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Die Stimme · 1932-11-10 · Heft 253 (10.11.1932) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 253 (10.11.1932)
Date
1932-11-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE STIMME Nr. 253 — 10. November 1032 Die ungarischen Juden für den Palästina-Aufbau Die Jahresversammlung des ungarischen Pro-Paläsiina-Derbandes (Vortrag Dr. Abeies) Aus Budapest wird der «Stimmet» berichtet: Im Saale der Budapester Musikakademie fand unter Vorsitz des Universitätsprofessors Pfeifer die V. Jahresversammlung des ungarischen Pro-Palästina-Verbandes statt, welche außerordentlich zahlreich besucht war. Oberregierungsrat Dr. Fried mann erläuterte die Wichtigkeit der Errichtung des jüdischen Nationalheims in Palästina für die Judenbeit und für die gesamte Kulturwelt. Es sei sonst überall überflüssig, aber in Budapest doch noch besonders zu betonen, daß die Beteiligung am diesem Werke der Erneuerung und Errettung des Judentums in keinerlei Gegensatz zur patriotischen Treue für das Land steht, in welchem die Juden als Staatsbürger leben. An den ungarischen Juden sei noch ein großes Stück Erziehung.arbe.t zu leisten, damit sie die Wichtigkeit des jüdischen Palästinawerkes erkennen. Der bekannte Schriftsteller Dr. P a t a i hielt sodann einen sehr interessanten Vortrag über die kulturelle Entwicklung des neuen Jischuw in Erez Israel. Dr. Kahan gab einen Abriß über die Tätigkeit der politischen Arbeit der Jewish Agency und Universitätsprofessor Dr. Donath Ober die fruchtbare Arbeit des ungarländischen Komitees für die Hebräische Universität in Jerusalem. Der Generalsekretär des Pro-Palästina-Verbandes Eisdorfer berichtete eingehend über die allgemeine Lage im Zionismus und über die Tätigkeit des Pro-Palästin»a»-Verbandes im letzten Jahre umi teilte erfreuliche Daten über die wachsenden Beziehungen des ungarländischen Judentums zu dem Aufbauwerke mit, die insbesondere durch die guten Eindrücke der zahlreichen nach Palästina reisenden ungarischen Touristen belebt werden. Der Abend wurde durch einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag von Dr. Otto A b e 1 e s eingeleitet, welcher als Vertreter der Jewish Agency und des Keren* Hajessod-Direktoriums bei der Tagung erschienen war. Dr. Abeies sprach über das Thema «Der Jude in dieser krisenhaften Zeit". Er schilderte die besondere jüdische geistige, wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise in den Diasporaländern, insbesondere in Deutschland, in Polen und in Amerika und gab eine eingehende Schilderung über die gegenwärtige, unerwartet günstige Entwicklung des palästinensischen Aufbauwerkes. Unter den ungarischen Juden sei noch der bedauerliche Irrtum verbreitet, daß das Bekenntnis zur jüdischen Schicksalsgemeinschaft .und zu Palästina den Antisemitismus fördere. Das Gegenteil sei der Fall. Wenn unsere Beobachter festzustellen in der Lage sein werden, daß sich die Juden seeilsch und materiell an diesem idealen Werke jüdischer Arbeit nicht beteiligen, dann wird die Gegnerschaft gegen das «sittlich minderwertige» Judentum zum ersten Male einen Titel erhalten. Nicht alle Juden werden in Palästina wohnen. Aber der Weg aller Juden, wo immer sie leben werden, geht über Palästina. Die Söhne und Enkel der ungarländischen Juden werden diejenigen segnen, welche gegenwärtig noch in einer Atmosphäre des Mißverständnisses oder gar des Hasses von jüdischer Seite für die jüdische Würde wirken, indem sie immer weitere jüdische Kreise für die Mitarbeit am Palästinawerke gewinnen. An den eindrucksvollen Abend schloß sich ein Bankett, auf welchem zahlreiche Reden gehalten wurden. Sonderangebot Grätz, Geschichte der Juden, 3 Bände, Leinen.S 11*80 Josephus Flavius, 3 Bände . . S 1180 Buchhandlung Josef Belf Wien, l., Rabensteig 3. Tel. U 20-8-47 Vertrauensmännerversammlungen I. Bezirk: Täglich ab 8 Uhr abends, Cafö Excelsior (Extraz'mmer), I., Rotenturmstraße. II. [Bezirk: Täglich, Sektionsheim, II., Praterstraße 13. Zum Bonr.us-Referenten für den II. Bezirk wurde St. Markus Bartfeid ’vstimmt, II., Sebastian-Kneipp-Gasse 3. III. Bezirk: Montag, Mittwoch, Samstag ab 8 Uhr abends, Cafe Lovrana, III, Löwengasse 3(3. IV. /V. B e z i r k: Täglich, Terrassencafö, V., Margaretenplatz. Vi./VII. Bezirk: Täglich von 8 bis 10 Uhr abends, VII., Siebensterngasse 56 (Fuchs). VIII. Bezirk: Täglich, Sektionsheim, VIII., Bennoplatz 8. IX. Bezirk: Täglich, Cafe Metropol, IX., Berggasse Nr. 33; täglich, Cafe Klein, IX., Schlickgasse 5. XII.—XV. Bezirk: Täglich, Bezirkssektionsheim, XV., Herklotzgasse 21. XX. Bezirk: Täglich ab 8 Uhr abends, Sektionsheim, XX., Jägerstraße 30. Prater: Täglich ab 8 Uhr, Sektionsheim, II., Jungstraße 8. An alle Bezirkswahlleiter und Vertrauensmänner der Zionistischen Liste. Das Zentralwahlkomitee beauftragt die Bezirkswahlleiter, bei der nächsten Bezirkswahlleiter-Besprechung, die S o n nt a g, den 13. November, um j^ll Uhr vormittag *», II., Praterstraße 13. stattfindet, die bereits gesammelten Gelder zur Abrechnung zu bringen. Misrachl-Jugendzentrale, II., Hoüandstraße 10. Mozze Schabbath, den 12. November, um 1/28 Uhr abends, findet im Heime, II., Hollandstraße 10, eine Jugendversammlung statt. Referenten: Rabbi J. L. Fi sch mann, Jerusalem, und Chawer A. B i n - N u n, Tel-Awiw. Erscheinen aller Ch. unbedingte Pflicht! Gäste herzlich willkommen. Neu in der padaaoqiuhcn Literatur! Zur gefälligen Beachtung I An die zionistische Wählerschaft! Um den Wahlfonds zu stärken, verpflichte ich mich, für jedes verkaufte V* Klassenlos, das von Zionisten bei mir gekauft wird, S 2.— an den Wahlfonds abzuführen. Zur Nachahmung empfohlen! Nathan Deutsch Wien, I., Köllnerhofgasse 6. Zur gefälligen Beachtung I An die zionistische Wählerschaft! Um den Wahlfonds zu stärken, habe loh mich dem zionistischen Zentralwahlkomitee gegenüber verpflichtet, von allen Einkäufen, die unter Berufung auf diese Vereinbarung bis 3. Dezember getätigt werden, fünf Prozent der Kaufsumme dem Wahlfonds abzuführen. Zur Nachahmung empfohlen! Bernhard J e 11 i n e k, V., Margaretenstraße 76, XVII., Kalvarienberggasse 51. 00 Bar-Hlzwa 00 Ein Unterriditsbuch für jeden indischen Knaben zur Erinnerung des Teflllinlegens lind als passendes Geschenk überall erhälfiicH! Und im Kommissionsverlag L. D. Hirschlev £ Co. I., Habensteig 6. Tel. U 28-7-45 Großffeiscliiiauerei S1EGM. KORNMEHL Zentrale iX ^erggasse 1*», 1 ei. A 1 u. A 16-9-34 Lieferant >ür Heilanstalten Abteilungen tör lE^-Fleisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen .-tebbinats der Israelitischen Kuituayemeinde Wien 4utozuslei»uno «oneti.o» IX, Beregasse!*> XVlIi. Währingeratraßa 79 Die Misrachi und die Kulfuswahlen Vom Verband der Misrachi erhalten wir mit der Bitte um Veröffentlichung einen Aufruf, der sich an die gesetzestreue Judenschaft Wiens wendet, bei den bevorstehenden Kultuswahlen für die «Religiöse Liste Misrachi» zu stimmen und diese in ihrem Wahlkampf zu unterstützen. Ver$ammlungskalender der Religiösen Liste „Misrachi“ Samstag, den 12. November: 3 Uhr nachmittags: Vortrag des Rabbi J. L. Fischmann (Jerusalem) im Beth Hakneseth «Bene Berith», XX., Kaschlgasse 4. — /z8 Uhr nachmittags: Wählerversammlung im Beth Hakneseth «Emes w’Scholem», II., Große Schiffgasse 24. Redner: Dr. M. R o s e n b e r g, Dr. Sch. Lilienfeld, J. Kitaig 0 r o t z k y. — >/28 Uhr abends: Jugendversammlung im Misrachiheim, II., Hollandstraße 10. Redner: Rabbi Fischmann, A. Bin-Nun. Sonntag, den 13. November: 10 Uhr vormittags: Wählerversammlung im großen Festsaale des Hotel Continental. Redner: Rabbi J. L. F i s c h m a n n, Rabb. Sal. Friedmann, Dr. M. Ro s e n b e r g, V. B a u m i n g e r, Dr. S. R a p p a p 0 r t, Dr. J. R 0 s n e r. — 5 Uhr nachmittags’ Wählerversammlung im Beth Hamidrasch des Rabb. Schulim Hager, XX., Staudingergasse 14. Redner: Dr. M. R 0 s e n b e r g, V. B a u m i n g e r, J. S. R e 11 e r. -Jßslauii liu Bestrenommierte Küche im neueröffneten Gassenlokal 11., 3, Tel. A 48*8*82 An die Zionisten Wiens! Das Zentralwahlkomitee hat beschlossen, an dla zionistische Wählerschaft den dringenden Appell ergehen zu lassen, gegnerische Versammlungen nicht zu besuchen und unter keinen Umständen durch Störungen unseren Gegnern ein billiges Propagandamittel zu bieten. Das Zentralwahlkomitee fordert alle Zionisten auf, sich strikte an diese Weisung zu halten und wdat darauf hin, daß der Erfolg unserer bisherigen WäKlerversammlungen einerseits, die leeren Versammlungen unserer Gegner andererseits den sinnfälligen Beweis bieten, in welcher Form und mit welchem Interesse die jüdische Wählerschaft Wiens zu der Frage der Kulttttgemcitulewahl Stellung nimmt« Lieber Kulfuswähler, Der Wahltermin rückt immer näher. Von allen Selten wirst Du mit Flugzetteln, Anreden und Anrufen bestürmt werden. Du wirst ein begehrter Mann sein. Die Komplimente werden nur so regnen. Da werden die Sendlinge der Unioniste« kommen und Dich ködern mit der Anrede: O, du treuer, bodenständiger Israelit. Denke an die Väter der liberalen Aera, sie haben doch die Chewra Kadischa so gut geführt; sla haben den Zylinder in Ehren gehalten. Erhalte das alte Erbgut von Familie zu Familie und wähle den Urenkel des Kuitusvorstehers, der noch in der Kehilla von Nikoteburg oder Bratislava, pardon Preßburg gewesen. Und dann wird ein Orthodoxer kommen und wird erklären, für die Kultusgemeinde haben jedoch nur die Frommen und Frömmsten autochtonen Sinn und Verständnis. Dir Kultusgemeinde soll doch eigentlich nur die Tempel, den Friedho. und die Schechitah versorgen und eventuell noch Sinn für die Mikweh haben. Alles andere sei schon weltlich, außerhalb des Intercssenkreises. Und es werden so viele Menschen an Dich, Du jetzt » interessanter Kultuswähler und Kultuswählerin, herantreten, die gar nicht die Unterschiede der Parteien kennen, die sich nie dafür interessiert haben, die aber jetzt, von Irgendeiner hohen Persönlichkeit getrieben, Propaganda für «ihren Mann» machen. Komm, tue mir den Gefallen, wähle Liste Koha, denn der Herr Kohn ist ein liebenswürdiger Mann, er ist Vorsteher und hat ein gutes Geschäft. Alles andere kann Dir doch egal sein, nütze Dein Wahlrecht, das Du Dir beim Handeln wegen der Kultussteuer so redlich verdient hast. Lieber Kultuswähler! Es werden aber auch junge Menschen zu Dir kommen, die begeistert sind für die Kultuswählen. Sie sind besessen davon, daß Du ihre Liste wählst Sie werden sich nicht auf Großvater, Vetter oder Base berufen, sondern auf das ganze Volk, auf seine Rechte in der ganzen Welt und auf die Pflichten gegenüber dem Neuland, das fern ist von der Seitenstettengasse, aber dessen Blühen und Gedeihen auch Früchte tragen kann in der dunklen, winkligen Gasse des alten Wiener Ghettos. Sie werden Dir erzählen von den Mühenden Orangengärten und der aufstrebenden Jugend Tel-Awiws. Von der Sehnsucht der schwergeprüften Jugend, der sie angehören: mitzuwirken an der Arbeit in der Galuth und mitzuhelfen am Aufbau in Palästina. Das sind keine fremden Dinge, sie hängen innig zusammen mit den Wahlen am 4 August. Jüdische Menschen, denen Jcruscholajim Lebendigkeit bedeutet, haben Rechte und Pflichten, an der Leitung der Wiener Judengemeinde. Sie ist, wie seit Jahrhunderten, nur dann vollblütig wenn sie den Zusammenhang mit dem Ursprung lebendig aufrecht erhält. Der 4. Dezember kann einen Wendepunkt ln der Wiener Judengemeinde, der ehrwürdigen und zahlenmäßig bedeutenden sein. Auf den Ruinen eines vielleicht seinerzeit berechtigten, jedenfalls seinerzeit verständlichen Liberalismus, einer Emarzipation, die den Sinn des Fortschritts mißverstanden hat, auf diesen Ruinen soll und wird auch die Wiener Judenschaft ein neues stolzes Gebäude aufrichten, wenn man der Stimme der Jungen, der Begeisterten, die mehr in die Zukunft blicken, als sich auf das «Alte» berufen, Folge leisten wird. l.ieber Kultuswähler, horche daher gut zu, was man Dir in den nächsten Tagen zuraunen, zünden und vorlegen wird. Gib der Jugend die Chance: sie hat noch nie enttäuscht! C r f t i c u 8. Junge mit guter Nachfrage, Nähe Praterstraße wohnend, für halbe Tage gesucht. Offerte unter «Gewissenhaft» an die Administration d. Blattes. Itaml und propagiert dm gemeinsame zionistische Erkennungszeichen idle blau-welBe Stecknadel (Vertrieb: Keren Kalemeth) 296186194^3284

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