Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 6 (1933)
- Issue
- Heft 268 (23.2.1933)
- Date
- 1933-02-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 268 — 23. Februar 1933 DTE STIMME Seftt T Der Frühling naht. Es ist Februar und ein neuer Winter ist hereingebrochen. Wer denkt da mitten in der weißen Jahreszeit schon ans Frühjahr und an sein schönstes Fest? Das Pessachfest. Und doch trennen uns nur noch kaum sechs Wochen von Pessach. Aber wenn auch das große Publikum das Fest der nationalen Befreiung noch weit wähnt, draußen in einem der äußeren Bezirke der Großstadt wird schon fieberhaft an den großen Vorbereitungen gearbeitet. In der altrenommierten, äußerst modernen Mazzothfabrik Schmidl, die unter der Leitung des bestbekannten Herrn Nathan Brodetzky steht, ist die Arbeit schon in vollem Gange. Verläßlichste Kaschruth, peinlichste Sauberkeit, vollstes Airtnfltzen der modernsten Errungenschaften auf maschinellem Gebiete finden in Oüte und Qualität der hier erzeugten Mazzoth ihren Ausdruck. Nichts wird mit der Hand, alles maschinell gemacht. Alles blitzblank. Mehrere Maschgichim überwachen abwechselnd den ganzen Prozeß, den jede einzelne Mazzah durchzumachen hat — von dem Gesiebtwerden des Mehles bis zur Verpackung des Fertigfabrikates. Eine besondere Neuerung stellen die eleganten neuen Badeantagen dar, die für eine durchgehende Reinigung der Fabriksräume Gewähr bieten. All diese Vorrichtungen modernster Art haben dazu beigetragen, ein Produkt zu schaffen, das den höchsten Anforderungen des Geschmacks und der Qualität und des Kaschrutfh entspricht. Der Frühling naht... und mit ihm die Freude auf einen seltenen Genuß. Warum verlangen alle in Geschmack und Qualität unübertroffen sind! werden unter streng orthodoxer Aufsicht des srsn md ornnn iicn mn hergestellt Die Mazzoth werden ans feinstem Mehl erzeugt! Seit vielen Jehren genießen die «Schmidt- Mazzoth» das beste Renommee und werden von allen bevorzugt Auf die ExtraqualitMt meiner Fabrikate «Marke Schmidl N. B.» auf Mazzoth, Grieß und Farvel wird besonders aufmerksam gemacht zaM: i. eiooEizn 2., Leopoldsgasse 43 und ln allen besseren einschlägigen Geschäften erhältlich Telephon-Nummern A-46-1-90, A-60-2-63 und A-41-0-52 ZfonfsfisdiesLcben In WIM» Verlautbarungen des Zionistischen Landeskomitees für Oesterreich Der Song von der Nation•) Die Juden kommen aus hundert Ländern, Mit hundert Sprachen und bunten Sitten. Wir fügen Splitter zu einem Volke, Mit einer Sprache, die uns gehört. , . Tagesordnung des ordentlich:?i Delegiertentages: Samstag, den 4. März d. J., 8 Uhr abends, im Saale des n. ö. Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11 1. Wahl des Präsidiums; 2. Wahl des Permanenzausschusses; 3. Referat Gg. Adolf Böhm über «Die gegenwärtige L a g e i n Palästina»; 4. Referat des Gg. Dr. Angelo G o l d s t e i n, Prag, Abgeordneter des Tschechoslowakischen Parlaments, über «Das Judentum in der Weltkrise urtdderZionismus». S o n n t a g, den 5. M ä r z d. J., 10 Uhr vormittags, Im Chajessaal der Bezirkssektion, II., Praterstraße 13!. iRderat des ' Gg. Dir. E. R lern ä 11 über : *•' «D a s tflTÜ r p r o fr! e m ‘ i in ZI ö n i s m u s»; 2. Referat des Gg. Dr. Chaim Tartakower über .«.D ie h e b räi sc h e B'ewegung»; 3/"Rechenschaftsbericht; Nachmittag: 1. Debatte; 2. Neuwahlen. * Dem Zionistischen Umdeskomitee für Oesterreich wurde von prlvaterSelteder Betrag von S 500.— zur. Gründung eines Jugendheimes zur Verfügung gestellt. Diese Widmung Ist an die Bedingüng geknüpft, daß weitere S 2500.-* für die Erhaltung des Jugendheimes bis Ende Februar d. J. aufgebracht werden. Das Helm samt Einrichtung steht bereits zur Verfügung. Die Sektionen und alle Gesinnungsgenossen werden daher ersucht, durch sofortige Spenden, die an das Landeskomitee zu überweisen sind, die Etablierung des Jugendheimes zu ermöglichiii, welches für die Heranbildung unserer Jugend von größter Wichtigkeit ist. Sabine Pa ss weg, Dr. Oskar Grün bäum, Dr. Michael Stelnberg. ♦ Das Zionistische Landeskomitee erhielt vom Verband Radikaler Zionisten folgendes Schreiben: Sehr geehrte Herren Gg.t Im Aufträge des Verbandes Radikaler Zionisten erlaube ich mir, innen mitzuteilen, daß wir unsere Mitarbeit in der Zionistischen Landesorgan sation und die Mitverantwortung in deren Vertretungen anbieten. Wir denken uns die organisatorische Eingliederung ln d'e Landesorganfsation in Form einer Sondergruppe und legen Wert auf eine Aussprache, um die formellen - Voraussetzungen der Teilnahme am nächsten Delegiertentag zu schaffen. Mit Zionsgruß Dr. W a 1 d m a n n m. p. Dieses Schreiben wurde im Sinne der Statuten des Zionistischen Landesverbandes an den Partei rat weitergeleitet und nach erfolgter Beschlußfassung durch den Parteirat vom Landeskomitee zu Händen des Herrn Dr. Israel Waldmann wie folgt beantwortet: Sehr geehrter Herr Gesinnungsgenosse! Wie wir Ihnen mit Schreiben vom 19. Jänner 1933 mftteilten, hat das Zionistische Landeskomitee für Oesterreich Ihre Zuschrift vom 13. Jänner d. womit der Verband Radikaler Zionisten um Zuerkennung der Rechte einer Sondervereinigung ansuchte, dem zur Entscheidung statutengemäß berufenen Parteirat vorgelegt. Der Parteirat hat in seiner Sitzung vom 1. Februar 1933 den Beschluß gefaßt. Ihrem Ansuchen aus folgenden Gründen, die wir Ihnen hiemit bekanntgeben, nicht zuzusthnmen: Dar Vcrbsnd Radikaler Zionisten bat bereits fcn Jahre - 193! um die Zuerkennung der Rechte einer Sondervereinigung angesucht. Im Laufe der damals stattgefundenen Besprechungen erklärten die Vertreter Ihres Verbandet, daß sie n'cht gesonnen sind, sich den Beschlüssen des Landesverbandes, insbesondere in Angelegenheit der Kultusgemeinde, zu unterwerfen, und kündigten an, daß Sie trotz Ihres Eintrittes in oen Zionistschen Landesverband bei den nächsten Kultuswahlen unter allen Umständen eine eigene Liste aufzustellen gedenken. Daräufhin hat das Zionistische Landeskomitee beschlossen, Ihren Verband als Sondervereinigung nur urter der Bedingung anzuerkennen, daß Sie die Erklärung abgeben, sich der D'szipHn und den Beschlüssen der Landesorganisation zu fügen. Mit Ihrem Schreiben vom 7. Oktober 1931 haben Sie diese Bedingung abgeleHnt. Inzwischen haben die Wahlen m die Kultusgemeinde stattgefunden. Es war klar, daß uns ein schwerer Kampf egen, die antizionistisohe. Mehrheit bevorstehe. Trotzdem aben Sie ein Zusammengehen Ihres Verbandes mit der Zionistischen Liste unmöglich gemacht und sind uns, obgleich Sie k&in eigenes Kultusgemeinde-Programm haben, mit einer Sonderkamfdatur in den Rücken gefallen. Diese Kandidatur stellt sich als ein Bruch der zionistischen Disziplin dar. Se haben überdies mündlich und schriftlich einen unsachlichen und persönlichen Kampf gegen den Zionistischen Landesverband und dessen Repräsentanten geführt. den Sie auch nach den Wahlen fortsetzen. Mit Rücksicht auf Ihre bisherige Stellungnaüwne -gegenüber, dem Zionistischen Landesverband ist ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit Ihnen als Sondervereinigung nicht zu erwarten, weswegen wir uns zu unserem Bedauern gezwungen sehen, Ihr Anerbieten derzeit abzulehnen. Der Verband Radikaler Zionisten wurde bisher vom Kongreß nicht als Sonüerverband anerkannt. Die Mitglieder Ihres Verbandes sind daher derzeit im Sinne des Statuts der Zionistischen Weltorganisation tatsächlich nicht zionistisch organisiert, da sie nur durch den Zionisti- . sehen Landesverband der Z’onistischen Weltorganisation ängehören können. Es bleibt — ungeachtet des obigen Parteiratsbeschlusses —. den einzelnen Mitgliedern Ihres Verbandes anheimgestellt, bei der Bezirkssektion ihres Wohnortes im Sinne des § 3 des Statutes der Landesorgan’sation um Aufnahme in den Zionistischen Landes verband anzusuchen. Mit Zionsgruß hochachtungsvoll Zionistisches Landeskomitee: Dr. Steinberg m. p. Dr. Grün bäum m. p. Oeseltschaftsabend der „Wizo“ und des zionistischen Landeskomitees Das Zionistische Landeskomitee von Oesterreich und die cWizo» veranstalten zu Purim, d. i. am Samstag, den 18. März 1933, in den Konzerthaussälen einen großen Geaellschaftsabend. Diese Veranstaltung, bei welcher bekannte Kunstkräfte mitwirken werden, verspricht, in den zionistischen Kreisen ein gesellschaftliches Ereignis zu werden. Namhafte Persönlichkeiten des zionistischen und jüdischen Lebens werden an diesem Abend anwesend sein; jüdische Künstler aus der Theater- und Filmwelt haben ihre Mitwirkung für diesen Abend zugesagt. Anschließend an die Vorträge wird getanzt werden, wozu eine erstklassige Musikkapelle verpflichtet wurde. Den Damen und Herren, die sich dem Tanz nicht widmen wollen, wird die Möglichkeit gegeben sein, im «Berliner Saal» bei Bridgespiel, im Kreise ihrer Bekannten, die Zeit angenehm zu verbringen. Nähere Einzelheiten über das künstlerische Programm werden in der nächsten Woche in der «Stimme» sowie m den Tägesblättern bekanntgegeben. Um allen Schichten der jüdischen Bevölkerung die Möglichkeit zu. geben, diese Veranstaltung besuchen zu können, sind die Preae der Karten zeitgemäß gehalten. Karten sind erhältlich: Zionistisches Büro, I., Kärntner- Straße 28, Tel. R 27-4-86; Parfümerie Rauch, I., Rotenturmstraße 21, Tel. U 25-6-80; Zionist. Sektion Leopoldstadt, R., Praterstraße 13, Tel. R 44-3-45; Bücherstube Rath, Ü., Taborstraße 20 a, Tel. R 43-1-58; «Wizo»,!X., Nußdorferstraße 43, Tel. A 16-0-44; ferner in allen Sektionen und bei allen Vorstands- und Komiteemitgliedem» Wir fügen Splitter zu einem Volke, Mit einem Willen so hart wie Stahl. Fort mit dem Schwanken, Streit uqd, Gex&nfa Lasset das Klügeln, werdet ein Volk! , Schließt Euch zusammen, werdet ein Volkt Euere Heimat bauet mit uns! Schließt Euch zusammen zu einem Volke — Wir werden siegen, wenn ihr nur wollt. Die Arbeit des Keren Ka]e* meth Chajes-Aktion. Bisher sind ■ insgesamt S 8138.98 eingegangen. In der letzten-Woche ginge? ein: Zentrale S 1552.—, J. P. Oe. S Haowdim-j. S. A. J. S 30.83; WIZO HL S 30,—r,.Sektion HI. S 125.*—. Für den Chajes-Wald sind bisher Insgesamt eingegangen 8 793 Bäume; som.it feJtlen noch 1 207 Bäume. «A d o 1 f B ö h m> H a i n». Für den «Böhm-Haini sind weiters eingegangen: 61 Bäume, insgesamt 5871 Bäume, somit fehlen noch, 413 Bäume. Unter den bingegangenen Beträgen befinden sich 40 Bäume Martin Schärf, der Rest diverse. Garten D r. E. M. Zweig. Im «BÖhm-Häta* wurden durch Freunde des Gg. Dr. E. M. Zweige ein Garten auf dessen Namen gestiftet. Benjamin Seef ben Arje stiftete einen Garten auf den .Namen seiner Eltern. - Garten B a s i a T e i t e l h a u m. Frau Helen* Bittmann stiftete einen Garten auf den Namen ihrer Mutter Basia Teitelbaum s. A. und hat den ersten Betrag bereits erlegt. Norbert R a p p a p o r t - G a r t e n. Auf den Norbert Rappaport-Oarten sind mit den in der letzten Woche eingegangenen S 20.— S 342.50 eingegangen. Die Zion. Bez. Sektion Ul. hat mit ihrer Arbeit für den «Chajes-Wald» eingesetzt und den ersten Betrag von S 105.25 abgeführt. Die «WIZO» III. ist an alle ihre aktiven Mitglieder wegen Beteiligung an der Chajes-Aktion herangetreten und hat ihnen zu diesem Zwecke Chajes-Sammelbogen zur Verfügung gestellt. Chajes-Broschüre. Die angekündigte ChaJes-Gedenknummer des Keren Kajemeth ist bereits erschienen. Sie enthält folgende Illustrationen: eine der letzten Aufnahmen des verewigten Oberrabbiners, den Situationsplan des Chajes-Waldes, photographische Aufnahme dieses Waldes, sowie der Siedlung Ben Schemen, in welcher sich der Chajes-Wald befindet« Schließlich eine photographische Aufnahme des Grabsteines des Verewigten. Ferner enthält diese Broschüre eine nichtveröffentiichte Rede des Oberrabbiners über Moses. Silber-BuchrEintragung Frau Fr 1 eda Haber s. A. Anläßlich der ersten Jahrzeit wurde die Verewigte Gg. Frieda Haber durch ihren Mann und Kinder ins Silberne Buch eingetragen (Nr. 104). lOprozentige Abgaben von Veranstaltungen. Das Chajes-Realgymnasium hat von *) Einer der Songs aus dem zionistischen Propagandastück «Die einzige Lösung» von Dr. Salti Lewin, Musik Daniel Samburski, dessen Aufführung Dienstag, den 7. März, vom Zionistischen Landeskomitee im Bayrischen Hof wiederholt wird. Nachdruck verboten! Aufführungsrecht: Ktras Kajemeth Wien*