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Die Stimme · 1932-11-24 · Heft 255 (24.11.1932) · page 9

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 255 (24.11.1932)
Date
1932-11-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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nt. 255 — 24. November 1932 DIE STIMME -Seife* Am %. DtnmlMf wMiK fedcr jwk die Zionistische Liste der Kuhusgeme'.nde nur durch die aufopfernde Tätigkeit der Zionisten möglich. Es ist notorisch, daß niemand in der Gemeinde eine größere Arbeitslast auf seinen Schultern trug, als der zionistische Vizepräsident. Als die Mitglieder der Union vor einigen Jahren, zurzeit einer schweren finanziellen Krise, aus Angst vor ihrer Verantwortung davon laufen und ihre Mandate niederlegen wollten, wurden sie von den Zionisten geradezu gewaltsam daran gehindert, und der zionistische Listenführer hat durch seine Arbeit das Gleichgewicht Im Haushalt der Gemeinde wieder hergestellt. Auch jetzt hat man ihm wieder das verantwortungsvolle Amt des Finanzreferenten aufgebürdet, was die diversen bezahlten Schmierfinke der Koalition unserer Gegner nicht daran hindert, in unerhörter Uneigennützigkeit wirkende Männer zu verdächtigen, daß sie die Gemeindemittel ihrer Bestimmung entziehen werden, wenn die zionistische Partei die Mehrheit erhalten sollte. Derselbe zionistische Listenführer wird immer wieder als Vermittler in Lohnstreitigkeiten der Gemeinde mit ihren Angestellten in Anspruch genommen. Wo bleiben da die Werktätigen, die doch zu solcher Arbeit in erster Linie berufen wären? Es ist bisher niemand im Kultusvorstand eingefallen, ihnen die Fähigkeit zu dieser sozialen Tätigkeit zuzutrauen. Das Fürsorgewesen der Gemeinde wurde unter Leitung eines zionistischen Mandatars (Dr. Kl ab er) auf ganz moderne Grundlagen gestellt. Die Fürsorge wurden zentralisiert, die Einrichtung der FUrsorgeräte wurde neu geschaffen, Frauen wurden zu dieser Arbeit herangezogen und die Tätigkeit wurde auf diesem Gebiete trotz der beschränkten Mittel derart ausgebaut, daß sie die Bewunderung des FUrsorgereferenten der Gemeinde Wien gefunden hat. An der Spitze des Versorgungshauses steht ein zionistischer Mandatar (Dr. Körner), dessen rastloser, hingebungsvollen Tätigkeit es in erster Linie zü danken ist, wenn der Belag in diesem Hause erheblich vergrößert und noch ein Stockwerk des Gemeindespitals dem Versorgungshaus angeschlosse«’ wurde. — Damit ist die Beschreibung der zionistischen Tätigkeit noch lange nicht erschöpft. Wo es efne schwierige Arbeit gab, wußte man unsere Mandatare zu finden; was aber diejenigen, die dabei nur zugesehen haben, nicht hindert, die politische Ehre der Zionisten skrupellosen Skribenten auszuliefern, die offenbar auf einen so höheren Sold rechnen, je mehr sie sich von der Wahrheit entfernen. Wir vertrauen dem gesunden Sinn der jüdischen Bevölkerung. Sie wird zwischen denenzu unterscheiden wissen, die mit Aufopferung gearbeitet haben, und zwischen jenen, die das leichtere Metier der Verdächtigung zionistischer Arbeit gewählt haben. Nichtsdestoweniger ist aber im Wahlkampf noch ein hartes Stück Arbeit zu leisten. Die Mitwirkung jedes einzelnen Zionisten ist bei der Aufklärungsarbeit unbedingt notwendig. Es verdopple jeder in den wenigen Tagen, die uns noch von der Wahl trennen, seine Anstrengungen, und der Erfolg wird nicht ausbleiben. Wo und wie haben Sie %u wühlen? 1. Sie haben ausschließlich die «Zionistische Liste» Listenführer Dr. Deslder Friedman n, Ing. Robert Stricker, Dr. Josef Löwenherz zu wählen und zu achten, daß Sie den richtigen Stimmzettel Ins Kuvert legen. 2. Der Wahltag ist Sonntag, d e r 4. Dezember; die Wahlzeit ist von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags ohne Unterbrechung. 3. Als Wählerlegitimation gilt dfe von der Kultusgemeinde ausgegebene amtliche Wahllegitimation, außerdem haben Sie einen, womöglich mit Lichtbild versehenen Identitätsausweis (Reisepaß, Tramwaykarte, Heimatschein, Gewerbeschein) mitzubringen. 4. Sie haben in das Wahlkuvert zwei Stimmzettel hineinzulegen: einen für die Wahl des Kultusvorstandes und den zweiten für die Wahl der Vertrauensmänner der einzelnen Bezirke. — Achten Sie genau, daß bei Abgabe des zweiten Stimmzettels (für die Bezirksvertrauensleute) der Stimmzettel Ihres Bezirkes ins Kuvert gegeben wird, sonst ist Ihre Stimme verloren! Für die Wahl des Kultusvorstandes ist der Stimmzettel für alle Bezirke einheitlich. 5. Erweisen Sie uns den Gefallen und wählen Sie s o z e 1111 c h w i e möglich; Sie ersparen der Zioj nistischen Liste viel Arbeit und Mühe. , 6., Lassen Sie sich nicht beeinflussen, elfte andere ' zionistische Liste wie die «Z i o n i 81 i s c h e L i s t e» j Listenführer Dr. Desider Friedmann, Ing. Robert Stricker, Dr. Josef Löwenherz zu wählen. Keine andere Liste hat das Recht, sich als offizielle zionistische Liste zu bezeichnen. Achten Sie daher, daß Ihnen kein falscher Stimmzettel unterschoben wird. Jt&itation9tohal c dev Ziont9ti9€tken £i*te Listenführer: Dr. D. Friedmann, Ing. Robert Stricker, Dr. Josef Löwenherz I. Bezirk: Wahllokal 1. Cafe Altes Rathaus, I., Wipplingerstraße 24, Tel. U 26-2-74; U 27-4-84. n. Bezirk: Wahllokal Sprengel 5: Cafe Commerz, II. Hoflandstr. 8, Tel. A 46-0-80. Wahllokal Sprengel 6: Hotel Baron, II., Große Schiffgasse 19, Tel. A 43-1-48. Wahllokal Sprengel 7: Revisionistenheim, II., Untere Augartenstraße 38, Tel. A 45-6-34. Wahllokal Sprengel 8: Revisionistenheim, II., Untere Augartenstraße 38, Tel. A 45-6-34. Wahllokal Sprengel 9: Cafe Reif, II., Taborstraße 49, Tel. A 45-0-77. Wahllokal Sprengel 10: Cafe Reif, II., Taborstraße 49, Tel. A 45-0-77. Wahllokal Sprengel 11 bis 13: II., Prateratraße 13, Tel. R 44-3-45 (Zentralwahlbüro). III. und XI. Bezirk: Cafe Lovrana, III., Löwengasse 36, Tel. U 16-505. IV. und V. Bezirk: Cafe Rainerhof, IV., Rainergasse 9 a, Tel. U 48-5-20. Terrassencafe, V., Margaretenplatz 4, Tel. A 30-0-30. VI. und VII. Bezirk: Hauptlokal: VII., Mariahilferstraße 96, Mezzanin (Katz), Tel. B 31-810. Agitationslokal: Wahllokal 21: VI., Schmalzhofgasse 3 und VI., Schmalzhofgasse 12. Agitationslokal: Wahllokal 22: VI., Corneliusgasse 6, VI., Copernikusgasse 10 (Kretschmer). Wahllokal 23: VII., Kandlgasse 30, VIL, Kaiserstraße 56 (Cafe Meller), Tel. B 37-2-38. Wahllokal 24: VII. Zollergasse 37, VIL, Siebensterngasse 56 (Fuchs), Tel. 33-907. VIII. Bezirk: Agitationslokal: Wahllokal 25: Restaurant Lehrerhausverein, Dommayer, Tel. B 46-5-51. Wahllokal 26: Zion. Bezirkssektion VIII., Bennoplatz 1, Tel. A 26-2-69. ' X. Bezirk: Gasthof Nagel, X., Keplergasse 7. XII. Bezirk: Cafe Neubaugürtel, XV., Neubaugürtel 35. XIV. und XV. Bezirk: Gasthof Gruber, XIV., Sturzgasse 40. Sektionsheim, XV., Herklotzgasse 21. XVI. Bezirk: Cafe Alt Wien, XVI., Ottakringefstr. 45, Tel. A 22-4-28. XVII. Bezirk: Gasthaus Franz Stimmvoll, XVII., Kastnergasse II. XXL Bezirk: Lendorferhof (Lokal Eierliandlung Oppermann), Am Sp:tz 2. Die restlichen Agitationslokale werden in der nächsten Nummer veröffentlicht. An alle Bezirkswahffeifer! Die BezirkswahHeiter werden ersucht, zu der am S o n ntag, den 2 7. November, pünktlich 10 Uhrvormittags stattfindenden letzten Bezirkswahlleite r s i t zu ng alle Sprengelleiter einladen zu wollen und die genaue Liste der Strichler übergeben zu wollen. Ferner sind vor der Sitzung die Wahlfondsblocks verläßlichst abzurechnen. Achtung vor Irrtümern! Es gibt nur eine zionistische Liste. Sie heißt: «Zionistische Liste» Listenführer: Dr. Desider Friedmann, Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Dr. |osef Löwenherz. Jede zionistische Stimme, welche nicht für die Zionistische Liste abgegeben wird, geht verloren! Die «Dcvnokratische-Liste», Listenführer Doktor Plaschkes, ist als mutwillige Demonstration gegen die einheitliche zionistische Liste entstanden. Ihre Führer haben aus nichtigen Gründen ein Zusammengehen abgelehnt. Zwischen dieser demokratischen Liste und der zionistischen Liste besteht daher kein Zusammenhang, auch nicht eine Koppelung. Es geht daher jede, für diese Liste abgegebene Stimme, der gemeinsamen zionistischen Liste verloren. Nur die «Union» und die «Werktätigen Juden» könnten aus dieser Zersplitterung Nutzer ziehen. Daher wählet am 4. Dezember 1932, die «Zionistische Liste» List en f ii h r e r: Dr. Desider Friedmann, Ing. Robert Stricker, Dr. Josef Löwenherz. Manifestationen für die »Zionistische Liste« Kursberichte aus xionisiischen Wählevvevsammiungen Die Kultuswahlbewegung hat in den letzten Tagen bereits ein sehr iebha/ftes Tempo angenommen und man kann mit Recht behaupten, daß bei keiner Kultusgemeindewahl ein derartiges Interesse für zionistische Versammlungen zu bemerken war wie diesmal. Alle zionistischen Wählerversammlungen, die bisher stattgefunden haben, sind überfüllt gewesen. ln fast allen Wiener Bezirken hat die «Zionistische Liste» bereits Wählerversammlungen abgehalten und die letzten Tage vor der Wahl werden zu einem noch intensiveren Versammlungssturm ausgenützt werden. Das erfreulichste Zeichen unserer Versammlungsagitation besteht m der — manchmal geradezu frenetischen — Begeisterung, die unsere Reden bei den Zuhörern erweckt. Wir weisen mit Genugtuung und Stolz darauf hin, daß wir sehr oft von unseren erbittertsten Gegnern zu hören bekamen, daß sie überrascht und'erfreut sind, in welcher vornehm-sachlichen und politisch-objektiven Art und Weise unsere Redner das zionistische Programm vertreten. Mit Genugtuung und Stolz erhoffen wir, nicht nur als Sieger aus diesem Wahlkampf hervorzugehen, sondern wir sind sicher, daß unsere Propagandisten viele neue Anhänger dem Zionismus zugeführt haben, ln ailen Wiener Bezirken, ob nun in der vornehmen Hietzinger oder Döblinger Cottage oder in der Brigittenau vor dem grauen furchtbaren jüdischen Elend das gleiche Bild: Juden füllen die zionistischen Versammlungen und horchen gespannt und aufmerksam, was unsere Redner Minen sagen. Wie befriedigend für uns Zionisten, wenn wir den Vergleich ziehen können zwischen uns und den anderen, die durch eine Flut von Gehässigkeit, Lüge und Verleumdung glauben, ihrer Sache dienen zu können. ♦ Da ist eine Versammlung in R u d o 1 f s h e i m. Sechshundert Menschen füllen dichtgedrängt die Mariensäle. Dr. K 1 a b e r, der Fürsorgereferent der Kultusgemeinde, gibt einen Ueberblick über die FUrsorgearbeit, die auf Initiative der zion’stischen Kultusmandatare geleistet wurde. Trockene Zahlen jüdischen Elends; erschütternd, weil sie den sinnfälligen Beweis dafür bieten, wie fürchterlich die jüdische Not, das Wener Judentum ergriffen hat. Nach Dr. Kiaber spricht ein orthodoxer Jude. Den Hut am Kopf, leidenschaftlich und leb' haft, agitiert er und schließt mit dem Appell, daß nur die Zionisten der Orthodoxie helfen können. Eine Versammlung in Hietzing. Ein überfüllter Saal iin Hietzingerhof. Dr. Lö w e n h e r z, der verdiente Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde, zeigt in einer meisterhaften Rede den Unterschied zwischen dem Niedergang des Judentums in Sowjetrußland und dem Aufbau eines neuen jüdischen Staates in Erez Israel. In scharfen Worten geißelt er die Lüge und Verleumdung, die von gegnerischer Seite gegen uns ins Treffen geführt wird und analysiert das Programm der «Werktätigen» und der «Union» in so treffender Weise, daß keiner zweifelt, daß sein Appell «W ä h 11 die Zionistische Liste» ungehört verhallen wird. Wiederum ist es Dr. Kiaber, der den Versammelten die große und schwere Arbeit der Zionisten in der Kultusgemeinde schildert. Als letzter vergleicht Dr. Oskar Grünbaum die Vaterlandsliebe der Herren von der «Union», die während des Krieges im H i n t e r 1 a n d e treu und ehrlich dem Staate diepten, während wir Zionisten an der Front Ehre und Ruhm dem Judentum gebracht haben. In einer Versammlung im Handelsmuseum spricht Frau Dr. Henny Lichtenste in- Rappaport zu des Frauen über die große Verantwortung, die die jüdische Mutter am 4. Dezember trägt; die Rettung des jüdischen Kindes, die Erhaltung des Kindes für das Judentum ist für die jüdische Frau das Kernproblem dieses Tages. Nach ihr sind es die Herren Dr. Jakob Weiner, Dr. Kiaber und D r. Oskar Grünbaum, die in ebenso eindrucksvoller Weise dem zionistischen Wahlsieg beste Chancen geben. Den nächsten Tag kommen wiederum hundere Juden aus dem 9. Bezirk zu einer Versammlung ins «A u g e G o 11 e s». Dort spricht zuerst wieder eine Frau. Selbst Mutter jüdischer Kinder. Frau Margit Buchbinder agitiert und wirbt für den Zionismus, für die Rettung der jüdischen Jugend. Sie Zionistische Jugendliche! Samstag, den 26. November 1932, 5 Uhr nachmittags im Haupt Wahllokal Wien, II. Praterstr. 13 Vollversammlung sämtlicher zionistischer Jugendgruppen, Studentengruppen und Hochschulverbindungön. Unbedingtes Erscheinen notwendig Zen ral-Wahtkomilee ddr Zionistischen Liste

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