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Die Stimme · 1933-01-05 · Heft 261 (5.1.1933) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
6 (1933)
Issue
Heft 261 (5.1.1933)
Date
1933-01-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2öl — 5. Jännu iybo DIt STIMME beite V Zionistischc*Lebcn in Wien Siegmund Weehsbevg tr siarb im 82. Lebensjahre. Sein Interesse und sein Aeußcres harmonierten in seltener Weise. Er war der Typus des geraden Menschen, der vom Weg der Rechtlichkeit nie um ein Jota abwich. Auch sein Judentum war ein volles und harmonisches. Er hing am alten Judentum — dies war för ihn selbstverständlich. Hingegen war der Zionismus der große Inhalt seines Lebens. Ihm diente er in allen Lebenslagen mit einer besonderen Freude. Sein Spezialgebiet war der Keren Kajemeth. Zuerst war er Keren Kajemeth-Kommissär für die Bezirkssektion III, dann Mitglied des Präsidiums des Keren Kajemeth und schließlich Vizepräsident desselben. Als er sich wegen seines Alters schwächer fühlte, legte er sein Amt nieder, um — wie er betonte — jüngeren Platz zu machen. Als Vizepräsident des Keren Kajemeth übte er auch die Funktionen eines Kontrollors aus, er wurde dann auch zum Bücher- und Kassarevisor des Keren Hajessod und des Zionistischen Landeskomitees ernannt. Diesen Dienst versah er bis zu seinem Lebensende. Er war ein glücklicher Mensch, dem es vergönnt war, stets nach seiner innersten Ueberzeugung zu leben. Er genoß die Achtung und die Liebe nicht nur seiner Familie, sondern aller Gesinnungsgenossen und Menschen, die ihn kannten. Er war weise, gütig und außerordentlich pflichttreu. Auch das Herannahen des Todes ertrug er wie ein Weiser. In Erez-Israel wird ihm — wie es gewiß sein Ideal War — ein lebendes Denkmal errichtet werden. Dr. Chaim Tartakower. * f r e 11 a g, den 30. Dezember 1932, um 1 Uhr vormittags, fand das Begräbnis des üg. Siegmund Wechsberg statt. Eine große Anzahl von Freunden und Verehrern des Verewigten war zum Begräbnis erschienen. An seiner Bahre sprachen: Namens der Israelitischen Kultusgemeinde: Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde» Dr. Josef Löwenherz; f. d. Zionistische Landeskomitee, Keren Kajemeth und Keren Hajessod: Dr. Chaim Tartakower; f. d. Tempelverein 111: Rabb. Dr. K. Kupfer; f. d. Zionistische Bezirkssektion III: Dr. Schmitz; namens der Freunde: Rabb. Dr. Drobinsky. Alle Redner hoben die wunderbare menschliche Persönlichkeit des Verewigten und seine außerordentliche Hingabe an die zionistische Sache hervor. Die Arbeit des Keren Kaje* meth Chajes-Aktion. Bisher eingegangen S 96.50. Von der Sektion VI1I/IX (KKL-Kommissärin Frau Rebekka Weiner) S 73.50 und nicht, wie irrtümlicherweise in der «Stimme» Nr. 260 angegeben war, S 63.—. Von der WIZO-Prater S 23.—. Goldbuch Samuel Leib (Leon) Schor aus Czortkow. Die Erben des Verewigten haben durch eine weitere Ueberweisung von S 80.— aus den Legateingängen die Goldbuch-Eintragung des Genannten komplettiert. Eintragung Gisela Schor ins Goldene Buch. Die Erben des verewigten Samuel Leib Schor s. A. aus Czortkow sind daran gegangen, die weiteren Eingänge aus dem Legat zur Eintragung ihrer Mutter, Frau Gisela Schor, Ins Goldene Buch zu verwenden. Slegmund-Wechsberg-Garten. Die Verwandten und Freunde des verewigten Gg. Siegmund Wechsberg haben beschlossen, seinen Namen mit einem Werke in Palästina zu verbinden, u. zw. in Form eines Gartens im «Chajes-Walde». Der erste Betrag von S 112.— (Blumenablöse beim Begräbnisse) wurde beim Keren Kajemeth erlegt. Sammlungen bei Veranstaltungen. In Hinkunft werden die Sammlungen bei den verschiedenen Veranstaltungen, die durch die verschiedenen Jugendgruppen und auch anderen Gruppen durchgeführt werden, unter Leitung des Gg. Ch. Verständig erfolgen. Die Verrechnung wird an Ort und Stelle mit ihm geschehen. Die Sammelbüchsen sind Herrn Verständig zu übergeben. Sitzung der KKL-Kommissärlnnen der WIZO». Diese findet am Dienstag, den 10. Jänner, um 5 Uhr nachmittags, im KKL-Bureau statt. Auf der Tagesordnung stehen wichtige Fragen der WIZO-Arbeit für den Keren Kajemeth im Zusammenhänge mit dem zwischen dem Hauptbureau des Keren Kajemeth und der Exekutive der WIZO abgeschlossenen Verträge und mit der Chajes-Aktion. Sitzung der KKL-Kommlssflre der Jugendgruppen. Mittwoch, den 11. Jänner, um *£1 Uhr abends, im KKLbureau. Tagesordnung: Jugend Veranstaltung zugunsten des Keren Kajemeth, Chajes-Afction, Prämien bei BUchsenleerung u. a. Schriftenreihe des zionistischen Landeskomiiees Im Laufe dieser Woche erscheint eine neue Broschüre: «Problem des allgemeinen Zionismus» mit Beiträgen von Prof. Brodetsky, London, und Dr. Schwarzbart, Krakau. Preis pro Exemplar 20 Groschen. Von der Broschüre Dr. Ru f ei sen; «Zur Zionistischen Ideologie» ist noch eine b eschränkte Anzahl von Exemplaren zum Preise von 10 Groschen pro Exemplar vorhanden. Beide Broschüren können gegen Barzahlung im Sekretariate des Zionistischen Landeskomitees angefordert werden. Chanukah-Feler in der isr. Versorgungsanstalt Mittwoch, den 28. Dezember 1932, fand in der israelitischen Versorgungsanstalt, IX., Seegasse 9, so wie alljährlich, eine Chanukah-Feier statt. Dank der besonderen Bemühungen des Obmannes Hr. Dr. I. H. Körner und aller Mitglieder der Kommission, ferner der Herren Josef Dohan, S. Oesterreichcr, des Oberverwalters Popper mit den Beamten der Anstalt, sowie zahlreicher Freunde und Spender war es auch heuer möglich, den Insassen durch Aufbringung wertvoller und zahlreicher Geschenke eine besondere Freude zu bereiten. Nach einem sehr guten Festessen erfolgte die reichliche Bescherung der Pfleglinge, die volle zwei Stunden in Anspruch nahm. Hierauf fand im Betsaale ein feierlicher Gottesdienst statt, bei dem Oberkantor P o s t o 1 o w, begleitet von dem Chor des Stadt-Tempels, in glänzender Weise die kantorale Funktion versah. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schwarz richtete an die fast vollzählig erschienenen Insassen und die zahlreich gekommenen Gäste eine andächtig angehörte Ansprache. Als Festgäste erschienen: Der Hr. Vizepräsident der Isr. Kultusgemeinde Dr. O r n s t e i n in Begleitung des Amtsdirektors Reg.-Rat Fuchsgelb, vom Kultusvorstande die Herren Dr. F r i e d in a n n, Börserat Glück, Dr. Landau, Börserat W a 11 u c h und Gemahlin, ferner die Herren Josef Dohan, Siegmund Korn mehl und Frau, S. Oesterreicher, Bezirksrat B e 11 a k, Spitalsdirektor Generalstabsarzt Dr. R a 8 c h k e s, Keßler, Architekt L i n d n e r und viele andere. Bei allen Insassen herrschte froheste Stimmung und einmütig Lob und Dank für das schöne Fest. Chanukah im Blindenfnstitut Chanukah, das Fest der Lichter und der Freude, da in jedem jüdisch bewußten Hause die Kerzen brennen, wird im Blindeninstitut auf der Hohen Warte besonders feierlich begangen. Tiefst ergreifendes Erlebnis für jeden Teilnehmer. Da steht an der Stirnseite des Festsaales beim Fenster die glitzernde Menorah. Ein kleiner, kaum achtjähriger Junge, liebevoll geleitet von der Hand des Direktere, entzündet die Kerzen und spricht dabei die Broche. Er kann die Flammen nicht sehen, aber er fühlt ihre Wärme und ihr Glanz erhellt sein lichtloses Gesichtchen. Freude liegt darauf und ist auch in den Gesichtern seiner Schicksalsgenossen, die die Feier mit Chorgesang einleiten. Sie singen Chöre und Volkslieder in hebräischer Sprache von Lewandofsky und Engel, sie rezitieren hebräisch und deutsch Gedichte von B i a 1 i k und Beer-Hofmann. Sie sind verblüffend gute Schauspieler, machen klassische Musik und tanzen zum Schluß rhythmisch und graziös, mit keiner Bewegung Blindheit verratend, einen sorgfältig einstudierten Reigen. En kleines Mädchen lädt mit lieblich schmeichelnder Stimme zur Bescherung ein. Oh, ist die schön und reich! An alles wurde gedacht, von der Puppe bis zum Werkzeug. Wie unendlich viel Mühe ist aufgewendet worden, die Feier vorzubereiten, die Wünsche zu erraten und zu — erfüllen! Wie groß muß eine Liebe sein, die es für nötig hält, dem erwachsenen Zögling, der nur praktische Geschenke erhalten hat, auch noch die schöne, prall gefüllte Bonbonnifere, die Schachtel duftender Seife zu gehen? Chanukah, das Fest des Lichtes im Dienste der Lichtiosen! Kann irgendwo des Festes Sinn schönere Erfüllung finden? Eugenie Kr eitler. Chanukahfeier in der Zionistischen Bezirkssektion VI MX Die diesjährige Chanukah-Feier der Zion. Bezirkssektion VIII/IX nahm einen überaus gelungenen Verlauf. Nach Begrüßung durch den Präsidenten der Sektion, Herrn Apotheker I. Groß, hielt Dr Desider Friedmann eine überaus eindrucksvolle Rede über die Makkabäer, wobei er an die aktuellen Probleme der Gegenwart im Zusammenhänge mit dem heldenhaften Kampfe der Hasmonäer anknüpfte. Insbesondere wies er darauf hin, daß der Geist der Hasmonäer durch die Chaluzim in Palästina zur Auferstehung gelangte und unterstrich weiters, daß ein Heldentum sich nicht in leeren Redensarten, sondern vornehmlich in Taten, die der Umwelt ein sicheres Zeichen des Erfolges geben, auswirken müsse. Das künstlerische Programm des Abends wurde mit einem Violinkonzert eingeleitet, das von Frau Dr. Blatt mit großem künstlerischen Verständnis zu Gehör gebracht wurde. Schausrreler Herschkowitz entzückte d’e Zu- An die P. T. zionistischen Sektionen und Vereinen Infolge erdrückender Fülle aktuellen Materials sind wir leider nicht in der Lage, sämtliche Berichte Aber Chanokah-Feiem in Wien in der laufenden Nummer zu veröffentlichen. Wir werden dies in unserer nächsten Nummer nachholen. Die Redaktion. hörer durch Rezitationen aus jüdischen Schritten. Bei dieser Gelegenheit muß das Bedauern darüber ausgedrückt werden, daß diesem talentierten Schauspieler keine Gelegenheit geboten wird, sich an den Jüdischen Künstlerspielen zu betätigen. Die Begleitung des Violinsolcs wurde von Herrn Dr. H ö n i g besorgt. Spendenauswefs der „Stimme* Für Jacques Klar S 5.— von Dr. Rinardo Luzatto. Wien, X. Gerson Hönig s. A. Am 6. Chanukah-Tage wurde hier Herr Gerson Hönig, gew. Großgrundbesitzer aus Ustrzyki Dolne (Galizien) unter großen Ehren zu Grabe getragen. Mit Gerson Hönig ist eine in frommen ostjüdischen Kreisen hochgeschätzte Persönlichkeit dahingegangen. Sein immenses talmudische» Wissen wie nicht minder sein Scharfsinn und seine Klugheit wurde viel bewundert und brachte ihm die Anerkennung manch großer rabbioischer Autoritäten, so auch des unvergeßlichen Wiener Oberrabbiners Prof. Dr. H. P. Chajes. Der Verblichene nahm regen Anteil an allen das jüdische Leben bewegenden Zeitfragen und verband mit Thora- und Traditionstreue einen offenen Sinn für moderne jüdische Bildung. Auch die Entwicklung des neuen Jischuw verfolgte er mit großem Interesse und träumte sogar von Landerwerb in Erez Israel, wo er sein Leben beschließen wollte, ein Traum» der leider nicht in Erfüllung ging. Dr. Michael Halberstamm, Rabbiner, Brüx (C. S. R.). Jln&tindi$un$en und 3fli Heilungen Sektion I und III. Donnerstag, den 5. Jänner, VjO Uhr abends, Im Festsaal des Cafe Kriegsministerium, Ul., Invalidenstraße 9, große Makkabäerfeier mit reichhaltigem Programm. Für Mitglieder und Freunde Erscheinen Pflicht! Gäste willkommen! Organisation Zionistischer Frauen Oesterdeichs (Wizo), Wien, IX., Nußdorferstraße 42. Vortrag Bildhauer Fe’ix Weiß über: «Die Möglichkeiten der Kunstgntwicklung h* Palästina». Ort: Klubheim der Z. M. V. Mirjam-, I., Jordan*? gasse 7, Mezzanin. Zeit: Ausnahmsweise 8 Uhr abends. Die Zionistische Sektion und Frauen gruppe Prater veranstalten Samstag, den 7. Jänner 1933, präzise 8 Uhr abends, ln ihrem Heime, H., Jungstraße 8, ihren dritten Geselligkeitsabend mit Vortrag des Herrn Dr. H. G lanz über «Henuwuoth bejisraeb (Die Prophetie in Israel), Frfiu Nora Dauber bringt jüdische Lieder und Siegmund Haber «Heiteres zum Vortrag. Gäste willkommen! Um pünktliches Erscheinen wird gebeten! Zion. Frauengruppe Pröer, H.t Jungstraße 8. Am 20. Dezember 1932 hat die Generalversammlung der «Wreo» Prater stattgefumten. Nach Begrüßung der Versammlung durch Frau Wmdschauer erstattete Fr au Mü'ilbiuer den Jahresbericht. Frau Paßweg, Vizepräsident!«! der Leitung der «Wizo» für Oesterreich, eiferte in längerer Ausführung die Anwensemfcn an, neue Mitglieder zu werben. Frau Bauer, Keren Hanascfoim-Referentm der Leitung, gab in interessanter Ausführung einen Bericht t'iber die Arbeit der Wizo in Palästina. Nach Erteilung des Absolutoriums und Wahl eines neuen Vorstandes wurde die Versammlung geschlossen. Die Frauengruppe «Wiczo» Prater hat -am 29. Dezember eine Kiuder-Chanukahfeier veranstaltet, bei der die Kinder der hebräischen Schule und des Kindergartens steh ausgezeichnet haben. — Herr Aron Schwertfinger hielt die Festrede, welche von den Gästen mit reichem Beifall belohnt wurde. Dne Frauengruope «Wizo» Prater dankt H. Schweirt- Kn-ger wie auch Ch. Prof. Chartiner für ihre Mithilfe. Die Frauengruppe «Wizo» Prater beginnt am Samstag, den 7. d. M.. wie aMjährlich mit dien Onep-Sabbcith-NadS» mittagen für Kinder. «Z. M. V. Mirjam». Friedrich Torberg liest am Dienstag, den 10. Jänner, um 8 Uhr abends, im FestsaaJ des Handelsmuseums, IX., Bergrrasse 16, zugunsten der Palästinaaktionen der Z. M. V. Mirjam aus eigenen gedruckten und ungedruckten Schriften. Jugendgruppen erhalten gegt'ji Voranmeldung ermäßigte Karten zu S 1.50. Die Preise det Karten sind: S 3.—, 2.50 und 2.—. Die Zionistische Sektion Prater hält Freitag, den 6. Jänner 1933, um 7 Uhr abends ihren regelmäßigen Oneg-Schabbath ab. Ende halb 11 Uhr abends. Gäste willkommen! Hlstadruth Iwrith, II., Praterstraße 13. Samstag, den 7. Jänner, pünktlich 8 Uhr 15 Min., im Saale dei Voiksbibliofhek «Zion», II., Kleine Mohrengasse 3, Vortrag des Herrn Rab Prof. Dr. B. Murmelstein über «Moza W’hithnatHchutJl hanazruth»; vorher, 6 Uhr, Seminar für hebräische Poesie kn Mittelalter (Leiter: Dr. B. Klar); um 7 Uhr Seminar für neuhebräische Literatur. Um lade haben wir bei den Kuituswahlen gekämpft und gesiegt Jetzt gilt es um jeden Abonnenten und Inserenten für „DIE STIMME“ ju käm fen. W Werbet daher Abonnenten und Inserenten fflr ZlOmSattn: „die stimme"

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