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Die Stimme · 1932-10-06 · Heft 248 (6.10.1932) · page 8

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Journal
Die Stimme
Volume
5 (1932)
Issue
Heft 248 (6.10.1932)
Date
1932-10-06
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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DIE STIMME Nr. 248 — ö. Oktober IMS Jugoslawien Qbp jugoslawische Ministcpprasident begrüßt den Kongreß des zionistischen Landesverbandes Dr. David Alkalay Präsident des Landesverbandes B e I g r a d. In Sarajevo wurde am 25. und 26. September die diesjährige Landeskonferenz der jugoslawischen Zionisten abgehalten. Der Ministerpräsident des Königreiches Dr. Milan Srskic sandte dem Kongreß ein herzliches Begrüßungstelegramm mit dem Wunsche für erfolgreiche Arbeit Diese Sympathiekundgebung des Ministerpräsidenten wurde von den versammelten Delegierten mit großer Genugtuung aufgenommen. Die Landeskonferenz der jugoslawischen Zionisten wählte zum Präsidenten des Zionistischen Landesverbandes Herrn Dr. David Alkalay. Dr. Alkalay ist einer der ältesten Zionisten Jugoslawiens und wohnte schon dem ersten Zionistenkongreß bei. Zum Präsidenten der Exekutive wurde das Mitglied des Aktions- Comit. es der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Alexander Licht aus Zagreb, gewählt. Präsident des Keren Kajemeth für Jugoslawien ist Dr. Marko Bauer aus Zagreb, Präsident des Keren Hajessod Dr. Leo Steindler aus Belgrad. * In Erwartung Ussisctikins Anläßlich der Ankunft des Präsidenten des Keren Kajemeth in Jerusalem, Herrn M. M. U s s i s c h k i n, in Belgrad (am 28. September) brachten die Belgrader und Zagreber Zeitungen Berichte über die Persönlichkeit Ussischkins mit seiner Photographie. In den Artikeln werden der Lebenslauf und das Wirken Ussischkins ausführlich und mit Sympathie dargestellt. Sämtliche Blätter bringen auch Darstellungen über das Aufblühen und den Fortschritt des modernen Palästina. iRumänien Unerhörte antisemitische Krawalle in der rumänischen Kammer Bukarest. In der Sitzung des rumänischen Parlaments am Montag, den 26. September abends, kam es zu ungeheuerlichen antisemitischen Skandalszenen. Als der jüdische Deputierte aus Czernowitz Dr. Mayer Ebner, Vorsitzender des Jüdischen Parlamentsklubs, die Tribüne verließ, wo er ■seine Interpellation gegen die zwangsweise Romanisierung jüdischer Vornamen durch die Bukowinaer Behörden begründete. lief ihm der berüchtigte Cuzist Robu in den Weg und stellte ihm ein Bein, damit er darüber stolpere. Der jüdische Deputierte aus Kischineff Dr. Michael Landau protestierte gegen diesen Roheitsakt, den er als Dummer-Jungen-Slreich charakterisierte. Als dann Dr. Landau die Tribüne bestieg, um seine Interpellation gegen die unsachgemäße Verwendung der Gelder aus der Stiftung des Juden Jacques Elias (die Stiftungsgelder werden statt für jüdische für rumänische Kulturzwecke verwendet) zu begründen, wurde er von Cuzisten unterbrochen. Während der Sitzungspause attackierte der cuzistische Abgeordnete Adam den Deputierten Landau in den Couloirs und schlug ihn zu Boden. Mittlerweile war auch der Deputierte Robu dazugetreteri und schlug den Deputierten Landau ins Gesicht, daß dessen Augengläser zerbrachen. Es gelang Landau, sich zu erheben und seinem Gegner Adam eine Tracht Prügel zu versetzen. Der Cuzist Robu, der sich nun wieder auf Landau stürzen wollte, wurde von Journalisten an seinem Vorhaben gehindert. Bei der Wiederaufnahme der Sitzung sprach der Präsident der Kammer sein Bedauern über diese eines Parlaments unwürdigen Vorfälle aus und veranlaßte den sofortigen Zusammentritt der Disziplinarkommission, die die Schuldigen feststellen und deren Bestrafung beantragen solle. Die Disziplinarkommission hielt eine kurze Beratung ab und beantragte vor dem Plenum den Ausschluß \ ° ■hu und Adam. (Rußland Kampagne gegen die jüdischen Feiertage in Sowjefrußland Moskau, 27. Septc In Kiew, Odessa, Home! und in anderen Städter ien Beratungen abgehalten, um ein Programm am. igiöser Propaganda in Zusammenhang mit den bevur-tehenden hohen jüdischen Fahrt ins Blau-Welfie Erstmalig wird am Sonnt a g, '1 •: n 3 0. IJ k t n li <• r I. .1 . <• ne ganstägige l'>-in;rrascbungsfahrt in- Hlau-W.iO in Bequemen ‘ (Allwetter-' '•..(■litswagen) veranstaltet! Bei dieser Kahn mit unbekanntem Ziel werden etwa 100 km zurück gelegt und zumindest 10 Orte betucht, die jüdisch« Sehenswürdigkeiten aus früheren Jahrhunderten bewahren. So wird diese Fahrt ins Blau-Weiße, durch schönste Land' (Chatten führend, zugleich Gelegenheit hieten, einen Ausschnitt aus der Geschichte der Juden in Oesterreich vor .len Augen der gleichgesinnten, das beißt ausschließlich jüdischen Fabrtteilnebmer aufzurollen. Ein fachkundiger Führer wird auf alle Sehenswürdigkeiten verweisen. Per Fahrpreis betrügt pro Person, einschließlich Führungabeltrag, ohne Verpflegung, 8 11.—, für Kinder (halben Platz) 8 6.60. Oie Durchführung der ,.Fahrt Ins Blau-Weiße“ liegt in Händen der „Pag“ reg. Gen. m. b. H„ Wien, III., Landetraßer Gürtel 9, wo — in Anbetracht der beschränkten Teilnehmerzahl — Ale tnmeldung baldigst vorzunehmen IM! l>le „Fahrten ins Blau-Weiße“ werden — jedeeanal mit anderem Ziele — am letzten 8onntag jedes Monats wiederholt; ToUnehmerzahl stete beeehrftnkt, daher rechtzeitige An« melduag m pf**hlen. (Bedingungen wie oben angegeben.) I Feiertagen aufzustellen. An den Beratungen nahmen j bekannte nichtjfldische Kommunisten als Vertreter des Verbandes der Arbeiterkooperativen, des Gewerbeverbandes und von Kulturvereinigungen teil. Es wurde beschlossen, die antireligiöse Kampagne unter der Parole «Erhöhung der Produktion!» zu führen. Die zu Produktionsgenossenschaften zusammengeschlossenen jüdischen Handwerker und Heimarbeiter sollen an den hohen Feiertagen mobilisiert werden, um die RUbenernte auf den Feldern heimbringen zu helfen und Wege auszubessern. Es soll darauf gesehen werden, daß an den hohen Feiertagen kein jüdischer Handwerker, Heimarbeiter oder Bauer an seiner Arbeitsstätte fehlt. Holen Ostr Finkelstein, ein Führer der litauischen Juden, gestorben Kowno. Im Alter von 69 Jahren verstarb in Kowno der Advokat Oser Finkelstein, einer der Führer der litauischen Juden. Er wurde 1863 als Sohn des Rabbiners von Orenburg geboren. In seiner Jugend betätigte er sich intensiv im jüdischen «Bund» und vertrat in wichtigen politischen Prozessen jüdische Angeklagte. 1918 wurde er in die litauische Nationalversammlung gewählt und gehörte auch dem zweiten und dem dritten litauischen Sejm an. Er war Mitglied der Exekutive des Jüdischen Nationalstes, Vorsitzender von HIAS-JCA-EMIGDIRECT und führendes Mitglied der Jüdischen Volkspartei. Auch schriftstellerisch war er vielseitig tätig. Er begründete die Kownoer jiddische Tageszeitung rTo'ksbhtK Beide jüdischen Tageszeitungen ZionMen! Spendei fiiv den Wahlfonds! Wir haben bereits mit den Vorarbeiten zur bevorstehenden Wahlkampagne eingesetzt und in den einzelnen Bezirken haben sich bereits zahlreiche Gesinnungsgenossen zur Mitarbeit angemeldet. Das Zentral- Wahlkomitee der zionistischen Liste hat seine Arbeiten bereits aufgenommen und entsprechende Maßnahmen getroffen, um die Wahlkampagne erfolgreich durchzuführen. Im bevorstehenden Kultuswahlkampf gilt es, nicht nur die Zahl unserer Mandate zu vergrößern, sondern der seit dreißig Jahren von den Zionisten erhobenen Parole «Erobert die jüdischen Kultusgemeinden» zum Siege zu verhelfen, um die Umwandlung der Kultusgemeinde in die jüdische Volksgemeinde durchzuführen. An Euch, Zionisten, ergeht nun der Ruf, sich dem Zentral-Wahlkomitee zur Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Der Erfolg der Wahlkampagne wird aber vor allem davon abhängen, ob wir, der schweren Aufgabe bewußt, in der Lage sein werden, eine entsprechende großzügige Wahlpropaganda durchzuführen. Zu diesem Zwecke aber erfordert es nicht nur Menschen, die ihre Mitarbeit zur Verfügung stellen, sondern vor allem drei Dinge: Geld, Geld und wieder Geld. Wir haben daher einen Wahlfonds ins Leben gerufen, dessen Stärkung die Aufgabe eines jeden Zionisten sein muß. Wir sind uns der heute schwierigen wirtschaftlichen Situation voll bewußt, daß die großen Einzelspenden früherer Jahre heute nur mehr durch eine g esteigerte Massensammlung ersetzt werden müssen. Wir appellieren daher an alle Zionisten, den Wahlfonds mit allen Ihren Kräften zu stärken und eine energische Sammeltätigkeit für den zionistischen Wahlfonds zu entfalten. Das Zentral-Wahlkomitee der Zionistischen Liste. 3f£undmadiunlk I. Wahltermin Auf Grund der vom Bundesministerium für Unterricht genehmigten Bestimmungen des Statutes und der Wahlordnung der israletischen Kultusgemeinde Wien wird am Sonntag, den 4. Dezember 1932 die Neuwahl von 36 Mitgliedern des Kultusvorstandes und 120 Vertrauensmännern der Kultusgemeinde staftfinden. II. Einsichtnahme in die Wählerliste Das Verzeichnis der wahlberechtigten Personen liegt ab Dienstag, den 11. Oktober 1932 bis einschließlich Freitag, den 28. Oktober 1932, von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags (mit Ausnahme der Samstage und der auf die Sonntage fallenden jüdischen Festtage (Sukkoth) zur Einsichtnahme für die Kultusgememdeangehörigen an folgenden Stellen auf: Für die Wahlberechtigten: I. Bezirk: I., Seitenstettengasse 2 (Steueramt); II. Bezirk: II., Tempelgasse 3; III. und XI. Bezirk: III., Untere Viaduktgasse 13; IV., V. und X. Bezirk: V., Siebenbrunneugassc 1; VI. und VII. Bezirk: VI., Schmalzhofgasse 3; VIII. und IX. Bezirk: IX. Müllnergasse 21; XII. bis XV. Beizrk: XV., Turnergasse 22; XVI. und XVII. Bezirk: XVI., Hubergasse 8; XVIII Kowno«, die zionistische «Stirne» und das den Folkisten nahestehende «FolkshlntD, erschienen mit Trauerrand. (fscfkecftosforvaäei WiBderguimachung von Kpiegsschaden an luden Prag, 25. September. In einer Erklärung an di* jüdische Presse führt der Abgeordnete der jüdischen Partei, Dr. Angelo Goldstein, aus, daß das Innenministerium sich gegenwärtig mit 40.000 Ansuchen um Entschädigung für durch den Krieg erlittene Verluste befasse, unter welchen sich auch viele hunderte Ansuchen von Petenten jüdischer Konfession aus der Slowakei und Karpathorußland befinden. Der in diesem Jahre für diese Zwecke vorgesehene Betrag von drei Millionen Kc wurde infolge der Finanzlage auf eineinhalb Millionen reduziert. Die Erledigung aller Gesuche werde noch etwa acht Jahre dauern, ln einer Besprechung mit den zuständigen Stellen habe Dr. Goldstein auf die katastrophale Lage der jüdischen Petenten in der Slowakei und Karpathorußland hingewiesen, wo es viele Bürger gibt, deren Existenz durch die Kriegsverwüstungen von Grund auf zerstört wurde. Das Innenministerium gab die Versicherung, daß bei der Erledigung dieser Ansuchen keine Rücksicht auf die Konfession oder Nationalität genommen wird. und XIX. Bezirk: XVIII., Schopenhauerstraße 39; XX. Bezirk! XX., Kluckygasse 11; XXI. Bezirk: XXI, Holzmeistergasse 12. III. Reklamationen Das aktive Wahlrecht haben alle Angehörigen der israelitischen Kultusgemeinde Wien ohne Unterschied des Geschlechtes, soferne sie am Tage der Wahlausschreibung (§ % W. O.) das 21. Lebensjahr vollendet haben, welche mindestens in den dem Jahre der Wahl vorausgegangenen zwei Verwaltungsjahren in Kultnssteuervorschreibung gestanden sind und die ihnen für das Jahr der Wahl oder für eines der drei vorausgegangenen Verwaltungsjahre statutengemäß vorgeschriebene Kultupsteuer bis zum Ablauf der Reklamationsfrist (§ 9. W. 0.) entrichtet haben Der Tag der Wahlausschreibung ist der 4. Oktober 1932 Reklamationen wegen Auslassung wahlberechtigter odef Aufnahme von nicht wahlberechtigten Personen sind,bis spätestens Freitag, den 28. Oktober 1932 in der Amtsdirektion der Kultusgemeinde, I., Seitenstetteilgasse 4, schriftlich einzubringen. IV. Erstattung von Wahlvorschlägen Die Wahl erfolgt nach dem System der Verhältniswahl (Proportionalwahlrecht) auf Grund von Wahl Vorschlägen, welche von jenen Wählergrupptn (Parteien), die sich an def Wahl beteiligen, frühestens drei Tage nach Auflegung def Wählerliste, d. i anr 14. Oktober 1932 und spätestens dreißig Tage vor dem Wahllage, d. i. am 4. November 1932, bei dem Präsidenten der Kultusgeme:nde einzureichen sind Die Vertreter der Wählergruppen (Parteien) erhalten über Verlangen von der Amtsdirektion der Kultusgemeinde die von* Präsidenten der Kultusgemeinde gemäß § 29 der Wahlordnung erlassenen Erläuterungen einzelner Bestimmungen der Wahlordnung und Muster ormulare der Wahlvorschläge. Wien, am 4. Oktober 1932. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien: Prnf Dr ,A!q:S P i C k ITT 0. ln den «jütliseiici: Aitnsuo^.N'-'.eip', II., l'raicrstraße 34, finden drei Sondervorstellungen statt Freitag, den 7., und Samstag, den 8. Oktober, gelangt das Lebensbild «Zu spät» von M. Richter, Montag, den 10. Oktober, die lustige Komödie «M u 11 e r h e r z» zur Aufführung. Beginn halb 9 Uhr. Nachdem unsere erste PalSstinareise komplett ist. führen wir eine zweite Gesellschaftsreise am 8. November 1032 nach Palüstlna Di« Durchführung der Reise liegt >n Händen der „P»g“ r. G. in. b. H. — Anmeldungen für die Herbstreis« in der Verwaltung unseres Blattes möglichst umgehen d, weil nur mehr beschränkte Anzahl Plätze zur Verfügung stehenlll Voranzeige. Am 13. Dezember geilt von Wien eine von der „Pag“ r. G. m. b. H. geführt« Industriellen- Gruppe naeh Palästina ab. welche ausschließlich Möglichkeiten industrieller und sonstiger wirtschaftlicher Neugründungen in Tel-Awiw, Haifa uml Jerusalem studieren will. Die Rückreise erfolgt voraussichtlich schon Ende Dezember. Auch für dies« Reise können Anmeldungen bei der Verwaltung unsere« Blattes entgegengenommen werden. Unsere Fiühiahrsrelse 10 3 8 wird in Anbetracht des Um« Standes, duß wir heuer bereits zwei Palästina-Reisen gemeinsam mit der „Pag“ r. G. m. h. H. organisieren, erst im April 1083 — zu Pessach - nach Palästina duieligeftihrt werden. Voranmeldungen werden schon jetzt, ebenso wie für die sehr ermäßigte Studenten- Ferienre!“« 1933 in der Verwaltung unseres Blatte« entgegengenommen; Zahlung auch in Teilbeträgen möglich (bis zum Herbst 19361). ThnI «ml propaiftcrf das gemeinsame zionistische Erkennungszeichen II« blau-welBe Stecknadel (Verhieb: Keren Kaleiaefh) JÜDISCHE 6EMEIH0E 660994

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