Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 259 (22.12.1932)
- Date
- 1932-12-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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W 1ml. SHMmt, L-iCljlOCJ' \ VÖC I 1 ’f f r i i I! i *" ■ i : n : i österreichische Kultur, in der Strömungen verschied«q«r Völker und Stänmt* ihren Niedinchltg fattdfH, dünkt« ihm tJn fruchtbrer Boden zu werden, auf dem die Eigenart östlichen und weltlichen Judentums *ur nationalen iynthesc emporblOhen könnte. Daher die Kriegsbegeisterung, die jäh und ungekünstelt emporschoß, als es, um das Schicksal Oesterreichs ging und deher der flammend« Haß gegen dje feindlichen Mächte, die Oesterreich gleicher» maßen mit dem dortselbst verwurzelten Judentum zu bedrohen schienen. Auch hier ein Sinnbild einer ln Irrwahn getriebenen Generation und doch Wegbereiter eines jüdischen Opfermutes, der ans antike Heldentum grenzt, Der Golusmensch wandelt sich mit jäher Gewalt zum Helden. «Der Weg ins Freie», den die jüdische Generation um Schnitzler durch unproduktive Selbstverspottung und ein aijßlich-melanchoi Zionisten! Pi« trostlose wirtschaftliche Lug« trifft gerade «na besonders stark. Die Juden werden aus allen Wirtschaftsleben Positionen verdrängt und der erstarkende Antisemitismus, Hand in Hand mit dem wirtschaftlichen Verfall der europäischen Länder, lassen keine Hoffnung auf eine Besserung aufkommen, Oer einzige Lichtpunkt ln diesem trostlosen Chaos ist das aufstrebende jüdische Palästina. Junge jüdische Mensehen, hier wirtschaftlich entwurzelt, von allen beiten angefeindet und verfolgt, finden dort als aufrechte Mensehen Arbeit, helfen an der Errichtung unserer nationalen Heimstätte mit, Der Aufbau Palästinas schreitet mit Riesenschritten vorwärts. Noch Immer warten Tausende von Dunam jüdischen Bodens auf jüdische Arbeiterbände. Die jetzt einsetzende AHah sqQ den Bedürfnisse« des Landes Genüge tun, Die neuen Pflanzungen, die aufstrebende jüdische Industrie fordern sofortige Einwanderung. Auch unser Land hat Hundert« yon Chaluzim ln der nächsten Zelt nach Eres Israel zu schicken, A«ah erfordert Geldmittel — und diese f eh* I e n unseren Chalyzlm. Es liegt nun an uns allen, die notwendige Einwanderung im Monate Jänner durch Aufbringungdererforder* liehen Geldmittel zu ermöglichen. - , i uw ■ . m. ' i. >' Energlschor Protest der Kultus. gemeinde gegen die antisemitische oykottbawegung (Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Kultusvorstandes am 14. Dezember 10331 lisches Hindämmern krampfhaft suchte, wird durch fcuckermann» heroische Aktivität Hunderttausenden eröffnet, Hoch gestern kriecherisch# und schmarotzend« Dämmerseelen, wandelten iJCh üb^r Nacht IU He|d«n, in denen der alte HftSinonäergeist zum Durchbruch kam. Irrlichter trieben sie wohl zur Höhe, doch auch in diesem Irrwahn fielen sie als Weg* bariiter einer bewußt jüdischen Generation, di# das paMlve Erleiden!h Tatkraft und Selbstaufopferung umzuwandeln begann. - Der früh« Heldentod Zuckermenn* besiegelte sein Schicksal, das zeitlich nur an Oesterreich gebunden war und erst durch die Vision der Makkabäer ins Jüdisch-Heroische emporgetragen wurde. So wandelte sich die österreichische Tragik eines einzelnen in :1js verheißungsvolle Sinnbild eines um die geschichtliche Wiedergeburt ringenden Volke* , . , J#der spende für d« Keren AlUft (ATfah* Fonds)! jeder trage m Ausrüstungsaktion hei Palästina-Amt, Wien; Pr. Simon Horowitz. Zionistisches Landcelfomltee für Oesterreich; Dr, Osker Orünbeum. Poel« Zion — HlbwhdutHi Mendel Singer, Misfachl, österreichischer Landesverband: Rab. friedmann. Union dar Zion,-Revisionisten! Oberbaurat Stricker. W, L Z. 0.: Sofie Löwenhf re. Verband radikaler Zionisten: Pr. Leopold puschkes. Gefällige Geldüberweisungen sind zu richten an den füriorgevereln für jüdische Palästina-Emigranten, Wien, L, Kärntnerstraße 2«, Poetsparkassekonto Nr. C-26.901. Beistellung von alten und neuen Kleidungsgegenständen mögen dem Palästina-Amt, I., Kärntnerstraßc 2S (Telephon R 27-4-ßö) bekannt gegeben werden und diese werden prompt abgeholt werden. Klasse auf. Menschen sind es nur: — leidende, zuckend«, bingende Menschen, die di« Todesangst im letzten Aufschrei eines unendlichen Schmerzes vereint, Der Mensch wird zum Teile der Masse und der MaSie*Mensch schluchzt und klagt voll erschütternder Resignation «Fall ich am Donaustrand. Sterb’ ich in Polen, Was liegt daran. Ehe sie meine Seele holen Kämpf’ ich als Reitersmann.» Nur ein Jude, dem geschichtliches Walten seines eigenen Volkstums stets gegenwärtig war, vermochte die Universalität menschlichen Leids schöpferisch zu erfassen. Diese Universalität jüdischen Denkens und Fühtens war es, die einen lyrjsferenden Poeten plötzlich ins Heroische des Handelns und Fiihlens emporriß und ihm erst im Schlachtengewühl das tiefste Weh der Kreatur erschloß. So schuf er ein Heldenlied für sein Volk und ein Volkslied für alle Welt. «Das Reiterlied» und «Die Makkabäer». Und über beiden schweben, wie ewige Gefährten, Tod und Verklärung als Sinnbild menschlicher Tragik. * Er lebte jahrelang in Wien — wurde seßhaft in Meran und ruht im Heldengrabe »einer Heimatstadt Eger. An den jüdischen Dichtern Perez, Reisen und Asch, die er übersetzte, reifte er heran und als Bannerträger des nationalen Gedankens scharte er die Vorkriegsjugend um sich, gründete den Verein «Theodor Herzl», schwärmte fürs jüdische Theater und dichtete Zwischendurch. Nur wenige wußten um das jüdische Schaffen Zuckermanns. Es waren lyrische geichten «ine* modernen Juden, der den Rüekweg?um ureiger nen Volkstum sucht und durch dichterische Nachahmungen fremder Muster den QpJu§?U überwinden gemeint. Erstlingswerke waren es, in denen nur hie lind da das verzweifelte Fragen seiner Generation nach dem Sinn der jüdischen Umkehr?um dlchteri- «eben Ausdruck kam, Erst das Kriegserlebnis riß diese Begabung zur Höhe einer erkennenden und bekennenden Dichtung empor. Schon eine* seiner ersten Kriegslieder klang wie eine Fanfare, «ln unserem LagerlstOesterreich — das Oesterreich der Jungen!» Es war Im ersten Kriegsjahr. Flammende Begeisterung lohte noch in Millionen und mit Tqdesmut jEOg dl« namenlose Heerschar jüdischer Krjeger an die front, wo ihnen allzu bald das Grauen des Völker* jpordens in einem wütenden Haß gegen Juden und Judentum entgegenschlug. Hüben, der Tod und drüben der Haft und um beide schlug die Weile eines NatiouaUsmus, der nur die.Bestie im Menschen entfesselte. In Zuckermann glühte noch echter Patriotismus, der nach wahrer Menschlichkeit strebt und unverfälschte* Heldentum, So schuf er, losgelöst von der Holl« des jüdischen Schicksals, an derTront und im Hinterland Heldenlieder, in denen ein urjüdisehes j Ethos aum Herzen aller Völker Oesterreichs vorstieß- Nach Heldenart gestaltete er sein Leben und heroisch erklang sein dichterischer Kampfruf der dem Schicksal Oesterreichs galt. Doch kaum begann er seinen Traum zu weben, da fiel er als einer der ersten. Von der russischen Front, gegen die er den russischen Rachefeldzug zu vollenden vermeinte, kam die todbringende Kugel. Mit dem Manuskript des Makkabäerliedes wurde der tote Krieger heimgebracht. Er erlebte nur die Morgenröte der Begeisterung, Opfermut und pratlotiicher Sehicksaisgemeinschaft einer kämpfenden Front und so wurde ihm so manche Illusion der Kriegs- und Nachkriegszeit erspart. Durch eine Schicksalsfügung riß noch der tote Jude seine Frau, die dem Christentum entstammte, zur Größe wahrhaften Heldentums mit. An seinem Grabe fand man sie mit durchschossener Schläfe, dfi sie den Tod des Geliebten, der für sie die Welt bedeutete, nicht überleben konnte , , . * «In unserem Lager ist Oesterreieh — das Oesterreich der Jungen.» An Zuekermann vollzog sieh das österreichische Schicksal. Eine heiße Liebe zur österreichischen Scholle durehzlttert vleie seiner Dichtungen und aus dem österreichischen Patriotismus erwuchs erst sein nationales Sehnen nach dem Lande der Verheißung. Oesterreieh war ihm Sinnhild der Humanität und die ——— bni» »ns msnn ——— leh ofllllere iQ|!|tm4e PaläsHna-Pvodukie: Jaffs-Orsngen pro kg 8 1.20 Jgffa-Qrape Fruit pro ättick von 3 -».40 aufwärts Schemen-Olivenöl pro kg S 3-90, Vi kg S 3.’- Schsmen-Toilctteseile <Ö Sorten) pro Stück von 5 —.93 aufwärts Ch«d«r**Honig (in Becher) pro % kg 3 L-. % kg (In Glas) S 2 20 Karmel-W^m? (ö Sorten) 1 Flasche von 8 2.80 aufwärts Franko Hau* gegen Kassa bei Uebewshme SAMUEL HALFERN, WIEN. Um FÖRÖTEROA9SE 0 Telephon A 46-4-12 im Einlauf befand sich ein Schreiben des Bundeskanzler, amtes, in welchem, unter Bezugnahme auf eine Vorsprache des Präsidiums bei Bundeskanzler Dollfuß und «ins *U den Bundeskanzler gerichtet« Eingabe, u, a, roitgeteiH wurde, daß »ch der Bundeskanzler ln Angelegenheit eines Bundes* Beitrages für die österreichischen israelitischen Kultus* gemeinden über die unter seinen Amtsvorgängem ptattge* fundenen Verhandlungen eingehend- Informieren ließ und den Auftrag erteilt habe, zwecks Ueberprüfung dieser Angelegen* heit mit dem Bundesmlnteteriiim für Unterricht in Fühlung Vi treten. Des ferneren ließ der Bundeskanzler hinsichtlich des gestellten Ersuchens um Bekämpfung der in der letzten Zeit in einzelnen Fällen ststtgefundenen Verhetzung gegen di« Jucleneehaft mitteilen, daß er nicht ermangeln werde, entsprechende Maßnahmen zy treffen, um die beklagten Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern, beiw. die schuldtragenden Personen zur Verantwortung zu ziehen, Am 9, Dezember d. ]. ist durch zahlreiche Beschwerden jüdischer Kaufleute und Gewerbetreibender zur Kenntnis der Kultuagemejnde gelangt, daß m verschiedenen Bezirken Flugschriften der Nationalsozialisten zur Verteilung ge» langen, In welchen unter Hinweis auf das herannahende Weiihnaehtsfast unter den unflätigsten Beschimpfungen zum Boykott der Jüdischen Geschäftsleute aufgefqidert wurde, Uebardtes wurden zur Nachtzeit kleine Zettei mH der Aufschrift» «Kauft nlßht bei Juden» zu vielen Tausenden a>uf der Btraße vor Geschäften, deren Inhaber Juden sind, ausgestreut. Schließlich ist an der Anschlagtafel eines Pfarr* amtes der Aufruf eine« katholischen Jugendbundes plakatiert worden, in welchem es heißt» «Katholiken, deckt Euern WeAhnachstbedarf ausschließlich ln christlichen und arischen Warenhäusern. Kampf gegen diejenigen, die unser Volk auf da» schuftigste ausbeutenl» Da* Präsidium der Kuttusgemeinde hot aieh unveriflgfich an den Polizeipräsidenten und im weiteren Verlaufe an den Chef der Staatspolizei und dea ferneren wegen des Kirchenplakates an den Erzbischof von Wien« Doktor Inn!teer« und wegen der Nlchtkonfleketton des natieiMlMzialMchcn Flugblatt** durch di* Staat* | anwalttchaft an den Bundesminister für Justiz gewendet« | Seitens des Polizeipräsidiums wurden alle unter» stehenden Pollzelebtoäungen angewiesen, die Verteilung der Flugblätter und das Ausstreuen der früher erwähnten Zettel» «Kauft nicht bef Juden» zu verhindern, bezwf die Täter anzuhaften. Es wurde ferner seitens der Presse» Polizei bei de« Staatsanwaltschaft die Konfiskation des nationalsozialistischen Flugblattes beantragt und von der Saatsanwaltsehaft durehgeführt und schließlich die Entfernung des Kirchenplakates über Anordnung des Erz. btsehoff* vorgenommen. Hierauf wurde die Agnosiierung dir Wehlen in d«n Kultuivoretand sowie der Wahlen der Vertrsweflsmünner vollzogen. Der Vorsitzende, Präsident Prof, Dr, Aiqfe Piek, wfe» darauf hl", 4*8 dies voraussichtlich die letzte öffentliche Plenarsitzung der abgelaofenen Funktionsperiode sei und naluu deshalb den Anlaß wahr, um all jenen Mitgliedern des Kultuavorstandss, die dem neu zu konstituierenden Vorstand nicht mehr angehören werden, für ihr Wirken herzlichste»! Dank zu sogen. Gaue besonders widmete der Vorsitzende der hingebungsvollen Tätigkeit de« Plnsnzrefere«ten Reglerungsrst Direktor Dr, Hermann Oppenheim Worte wärmiter Anerkennung und Dankbarkeit. — Wärmsten Dank und die besten Wünsch« für tatdfge Genesung sprach das Plenum dem infolge eines Unfalles am Krankenlager befindlich»» Mitglied de« VertfcterlcoHsglums Wolf Pappenhalm aus, — Nunmehr widmete steh da« Plenum ganz besonders der unermüdlichen und verantwortungsralehen Tätigkeit der Schätzungskommiisdon, insbesondere dem langjährigen Präsidenten derselben, Herrn Pr. Norbert Klingfr. sowie der einzelnen Bezlrkskommieeionen und der Brenchekommtoelonon, schlleßliieh der Bethausvorständ« dar Kultuegemeindf, der Tempel- und Bethausvereine, der Be) OeDen- und Lcberleiden. Gallensteinen und Gelbsucht regelt da* netllfliehe «Franz-Josef».Bitterwasser die Verdauung kt geradezu vollkommener Wels« Aerzttieh basten* •mpfeiNiib