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Die Stimme · 1932-10-13 · Heft 249 (13.10.1932) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 249 (13.10.1932)
Date
1932-10-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 DIE STIMME u. Oktober 1932 INT. Zt-iD 3Kunst und Xiteratur Staatssubvention für das Moskauer jiddische Staatstneater Moskau. Das Kommissariat ftir Volksbildung stellte dem Moskauer jiddischen Staatstheater eine größere Geldsumme zur Verfügung, damit das Theater in der Lage sei, sein Haus nach den letzten Errungenschaften derTheatertechnik umzubauen. Das jiddische Staatstheater hat soeben eine erfolgreiche Tounee durch die größten Industriezentren der Sowjetunion absolviert; überall wurde es von mehr Nichtjuden als Juden besucht. Zum Tode des Schriftstellers und Dramaturgen Arthur Kahane Im Alter von 60 Jahren verstarb in Berlin der bekannte Schriftsteller und Dramaturg Arthur Kahane, seit etwa drei Jahrzehnten einer der engsten Mitarbeiter Max Reinhardts. Arthur Kahane wurde 1872 in Wien geboren, war seit 1905 Dramaturg des Deutschen Theaters in Berlin und hatte an der geistigen Leitung der Reinhardt-Bühnen großen Anteil. Als Lyriker wurde er bekannt durch seine 1908 erschienenen «Gedichte» und 1910 erschienenen «Lieder». Er schrieb auch eine Reihe idyllisch-lyrischer Romane, die eine große Leserschaft fanden. 1928 erschien sein «Tagebuch eines Dramaturgen», das auch verschiedene Lebensläufe berühmter jüdischer Künstler schildert. In Form von Nachdichtungen gab er «Die Kraft der Stimme, Novellen aus der Bibel» heraus. 1931 erschien «Das Judenbuch*, ein Bekenntnis Kahanes zum Judentum. Eine Gedenktafel der Stadt Amsterdam für Israel Querido Amsterdam. Das Stadtpräsidium und die Bevölkerung von Amsterdam ehrten das Andenken des kürzlich verstorbenen berühmten holländisch-jüdischen Schriftstellers Israel Querido durch Enthüllung einer Gedenktafel an dem Hause, in dem er gelebt und geschrieben hat, aus Anlaß seines 60. Geburtstages. Ratsherr Boekmann, ebenfalls Jude, hielt die Gedenkrede. Jehuda Ehrenkranz liest „Aus dem jüdischen Leben“ Jehuda Ehrenkranz gibt Mittwoch, den 26. d. M., im Architektenvereinssaal, L, Eschenbachgasse 9, einen einzigen Abend vor seiner Abreise. Der Künstler liest unter dem Titel «Aus dem jüdischen Leben« in deutscher Sprache Dichtungen von Schalom Asch, Avigdor Hameiri, Scholem Alejchem, Oskar Rosenfeld und Leopold Hichler. Von Hichler, dem Verfasser des Romans «Moses Mautner und sein Sohn», gelangt das Kapitel «Der Sederv aus dem demnächst erscheinenden Roman «Heimweh nach Wien» aus dem Manuskript zum Vortrag. — Karten von 1 bis 3 Schilling in den Buchhandlungen M. Rath, II., Taborstraße 20 a, und R. Lanyi, I./Kärntnerstraße 44. Das hebräische Buch Schriften des Lehrers Ch. A. Suta Es erschienen 2 Bände der Schriften des Lehrers Ch. A. Suta in Palästina, der zu den ältesten und hervorragendsten Lehrern des Landes gehört. Im ersten Band schildert der Verfasser Naturphänomene des Landes; Den ersten Regen, die Nacht, den Winter usw. Im zweiten Band schildert er althistorische Perioden des jüdischen Lebens in Erez Israel: Jererr.iahu und seine Kämpfe, die Wallfahrten nach Jerusalem anläßlich der Feiertage usw Moses Kleinmann kommt nach Wien Der berühmte hebräische Schriftsteller M. Kleinmann kommt über Einladung der Histadruth Ivrilh Anfang Jänner nach Wien Kleinmann wird hier einige Vorträge halten. Im- Zusammenhang m't diesem Besuche ist in Wien eine größere Aktion zugunsten des hebräischen Buches und der hebräischen Presse geplant Um dem verdienstvollen Schriftsteller einen gebührenden Emofang zu bereiten, wird ein Kleinmann- Empfangskomitee gebildet werden Katalog zur jüdischen Kunst- und Kulturgeschichte Frankfurt a. M. Der J. T. A. wird geschrieben: «So erfreulich es ist, wenn weiteste Kreise sich an der Erforschung jüdischer Kunst und Kultur beteiligen, so wird jedoch dem Forscher auf einem Spezialgebiet die Erfassung allen für ihn in Betracht kommenden Materials erschwert, wenn nicht an einer zentralen Stelle d«e weit verstreut erscheinenden Arbeiten zusammengefaßt werden und dadurch die Möglichkeit zur Orientierung gegeben wird. Auf diese Weise wird viel unnötiges Herumsuchen erspart und umgekehrt auch ein sonst unvermeidliches Uebersehen der weniger leicht zugänglichen Literatur verhindert. Dieser Tatsache begegnet der mit Notizblatt 30 der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler beginnende «Katalog der erschienenen Abbildungen zur jüdischen Kunst- und Kulturgeschichte*, zusamengestelit von Ida Posen. Der Architekt, der sich über die vorhandenen illustrierten Vorlagen früher erbauter Synagogen orientieren will, der Bildhauer, der fiir seine Grabsteinentwiirfe neue Anregung suchf, der Kunstgewerbler, der bei der Bearbeitung von Bechern, Tellern und ähnlicher Kleinkunst auf Grund alter Arbeiten Neues erzeugen möchte, sie alle werden in dem erwähnten Katalog das Gesuchte finden. Aber auch dem Forscher, der die Zusammenhänge der Kultur durch vergleichende Studien klären will, wird der jetzt begonnene Katalog ein unentbehrliches Hilfsmittel werden. Es ist nur zu hoffen, daß die Durchführung des so viel versprechenden Nachschlagewerkes von allen in Betracht kommenden Personen durch Uebersendung illustrierter Werke an die Geschäftssteiie der Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler, Frankfurt a. M., Fahrgasse 146, unterstützt wird, und daß die Gesellschaft die Mittel aufbringt, um den Katalog in rascher Folge erscheinen zu lassen.» «Hauawar» von I. Herzberg. Ein Elenientarouch zum Erlernen des Hebräischen. Lesen, Schreiben und die Anfangsbegriffe der hebräischen Sprache in 38 Lektionen. In weiteren 38 Lektionen (zusammen ein Unterrichtsjahr) erlernt das Kind ca. 850 hebräische Worte aus kleinen interessanten Erzählungen. 250 farbige Illustrationen erklären Worte und Begriffe ohne jegliche Uebersetzung. Das Buch erleichtert den hebräischen Unterricht. Jeder geschulte Lehrer bedient sich nur dieses Buches. Ueberall erhältlich und bei Isak Herzberg, Wien, II., Karmefttermarkt 5/Ö. JÜDISCHE GEMEIMDE Jüdische Kuliuswühlev sicheri Eueh Euer Wahlrecht Auflegung der Wähtertteien ab II. Oktober 3f£undmadkun£ I. Wahlfermin Auf Grund der vom Bundesministerium für Unterricht genehmsten Bestimmungen des Statutes und der Wahlordnung der tsraletischen Kuitusgemeinde Wien wird am Sonntag, den 4. Dezember 1932 die Neuwahl von 36 Mitgliedern des Kultusvorstandes und 120 Vertrauensmännern der Kultusgemeinde stattfinden. II. Einsichtnahme in die Wählerliste Das Verzeichnis der wahlberechtigten Personen liegt ab Dienstag, den II. Oktober 1932 bis einschließlich Freitag, den 28 Oktober 1932, von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags (mit Ausnahme der Samstage und der auf die Sonntage fallenden jüdischen Festtage (Sukkoth) zur Einsichtnahme lür die Kultusgemeindeangehörigen an folgenden Stellen auf: Für die Wahlberechtigten: I. Bezirk: 1., Seitenstettengasse 2 (Steueramt); II. Bezirk: II., Tempelgasse 3; III und XI. Bezirk: III, Untere Viaduktgasse 13; IV., V. und X. Bezirk: V., Siebenbrunnengasse 1; VI. und VII. Bezirk- VI., Schmalzhofgasse 3; VIII. und IX. Bezirk; IX. Mflllnergasse 21; XII. bis XV. Beizrk: XV., Turnergasse 22; XVI. und XVII. Bezirk: XVI, Htibergasse 8; XVIII III. Reklamationen und XIX. Bezirk: XVIII. Schopenhauerstraße 39; XX Bezirk: W. O.) das 21. Lebensjahr vollendet haben, welche mindestens in den dem Jahre der Wahl vorausgegangenen zwei Ven^altungsjahren in Kultussteuervorschreihung gestanden sind und die ihnen für das Jahr der Wahl oder für eines der XX , Kluckygasse 11; XXL Bezirk: XXI, Holzmeistergasse 12. Das aktive Wahlrecht haben alle Angi hörigen der israelitischen Kultusgemeinde Wien ohne Unterschied des Geschlechtes, soferne sie am Tage der Wahlausschreibung (S 9 Der Tag der Wahlausschreibung Ist der 4. Oktober 1932 drei vorausgegangenen Verwaitungsjahre statutengemäß vorgeschriebene Kultussteuer bis zum Ablauf der Reklamationsfrist (§ 9 W. 0.) entrichtet haben Reklamationen wegen Auslassung wahlberechtigter oder Aufnahme von nicht wahlberechtigten Personen sind bis spätestens Freitag, den 28. Oktober 1932 in der Amtsdirektion der Kultusgemeinde, I, Seitenstettengasse 4, schriftlich einzubringen. IV. Erstattung von Wahl Vorschlägen Die Wahl erfolgt nach dem System der Verhältniswahl (Proportionalwahlrecht) auf Orund von Wahlvorschlägen, welche von jenen Wählergruppen (Parteien), die sich an der Wahl beteiligen, frühestens drei Tage nach Auflegung der Wählerliste, d i anrr 14 Oktober 1932 und spätestens dreißig Tage vor dem Wahltage, d. i am 4. November 1932, bei dem Präsidenten der Kultusgemexide einzureichen sind Die Vertreter der Wählergruppen (Parteien) erhalten über Verlangen von der Amtsdirektion der Kultusgemeinde die vom Präsidenten der Kuitusgemeinde gemäß § 29 d^r Wahlordnung erlassenen Erläuterungen einzelner Bestimmungen def Wahlordnung und Muster ormulare der Wahlvorschläge. Wien, am 4. Oktober 1932. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: Prof. Dr Alois P i c k m\ p. Das Zentral-Wahlkomitee der Zionistischen Liste hat sich bereits konstituiert und amtiert in der zion. Bez.-Sektion, II., Praterstraße 13 (Telephon R 41-100) von 9 bis 12 vorm, und von 3 bis 6 Uhr nachmittags. Abschriften des Wählerverzeichnisses können von den wahlwerbenden Panv:ui gegen vergiitungderEigenkosten (S 50.— pro Stück) bei der Amtsdirektion der Israelitischen Kuitusgemeinde bezogen werden. Zionisten! Spendet fiir den IToftfgondst Wir haben bereits mit den Vorarbeiten zur bevorstehenden Wahlkampagne eingesetzt und in den einzelnen Bezirken haben sich bereits zahlreiche Gesinnungsgenossen zur Mitarbeit angemeldet. Das Zentral- Wahlkomitee der zionistischen Liste hat seine Arbeiten bereits aufgenommen und entsprechende Maßnahmen getroffen, um die Wahlkampagne erfolgreich durchzuftihren. Im bevorstehenden Kultuswahlkampf gilt es, nicht nur die Zahl unserer Mandate zu vergrößern, sondern der seit dreißig Jahren von den Zionisten erhobenen Parole «Erobert die jüdischen Kuitusgemeinden» zum Siege zu verhelfen, um die Umwandlung der Kultusgemeinde in die jüdische Volksgemeinde durchzuführen. An Euch, Zionisten, ergeht nun der Ruf, sich dem Zentral-Wahlkomitee zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Der Erfolg der Wahlkampagne wird aber vor allem davon abhängen, ob wir, der schweren Aufgabe bewußt, in der Lage sein werden, eine entsprechende großzügige Wahlpropaganda durchzuführen. Zu diesem Zwecke aber erfordert es nicht nur Menschen, die ihre Mitarbeit zur Verfügung stellen, sondern vor allem drei Dinge: Geld. Geld und wieder Geld. Wir haben daher einen Wahlfonds ms Leben gerufen, dessen Stärkung die Aufgabe eines jeden Zionisten sein muß. Wir sind uns der heute schwierigen wirtschaftlichen Situation voll bewußt, daß die großen Einzelspenden früherer Jahre heute nur mehr durch eine gesteigerte Massensammlung ersetzt werden müssen. Wir appellieren daher an alle Zionisten, den Wahlfonds mit allen ihren Kräften zu stärken und eine energische Sammeltätigkeit für den zionistischen Wahlfonds zu entfalten. Das Zentral-Wahlkomitee der Zionistischen Liste. An die jüdische Bevölkerung! Der jüdische Hochschulausschuß, die Exekutive des Oesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs «Judäa», dem die Aufgabe der Linderung der großen Not der jüdischen Studenten zufällt, ist ohne Geldmittel. Da es sich um das Schicksal der jüdischen Studenten handelt, muß der Jüdische Hochschulausschuß, im Bewußtsein seiner Verantwortung, an die breite jüdische Oeffentlichkeit mit der Bitte herantreten, den Institutionen der jüdischen Studentenschaft zu Hilfe zu eilen. Für den jüdischen Studenten ist 'die Lage durch die ökonomische Krisis und den Mangel jeder Verdienstmöglichkeit eine sehr traurige geworden. Hunderten von Studenten droht die Oe fahr, daß sie ihr Studium knapp vor der Absolvierung werden aufgeben müssen und so um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden. Auch die lebenswichtigen Institutionen der jüdischen Studentenschaft, wie: Krankenfürsorge, Studentenheim, Mensafreitische, Lehrbehelfaktion etc. stehen wegen des Geldmangels vor dem Zusammenbruch. Der jüdische Hochschulausschuß sieht sich deshalb gezwungen, die gesamtjüdische Oeffentlichkeit auf denErnst de r La ge aufmerksam zu machen und zur raschen und ausgiebigen Hilfe a u f z u r u f e n, um den Zusammenbruch aller lebenswichtigen und unter großen Opfern geschaffenen Institutionen der jüdischen Studentenschaft zu verhindern. Es handelt sich um die Zukunft des jüdischen Nachwuchses, der von den Quellen der Bildung nicht abgeschnürt werden darf. — Adressen für Geldsendungen: Jüdischer Hochschulausschuß, IX., Zimmermannplatz 8. Postsparkassen-Konto: Gesamtverband ]üd. Hochschüler Oesterreichs «Judäa» Nr. 68.763. Tel. A 25-2-28. Erlagscheine werden auf Wunsch zugeschickt. i Stafist k an der Wiener Uniuersittt Im vergangenen Sommersemester 1932: An der Universität gab es 11.921 Hörer, davon 11.373 ordentliche Hörer und 548 außerordentliche Hörer. Davon waren 2089 jüdische ordentliche Hörer und 34 jüdische außerordentliche Hörer, insgesamt 2123 inskribierte Juden. Im nachfolgenden werden nur die ordentlichen Hörer angeführt. Von den Juden gaben jüdische Volkszugehörigkeit an: Männer Frauen Insgesamt Juristen . . , 36 212 Mediziner . . , . . . . 373 136 509 Philosophen . , . . . . 142 132 274 <V»5 Nachdem unsere erste PalSstinareise komplett isi. führen wir eine zweite Gesellschaftsreise am 8 Novembei 1932 nacn Palästina L)iu Durchführung ih r Reise liegt in iiüuduu ilei ,1' u g-‘ r. G. in. h, 11. — Anmeldungen für ilii; llcrhstrcise iu der Verwaltung unsere1" Muttes in ü g I i c li s t u m g c* h u u d, weil nur mehr beschrankte Anzahl Plätze zur Verfügung stchenlll Voranzeige. Am 13. Dezember geht von Wien eine von der ,,1‘ag“ r. G. di. b. II geführte 1 n d u s t r i e 11 e n ü r u p p e nach l’ulästina ab welcho ausselilietilicli Möglichkeiten industrieller und sonstiger wirtschaftlicher Neugründungen in Tel-Awlw. Haifa und Jerusalem studieren will. Die Rückreise erfolgt voraussichtlich schon Knde Dezember Auch für diese Reise können Anmc'dungcii bei üer Verwaltung unseres Mattes entgegengeniimmen werden Unsere K t ü h i a h r s r e i s o l u :i 3 wird in Anbetracht dos Um. Standes, daß wir heuer bereits z w e i l’nlästinu-Rciscn gemeinsam mit der ..Rag ‘ r. G in. b. li organisieren, erst im April 1933 — /.u IVssuob — nach l’ulüstinu dureligefiibrt werden, Voranmeldungen werden schon Jetzt, ebenso wie für die sehr ermäßigte Stuiiuiea» Kerieureiso 1933 in der Verwaltung unseres Blattes entgegenginom» men; Zahlung auch in Teilbeträgen möglich (bie suni Herbei lftMlk

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