Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 259 (22.12.1932)
- Date
- 1932-12-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 8 DIE STIA1ME Nr. 259 — 22. Dezember 1932 Industriellen nicht das entsprechende Veistäiwfoiis für diese Märkte aufbringen. .Mr. Machin schreibt am ScMuß seines Berichtes, daß das rührige und aufwärtsstrebende jüdische Element aus Tel-Awiw eine «very fine city* zu machen imstande ist. Palästina werde bald das bedeutendste Zentrum für die Verteilung von Gütern für den nahen, mittleren und fernsten Orient sein. Mit dem Bau des neuen Hafens und mit der neuen Bagdadbahn wird eine neue und raschere Verbindung nach Indien geschaffen, die vom Suezkanal unabhängig ist. Mr. Machin macht die englischen Interessenten auf diese Möglichkeiten aufmerksam. Diese Aeußerungen maßgebender Kreise beweisen, daß schon jetzt der neue jüdische Schaffensgeist in Palästina von großer weltwirtschaftlicher Bedeutung geworden ist b. r. Ein Preisausschreiben derWizo (Womans International Zionist Organisation London.) Die Exekutive der Wizo hat beschlossen, ein Preisausschreiben zu veranstalten. Alle Föderationen und Gruppen mit ihren Mitgliedern können sich an dem Wettbewerb beteiligen. Die Bedingungen, die jede Wizo-Gruppe, die mit ihren Mitgliedern daran Anteil nehmen will, sind folgende: 1. Einsendung sämtlicher Mitgliedslisten jeder Wizogruppe, enthaltend Name und Adresse jedes Wizo-Mitgliedes. 2. Ablieferung der festgesetzten OrganisationsbeÄtragsquote bis zum 31. Jänner 1933. 3. Ablieferung der Namensliste und der Organisationsbeiträge der im Werbemonat (Februar) neugewonnenen Mitglieder bis zum 31. März 1933. Die Verlosung der Preise wird in London von einer speziell eingesetzten, aus Mitgliedern der Exekutive bestehenden Jury vorgenommen, und zwar wird nach folgender Reihenfolge gezogen: a) Föderation oder Einzelgruppe, d. h. eine Gruppe, die keiner Föderation angehört. b) Gruppen innerhalb der gezogenen Föderation. c) Ein Mitglied innerhalb der gezogen..n Gruppe. Es gelangen folgende Preise zur Verteilung: 1. Preis. Ein Billett II. Klasse nach Palästina und zurück. 2. Preis. Ein einfaches Billett 111. Klasse nach Palästina und zurück. 3. Preis. Ein einfaches Billett III. Klasse nach Palästina. 4. Preis. Freie Station für 14 Tage in Palästina. 5. und 6. Preis. Trostpreise im Werte von je £ 5/—. Es kann keine Föderation, resp. Einzelgruppe mehr als einen Preis gewinnen. Es ergeht daher an alle Mitglieder der Appell, ihre Mitglieds beitrage so schnell als "möglich einzuzahlen und sich an diesem Preisausschreiben zu beteiligen. Reisei mit uns nach Palüsiina I Unsere beiden Gesellschaftsreisen am 25. Oktober (Führung: Ing J. Ürnstein) und am 8. November (Führung: Dr. Nathan Honig) waren komplett, kein Schiffsplatz blieb unbesetzt. Für die nächsten Reisen sind uns die besten 2- und 4-Beiikabinen auf den großen, 8500-t-Damplern «Italia» und «Brasile» reserviert. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Melden Sie sich daher möglichst bald als Reiseteilnehmer an! Unsere Reisen werden auch in Hinkunft von der «Pag» r. G. m. b. H. organisiert — dies bedeutet für Sie: Durchführung aller notwendigen Vorarbeiten, beste Unterbringung aut Bahn, Schiff und in Palästina, sachkundige Führung im Lande, aber auch: Anbahnung wirtschaftlicher Verbindungen in Palästina, Studium geschäftlicher Möglichkeiten und Prüfung der Frage: «Kann ich mir in Palästina eine Existenz Schaffen?» Reisen Sie mit uns — Sie werden zufrieden sein! Sie reisen mit uns bequem und — billig! Die nächsten Reisetermine: 13. Dezember 193 2. 21. Februar 1933 (Purim in Palästina), 28. März 1933 (Pessach in Palästina). Im Juli 1933 wird überdies eine besonders ermäßigte Reise für Jugendliche (Studenten) arrangiert! Dauer: Wien—Wien 4 Wochen, mit anschließender Aegyptenreise 5 Wochen, eventuell länger. Die Zahl der schon jetzt vorgemerkten Interessenten für diese Reise ist groß — die der reservierten Plätze beschränkt; di.her müssen Sie sich jetzt einen Platz sichern! Anmeldungen in der Verwaltung der «Stimme». Ein Chanukkahfeft Zugunsten der Schülerausspeisung, II., Malzgasse 16, findet Mittwoch, den 28. Dezember 1932, 7 Uhr abends, im Festsall des Hotel Bayrischer Hof, 11., Ob. Augartenstraße 5, statt. Aus dem Programm-: 1. Anzünden der Lichter, Chanukkah-Lieder; Obeukantor Simon Weiß; 2. Kleinkinder- Reigen: Schule Godwin; 3. Violinvcxtrag: Prof. Zimbler; 4. Festrede; 5. Jüdische Komik: Arnold Grimminger; 6. Ein Gast von jener Welt, ein Sketch; 7. Lustiger Schluß: Otto Grosse, Simpl. Karten von S 5.— bis S 1.— in allen jüdischen Buchhandlungen sowie in der Schulkanzlei II., Malzgasse 16, Tel. A 47-6-43. Konzert Oberkantor Israel Alter, Hannover. Die Misrachi- Jugend Wiens veranstaltet Mittwoch, den 4. Jänner 1933, 8 Uhr abends, im großen Festsaale des Hotels Bayrischer Hof, II., Taborstraße 39, ein großes Konzert des bekannten Oberkantors Israel Alter, Hannover, Mitwirkend: Konzertmeister Prof. Josef Zimbler. Kanten von S 1.50 bis S 3.— ihrem lieben A. H. Des«ö Weis« gratuliert herziiehst anläßlich seiner Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde die Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien! Bernstein als Jude Seine Anteilnahme am Poate^Zionismus Eduard Bernsteins jüdisches Interesse erwachte erst spät. Ueber sein Verhältnis zum Judentum und die jüdische Atmosphäre seines Elternhauses berichtet er in seinen Kindheitserinnerungen. 1877 — in der Zeit der schärfsten Sozialistenverfolgung — war er einer Parole der damaligen Parteiführer zum Kirchenaustritt gefolgt und aus dem Judentum ausgetreten. Aber der Weltkrieg machte auch bei ihm den Blick für die Judenfrage frei. 1917 schrieb er einen größeren Aufsatz «Von den Aufgaben der Juden im Weltkriege», in dem er den Gedanken der jüdischen Mission in dem Sinne entwickelt, daß die Juden, infolge ihrer Geschichte und ihrer Stellung unter den Nationen, die völkerpolitische Aufgabe haben, für die Verständigung zwischen den Vörkern zu wirken. Den Zionismus lehnte er damals noch ab, verwarf aber auch die Assimilation, wenn sie aus Berechnung entsteht oder unwürdige Formen annimmt. 1924 trat Bernstein dem «Komitee für das Arbeitende Palästina» bei, nachdem er schon seit 1919 an der Arbeit und den Zielen der poale-zionistischen Bewegung und der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas inneren Anteil genommen hatte und zu deren Propagierung in öffentlichen Kundgebungen aufgetreten war. Schon auf der Internationalen Sozialistischen Konferenz, die während des Weltkrieges in Bern stattfand, hat Bernstein sich sehr für die Forderungen des all weltlichen jüdisch-sozialistischen Arbeiterverbandes Poale Zion, der damals um seine Aufnahme in die Internationale angesucht hatte, eingesetzt. Die Bestrebungen für das arbeitende Palästina hatten in Eduard Bernstein einen warmherzigen Förderer gefunden. Er hat wiederholt an Tagungen und Versammlungen der Poale Zion teilgenommen. An den Kongreß für das arbeitende Palästina, der vor einigen Jahren in Streng über Chanukkahim Kuvhoiel BRISTOL Badgasiein Fließendes Wasser, Zentralheizung, Thermalbäder. Wintersport. Sehr mäßige Preise Berlin stattfand, hat er herzliche Begrüßungsworte gerichtet und hiebei seine Verbundenheit mit dem arbeitenden Palästina zum Ausdruck gebracht. Er hat auch aktiv an den Arbeiten für den Palästina-Arbeiterfonds teilgenommen und die in Deutschland durchgeführten Sammlungen auf das intensivste unterstützt Bernstein ist auch Mitglied des Deutschen Komitees Pro Palästina. In einem aus Anlaß seines 75. Geburtstages Im Jahre 1925 mit dem Berliner JTA-Vertreter geführten Gespräch, in dem er seine Knabenzeit und die jüdische Sphäre seines Elternhauses einprägsam schilderte, erklärte der sozialistische Vorkämpfer, er wäre, wenn er die Entwicklungen vorausgeahnt hätte gewiß nicht aus dem Judentum ausgetreten; aber ein formeller Wiedereintritt In das Judentum würde sich ebenfalls nicht mit einer sozialistischen Prinzipientreue vereinen lassen. Auf das Formelle kommt es nicht an, er fühle sich durchaus als Jude und nehme inneres Interesse an jüdischen Dingen. Die tttbiäiscfke (Bewegung Die Reform des Religionsunterrichtes Vierte Konferenz der Rabbiner und Lehrer Am 14. d. M. fand die von der Histadruth Iwrith einberufene vierte Konferenz der Rabbiner und Lehrer statt Dr. Rothblum eröffnete die Konferenz und wies darauf hin, daß sämtliche Parteien anläßlich des Wahlkampfes um die Kultusgemeinde die Notwendigkeit der Reform des Religionsunterrichtes in ihren Programmen hervorgehoben haben. Es wird daher Aufgabe dieser ständigen Konferenzen sein, der Kultusgemeinde entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Professor Dr. Papo gab den Inhalt sowohl seines eigenen als auch der Referate der Herren O. Anscherl und Müller, die in der dritten Konferenz erstattet wurden, wieder. Müller meinte, man könne mit dem hebräischen Unterricht schon in der Der Jüdisch-akademische Juristenverein erüil! hipmit die traurige Pflicht, Nachricht vom Ableben seines ehemaligen verdienstvollen Obmannes und Ehrenmitgliedes, des Herrn Dr. Georg Margulies, Rechtsanwaltsanwärter zu geben, der am 12. Dezember 1932 im 30. Lebens- :^hr verschieden ist. Ehre seinem Angedenken! Der Jüd.-akad. Juristenvereit. ersten Volksschulklasse beginnen. Ansehen meinte, es wäie leicht möglich, den Volksschülern einen Schatz von 200 bis 250 hebräischen Wörtern in die Mittelschule mitzugeben. Professor Dr. Papo forderte einen systematischen hebräischen Unterricht in den Mittelschulen, der durch die Festlegung eines für alle Lehrer verpflichtenden Minimalprogrammes geregelt und gesichert sein soll. Hierauf führte Stud.-Rat Prof. Dr. Redisch u. a. aus: Eine Reform des Hebräisch-Unterrichles sei notwendig und auch möglich. Wir müssen aber mit der Wirklichkeit rechnen, da uns dafür nur sehr geringe Zeit zur Verfügung steht. Es kommt einen sehr schwer an, den Text einer Sprache zu lesen, die er nicht versteht. Wir müssen daher Hebräisch unterrichten. Wir sollen aber mit diesem Unterricht erst vom zehnten Lebensjahr beginnen, und zwar nach der modernen Methode. Nicht gleich mit Grammatik anfangen, nur lesen und sprechen, kurze Sätze üben. Nach zwei Jahren kann man dann mit Bibellektüre beginnen. Mehr als eine Disposition für das Verstehen eines hebräischen Textes können wir dem Schüler nicht geben. Insp. Rabbiner Dr. Taglicht erklärte, es wäre sehr erfreulich, wenn wir im Religionsunterricht das erreichen könnten, was die drei Referenten vorgeschlagen haben. Leider muß auch er mit Bedauern feststellen, daß viele Schüler, die von der Volksschule in die Mittelschule kommen, nicht einmal Hebräisch lesen können. Er hoffe, daß die Histadruth Iwrith durch diese Konferenzen viel Nützliches erreichen wird. Prof. Bronner hebt hervor, er sei zur Ueberzeugung gekommen, man könne mit dem hebräischen Elementarunterricht schon in der ersten Volksschulklasse beginnen. Für die ersten zwei Volksschulklassen schlägt er das Buch «Schaare Zedek» vor. Für die Haupt- und Mittelschule schlägt er die Bibel, nach dem Wochenabschnitt zu unterrichten, vor. Herr Pick bemängelte eine Organisation des Religionsunterrichtes, die vom Inepektorat gemeinsam mit den Lehrern durchgeführt werden könnte. Dr. Landau verlangt, man solle sofort mit Bibellektüre beginnen. Oberrabb'ner Dr. Feuchtwang, der als Vertreter des Präsidiums der israelitischen Kultusgemeinde auf der Konferenz erschien, hebt die Tätigkeit der Histadruth Iwrith auf dem Erziehungsgebiete lobend hervor. Als Körperschaft, in deren Mitte erprobte Leute sitzen, ist sie wohl berechtigt, die Initiative auf dem Gebiete der Kultur und Erziehung zu ergreifen. Wir müssen für Hebräisch einen großen Platz einräumen, jedoch nicht auf Kosten der biblischen Geschichte. Wir sind Lehrer des Judentums, und Judentum ohne Hebräisch ist wohl unmöglich, und deshalb teile er nicht die Meinung des Inspektors Redisch, der den Beginn des hebräischen Unterrichtes erst in die vierte Volksschulklasse verlegen will. Inspektor Oehler gibt der Meinung Ausdruck, man könne den Hcbräisch-Unterricht durch Ausbau der Bibelschulen intensivieren. Ueber Antrag Müller wurde in die Mittelschulkommission gewählt: Prof. Papo. Prof. Dr. Bronner, Prof. Doktor Rappaport, Insp. Rab. Dr. Weiner und Prof. Dr. Glaser, lur die Volks- und Hauptschulkommissdon: Anscherl, Gellerl; Müller, Nußbaum und Reiß. Bialik-Feier der Histadruth Iwrith. Anläßlich des 60. Geburtstages des größten Dichters des jüdischen Volkes Ch. N. Bialik veranstaltet die Histadruth Iwrith am 14. J ä n n e r, 8 Uhr abends, im großen Festsaal des Hotel Continental eine Biaük-Feier mit reichem künstlerischem Programm, Festrede, Violin-, Klavier-, Gesangsvorträge. Kartenvorverkauf bei Keren Kajemeth, I., Kärntnerstraße 28, Bücherstube Rath, II., Praterstraße 20, bei den Mitgliedern der Histadruth Iwrith und an der Tageskasse. Hakenkreuzopfer facques Klar In Not Wie bekannt, wurde der Jude Jacques Klar vor einige» Monaten von einem Hakenkreuzler verletzt Klar befindet sich in großer Not und ist arbeitslos. Er ist bereit, jede Arbeit anzunehmen. Wir bitten jüdische Arbeitgeber, ihm irgendeine Beschäftigung zu verschaffen und bitten Menschenfreunde, dem Bedauernswerten Geldspenden zuzuwenden1. Die Redaktion der «Stimme» ist bereit, Geldspenden ftir Herrn Klar zu übernehmen und aiiszuweisen. GroBfleisciinauerei SIEGM. KORNMEHL Zentrale »X, Berggasse 19, l ei. A 1/-3-9S u. A 16-9-34 Lieferant tlir Heilanstalten Abteilungen für UPD-Fleiach unter Aufsicht des Ehrwürdigen rtaobmats der Israelitischen Kuitusgemeiade Wien AiuloxuitciUung «*o«ien>o> IX, Ber&rgasse l XVlli Währingerstraüe 7** Um fed« haben wir bei Jetzt gilt es um den Kultuswahlen gekämpft und g e s i e g < jeden Abonnenten und Inserenten für „die siirarar zu käm fen. W Werbet daher Abonnenten und Inserenten für Zionisten: „die stimme"