und nur den Bericht in der «Zsidd Szemle» lasen. Wiener GemeindemltgBcder erhalten von ihren Angehörigen in Budapest gleichfalls viele Zustimmungskundgebungen in Verbindung mit meinem Vortrage. Die Fester Gemeinde und die Pester Juden interessieren gegenwärtig di« hiesigen Jüdischen Kreise, daß Ich aufgefordert wurde, demnächst über meine Budapester Erlebnisse und Eindrücke einen öffentlichen Vortrag zu halten.» Vom Tage Frauenwahlreclit In der Jüdischen Gemeinde Bukarest Bukarest. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Bukarest hat Neuwahlen für den 23. April 1933 ausgeschrieben. An diesen Wahlen werden sich diesmal außer den eingeschriebenen Mitgliedern der Gemeinde alle seit mindestens einem Jahre in Bukarest wohnhaften Juden und Jüdinnen, die das 21. Lebensjahr erreicht haben, beteiligen können. Auf Grund einer von den jüdischen Frauen eingebrachten Massenpetition hat der Vorstand ln seiner letzten Sitzung beschlossen, bei den maßgebenden Behörden eine Aenderung des Gemeindestatutes ln dem Sinne zu beantragen, daß auch Frauen aktiv und passiv wahlberechtigte Mitglieder der Gemeinde werden. Bloß für die Sektion für Kultusangelegenheiten sollen Frauen auch in Zukunft das passive Wahlrecht nicht besitzen. Die Lösung der Wahlrechtsfrage wurde In diesem Sinne nach Anhörung eines Gutachtens des Oberrabbinera Senator Doktor I. Niemlrower vorgenommen. Dr. Samuel Krüger s. A. Montag, den 27. Februar 1933, wurde Obermedizinalrat Dr. Samuel Krüger unter großen Ehren im Alter von 80 Jahren zu Grabe getragen. Der Verstorbene war nicht nur ein großer Arzt, sondern auch ein vortrefflicher Jude. Vor 35 Jahren gründete er ein Heim für jugendliche Lehrmädchen und Arbeiterinnen, das er mit seiner zielbcwußten und unermüdlichen Arbeitskraft von geringen Anfängen zu einer der größten und angesehensten Wohlfalirtsanstalten ausgebaut hatte. Im Kriege, den Ohcrmedizinalrat Dr. S. Krüger als Oberstabsarzt mitgemacht hat, wurde das große Mädchenheim in ein Spital umgcwandelt. In der Nachkriegszeit arbeitete Dr. Krüger, in dieser Zeit schon ein Siebziger, mit Jugendeifer an der Anpassung des inzwischen mit dem Nachbarhaus vergrößerten Heimes in der Malzgasse zu einer der modernsten Wohlfahrtsanstalten in Wien. In diese Zeit fällt die Gründung der ersten jüdischen Gewerbeschule, die noch heute als zweijährige Fachschule für Weißnähen und Klcidermachen Hunderte jüdische Mädchen zu einem nützlichen Beruf ausbildet. In den letzten Jahren wurde das Dr. Krüger-Heim bei Beibehaltung der ursprünglichen Zwecke des Heimes zu einer Zentralanstalt für jüdische Mädchenerziehung umgewandelt. Anläßlich seiner Bestattung fanden sich am Zentralfriedhof nicht nur die Schützlinge des Heimes, sondern auch zahlreiche führende Persönlichkeiten des jüdischen Wien eia Rabbiner Dr. Rosenmann, Vizepräsident Dr. Ornstein, Doktor L. Deutschländer und Dr. Juris würdigten die große Persönlichkeit des Obermcdizinalrates Dr. S. Krüger, dem das von ihm gegründete, auf eine erstaunliche Höhe gebrachte Heim ein segensreiches Andenken bewahren wird. Namens des Aerztevereines sprach Herr Obermedizinalrat Dr. Bcrdach warme Worte der Anerkennung. Die Beisetzung Professor Dr. Leopold Molls Ein Ehrengrab der Wiener jüdischen Gemeinde Letzten Freitag fand auf dem Zentralfriedhof die Beisetzung des in der Vollkraft seines Schaffens verstorbenen Direktors und Gründers der R.ichsanstalt für Säuglings iil?ge und Mutterschutz Professor Dr. Leopold Moll statt. In der neuen Zeremonienhalle der israelitischen Abteilung hatten s ch die Pflege- und Krankenschwestern und das übrige Personal der Reichsanstalt eingefunden. Unter den erschienenen Trauergästen sah man den Leiter des Volksgesundheitsamtes Sektionschef Dr. Scherrer mit Beamten des Mnisteriums, den Dekan der medizinischen Fakultät Professor Dr. Pick, den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Friedm a n n mit dem Altpräsidenten Generaloberstabsarzt Dr. Pick und Vizepräsidenten Dr. Ornstein, Hofrat Professor Dr. Eisolsberg als Präsidenten der Gesellschaft der Wiener Aerzte, den Präsidenten der Wiener Rechtsanwaltskammer Dr. Kar.tor, Sektionschef Kretschmer als Präsidenten der Krankenkassen Oesterreichs und Kurator des Fonds, Sanitätschef vom Roten Kreuz Obersanitätsrat Dr. Lamberger, die Universitäts- Professoren Dr. Hamburger und Dr. Zappert, Monsignore Schiebet und viele andere. Nach den ritualen Gesängen des Oberkantors Fischer hielt Oherrabbiner Dr. David Feutchtwang eine Ansprache, in d-r er des großen Toten gedachte. Präsident Dr. Friedmann pries als Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemcindc den Dahingeschiedenen als gütigen Arzt. Nach den Ansprachen des Sektionsch.'fs Kretschmer und des Sektionschefs Dr. Scherrer flherbrachte Hofrat Professor Dr. Eiselbsberg die Abschiedsgrüße und den Dank der Gesellschaft der Wiener Aerzte. Namens der medizinischen Fakultät nahm Professor Dr. Pick vom Versorbenen Abschied. Der Trauerzug bewegte sich dann zu dem von der Kultusgemeinde gewidmeten Ehengrab, das sich nächst dun Leo Falls befindet, wo die Beisetzung ei folgte, i

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