Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 5 (1932)
- Issue
- Heft 251 (27.10.1932)
- Date
- 1932-10-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DkC. SlIrtiMK Seite 7 r. 251 27. Oktober 1932 Zu den bevorstehenden Kultuswahlen Versammlungskalender der „Zionistischen Liste“ I. Bezirk: Donnerstag, den 27. Oktober, 20 Uhr, Cafe Excelsior,!., Rutenturmstraße: Vertrauensmännerversammlung. Referent: Dr. S. Wolf. II. Bezirk: Donnerstag, den 27. Oktober, 20 Uhr, II.. Praterstraße 13: Vertrauensmännerversammlung. Prater: Samstag, den 29. Oktober: Vertrauensmann. Sammlung. Referent: Dr. F i n k e 1 s t e 1 n. III. Bezirk: Montag, den 31. Oktober, 20 Uhr, Bethausverein, III., Untere Viaduktgasse: Wählerversammlung. Mittwoch, den 2. November, Caf£ Ilion, III., Löwengasse 39: Wählerversammlung. IV./V. Bezirk: Jeden Montag, ab 21 Uhr, Vertrauensmännerversammlung im Terrassencaf6, V., Margaretenplatz. VI./VII. Bezirk: Montag, den 31. Oktober, y221 Uhr, Caf6 Mariahilf, Mariahilferstraße 89 a: Vertrauensmännerversammlung. Die Vertrauensleute treffen sich außerdem allabendlich im Phönixlokal, VI., Mariahilferstraße 3. IX. Bezirk: Dienstag, den 1. November, i/221 Uhr abends, im Caf6 City, IX., Porzellangasse 1: Vertrauensmännerversammlung. XII.—XV. Bezirk: Montag, den 31. Oktober, Herklotzgasse 21: Große Vertrauensmännerversammlung. Beginn 8 Uhr abends. XX. Bezirk: Samstag, den 29. Oktober, 20 Uhr, Sektionsheim, XX., Jägerstraße 30: Vertrauensmännerversammlung. Montag, den 31. Oktober, 20 Uhr, Sektionsheim, XX., Jägerstraße 30, I. Stock, Große. Wählerve r- Sammlung. Redner: Oberbaurat Robert Stricker — Df* Josef Löwenherz — Dr. I. Klaber. * Außer der Zentralwahlleitung wurden för jeden Bezirk Bezirkswahlleitungen gebildet und bitten wir unsere Freunde und Anhänger, sich in allen Angelegenheiten sowie zur Mitarbeit folgenden Bezirksleitern zur Verfügung stellen zu wollen: L Bezirk: Dr. Karl Ettinger, Weihburggasse 9, Telephon A 38-5-33. — Dr. Isidor Rubinstein, Salzgries Nr. 21, Tel. U 25-2-35. II. Bezirk: Dr. A. Schmerler, Taborstraße 1, Telephon A 41-5-90. — Theodor Grubner, Lichtenauergasse Nr. 4, Tel. A 11-0-10. Prater: Ing. Markus Mühlbauer, Vorgartenstraße 150, Tel. R 41-8-88, A 49-2-47. — Julius Katz, Ybbsstraße 30. Tel. U 27-5-75. III. Bezirk: Benno Deutsch, Kleistgasse 16, Telephon U 15-4-28. — Dr. Willi Perl, Keilgasse 9. IV. Bezirk: Wilhelm Feldschuh, Mittersteig 15, Telephon A 31-2-66. — Dr. Oskar Teller, Favoritenstraße 2, Tel. R 22-5-60. V. Bezirk: Oskar Schladmich, Rüdigergasse 10. VI. Bezirk: Dr. Sanel Beer, Linke Wienzeile 4, Telephon B 20-0-59. —* Isidor Kimel, Esterhazygasse 20. VII. Bezirk: Hermann Schwarz, Schottenfeldgasse 58. Tel. B 38-6-91. — Simon Haber, Neubaugasse 25, Tel. B 33-305. VIII. Bezirk: Dr. Josef Grünberger, Josefstädterstraße Nr. 81, Tel. A 22-1-13. — Wilhelm Kreitler, Buchfeldgasse 19, Tel. A 23-3-47. IX. Bezirk: Min.-Rat Moses Weiner, Servitengasse 13, Tel. A 14-408. — Samuel Kantor, Schulz-Straßnitzky-Gasse 6, Tel. A 11-8-58. X. Bezirk: Viktor Knie, Laxenburgerstraße 27, Telephon R 12-2-27. — Oskar Läufer, Buchengasse 42. Tel. R 11-8-14. XII. Bezirk: Walter und Heinrich Kende, Steinbauergasse 34. XIII. Bezirk: Otto Ruzek, XII., Hollergasse 33, Telephon R 31-5-77. XIV. Bezirk: Konun.-Rat Arthur Albers, Sechshausetgürtel 11, Tel. R 38-3-88, R 35-3-37. — Georg Helwing, XV., Mariahilferstraße 164, XV. Bezirk: Erwin Rotter, Johnstraße 52, Telephon B 26-5-31. — Dr. Leopold Ehrlich, Herklotzgasse Nr. 17, Tel. R 33-1-36. XVI. Bezirk: Dr. S. Bohin, XVII., Kalvarienberggasse 34, Tel. A 21-8-53. — Leopold Sitzmann, Brunnengasse 41. XVIII. Bezirk: Ing. Samuel Ehrlich, Gersthofergasse 11, Tel. R 63-3-29. Dr. Paul J. Disment, Messerschmiedgassc 46. XIX. Bezirk: Dir. Siegfried Altmann, Hohe Warte 32, Tel. B 11-1-60. — Graubart Siegfried, Bauernfeldgasse 38, Tel. U 25-0-84. XX. Bezirk: Emil Wimhäuser, Rafaeigasse 1 b, Telephon A 43-8-80. — Hans Kolb, XX., Karl-Meisel- Straße 6, Tel. A 45-6-34. XXI. Bezirk: Emil Wimhäuser, Rafaelgasse 1 b, Tele- A 61-6-87. —• Leopold Glaser, XXL, Schlingerstraße 6, Tel. A 61-6-58. Es ist selbstverständlich, daß sämtliche zionistischen Studenten und Jugendgruppen sich in den Dienst des Zentralwahlkomitees gestellt haben. Wir bitten noch, besonders beachten zu wollen, daß in der heutigen Verlautbarung bereits einige Vertrauensmänner-, Sprengel- und Wählerversammlungen angekündigt sind und fordern alle unsere Mitarbeiter auf, für einen zahlreichen Besuch dieser Versammlungen eitrigst Sorge tragen zu wollen. An alle Bezirkswahlleiter, Sprengelleiter und Gruppenleiter ergeht die Aufforderung, das Zentralwahlkomitee ständig über alle Aktionen informieren zu wollen und insbesondere die rechtzeitige Anmeldung der Wählerversammlungen vorzunehmen, damit einerseits die Zuteilung der Versammlungsredner reibungslos vonstatten geht, anderseits für die rechtzeitige Aussendung von Einladungen Sorge getragen werden kann. Montag, den 31. Oktober 1932, um 1^9 Uhr abends, im großen Saale, XX.. Jägerstraße 30. 1. Stock. firole Relerenien: Dr. Josef LSwenherz Oberbaurat Robert Stricker Juden erscheinet in Massen. Das Zentralwahtkomitee der «Zionistischen Liste* Die zionistischen Frauen in dev Wühlarbeit Ein besonders wichtiges Arbeitsgebiet wurde den zionistischen Frauen zugeteilt, die unter der Leitung von Frau Sabine Paßweg, IX., Schlickgasse 5, Telephon A 11-1-34, und Frau Margit Buchbinder, II., Taborstraße 11 b, Tel. A 46-5-38, in allen Bezirken rege Arbeit unter der weiblichen Wählerschaft entfalten werden. Die Namen der einzelnen Bezirksleiterinnen sind: I. Bezirk: Frau Bundesfürsorgerat Waltuch, I., Maria Theresien-Straße 24, Tel. A 15-1-50. II. Bezirk: Frau Margit Buchbinder, II., Taborstraße 11b, Tel. A 46-5-38. II. Bezirk, Prater: Nechuma Windschauer, II., Obermüllncrstraße 5. III. /XI. Bezirk: IV. Bezirk: Salomea Rottenberg, Mühlgasse 22, Tel. B 23-3-77. V. Bezirk: Dr. Amalia Kantor, Ramperstorffergasse Nr. 14, Tel. A 37-8-48. VI. Bezirk: Dir. Erna Guttmann, XIII., Premreinergasse 18, Tel. B 26-5-38. VII. Bezirk: Josefine Modlinger,, Mariahilferstraße Nr. 80, Tel. B 35-609. VIII. Bezirk: Berta Berger, Josefstädterstraße 9, Tel. B 47-7-17. IX. Bezirk: Rebekka Weiner, Servitengasse 13. Tel. A 14-408. X. Bezirk: Frau Ing. Brandweiner, Favoritenstraße Nr. 147, Tel. R 11-8-14. XII. Bezirk: Erna Meiseis, Schönbrunnerstraße Nr. 270, Tel. R 39-4-10. XIII. Bezirk: Stella Horowitz, Auhofstraße 255. XIV. /XV. Bezirk: Frau Feuer, XVI. Bezirk: Piper, XVII., Hernalser Hauptstraße Nr. 13/13, Telephon A 28-2-86. XVII, Bezirk: Blumenfeld, Hernalser Hauptstraße Nr. 132, Tel. A 21-601, B 42-0-51. XVIII. Bezirk: Erna Patak, Weimarerstraße 22, Tel. A 11-605. 4m zioniifiichtt Erkenitunaszefdien MMMidl« blan*wett« Stecknadel (Vertrieb: Heien Kalemefb) XIX. Bezirk: Frau Dr. Ajalab Tartakower, Silbergasse 23. XX. Bezirk: Ester Schwarz, IX., Mosergasse 6/7. XXI. Bezirk: Frau Glaser, Schlingerstraße 6, Tel. A 61-6-58. Kultuswahlen-Vertrauensmännersitzung Brigittenau. Samstag, den 29. Oktober, 8 Uhr abends, findet in der Zionistischen Bezirkssektion XX (Brigittenau), Jägerstraße 30, eine Vertrauensmännersitzung statt. Erscheinen Pflicht. Referenten: Emil Nlmhäuser, Hans Kolb. Das Zentral-Wahlkomitee der Zionistischen Liste hat sich bereits konstituiert und amtiert in der zion. Bez.-Sektion, II., Praterstraße 13 (Telephon R 44-3-45) von 9 bis 12 vorm, und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. * Abschriften des Wählerverzeichnisses können von den wahlwerbenden Parteien gegen VergütungderEigerkosten (S 50.— pro Stück) bei der Amtsdirektion der Israelitischen Kultusgemeinde bezogen werden. Mauschei und die Predigt Lieber Kultuswähler! Ich will Dir, tieber Leser, so für die feiertägliche Mußestunde, etwas erzählen. Immer etwas Neues. Man ist ja so gespannt darauf. Einer fragt den andern. Man erwartet nicht gerade den Messias, aber man möchte eine Neuigkeit erfahren. . Nun, Mauschei war wieder an der Arbeit. Zu Rosch- Haschanah war es. In einem großen Tempel Wiens. Zusammengeströmt waren die Dreitagsjuden aus allen Teilen der Stadt. Um ihr Judentum zu beweisen. Auch aus Trägheit, aus Gewohnheit nur. Um mit dem Nachbarn vom Vorjahr die Erinnerungen und Gedanken auszutauschen. Das Geschäft hält man ja doch gesperrt. Schon deswegen, weil kein Geschäft geht und auch, weil der Vater und der Großvater . . . Aber man betet nicht mehr wie der Vater und der Großvater. Man hat nicht mehr ihren innigen Zusammenhang mit Gott und dem Volk, aber man hat so etwas wie eine Tradition, die ja doch nur den Tempelsitz einmal int Jahre kostet. Viel mehr kostet unserem Mauschei das Judentum das Jahr über nicht. Er läßt sich eventuell herbei, im Cafe über jüdische Dinge zu debattieren. Das kostet auch nichts. Ja, man findet sogar, daß etwas in Palästina geschieht, was gar nicht uninteressant ist. Auch das verpflichtet unseren Mauschei nicht. Also geht er wieder am heiligen Feiertag in den Tempel. Den Machsor, geerbt von seinen Vätern, hat er mit. Er hat nicht einmal diese Ausgabe für sein judentum gehabt. Wie leicht inachten es doch die Väter ihren Kindern I Er kommt reichlich spät. Nach allen Seiten grüßt er huldvollst, reicht seinen unmittelbaren Nachbarn gTückwünschend die Hand und setzt sich auf seinen Platz. Die Gebete versteht er nicht, wenn er sie überhaupt mitsagen kann. Aber was Mauschei sprachlich versteht, das ist die Predigt. Und da besteigt ein junger Rabbiner die Kanzel. Schon das irritiert Mauschei. War er doch gewöhnt, einen bejahrten und mit Vollbart versehenen Mann auf der Kanzel zu sehen. Nun beginnt die Rede. Bei der schlief es sich einst so gut. Oder Mauschei war befriedigt, wenn der Rabbiner einen Midrasch zitierte, den er ja natürlich nicht verstand und verstehen sollte. Denn der Rabbiner von einst machte aus dem Zitat das, was er gerade für sein heiliges Thema brauchte. Niemand konnte und wollte ihn kontrollieren, woher es kam und wohin er damit wollte. Und der huldvolle Rabbiner sprach zu Herzen, er sprach zu Gefallen der Anwesenden. Er war meistens weit davon entfernt, die Kanzel dazu zu benützen, um die Fehler der Gemeindemitglieder zu geißeln und anzuprangern. Er forderte von seinen Brüdern nicht mehr als Gottesvertna-uen, Nächstenliebe, alles, was treu am Rosch Haschanah versprochen werden konnte, ohne daß man mit Kosten und Mühe das auch zu erfüllen brauchte. Eine billige Rede für den Rabbiner und billig für den Zuhörer. Wie doch unlängst ein führendes Kahalmitglied einem Rabbiner sagte: Reden Sie zur Gemeinde so, daß Sie allen Zuhörern entsprechen; Gemütliche, wienerisch friedliche Auffassung von der Bedeutung einer Kanzelrede. Ja niemand weh tun. Unser Mauschei aber erlebte dieses Mal eine biitere Enttäuschung. Der junge Rabbiner sprach nicht von Bibelstellen, sondern vom Leben. Er geißelte jene, die abseits vom Judentum stehen, auch wenn sie dreimal im Jahr in die Synagoge gehen. Er verkündete seine tiefste Ueberzeugung — welch Verbrechen in den Augen eines Unionisten! —, hielt mit seiner Meinung nicht zurück. Er sprach sogar von Palästina und nannte es Erez Israel. Und noch das Fürchterlichste: Er traute sich von . . . Zionismus zu sprechen. Da wachte Mauschei endgültig auf. Dazu habe er nicht den Sitzplatz bezahlt, dazu nicht seinen Machsor aus dem Versteck geholt. Das ist kein Feiertag für ihn. Er will Dreitagsisraelit sein, sogar den Tempelsitz bezahlen, aber vom Zionismus will er nichts hören. Mauschei war empört. Und siehe da: er fand Verbündete. Jetzt um so mehr, da Kultuswahlen vor der Tür stehen. Er lief zum jüdischen Kadi, verklagte den Rabbi, der es gewagt hatte, von Zionismus zu sprechen. Und als derselbe Rabbi am nächsten Feiertag doch wieder die Kanzel bestieg, da zog er hinaus, demonstrativ: das war die Heldentat Mauschels im unionistischen Geist, das war die jüdische Betätigung, die werbend wirken soll für die neue Kultuswahl. Wir gratulieren Mauschei zu seinem Erfolg. Er hat die zweite Rede nicht mehr gehört. Er hätte sie wahrscheinlich auch nicht verstanden . . . Criticus. Eva Kupfermann Nandor Treltel Wien PreSov (Eperies) C, S. R. empfehlen sich als Verlobte h m- .mj 62^59469^8^87941