Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 258 (15.12.1932)
- Date
- 1932-12-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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feite 4 OS STIMME Nr. 298 — 15. Dezember 1952 r ‘ < ] I M;; s ChatcS'Crabaana 18« Dozcmbar 1952 1 all Uhr vormiffaas Zaitlralfvldfiof (1* Tor) liegt die Seele der Nation, die in der Uebersetzung nicht widergespiegelt werden kann. Was Rosenfeld noch über Chajes’ Genialität, Herzensgute, Menschlichkeit, Aufopferung, über sein Wirken als Rabbiner, Lehrer. Führer, Denker und Volkserzieher zu sagen weiß, rechtfertigt die Apotheose im Kapitel «Äusklang», die da lautet: «Er gehört seinem Volke und sein Volk gehört ihm. Sein Bild wird nie verblassen, im Pantheon der Größten seines Volkes. Mitten in der Endlichkeit einst geworden mit dem Unendlichen, mitten in der Zeitlichkeit, eingegangen in die Verewigung wird sein Namen voranleuchten seinem Volke wie die ewigen Sterne.» Ein unvergängliches Verdienst erwarb sich Rosenfeld durch die Veröffentlichung der «G edächtnisaufzeichnungen nach Oberrabbiner Prof. Dr. H. P. Chajes’ Reden und Ansprachen», die der Biographie angeschlossen sind. Es sind 66 Aufzeichnungen größeren und kleineren Umfanges. Sie beinhalten Auszüge aus Predigten, Reden, Vorträgen und Ansprachen. Manche von ihnen, über die Rosenfeld schon bei Lebzeiten des Oberrabbiners berichtet hatte, wurden von dem Verewigten überprüft. Nach dem Zeugnis Rosenfelds hatte der Oberrabbiner nie etwas daran zu ändern gefunden. Ueber diese Aufzeichnungen, gleichwie über das l. Buch «Reden und Vorträge» soll in einem zweiten Aufsatze berichtet werden. Aber schon jetzt soll es gesagt werden: Gesegnet sei die Hand, die an diesem Werke tätig war. Es darf in keinem jüdischen Hause fehlen. Ein Vovivag über den Ober» vabbinev Chajes Anläßlich des fünften Todestages des unvergeßlichen Oberrabbiners hielt am 5. d. M. in der Organisation Zionistischer Frauen Oesterreichs (Wizo) Professor Dr. M. R o s e n f e l d einen überaus interessanten Vortrag, dem ein dichtgedrängtes Auditorium mit großer Spannung lauschte. Professor Rosenfeld war es wie kaum einem anderen vergönnt, diesen innerlich reinsten und edelsten Menschen, dessen Nähe soviel Beglückung spendete — viele fahre hindurch unmittelbar zu beobachten, seinen wunderbaren Gedanken ganz in sich aufzunehmen, schriftlich festzuhalten. Nun sprach Professor Rosenfeld als berufener Wahrer dieses geistigen Erbes, voll Hingabe an das Werk und den Menschen Perez Zwi Chajes. In klaren Umrissen entwarf der Vortragende dieses Porträt des Oberrabbiners, des Gaon, des Jünglings, des Kindes, des Menschen. Sein Leben und Schaffen lebten wieder auf. Vor allem prägt Professor Rosenfeld für Chajes die Bezeichnung eines «Providentistem. Wie Moses, Elijaha, Jeremias, Jecheskiel, Reb Jochanan, Mojmonicks und Herzl dem bedrohten Judentum zur Zeit seiner größten Not durch besondere Gnade der göttlichen Vorsehung als «providentielle Mannen zur Errettung gesandt wurden — so auch fällt die meteorale Erscheinung des Perez Zwi Chajes in die Zeit des großen Weltkrieges und des Umsturzes. Diese ge•• schichtliche Bedeutung kommt Chajes zu. Denn er erfaßte im neuen Staatswesen die drohenden Gefahren für die Juden in Oesterreich und ordnete mit ahnendem Weitblick alle Fragen seiner Gemeinde, seines Volkes. Auf diese Weise wurde er geistiger und sittlicher Führer von wahrhaft monumentalem Format. ln meisterhaften Strichen zeichnete Professor Rosenfeld das Bild dieses «Einmaligen», welcher seiner Meinung nach eine Synthese verkörperte — eine Vereinigung der Auffassungen dieser beiden geistigen Heroen. Die zionistische Frauenbewegung wurde vom Oberrabbiner richtunggebend beeinflußt, wie er auch überhaupt mit Problemen des jüdischen Frauenlebens sich eifrig befaßte. Anschaulich schilderte Professor Rosenfeld seine florentiner Zeit — die Etappe Triest, seine Berufung nach Wien, seine segensreiche Tätigkeit daselbst, die Gründung von Wohlfahrts- und Erziehungsinstitutionen. Erzeugung und Reparatur von Piilama, Blusen-Kielder, Hemden Arderiißung nach Maß Spezialität: Arzte- und Pflegerinnenm&nte! Strümpfe repassieren, stopfen, anstricken BmM Ausführung Billigste Prsls« wascheoesciiatt Anna und Martha Epslein Wien VI!!., Skodagasse 30 Telsphon B 40-7-78 Nächst Aiserstraße Seine hintcrlassenen schriftlichen Werke und sein Kronwerk — das hebräische, nach ihm benannte j Realgymnasium in Wien, künden die Größe dieses | Mannes. Trotz vorgerückter Stunde wurde Professor! Roscnfeld nicht müde, weise Aussprüche aus dem reichen Geistesschatz des Oberrabbiners, welche seine höchste und reinste Menschlichkeit widerspiegeln, vorzubringen und wurde für seine Ausführungen mit starkem Beifall bedankt. Ottilie Grob l Besuch des Chajes-Grabes Sonntag, den 18. d. M., p r ä z i s e y2 1 1 Uhr vormittags, findet beim Grabe des verewigten Oberrabbiners Z. P. Chajes eine Trauerandacht statt Die kantoralen Funktionen wird Herr Oberkantor M a r g o 1 i e s verrichten. Zu dieser Feier werden sämtliche Zionisten Wiens hiemit eingeladen. Mit Rücksicht auf die vor und nach der Feier stattfindenden Begräbnisse wird um pünktliches Erscheinen ersucht Den Weisungen der Ordner ist unbedingt Folge zu leisten. Am gleichen Tage um 4 Uhr nachmittags findet im Seitenstetten-Tempel eine Trauerandacht statt, zu der ebenfalls alle Zionisten eingeladen werden. Bei der Israelitischen Kultusgemeind« Innsbruck kommt die SteMe eines RABBINER zur Neubesetzung Zur Anstellung sind erforderlich: Nachweis der österreichischen Staatsbürgerschaft, Berechtigung zur Erteilung des öffentlichen Religionsunterrichtes an Volks- und Mittelschulen, Nachweis der mit Erfolg absolvierten seminaristischen Vorbildung, Eignung zum Prediger und Vorbeter. Bewerber, welche in ähnlicher Stellung bereits tätig waren, sowie solche, die eine Universität absolvierten und den Doktorgrad erworben haben, werden bevorzugt. Offerte, denen alle erforderlichen Belege, Zeugnisse und Lichtbild anzuschfießen sind, sind bis längstens 26. Dezember 1932 an die Israelit. Kultusgemeinde in Innsbruck, zu Händen des Vorstandes, Herrn Julius Pasch, Inns bruck, Maria-Theresienstraße 13, einzureichen Juden Cesterreiifis: Ifiret Zwi &erex thajesl Am 20. Klslew (19. Dezember) sind es fünf Jahre, daß unser unverge§ticher Führer, Oberrabbiner Prof. Dr. Zwi Perez Chajes, für Immer die Augen geschlossen hat. Jeder von uns weiß, was Chajes für das gesamte Judentum, Insbesondere für den Zionismus, bedeutet und geleistet hat Es ist Pflicht aller Juden, diesen großen Mann durch ein Denkmal, das dauernder als Erz und Stein ist, zu ehren. In diesem Sinne hat der Keren Kajemeth (Jüdischer Nationalfonds) Oesterreichs beschlossen, den seinerzeit angeregten, jetzt bereits bestehenden, aber noch nicht vollständigen Chajes-YVald in Erez Israel zu komplettieren und die Arbeit für dieses Ziel ln den Mittelpunkt seiner Tätigkeit zu stellen. Es sind verschiedene Aktionen geplant für welche die Mitarbeit aller Juden erbeten wird, die Chajes ehren und den Aufbau Erez Israels fördern wollen. Juden, stiftet Bäume für den Chajes*Wald! Für den Keren Kajemeth: Adolf Böhm. — Für das Zionistische Landeskomitec: Dr. Oskar Grünbaum. — Für die Union der Zionlsten-Revh.ionisten: Oberbaurat Ing. Robert Stricker. — Für den Landesverband «Mlsiachl»: Rabbiner Salomon Friedmann. — Für die Zionistische Frauenorganisation «Wizo»: Frau Sophie Löwenherz. — Pür den Verband radikaler Zionisten: D. Leopold Plaschkes, — Für Ichud «Poale Zion-Hitachduth»: Mendel Singer. Abrahamovlci-Sduihe II., TaborstraOe 33 bietet jetzt eine enorme Auswahl in feinsten und besten Schuhen, erste Markenware bei unvergleichlich billigen Preisen Sportschuhe alle Sorten, snipoiserer von s 2H auiw. Ehrung für Dr. Löwenherz Anläßlich des Sieges bei den Wahlen in die Kultusgemeinde veranstaltete die Bezirkssektion Brigittenau zu Ehren des um die Eroberung der Kultusgemeinde in Wien durch jahrelange emsige Arbeit und durch die nunmehrige siegreiche Durchführung der Wahlen hochverdienten Doktor Josef Löwenherz einen Festabend. An diesem fanden sich sämtliche zionistische Mandatare sowie führende Persönlichkeiten der zionistischen Organisation in Wien ein Die Tätigkeit Dr. Löwenherz wurde von allen Rednern rühmfehst hervorgehoben. Außer den Mandataren sprach noch Samueli, der gewesene Sekretär Herzls, in überaus geistreicher Weise sowie Herr Dr. Karl Rosen feld, der interessante Erinnerungen aus der Zeit der Tätigkeit Dr. Löwenherz in Lemberg brachte, schließlich der Vorstand des Bnej Brith in der Brigitfenam, Herr Rabbiner H o r o w i t z. In Anerkennung der großen Verdienste des Gefeierten, wude sein Bild im Lokale der zionistischen Sektion angebracht. Herr Oberkantor Länderer vom Kluckyrempel trug durch seinen herrlichen Gesang viel zur Hebung der Stimmung bei. Dem derzeitigen Präsidenten der Bezirkssektion Brigittenau, Herrn Emil Nimhäuser, sowie den Mitgliedern der BezirksseArtion gebührt aufrichtiger Dank für diese Veianstältung, die bis Mitternacht alle Gäste m gehobener Stimmung zusammenhielt. Hilel Zlatopolski gestorben Paris, den 12. Dezember 1932. (Eigenbericht.) Gestern ist ln Paris der bekannte Zionistenführer Hilel Zlatopolski, auf den bekanntlich vor einigen Tagen ein Mordanschlag verübt wurde, seinen Verletzungen erlegen. Die Nachricht hat in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung Paris’ kolossalen Eindruck hervorgerufen. Der verstorbene Hilel Zlatopolski ist im Jahre 1870 in der Ukraine geboren. Er hat dort als Inhaber einer großen Zuckerraffinerie in den Industriekreisen großes Ansehen genossen, so daß sein Name in ganz Rußland in allen Kreisen sehr bekannt war. In der zionistischen Bewegung Rußlands war er immer führend und hat auch zu denjenigen gehört, die die Wiederbelebung der hebräischen Sprache für den Zionismus für die erste Voraussetzung hielt. Am ersten Kongreß in Basel nahm er als Delegierter aktiven Anteil und zählte zu den besten Mitarbeitern Theodor Herzls und später Chaim Weizmanns. Er war auch längere Zeit Mitarbeiter der «H a z e f i r a» und des «H a m e l i z“. Nachträgliches zu den Vertrauensmännerwählen Zu den in unserem vorwöchi-gen Bericht über den Ausgang der gemeinsam mit den Kultuswahlen stattgefundenen Vertnauensmännerwahlen angeführten Kandidaten wäre zu ergänzen, daß im zweiten Wahlkreis (2. Bezirk) die religiöse Liste «Mi s r a c h i» ein Mandat erhielt, und zwar erscheint Herr Isr. Michael Jägerndorf in desem Wahlkreis gewählt. Weiters steht dieser Liste das Recht zu, einen Vertreter zu kooptieren. Im selben Wahlkreis hat auch die «Unpolitische Liste» (Dr. Leo Landau) ein Mandat erhalten und als gewählt erscheint Herr Gaettinger 50jähriges Besfandsjubiläum des Vereines zur Errichtung von jüdischen Volksküchen In den nächsten Tagen wird der 50jährige Bestand de» «Vereines zur Errichtung von jüdischen Volksküchen» festlich begangen. Diese Feier findet am 18. Dezember 1932 um 11 Uhr im eigenen Hause II., Krummbaumgasse 8, statt. Der Verein wurde auf die Initiative des verewigten Oberrabbiner Dr. Moritz Güdemann im Jahre 1882 gegründet. Trotz aller Krisen war es ermöglicht, durch Spenden von Philantropen und Subventionen der «Israelitischen Kultusgemeinde», sowie nach dem Kriege durch das energische und werktätige Eingreifen des verewigten Oberrabbiner Professor Dr. Chajes, der vom Jahre 1918 bis zu seinem im Jahre 1927 erfolgten Ableben, Ehrenpräsident und eifriger Gönner dieses Vereines war, den Betrieb im vollen Umfange bis heute aufrecht zu erhalten. Es werden an arme Menschen, die an den traditionellen Satzungen des jüdischen Glaubens festhalten, täglich zirka 300 komplette Mittagessen verabreicht. Beh. konz. Realbüro ING. N. HUHLBAUER Kauf und Verkauf von Realitäten, Hypotheken I., II. und 111. Sätze, Bau- und Zwischenkredite, üebäudeverwaltung Büro: 2., Leopoldsgasse 26 Tel. A-49-2-47 Wohnung: 2., Vorgartenstr. 150, Tel. R-41-8-88 «Ml