Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 254 (18.11.1932)
- Date
- 1932-11-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 DIE STIMME Nr. 2/vl IS. November 1'.'. Geburtstagsfeiern großer amerikanischer Zionisten Louis Brandeis - Felix Frankfurter Zwei große amerikanische Zionisten feierten in den letzten Tagen ihre Geburtstage. Am 13. November Louis Brandeis seinen 76. Geburtstag und am 15. November Felix Frankfurter seinen 50. Geburtstag. Louis Brandeis ist Richter des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten. Sein ganzes Streben gilt dem Palästina-Aufbau. Er wirkt im Stillen, er hängt seine Spenden für Palästina nicht an die große Glocke. Verhältnismäßig spät, .erst 1912, wurde er Zionist. Ihm ist insbesondere die Zustimmung der Vereinigten Staaten zur Balfour-Deklaration zu danken. Brandete’ ganzes Sinnen und Streben geht nur dahin: Aus Palästina muß Erez Israel werden! Felix F r a n k f u r t e r ist ein Wiener Kind. Er wurde hier am 15. November 1882 geboren. Er wurde 1914 Professor für Verwaltungsrecht an der Havard Universität. 1919 war er Mitglied der amerikanischjüdischen Delegation bei der Friedenskonferenz in London. Die Exekutive der Zionistischen Organisation erläßt die folgende Erklärung in der Frage des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten: «Das Zionistische Aktionskomitee hat in seiner Tagung vom August dieses Jahres auf Antrag der Revisionistischen Fraktion die Anerkennung des «Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten» beschlossen. Vor Erteilung dieser Anerkennung und im Zusammenhang mit ihr setzte das Aktionskomitee in mehreren fc-Befechlüssen eine Reihe von Bestimmungen über die grundlegenden Verpflichtungen der Zionisten und zionistischen Verbände gegenüber der Zionistischen Organisation fest: Das Aktionskomitee verkündete den Grundsatz, daß die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation die Unterordnung unter ihre Gesetze und die Beschlüsse ihrer leitenden Instanzen voraussetzt und daß in zionistischen Fragen die Disziplinpflicht gegenüber der Zionistischen Organisation von der Disziplinpflicht gegenüber jeder anderen Organisation den Vorrang hat Paris. Frankfurter ist Zionist. Von seinem Ansehen in Amerika kann man sich kaum einen Begriff machen. Die Universitätsjugend erblickt in ihm ihren Führer. Erst kürzlich hat Frankfurter einen hohen Richterposten ausgeschlagen, um seine Lehrtätigkeit fortsetzen zu können. Frankfurter ist der intime Berater vieler Politiker und auch des neugewählten Präsidenten Rooscvelt. Es ist daher anzunehmen, daß Frankfurter vor einer großen Karriere steht, wenn er sich entschließen sollte, seine Lehrtätigkeit einzustellen. Louis Brandeis — Zionist, Felix Frankfurter — Zionist, Herbert H. Lehmann, der neue Gouverneur von New York, — Zionist! Bei uns in Oesterreich, da ist es anders. Unsere obersten Schichten erinnern sich an ihr Judentum zu Jom-Kippur und — wenn die Union vor der Wahl mit dem Klingelbeutel herumgeht. Da erschreckt sie die «Zionistische Gefahr», sie greifen seufzend in die Tasche, und dann schlafen sie weiter, bis zur nächsten Wahl! Das Aktionskomitee ging von der Voraussetzung aus, daß der Sonderverband der Zionisten-Revisionisten sich den Beschlüssen des Aktionskomitees loyal unterordnen und die Autorität der Organisation, deren integrierenden Bestandteil er bilden sollte, wahren wird. Entgegen dieser selbstverständlichen allgemeinen Erwartung sind leider bei der bald darauf stattgefundenen Wiener Konferenz der «Union der Zionisten-Revisionisten», weither die Mitglieder des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten ange- London, 9. November. Wie das Zionistische Zentralbureau meldet, hat die Exekutive der Zionistischen Organisation dem Sonderverband der Zionisten- Revisionisten mitgeteilt, daß sie die von der Presse gemeldete Intervention des Herrn Dr. S o s k i n bei der polnischen Regierung als eine Verletzung der Beschlüsse des Aktionskomitees über die außenpolitischen Prärogativen der Exekutive betrachtet und die Einleitung des Vttaetartf$f£es Ti.ThutUT /.ulvni.t t lUltl schlossen sin-.i, mik i a,v;-\. i i v.nui.u.u . sionistischen Mitglietk ru des Aktionskomitees und Führern des Sorulerverbundcs Erklärungen abgegeben und Beschlüsse gefaßt worden, die mit den Beschlüssen des Aktionskomitees nicht v e r e i n b a r s i n d. Es wurde von der Wiener Konferenz eine offizielle Erklärung zur Kenntnis genommen, die dahin gedeutet werden kann und gedeutet wird, daß Gn Teil der vom Aktionskomitee angenommenen Beschlüsse für die revisionistischen Mitglieder der Zionistische’ Organisation nicht bindend ist. Entgegen den ausdrücklich.‘.i Beschius&v.i des Aktionskomitees wurde von der revisionistischen Konferenz dis Einleitung von verschiedenen außenpolitischen Maßnahmen beschlossen* Das «Calais-Abkommen» ist ohne Rücksichtnahme auf die vom Aktionskomitee gebilligten grundsätzlichen Forderungen der Zionistischen Organisation bestätigt worden. Die Exekutive hat, nachdem sie in Kenntnis des authentischen Textes der Wiener Beschlüsse gelangt ist, am 30. September an die Antragsteller des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten die Aufforderung gerichtete, zwecks Beseitigung aller Zweifel ausdrücklich zu erklären, daß sie sich den Beschlüssen und Gesetzen der Zionistischen Organisation unterordnen. Trotz wiederholter Aufforderung war es unmöglich, von dem Sonderverband der Zionisten-Revisionisten eine offene und eindeutige Erklärung zu erlangen. In Anbetracht dieses Tatbestandes hat es die Exekutive der Zionistischen Organisation für Ihre Pflicht gehalten, in Wahrung der Autorität und Integrität der Organisation und der vom Aktionskomitee der Exekutive erteilten Aufträge, bei den zionistischen Gerichtsinstanzen die ihr nötig erscheinenden Schritte einzuleiten. Dies wird hieir.it der zionistischen Oeffentlichkelt zur Kenntnis gebracht. . A. A Exekutive der Zionistischen' Organisation.* entsprechenden Verfahrens bei den zionistischen Gerichtsinstanzen veranlaßt. Gleichzeitig teilte die Exekutive dem Sonderverbande mit, daß sie jede Verhandlung mit einer Regierung oder mit dem Völkerbund, .-die vom Sonderverband oder seinen Mitgliedern ohne Genehmigung der Exekutive geführt wird, als Zuwiderhandlung gegen die Beschlüsse des Aktionskomitees ansehen und entsprechend behandeln wird. Die Frage des Disziplin- Primate in dev Zion. Weit“ Organisation Die Zionistische Exekutive leitet bei den zionistischen Gerichts' Instanzen Schritte gegen den Sonderverband der Zionis.en*Re v.sionisten ein ■ ——..m.. an-MBa■ /wiwriumi - Gegen separatistische Aktionen ii—————»!———— ■ ■■■ Jüdische Arbeiterpartei Palästinas begrüß! Zusammenschluß der zionistischen Arbeiterschaft in der Gatuth Schaffung eines Arbeitslosenfonds ln Palästina Das Aktionskomitee bekräftigte die geltenden Bestimmungen über die außenpolitischen Prärogativen der Exekutive und das Verbot unautorisierter politischer Aktionen. Das Aktionskomitee billigte die grundsätzlichen Forderungen, die die Exekutive gegenüber dem von der «Weltunion der Zionisten-Revisionisten» unter Mißachtung der Grundprinzipien der Zionistischen Organisation getroffenen sogenannten «Calais-Abkommen» aufgestellt hatte. TreüpunHt der Zionisten im Caf6 Altes Rathaus Cafetier Leo Löwy Größere und kleine Klublokale I. Ulippiingerstr. 24. Tel. U-2M-04, ü-26-2-74 „SHAAR" Co. Ltd. Für Erteilung von Informationen und für Transaktionen in: Orangerien, Böden, Häusern, Bauparzellen, Industrie und Hypotheken Unsere europäisch-amerikanische Methode, die Objekte genau zu prüfen und auf ihren Wert einzu*;ehätzen, ermöglicht uns, die richtige Auswahl zu treffen und solche Objekte zu offerieren, deren Wertsteigerung gesichert erscheint. Wenden Sie sich an uns persönlich oder brieflich und wir werden Ihnen Entsprechendes offerieren, m-«VIV, Rotschild Uv4.11, Paltitln, P. 0. B. 4M T e 1 - A w iw. ln Tef-Awiw fand eine Konferenz der jüdischen Arbeiterpartei Palästinas statt, die mehr als eine Woche dauerte und einen außerordentlich eindrucksvollen Verlauf nahm. 147 Delegierte aus allen Teilen Palästinas und mehr als 1000 Gäste wohnten den Sitzungen bei, In denen die Führer der Arbeiterschaft Josef S p r i n z a k, Dr. Chaim Arlosoroff, Berl Kaznelson, Ben Gurion, Remez und Rubaschow gehaltreiche Referate hielten. Aus den auf der Konferenz erstatteten Berichten ist zu ersehen, daß in Palästina heute mehr als 40.000 organisierte jüdische Arbeiter leben, von denen 14.000 in der Landwirtschaft, 12.000 in der Industrie und der Rest in Häuser- und Wegebauarbeiten sowie in anderen Unternehmungen tätig sind. Im Mittelpunkt der Konferenz stand d.e Erörterung der Frage eines Zusammenschlusses der zionistischen Arbeiterschaft in den Galut-Ländern, nachdem ein solcher Zusammenschluß in Palästina bereits vor ein.gen Jahren vo.tzogen worden war. Es wurde eine Resolution gefaßt, in der der kürzlich auf der Konferenz in Danzig erfolgte Zusammen« Schluß der Arbeiterparteien Poale Zion und Hitachduth warm PflfcbtbeouBte Frauen! Ihr tragt die Verantwortung für das Wohl und die Gesundheit Euerer Familien. Lernt aus den Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft. - Wählet ausschließlich kräftigende, nährwertreiche, gesunderhaltende Kost. 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